Hanoi Cuisine

Und wieder gibt es ein neues vietnamesisches Restaurant in der Innenstadt. Langsam sollte das ja nicht mehr verwundern, immerhin haben die Anbieter die Zeichen der Zeit erkannt und präsentieren sich immer vielfältiger. Das Restaurant Hanoi Cuisine, über das ich in diesem Beitrag berichte, wagt einen weiteren Schritt in Richtung authentische vietnamesische Küche, indem es nicht nur die traditionellen westeuropäischen Gänge (Vor-, Haupt- und Nachspeise) offeriert, sondern auch die Möglichkeit bietet, aus mehreren kleinen Gerichten ein individuelles Menü zusammenzustellen. Diese Essgewohnheiten kannte ich bisher vor allem aus chinesischen Restaurants und war daher sehr gespannt, was das Hanoi Cuisine zu bieten hat.

Zunächst eine Warnung: Wer sich im Vorfeld des Restaurantbesuchs auf der entsprechenden Webseite erkundigt, findet neben (verdächtig vielen und einförmig guten) Bewertungen der Speisen auch die eigentliche Speisekarte. Diese weicht leider in vielen Punkten von der im Restaurant angebotenen ab, sodass eine derartige Vorbereitung wohl keinen Nutzen hat. Das Positive: Die Karte im Lokal ist nochmals um einiges vielfältiger als die online zu findende. Das Negative: Auch die Preise sind vielfältiger und in den meisten Fällen höher als auf der Webseite angepriesen. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass das Hanoi Cuisine ja erst vor einigen Wochen eröffnet wurde.

Nun aber zu dem eigentlichen Restaurantbesuch: Die Einrichtung des Lokals besticht durch viele Blickfänge. Alles ist sehr sauber und frische Blumen schmücken die einzelnen Tische. Es gibt mehrere Etagen; im Obergeschoss befindet sich ein großer Tisch, der aus einem langen Baumstamm gefertigt zu sein scheint. Im Untergeschoss gibt es eine Bar, die auch für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

In einigen Rezensionen ist zu lesen, dass die Zubereitung der Speisen recht lange dauert. Diesen Eindruck kann ich nicht bestätigen. Meine Begleitung und ich wählen verschiedene kleine Speisen, die alle vergleichsweise schnell zubereitet werden und bei uns ankommen. Es gibt verschiedene Teigtaschen, Frühlings- und Sommerrollen, sowie einen vietnamesischen Pfannkuchen aus Kokosmilch mit Gemüse und Kimchi gefüllt.

Vegetarische Sommerrollen

Vegetarische Sommerrollen

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Speisen alle liebevoll angerichtet. Die Teigtaschen werden in Bambusdämpfkörben serviert, der dazugehörige Dip findet sich wahlweise auf muschel- oder blattförmigen Tellerchen dabei. Dieser Anblick weckt die Neugier und den Appetit! Tatsächlich scheint alles frisch zubereitet zu sein, das Gemüse ist knackig und zeugt von relativ geringer Gardauer.

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Bei einem solchen Augenschmaus erwartet man natürlich eine ebenso überraschende Geschmacksexplosion, aber diese bleibt leider aus. Insgesamt sind die meisten Speisen sehr zurückhaltend gewürzt, sodass die Verwendung des Dips obligatorisch scheint, obwohl dieser selbst eine eher milde Würzung aufweist. Selbst das Kimchi in der Pfannkuchenfüllung gibt dem Gericht – vollkommen Kimchi-untypisch – kaum Schärfe. Einzig die gebratenen Teigtaschen mit Gemüsefüllung bilden hier eine Ausnahme, die wirklich zu überzeugen weiß: der intensive Gemüsemix im Inneren mit knusprigem Teigmantel darum lässt keine Wünsche offen. Davon hätte man sich glatt viel mehr gewünscht!

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Frittierte Frühlingsrollen

Frittierte Frühlingsrollen

Insgesamt sind wir mit den kleinen Speisen für insgesamt ca. 10€ pro Person gut satt geworden. Das Angebot ist vielfältig und lädt zu kleinen kulinarischen Experimenten ein.

