Mekong Asia Supermarkt

Wenn man bei den vielen vietnamesischen Imbissen und Restaurants in Leipzig noch den Überblick behalten möchte, hat man einige Gerichte zum Vergleich zur Auswahl, die fast überall angeboten werden. Für mich ist so ein Standard-Gericht die vietnamesische Suppe Pho (Phở), die aufgrund ihrer steigenden Beliebtheit in kaum einer Speisekarte wegzudenken ist. Eigentlich ist die Pho ein recht einfaches Gericht: Reisnudeln, Kräuter und eine Proteinquelle (normalerweise Hähnchen, Rind oder Tofu) in würziger Brühe. Da kann man nicht viel falsch machen, mag sich der ein oder andere jetzt denken.

Aufgrund der recht überschaubaren Basiszutaten erweist sich die Würzung der Brühe als entscheidender Faktor. Und da ist die Bandbreite enorm. Ich habe ja hier im Blog schon einige Restaurants und Imbisse vorgestellt, die Pho anbieten. Und da waren sowohl sehr milde als auch sehr scharfe und würzige Varianten dabei. In guter Erinnerung blieb die Pho im Pho Hanoi, wo alle Würzzutaten separat gereicht wurden. Vor Kurzem habe ich auch die Pho im Vegan Express getestet und als sehr lecker empfunden.

Allerdings gibt es noch eine weitere Pho-Lokalität, die ich schon vor einiger Zeit besucht hatte, die aber bisher noch keinen Blogeintrag erhalten hat: das Schnellrestaurant im Mekong Asia Supermarkt in der Ritterstraße. Der Supermarkt ist einer von zwei Asia-Supermärkten in der Leipziger Innenstadt – beide bieten auch fertige Speisen an (der andere ist Asia Bistro & Supermarkt in der Hainstraße).

Ich hatte die Pho vom letzten Mal in guter Erinnerung, daher wollte ich sie unbedingt nochmal testen und hier vorstellen. Ich bestelle also eine Pho mit Rindfleisch. Das ist eine etwas riskante Wahl – ich erlebte auch schon Rindfleischgerichte mit unangemessener Garzeit, die dann fast die Grenze der Nichtgenießbarkeit erreichten. Das ist aber hier zum Glück nicht der Fall: Das Fleisch ist saftig, gut gegart und extra mit Pfeffer gewürzt. Lecker! Vor allem ist der Fleischanteil in der Pho unerwartet hoch. Auch die Kräuter überzeugen, es ist sogar noch etwas Stangensellerie enthalten, der geschmacklich wirklich sehr gut dazu passt.

Mekong Supermarkt 1

Pho (Reisbandnudelsuppe) mit Rindfleisch

Für die angepasste Würzung werden Chili und Limette auf einem Schälchen gesondert dazu gereicht. Die Chili ist wirklich intensiv und so kann jeder den selbst gewünschten Schärfegrad erreichen. Eine kleine Enttäuschung ist jedoch der Grundgeschmack der Brühe. Ohne zusätzliche Würzung erscheint sie fast etwas fad. Die üblichen Geschmacksbestandteile der Brühe (Zimt, Sternanis, Ingwer usw.) sind kaum zu erkennen. Das ist aber schon der einzige Kritikpunkt, denn nachdem ich etwas nachgeholfen hatte, konnte mich die Pho durchaus überzeugen.

Mekong Supermarkt 2

Würzzutaten: Limette und Chili

Der Vollständigkeit halber: Im Mekong Asia Supermarkt gibt es natürlich auch noch andere Gerichte, unter anderem auch alle Klassiker der asiatischen Imbisskultur. Die Preise sind mit maximal 8,90€ pro Hauptgericht noch im inzwischen eher unteren Rahmen. Die Atmosphäre kann man dann beim Genießen der Speisen auch in den Hintergrund stellen. Der Weg führt durch einen engen, mit Kartons zugestellten Gang, der Gastraum ist voll mit Tischen und Stühlen und bezahlt wird an der Supermarktkasse. Das Essen entschädigt jedoch und zieht so viele Menschen an, dass die Tische zur Mittagszeit schnell alle belegt sind.