Fazit: Mit seinem besonderen Flair und der umfangreichen Speisekarte bereichert das Hanoi Cuisine die Restaurantlandschaft der Leipziger Innenstadt. Wer gern neue Dinge probiert, kommt hier für einen guten Preis auf seine Kosten, auch wenn die lasche Würzung der Speisen doch keinen komplett positiven Eindruck hinterlässt.

Fakten:

Name Hanoi Cuisine
Adresse Brühl/Ecke Nikolaistr. 40, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 13,90€
Barrierefreiheit ja, bei Benutzung des Seiteneingangs auf der Nikolaistraße
Sauberkeit sehr gut
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Kokospalme

Da ich erst vor Kurzem ein Ein-Teller-Buffetrestaurant besucht habe (das Long Food in den Höfen am Brühl), ergriff ich sofort die Gelegenheit, auch im neu eröffneten Kokospalme in den Promenaden Hauptbahnhof vorbeizuschauen und dort das Buffet zu probieren. Dieses bildet neben einigen bereits als Zusammenstellung angebotenen Gerichten und diversen To-Go-Boxen die Hauptkomponente des Angebots. Das Restaurant befindet sich im Untergeschoss und bildet die Nachfolge für das bis vor einigen Monaten dort ansässige Thai-Chi-Viet (für einen Bericht darüber bin ich also leider zu spät gekommen).

Das Restaurant Kokospalme beeindruckt schon auf den ersten Blick mit der stilvollen Einrichtung. Alles ist in Brauntönen gehalten und die Dekoration wirkt nicht überladen, sondern bewusst eingesetzt. Dadurch entsteht zwar auf dem Boden die ein oder andere Stolperfalle, aber über einen Gang an der Seite sind die meisten Plätze zu erreichen, auch ohne dass der Weg über die kleinen Absätze in der Mitte des Raumes führt.

Bei dem Buffet handelt es sich um ein Ein-Teller-Buffet, d.h. für 4,90€ (kleiner Teller) bzw. 6,90€ (großer Teller) darf man einen Teller einmal befüllen. Ich nutzte auch das Angebot, für 6,90€ eine Suppe bzw. einen Salat zu erhalten, offenbar sind diese Speisen sonst nicht im Buffetpreis inbegriffen. Zum Vergleich: Im Long Food ist eine Suppe dabei, Salat bietet das Buffet dort jedoch gar nicht an.

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Aber auch sonst macht das Buffet der Kokospalme einen sehr guten Eindruck: Die Vielfalt (Gemüse- und Tofugerichte, Hähnchen, Schweinefleisch, Fisch, Currygerichte, Salat, Kimchi, 2 verschiedene Suppen, Krabbenchips, …) lässt staunen und ich bin vor allem davon angetan, dass es nicht nur die 08/15-asiatisch-typischen Sachen gibt, sondern auch der vietnamesische Hintergrund der Lokalität nicht zu kurz kommt: Neben den typischen (und sehr, sehr leckeren) Schweinefleischspießen gibt es weiterhin geschmorten Schweinebauch und Ei – eine Spezialität, die man sonst nur in entsprechenden vietnamesischen Restaurants finden kann (wie etwa im Pho Viet). Super!

Buffetauswahl mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Buffetauswahl, u.a. mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Für die Suppe stehen zwei Optionen zur Wahl, und keine davon war die süß-sauer-scharfe Suppe, die bei den meisten vergleichbaren Buffets angeboten wird. Stattdessen konnte man sich für eine Hähnchensuppe mit vietnamesischen Kräutern oder eine Kokosmilchsuppe entscheiden. Das ist eine erfrischende Abwechslung und hat auch geschmacklich meine Erwartungen übertroffen. Besonders hervorzuheben sind auch hier nochmal die vietnamesischen Spezialitäten. Der Schweinefleischspieß ist zu unserem Buffetfavoriten gekrönt worden, aber auch der Schweinebauch musste sich dahinter nicht verstecken und überzeugte durch samtig weiches Fleisch.

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Das Gemüse war frisch und gut zusammengestellt, nur die zugehörigen Soßen hätte ich mir etwas geschmacksintensiver gewünscht, vor allem gab es kaum ernstzunehmende scharfe Varianten. Dies tut dem Genuss jedoch kaum Abbruch, und so kann man von einem vollen großen Teller durchaus auch sehr hungrige Mägen gut füllen und bekommt gleichzeitig noch einen Einblick in die authentische vietnamesische Küche.

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Fazit:
Dieses neu eröffnete Buffetrestaurant ist einen Besuch wert! Für einen fairen Preis wird hier eine Vielfalt an asiatischen Speisen von größtenteils überdurchschnittlicher Qualität geboten. Ein besonderer Leckerbissen sind die vietnamesischen Schweinefleischspieße, die man unbedingt probieren sollte. Da man sich selbst bedient, eignet sich das Lokal auch gut für die Mittagspause.

Fakten:

Name Kokospalme
Adresse Willy-Brandt-Platz 7, 04109 Leipzig (Promenaden Hauptbahnhof, Untergeschoss)
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Long Food (Höfe am Brühl)

Es ist schon einige Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal über einen Imbiss in den Höfen am Brühl berichtet habe. Damals hatte ich das Yasumi New Cooking besucht. Gleich daneben befindet sich ein weiterer asiatischer Imbiss: das Long Food. Das Lokal gehört zu einer Kette, die sich u.a. auch im Leipziger Paunsdorf-Center niedergelassen hat. Die Filialen haben einen recht hohen optischen Wiedererkennungswert, da dem Betrachter sofort die flächendeckende Verwendung der Farbe lila auffällt.

Das Long Food ist ein Buffet-Imbiss. Obwohl es auch einige bereits zusammengestellte Gerichte gibt, sieht das Konzept vor allem vor, dass sich der Besucher zwischen zwei Tellergrößen entscheidet. Der gewählte Teller darf dann nach Herzensliebe mit den am Buffet bereitstehenden Komponenten befüllt werden. Für den kleinen Teller schlägt das Buffet mit 4,90€, für den großen mit 6,90€ zu Buche. Eine Pekingsuppe ist bei beiden Varianten inklusive. Wer während der Shoppingtour etwas für den kleinen Hunger zwischendurch sucht, ist mit dem kleinen Teller gut bedient, der große Teller bietet Platz genug für eine volle Mahlzeit.

Das Buffet wartet – vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen Schnellimbiss handelt – mit einer reichhaltigen Auswahl auf. Neben der bereits erwähnten Suppe kann sich der Gast für Reis, Nudeln, Frühlingsrollen, gebackenes Gemüse, Tofu mit Spinat, Champignonpfanne, verschiedene Geflügelgerichte (auch eine Variante mit Ente ist dabei), verschiedene Currygerichte (Thai Curry, Curry mit Kichererbsen, Mango-Curry), gebackenes Hühnchen, gebackenen Fisch und schließlich diverse Soßen entscheiden. Anderes Fleisch als Geflügel ist jedoch nicht vorhanden.

LongFood1

Buffetauswahl mit Pekingsuppe, Tofu und Spinat, gebackenem Gemüse und Hühnchen, Frühlingsrollen, Gemüsepfanne und Hühnchen- und Entengerichten

Bei einem solchen Angebot muss natürlich ein Blick auf die Qualität der Speisen geworfen werden. Die Suppe, welche ich zunächst probierte, war sehr schmackhaft, etwas tomatig, aber auch eine gewisse Schärfe war vorhanden. Schade fand ich jedoch, dass die Einlage recht dünn gesät war bzw. es keine größeren Stücke (Pilze, Fleisch usw.) gab, die für Pekingsuppe normalerweise üblich sind. Für die restlichen Speisen muss vornweg gesagt werden, dass es der Buffettechnik leider nicht gelingt, alles warm zu halten. Bereits wenige Minuten, nachdem das Essen auf unseren Tellern gelandet war, war es auch schon kalt. Geschmacklich jedoch sind die Gerichte durchaus empfehlenswert: zartes Fleisch, wohlschmeckende Soßen und frisches Gemüse bilden ein gutes Zusammenspiel. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass das Gemüse in fast jedem Gericht aus den gleichen Komponenten bestand und das gebackene Gemüse zu meinem Bedauern doch etwas zu weich war.