Fazit:
Im Mekong Asia Supermarkt findet man nicht nur Zutaten für asiatische Gerichte, sondern auch ein Schnellrestaurant im hinteren Teil des Ladens. Dort gibt es leckere Pho und andere Gerichte zu günstigen Preisen, gemessen an der guten Innenstadtlage. Wenn man über das Interieur hinwegsehen kann, lohnt ein Besuch!

Fakten:

Name Mekong Asia Supermarkt
Adresse Ritterstraße 44-48, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 3,90€ – 8,90€
Barrierefreiheit Stufe am Eingang, zwei Stufen zum Restaurantteil, recht eng
Sauberkeit okay

Timeless

Vor einiger Zeit habe ich über die Goldene Kugel berichtet: ein Restaurant, das vor allem für das Buffetangebot geworben hat. Dieses Lokal besteht nicht mehr, inzwischen befindet sich in den Räumlichkeiten ein neues vietnamesisches Restaurant: das Timeless.

Das Innere des Lokals bietet viel Platz und ist in einem warmen Holzstil eingerichtet. Solange man den Blick nicht an die Decke wirft (wo Heizungsrohre und überdimensionierte Kronleuchter das Bild prägen), bildet alles einen stimmigen Gesamteindruck. Gleich am Eingang erwartet den Besucher eine offene Küche. Hier werden vor allem die Sushi-Spezialitäten angepriesen. Neben Sushi liegt der Schwerpunkt auf vietnamesischer Küche.

Ein Blick in die Karte offenbart Interessantes: Es gibt zwar die bekannten vietnamesischen Spezialitäten (Sommerrollen, Glasnudelsalat, Pho, Reisbandnudelgerichte), aber vieles kommt noch mit einem gewissen Extra daher. Da gibt es neben Glasnudeln auch Avocado oder Mango im Salat, die Pho wird auch mit Garnelen angeboten oder gleich als Kokossuppe. Erwähnenswert sind auch der Banh Bao Burger oder das Banh Mi (ein vietnamesisches Baguette). Außerdem gibt es eine Kombination von zwei meiner Lieblingsgerichte: Bun Cha und Bun Nem (Reisnudeln mit entweder Frühlingsrolle bzw. gegrilltem Schweinefleich) als Bun Cha Nem mit beiden Zutaten. Das musste ich natürlich ausprobieren. Außerdem bestellten wir noch Bun Nam Bo mit Rindfleisch.

Timeless1

Bun Nam Bo (Rindfleisch, Reisnudeln, Salat, Chili-Limetten-Soße)

Timeless2

Bun Cha Nem (Frühlingsrollen, gegrilltes Schweinefleisch, Reisnudeln, Salat, Limetten-Chili-Soße)

Die Wartezeit ist angemessen. Von der Qualität der Zutaten bin ich ebenso positiv überrascht wie von der Größe der Portionen und dem Geschmack. Es ist alles frisch und der Salat beinhaltet neben vietnamesischen Kräutern auch echte Mango. Super! Da können nicht viele andere Restaurants mithalten. Das Fleisch hat eine gute Konsistenz und viel Aroma. Auch die Soße ist geschmacklich gut gelungen. Nach dem Verzehr bleibt jedoch der verräterische Knoblauch-Geruch nicht aus.

Aufgrund der Größe der Hauptgerichte sind wir leider zu satt für ein Dessert. Falls aber einer der Leser die Sesambällchen ausprobiert haben sollte – die Meinung würde mich interessieren!

Fazit:
Das Timeless ist ein vietnamesisches Restaurant in bester Lage gleich neben den Höfen am Brühl. Auch wenn die Preise etwas über dem Durchschnitt liegen – die Qualität der Zutaten und die Größe der Gerichte machen das wieder wett. Wer also ein wenig Abwechslung in der vietnamesischen Restaurantlandschaft sucht, wird hier sicher fündig.