LongFood2

Buffetauswahl mit Thai Curry, Mango-Curry, Champignonpfanne, Entengericht, Hühnchen, gebackenem Fisch und gebratenen Nudeln (letztere sind im Bild wohl nur zu erahnen ;-))

Verwirrung stiftet der kulturelle Hintergrund, vor dem sich das Long Food präsentiert. Die Speisen am Buffet sind größtenteils klar der südostasiatischen Küche zuzuordnen; die Gerichte von der Karte und die Innengestaltung (das Bild des Taj Mahal prangt meterhoch an einer der Wände) suggerieren eher eine indische Umgebung. Das tut dem Genuss der Speisen jedoch keine Abbruch, die für einen fairen Preis mit großer Vielfalt angeboten werden. Und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Liebhaber beider Küchen, der dann im Long Food voll auf seine Kosten kommt.

Fazit:
Das Long Food behauptet sich in den Höfen am Brühl zwischen weiteren asiatischen Imbissen durch ein reichhaltiges Buffetangebot zu bezahlbaren Preisen. Auch wenn die Qualität zwischen den Gerichten etwas schwankt und das Essen leider nicht heiß auf den Teller kommt, ist der Imbiss durchaus einen Besuch wert.

Fakten:

Name Long Food
Adresse Am Brühl 1, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Goldene Kugel

Eigentlich wollte ich an meinem Urlaubstag dem Mittagsbuffet des Restaurants Confucius einen Besuch abstatten, um mir den Magen mit den dort angebotenen köstlichen Jiaozi vollzuschlagen. Leider hatte das Lokal überraschenderweise geschlossen, sodass mich mein Weg zu einem anderen Buffetrestaurant in der Innenstadt führte, der Goldenen Kugel.

Dieses Restaurant liegt unweit des Hauptbahnhofs in der Richard-Wagner-Straße und preist mit großen Schautafeln vor allem das Buffetangebot an. Mit 8,90€ zum Mittags- und 15,90€ zum Abendbuffet (jeweils ohne Sushi) ordnet sich die Goldene Kugel somit schon in die Reihe der höherpreisigen Buffets in Leipzig ein. Allerdings – und das ist meines Wissens ein Alleinstellungsmerkmal – wird hier neben dem normalen Buffet auch mittags der Teppanyaki-Grill angeboten. Der Gast kann sich einen Teller mit rohen Zutaten am Buffet selbst zusammenstellen, die Speisen werden dann von einem Koch auf dem Grill zubereitet und zum Tisch gebracht. Diese Art der Zubereitung offerieren einige andere Restaurants nur abends (wie zum Beispiel das Restaurant Asia Garden) und ich hatte bis dato noch keine Gelegenheit, den Teppanyaki-Grill zu testen.

Pekingsuppe als Vorspeise

Pekingsuppe als Vorspeise

Auf den ersten Blick erscheint das in der Goldenen Krone angebotene Buffet groß und reichhaltig, doch leider täuscht dieser Eindruck zumindest auf einigen Gebieten. Zwar gibt es eine recht große Auswahl an rohen Zutaten für den Grill (unter anderem mit exotischen Fleischsorten wie Zebra oder Känguru), sowie an Obst (ich probierte hier zum ersten Mal Pitahaya), der eigentliche warme asiatische Teil kommt für meinen Geschmack jedoch viel zu kurz. Hier fehlen Schweine- und Rindfleisch quasi vollkommen, auch sonst hält sich das Angebot an verschiedenen zusammengestellten Gerichten stark in Grenzen. Immerhin gibt es mehrere Soßen zur Auswahl und als Dessert nicht nur Obst und Salat, sondern auch verschiedene Sorten Eis.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Das Ergebnis unserer Auswahl für den Teppanyaki-Grill habe ich mit Spannung erwartet. Leider konnte jedoch auch diese Komponente des Buffets den Gesamteindruck nicht verbessern. Das Fleisch war ausnahmslos zäh und offenbar viel zu lange gegrillt (und das galt nicht nur für die exotischen Angebote, sondern auch für das gewählte Rindfleisch), sodass es schlussendlich nicht mehr genießbar war. Das Gemüse war jedoch gut und die Dekoration der entstandenen Zusammenstellung mit Lauchstückchen vermittelte zumindest das Gefühl, dass Wert auf den optischen Eindruck gelegt wird.