Fakten:

Name Timeless
Adresse Richard-Wagner-Str. 10, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 7,90€ – 17,90€ (Abendkarte)
Barrierefreiheit niedrige Stufe am Eingang
Sauberkeit sehr gut

Pho Hanoi

Nachdem im Zentrum einige asiatische Restaurants ihre Pforten geschlossen haben (ich denke da mit etwas Wehmut an das Confucius und das Chinco zurück), gibt es auch neue Perlen zu entdecken. So führt mich mein Test diesmal ins Pho Hanoi hinter dem Petersbogen, das mit dem daneben befindlichen Sushi-Restaurant im Corporate Design auftritt ;-).

An diesem regnerischen Tag entscheiden wir uns nicht für den Freisitz. Dort wären insgesamt mehr Plätze als in dem kleinen, recht engen Innenraum des Restaurants. Die Begrenztheit des Raums erzeugt jedoch auch eine gewisse Gemütlichkeit und familiäre Atmosphäre. Die Karte ist recht überschaubar und wird durch vielfältige Tafeln an den Wänden und einem Aufsteller auf dem Tisch ergänzt. Da ist es etwas schwierig, den Überblick zu behalten, zumal die Tafeln alle unterschiedliche Angebote anpreisen und nicht von überall gut sichtbar sind.

PhoHanoi Ingwerlimo

Ingwerlimonade

In der Karte sind neben vietnamesischen Baguettes (Banh Mi) vor allem Suppen zu finden, allen voran die berühmte Pho. Die wird hier teilweise auch mit Biofleisch oder in einer entsprechend ausgezeichneten veganen Variante angeboten. Außerdem (und das habe ich so noch nicht gesehen) wird dazu ein Kräuterteller serviert, auf dem man u.a. Koriander, Chili, Limette und andere Kräuter selbst zur Suppe geben und portionieren kann.

PhoHanoi PhoHuhn

Pho mit Hähnchen

PhoHanoi PhoZutaten

Kräuterteller zur Pho

Auf der Mittagskarte (die mit Aufpreis auch für den Abend gilt) finden sich noch einige Zusatzgerichte, von denen wir zwei probieren: karamellisierten Schweinebauch mit Ingwer und gedünstete Fischvariation in Karamell-Pfeffer-Soße. Dazu gibt es jeweils eine Tamarindensuppe. Das Fleisch ist sehr zart und ohne Frage der geschmackliche Höhepunkt des Gerichts. Auch der Fisch ist von guter Qualität. Zunächst erscheinen die Portionen eher übersichtlich, zusammen mit der Suppe und dem Salat ergibt das jedoch eine sehr sättigende Mahlzeit.

PhoHanoi Schweinebauch

Karamellisierter Schweinebauch

PhoHanoi Fischvariation

Fischvariation

PhoHanoi Tamarindensuppe

Tamarindensuppe

Insgesamt fällt die hohe Qualität und das professionelle Aussehen der Gerichte auf. Es wird Wert auf frische Zutaten und kleine Aufmerksamkeiten (wie etwa frische Kräuter) gelegt. Daran orientiert sind die Preise durchaus angemessen, auch wenn sie sich eher am oberen Ende vergleichbarer Restaurants in Leipzig befinden.

Fazit:
Wer vietnamesisches Essen auf gutem Niveau genießen möchte, ist im Pho Hanoi richtig. Das Restaurant eignet sich vor allem für gemütliche Runden. Aufgrund des begrenzten Platzes sollte man rechtzeitig vor Ort sein.

Fakten:

Name Pho Hanoi
Adresse Ratsfreischulstraße 6, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 6€ – 13,50€
Barrierefreiheit ebenerdiger Eingang, innen eng, im Sommer Freisitz
Sauberkeit sehr gut

Zchảcá

Dieses Mal war ich im Zchảcá, einem Restaurant, das es in der Leipziger Innenstadt schon ein paar Jahre gibt. Trotzdem bin ich erst spät darauf aufmerksam geworden, denn es liegt etwas abseits der üblichen Shopping-Wege, und zwar in der Markgrafenstraße in der Nähe der Thomaskirche.

Im Zchảcá wird vietnamesische Küche und Sushi angeboten. Im Außenbereich des Restaurants findet sich ein hübsch dekorierter Freisitz, aber auch der Innenraum kann sich sehen lassen, hier wird zum Beispiel das Sushi an einer langen, gut einsehbaren Theke zubereitet. Alles ist sehr sauber und macht einen professionellen Eindruck.

Da ich mit mehreren Leuten unterwegs bin, können wir viele verschiedene Gerichte probieren. Los geht es mit einem Gericht, welches als Vorspeise deklariert ist: Banh Tom, das sind Süßkartoffelpuffer mit Garnelen (5,50€), ein eher selten zu findendes Angebot in vietnamesischen Restaurants. Auf den ersten Blick überrascht mich vor allem, dass die Puffer für eine Vorspeise sehr groß und reichhaltig sind. Das ist aber keine Beschwerde ;-).

Zchaca Suesskartoffel

Süßkartoffelpuffer

Außerdem bestellen wir Bo Luc Lac (mariniertes Roastbeef in Soja-Chili-Sauce), Bun Nam Bo mit gegrilltem Kabeljau, Ente Spicy Curry und Tofu in rotem Curry. Preislich liegen die Gerichte bei 10-12€. Besonders hervorzuheben ist die Frische aller Zutaten, das ist vor allem im Vergleich zu ähnlichen Restaurants beeindruckend. Auch geschmacklich können sich die einzelnen Angebote überzeugen. Lediglich die Indikatoren „Spicy“ oder „Chili“ sollten nicht zu ernst genommen werden: es gibt hier maximal eine leichte Schärfe. Nur das rote Curry konnte hier etwas mehr punkten.

Zchaca Bo Luc Lac

Bo Luc Lac (Reisnudeln mit mariniertem Roastbeef in Soja-Chilisauce)

Zchaca Ente Spicy Curry

Ente Spicy Curry

Zcacha Kabeljau

Bun Nam Bo mit Kabeljau

Zchaca Tofu in rotem Curry

Tofu in rotem Curry

Für die Lage des Restaurants und die Qualität der Zutaten bin ich positiv überrascht, dass die Preise nicht höher sind. Außerdem verfolgt das Restaurant einen kreativen Umgang mit vietnamesischen Gerichten, was einerseits erfrischend ist und andererseits auch für Asia-Muffel neue Erfahrungen bereithalten kann.

Fazit:
Das Zchảcá Restaurant bietet Abwechslung im Dschungel vietnamesischer Restaurants und liegt gut erreichbar in der Leipziger Innenstadt. Die Preise sind angemessen, das ist Personal sehr freundlich und die Speisen schmecken – was will man mehr!

Fakten:

Name Zchảcá Restaurant
Adresse Markgrafenstr. 7, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 7€ – 20€
Barrierefreiheit ebenerdiger Eingang
Sauberkeit sehr gut

Hanoi Cuisine

Und wieder gibt es ein neues vietnamesisches Restaurant in der Innenstadt. Langsam sollte das ja nicht mehr verwundern, immerhin haben die Anbieter die Zeichen der Zeit erkannt und präsentieren sich immer vielfältiger. Das Restaurant Hanoi Cuisine, über das ich in diesem Beitrag berichte, wagt einen weiteren Schritt in Richtung authentische vietnamesische Küche, indem es nicht nur die traditionellen westeuropäischen Gänge (Vor-, Haupt- und Nachspeise) offeriert, sondern auch die Möglichkeit bietet, aus mehreren kleinen Gerichten ein individuelles Menü zusammenzustellen. Diese Essgewohnheiten kannte ich bisher vor allem aus chinesischen Restaurants und war daher sehr gespannt, was das Hanoi Cuisine zu bieten hat.

Zunächst eine Warnung: Wer sich im Vorfeld des Restaurantbesuchs auf der entsprechenden Webseite erkundigt, findet neben (verdächtig vielen und einförmig guten) Bewertungen der Speisen auch die eigentliche Speisekarte. Diese weicht leider in vielen Punkten von der im Restaurant angebotenen ab, sodass eine derartige Vorbereitung wohl keinen Nutzen hat. Das Positive: Die Karte im Lokal ist nochmals um einiges vielfältiger als die online zu findende. Das Negative: Auch die Preise sind vielfältiger und in den meisten Fällen höher als auf der Webseite angepriesen. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass das Hanoi Cuisine ja erst vor einigen Wochen eröffnet wurde.