Dessertauswahl mit verschiedenen Obst- und Eissorten

Dessertauswahl mit verschiedenen Obst- und Eissorten

Schließlich muss ich ehrlich sagen, dass mich das Dessertangebot in der Goldenen Kugel am meisten überzeugen konnte. Viele verschiedene Obstsorten und Eis inklusive ließen die bereits pappig gewordenen Krabbenchips und das Fleischdebakel vom Grill zumindest etwas in Vergessenheit geraten.

Die Bedienung war während des gesamten Zeitraums meines Besuches sehr reserviert. Ein Lächeln für den Gast wäre da durchaus angebracht gewesen. Ich konnte auch beobachten, wie eine Kundin den Laden betrat, welche auf Englisch nach dem Buffetangebot fragte. Dem Wunsch des Sprachwechsels konnte oder wollte die Kellnerin offenbar nicht nachkommen, auf ein Kopfschütteln folgte komplettes Ignorieren der potentiellen Kundschaft.

Mit dem Besuch in der Goldenen Kugel habe ich nun fast alle (es fehlt noch das Glücksboot im Sachsenpark) asiatischen All-you-can-eat-Buffets in Leipzig getestet, die ich kenne. Ich würde mich sehr über Informationen freuen (im Kommentarbereich oder per Mail), wo ein solches Angebot noch besteht. Vielen Dank!

Fazit:
Auch wenn unter 10€ für ein reichhaltiges Mittagsbuffet natürlich immer ein guter Preis ist, zeigt das Restaurant Goldene Kugel, dass eine zentrale Lage nicht alles ist. Fast unzumutbar zähes Fleisch und wenige warme Speisen sprechen (vor allem im Vergleich mit den hier bereits vorgestellten anderen Leipziger Buffetrestaurants) leider eine recht klare Sprache. Schade. Immerhin punktet die Goldene Kugel mit exotischen Angeboten, auch wenn man diese teilweise nicht aus dem asiatischen Raum kennt.

Fakten:

Name Restaurant Goldene Kugel
Adresse Richard-Wagner-Str. 10, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 8,90-11,90€ (Mittagsbuffet), 15,90-18,90€ (Abend- und Wochenendbuffet)
Barrierefreiheit niedrige Schwelle am Eingang
Sauberkeit sehr gut

Restaurant Confucius

Das Restaurant Confucius befindet sich in der Nikolaistraße in der Leipziger Innenstadt. Es handelt sich dabei um ein typisches Buffet-Restaurant. Es besitzt zwar auch eine eigene Speisekarte, die meisten Gäste entscheiden sich jedoch für das Buffet. Wie im Restaurant Asia Garden gibt es zwei Varianten, ein Mittagsbuffet und das Abendbuffet mit Teppanyaki-Grill-Angebot.

Zunächst ist die Größe des Restaurants, das meines Wissens leider nicht barrierefrei erreichbar ist, erstaunlich. Es verfügt über viele abtrennbare Bereiche, sogar ein Balkon, der innerhalb der Passage überdacht ist, wartet auf kleinere Gruppen. Die Bedienung arbeitet zügig und wirkt kompetent. Ich besuche das Restaurant zum Mittagsbuffet, welches mit 7,50€ zu Buche schlägt.

Das Buffet bietet eine große Vielfalt an Speisen. Von verschiedenen panierten Fleisch- und Gemüsearten, über Sushi und bereits fertig kombinierte Gerichte bis hin zu Salat und Eis als Nachtisch wird man hier fündig. Das allein rechtfertigt wohl schon den etwas höheren Preis im Vergleich zu den bisher vorgestellten Buffetrestaurants (ein Klick auf das Schlagwort Buffet erzeugt eine Auflistung aller bisherigen Tests).  Bei einer solchen Auswahl ist erfahrungsgemäß die Wahrscheinlichkeit der „Mittelmäßigkeit“ aller Speisen recht hoch. Im Confucius mache ich jedoch eine andere Erfahrung.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Der tiefste Eindruck, welchen das Essen hinterlassen hat, besteht nämlich in dessen schwankender Qualität. Das Kung Bao-Hähnchen, welches normalerweise zu den scharfen Gerichten der Szechuan-Küche zählt, kann hier maximal als einigermaßen gut gewürzt bezeichnet werden und auch in sonstiger Hinsicht nicht mit dem eigentlichen Geschmack der Speise mithalten. Das Gericht „8 Kostbarkeiten“, welches man häufig auf den Karten asiatischer Restaurants findet, zeigt eine ausgewogene Mischung mit gutem Geschmack, vor allem, was die Soße betrifft. Das Buffet bietet jedoch insgesamt sehr wenig für Liebhaber der scharfen asiatischen Küche, selbst die als scharf deklarierte Soße kann den Erwartungen nicht gerecht werden. Positiv hervorzuheben ist hingegen das Rindfleisch mit Zwiebeln in dunkler Soße, welches durch die ideale Form der Fleischstückchen (fadenartige Form, die das generell manchmal etwas zähe Rindfleisch sehr gut genießbar macht) und die hervorragend passende Soße besticht. Die gebackene Ente allerdings enttäuscht in hohem Maße. Kleine Knorpel im Fleisch und ein insgesamt etwas „überlagerter“ Geschmack lassen mich das Probieren dieser Buffetkomponente schnell einstellen.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Unbedingt kosten sollte man die Jiaozi (im Bild links oben). Dabei handelt es sich um gefüllte Teigtaschen, die sich in Asien großer Beliebtheit erfreuen, hierzulande jedoch neben den allseits bekannten Frühlingsrollen ein eher stiefmütterliches Dasein fristen. Es gibt verschiedene Varianten für die Füllung (z.B. Hackfleisch, Shrimps, usw.), die hier beschriebenen Jiaozi warten mit einer sehr ansprechenden Gemüsefüllung auf. Offensichtlich werden die Teigtaschen im Restaurant eigens angefertigt, und das schmeckt man.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Dass es auch mittags Sushi und für asiatische Buffets recht vielfältigen Nachtisch gibt, spricht weiterhin für das Restaurant Confucius. Zum Abschluss wird ein feuchtes Tuch zum Säubern der Hände gereicht – eine Geste, die man sonst eher in höherpreisigen Restaurants vorfindet.

Fazit:
Wer einen vielfältigen Einblick in die asiatische Küche bekommen möchte, ist beim Buffet des Restaurants Confucius gut aufgehoben. Zwar ist die Qualität der Speisen sehr unterschiedlich, aber gerade das Angebot einiger hierzulande nicht überall zu findender Gerichte macht einen Besuch lohnenswert. Wer vollkommene Authentizität und durchgehend hohe Qualität sucht, wird im Confucius (und in der entsprechenden Preisklasse) eher nicht fündig.

Fakten:

Name Restaurant Confucius
Adresse Nikolaistraße 6-10, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€ (Mittagsbuffet), 15,90€ (Abend- und Wochenendbuffet)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

yakigourmet

Die asiatischen Bistros der Leipziger Einkaufsmeilen befinden sich nicht nur, wie im letzten Bericht besprochen, in den Höfen am Brühl, sondern sind auch in den Promenaden Hauptbahnhof vorhanden. Dieses Mal testete ich das yakigourmet, einen Imbiss mit Sitzgelegenheiten im Erdgeschoss des Bahnhofs.