Nun aber zu dem eigentlichen Restaurantbesuch: Die Einrichtung des Lokals besticht durch viele Blickfänge. Alles ist sehr sauber und frische Blumen schmücken die einzelnen Tische. Es gibt mehrere Etagen; im Obergeschoss befindet sich ein großer Tisch, der aus einem langen Baumstamm gefertigt zu sein scheint. Im Untergeschoss gibt es eine Bar, die auch für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

In einigen Rezensionen ist zu lesen, dass die Zubereitung der Speisen recht lange dauert. Diesen Eindruck kann ich nicht bestätigen. Meine Begleitung und ich wählen verschiedene kleine Speisen, die alle vergleichsweise schnell zubereitet werden und bei uns ankommen. Es gibt verschiedene Teigtaschen, Frühlings- und Sommerrollen, sowie einen vietnamesischen Pfannkuchen aus Kokosmilch mit Gemüse und Kimchi gefüllt.

Vegetarische Sommerrollen

Vegetarische Sommerrollen

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Speisen alle liebevoll angerichtet. Die Teigtaschen werden in Bambusdämpfkörben serviert, der dazugehörige Dip findet sich wahlweise auf muschel- oder blattförmigen Tellerchen dabei. Dieser Anblick weckt die Neugier und den Appetit! Tatsächlich scheint alles frisch zubereitet zu sein, das Gemüse ist knackig und zeugt von relativ geringer Gardauer.

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Bei einem solchen Augenschmaus erwartet man natürlich eine ebenso überraschende Geschmacksexplosion, aber diese bleibt leider aus. Insgesamt sind die meisten Speisen sehr zurückhaltend gewürzt, sodass die Verwendung des Dips obligatorisch scheint, obwohl dieser selbst eine eher milde Würzung aufweist. Selbst das Kimchi in der Pfannkuchenfüllung gibt dem Gericht – vollkommen Kimchi-untypisch – kaum Schärfe. Einzig die gebratenen Teigtaschen mit Gemüsefüllung bilden hier eine Ausnahme, die wirklich zu überzeugen weiß: der intensive Gemüsemix im Inneren mit knusprigem Teigmantel darum lässt keine Wünsche offen. Davon hätte man sich glatt viel mehr gewünscht!

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Frittierte Frühlingsrollen

Frittierte Frühlingsrollen

Insgesamt sind wir mit den kleinen Speisen für insgesamt ca. 10€ pro Person gut satt geworden. Das Angebot ist vielfältig und lädt zu kleinen kulinarischen Experimenten ein.

Fazit: Mit seinem besonderen Flair und der umfangreichen Speisekarte bereichert das Hanoi Cuisine die Restaurantlandschaft der Leipziger Innenstadt. Wer gern neue Dinge probiert, kommt hier für einen guten Preis auf seine Kosten, auch wenn die lasche Würzung der Speisen doch keinen komplett positiven Eindruck hinterlässt.

Fakten:

Name Hanoi Cuisine
Adresse Brühl/Ecke Nikolaistr. 40, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 13,90€
Barrierefreiheit ja, bei Benutzung des Seiteneingangs auf der Nikolaistraße
Sauberkeit sehr gut

Kokospalme

Da ich erst vor Kurzem ein Ein-Teller-Buffetrestaurant besucht habe (das Long Food in den Höfen am Brühl), ergriff ich sofort die Gelegenheit, auch im neu eröffneten Kokospalme in den Promenaden Hauptbahnhof vorbeizuschauen und dort das Buffet zu probieren. Dieses bildet neben einigen bereits als Zusammenstellung angebotenen Gerichten und diversen To-Go-Boxen die Hauptkomponente des Angebots. Das Restaurant befindet sich im Untergeschoss und bildet die Nachfolge für das bis vor einigen Monaten dort ansässige Thai-Chi-Viet (für einen Bericht darüber bin ich also leider zu spät gekommen).