Das Lokal ist in vielen Punkten mit dem Yasumi vergleichbar. Auch hier besteht die Möglichkeit, Gerichte selbstständig zu kombinieren, indem Fleisch bzw. Tofu, eine Sättigungsbeilage (Reis oder eine von vier Nudelsorten) mit Gemüse und eine Soße gewählt werden. Außerdem gibt es bereits zusammengestellte Aktionsangebote, Nudelboxen zum Mitnehmen und Suppen. Die Darstellung des Angebots erscheint auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, da dieses nicht nur auf den Tafeln im oberen Bereich der Theke aufgelistet ist, sondern sich auch über verschiedene Aufsteller und zusätzliche Zettel verteilt.

Zwei Dinge fallen positiv auf: Zum einen ist die Soßenauswahl ungewöhnlich und reichhaltig: Zitronengras-Auster mit Knoblauch und Chili, Ingwer-Soja, Basilikum-Knoblauch-Chili, Mango-Kokos-Curry, Erdnuss-Curry-Kokos und Soja-Chili-Curry stehen zur Auswahl, zusätzlich auch noch andere Soßen bei Aktionsgerichten. Trotz der Vielfalt muss angemerkt werden, dass sich darunter keine Soße befindet, die ohne Schärfe auskommt. An Liebhaber der milden Küche wurde leider nicht gedacht, die Karte allerdings mit dem Hinweis ausgestattet, dass Extrawünsche gern geäußert werden können. Zum anderen überrascht die Gemüseauswahl positiv. Die Nudeln bzw. der Reis sind jeweils nur mit dem Zusatz „Wok-Gemüse“ versehen, sodass frühere Erfahrungen vermuten lassen, es handle sich stets um dieselbe Zusammenstellung. Doch weit gefehlt! Im yakigourmet wird das Gemüse offensichtlich passend zum Rest des Gerichts gewählt, sodass die einzelnen Fleischsorten- und Soßenkombinationen auch jeweils mit einer anderen Gemüseauswahl serviert werden, wie auch auf den Fotos erkennbar ist.

Gemüse und Reis in Mango-Kokos-Curry-Soße

Gemüse und Reis in Mango-Kokos-Curry-Soße

Hähnchenfleisch und Gemüse in süß-sauer-scharfer Soße

Hähnchenfleisch und Gemüse in süß-sauer-scharfer Soße

Mango-Chicken in Currysoße

Mango-Chicken in Currysoße

Rindfleisch in Knoblauch-Chili-Soße

Rindfleisch in Knoblauch-Chili-Soße

Hähnchenfleisch mit Nudeln und Basilikum-Chili-Soße

Hähnchenfleisch mit Nudeln und Basilikum-Chili-Soße

Geschmacklich sind wie erwartet besonders die verschiedenen Soßen positiv hervorzuheben. Das Gemüse war mir an manchen Stellen noch etwas zu roh und ließ die kurze Zubereitungszeit deutlich zu Tage treten. Außerdem hätten die Portionsgrößen ruhig etwas üppiger ausfallen können, vor allem die geringe Fleischmenge fiel dabei negativ auf. Schade, die Qualität der Zutaten lässt eigentlich einen längeren Genuss erhoffen.

Wie auch beim Yasumi handelt es sich beim yakigourmet um einen Selbstbedienungsimbiss, sodass das Abräumen des Tisches dem Kunden überlassen wird. Für den Preis einiger Gerichte (zum Beispiel bis zu 7,90€ für eine Zusammenstellung mit Ente oder Garnelen) könnte man einen entsprechenden Service zwar eigentlich erwarten, aber immerhin genießt der Imbiss eine sehr gute Lage und hat sicher viel Laufkundschaft, sodass die Preise nicht verwunderlich scheinen.

Fazit:

Im yakigourmet gibt es etwas zu kleine Portionen zu leicht überdurchschnittlichen Preisen, aber in sehr guter Qualität und mit großer Zutatenvielfalt. Besonders in diesem Punkt hebt sich der Imbiss auch von vergleichbaren asiatischen Imbissangeboten ab. Wer gern experimentiert und Wert auf Originalität legt, ist beim yakigourmet am richtigen Ort. Für den schnellen Stopp beim Asiaten eignet sich das Lokal jedoch eher nicht.

Fakten:

Name yakigourmet
Adresse Hauptbahnhof, Willy-Brandt-Platz 1 (Erdgeschoss)
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 2,90€ – 7,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit gut

Yasumi New Cooking

Im vergangenen Jahr habe ich bereits viele asiatische Restaurants in der Innenstadt besucht. Mit der Eröffnung der Höfe am Brühl 2012 gab es gleich drei weitere asiatische Imbisse, die zum Test bereit stehen. Einer davon ist das Yasumi New Cooking, welches sich im Untergeschoss am östlichen Ende des Einkaufszentrums befindet.

Das Konzept dieses Lokals ist es, dem Kunden zu ermöglichen, einzelne Komponenten nach Belieben zu einem Gericht zusammenzustellen. Dabei gibt es sowohl eine Takeawayvariante in Boxen mit enger gefassten Kombinationsvorgaben, als auch die komplette Palette der Wahloptionen zum Essen vor Ort. Die Komponenten bestehen aus Reis bzw. diversen Nudelarten (inkl. Gemüse), verschiedenen Fleischsorten und schließlich vier verschiedenen Soßen.

Die Gerichte werden frisch (teilweise aus bereits vorbereiteten Zutaten) zusammengestellt und stehen nach wenigen Minuten zur Abholung am Tresen bereit. Die Tische sind leider häufig mit Essensresten verschmutzt; das Geschirr muss nach der Mahlzeit in ein dafür bereitstehendes Regal geräumt werden. Negativ aufgefallen ist mir außerdem schon des Öfteren die Unfreundlichkeit des Personals. Auf Nachfragen wird nur kurz angebunden eingegangen und auch ein Lächeln sucht der Kunde vergebens.

Die zum Mitnehmen gedachten Boxen kosten ca. 4€. Es gibt verschiedene Angebote, z. B. unterschiedliche Hähnchenzubereitungen, Tofu, reines Gemüse oder Ente.  Der Inhalt wird auf Wunsch auch vor Ort auf Tellern serviert. Dieses Angebot nahmen wir diesmal wahr und bestellten Tempura Chicken und Chicken Yaki jeweils mit Reis und Erdnuss-Curry-Soße. Eines gleich vorweg: Diese Soße ist der eigentliche Grund für meine häufigen Besuche im Yasumi. Ich kenne die Kombination der beiden Geschmacksrichtungen sonst kaum aus anderen asiatischen Restaurants. Das Yasumi zeigt, dass die sonst eher separat servierten Soßen zur Verschmelzung prädestiniert sind. Die leichte Schärfe und das gleichzeitig fruchtige Aroma lassen die übrigen Zutaten schon fast in den Hintergrund geraten.

Chicken Teriyaki mit Erdnuss-Curry-Soße

Tempura Chicken mit Erdnuss-Curry-Soße

Chicken Yaki mit Erdnuss-Curry-Soße

Chicken Yaki mit Erdnuss-Curry-Soße

Das Gemüse ist frisch, jedoch nicht sehr zahlreich vorhanden, insgesamt ist die Portion eher für den kleinen Hunger geeignet. Das Fleisch ist gut durchgebraten und das Verhältnis zwischen Reis und Soße okay. Angerichtet werden die Speise auf einem hübschen „Schiffchen“-Teller, der dem Ganzen einen edlen Hauch verleiht.

Fazit:
Das Yasumi eignet sich für eine schmackhafte, kurze Zwischenmahlzeit. Die Erdnuss-Curry-Soße ist geschmacklich beinahe nicht zu übertreffen, allerdings muss die Portionsgröße und die Servicequalität bemängelt werden. Wem es während des Einkaufsbummels nach etwas asiatischer Kost verlangt, ist beim Yasumi dennoch gut aufgehoben.

Fakten:

Name Yasumi New Cooking
Adresse Am Brühl 1, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 2,50€ – ca. 8€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit geht so