Das Restaurant Kokospalme beeindruckt schon auf den ersten Blick mit der stilvollen Einrichtung. Alles ist in Brauntönen gehalten und die Dekoration wirkt nicht überladen, sondern bewusst eingesetzt. Dadurch entsteht zwar auf dem Boden die ein oder andere Stolperfalle, aber über einen Gang an der Seite sind die meisten Plätze zu erreichen, auch ohne dass der Weg über die kleinen Absätze in der Mitte des Raumes führt.

Bei dem Buffet handelt es sich um ein Ein-Teller-Buffet, d.h. für 4,90€ (kleiner Teller) bzw. 6,90€ (großer Teller) darf man einen Teller einmal befüllen. Ich nutzte auch das Angebot, für 6,90€ eine Suppe bzw. einen Salat zu erhalten, offenbar sind diese Speisen sonst nicht im Buffetpreis inbegriffen. Zum Vergleich: Im Long Food ist eine Suppe dabei, Salat bietet das Buffet dort jedoch gar nicht an.

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Aber auch sonst macht das Buffet der Kokospalme einen sehr guten Eindruck: Die Vielfalt (Gemüse- und Tofugerichte, Hähnchen, Schweinefleisch, Fisch, Currygerichte, Salat, Kimchi, 2 verschiedene Suppen, Krabbenchips, …) lässt staunen und ich bin vor allem davon angetan, dass es nicht nur die 08/15-asiatisch-typischen Sachen gibt, sondern auch der vietnamesische Hintergrund der Lokalität nicht zu kurz kommt: Neben den typischen (und sehr, sehr leckeren) Schweinefleischspießen gibt es weiterhin geschmorten Schweinebauch und Ei – eine Spezialität, die man sonst nur in entsprechenden vietnamesischen Restaurants finden kann (wie etwa im Pho Viet). Super!

Buffetauswahl mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Buffetauswahl, u.a. mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Für die Suppe stehen zwei Optionen zur Wahl, und keine davon war die süß-sauer-scharfe Suppe, die bei den meisten vergleichbaren Buffets angeboten wird. Stattdessen konnte man sich für eine Hähnchensuppe mit vietnamesischen Kräutern oder eine Kokosmilchsuppe entscheiden. Das ist eine erfrischende Abwechslung und hat auch geschmacklich meine Erwartungen übertroffen. Besonders hervorzuheben sind auch hier nochmal die vietnamesischen Spezialitäten. Der Schweinefleischspieß ist zu unserem Buffetfavoriten gekrönt worden, aber auch der Schweinebauch musste sich dahinter nicht verstecken und überzeugte durch samtig weiches Fleisch.

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Das Gemüse war frisch und gut zusammengestellt, nur die zugehörigen Soßen hätte ich mir etwas geschmacksintensiver gewünscht, vor allem gab es kaum ernstzunehmende scharfe Varianten. Dies tut dem Genuss jedoch kaum Abbruch, und so kann man von einem vollen großen Teller durchaus auch sehr hungrige Mägen gut füllen und bekommt gleichzeitig noch einen Einblick in die authentische vietnamesische Küche.

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Fazit:
Dieses neu eröffnete Buffetrestaurant ist einen Besuch wert! Für einen fairen Preis wird hier eine Vielfalt an asiatischen Speisen von größtenteils überdurchschnittlicher Qualität geboten. Ein besonderer Leckerbissen sind die vietnamesischen Schweinefleischspieße, die man unbedingt probieren sollte. Da man sich selbst bedient, eignet sich das Lokal auch gut für die Mittagspause.

Fakten:

Name Kokospalme
Adresse Willy-Brandt-Platz 7, 04109 Leipzig (Promenaden Hauptbahnhof, Untergeschoss)
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Long Food (Höfe am Brühl)

Es ist schon einige Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal über einen Imbiss in den Höfen am Brühl berichtet habe. Damals hatte ich das Yasumi New Cooking besucht. Gleich daneben befindet sich ein weiterer asiatischer Imbiss: das Long Food. Das Lokal gehört zu einer Kette, die sich u.a. auch im Leipziger Paunsdorf-Center niedergelassen hat. Die Filialen haben einen recht hohen optischen Wiedererkennungswert, da dem Betrachter sofort die flächendeckende Verwendung der Farbe lila auffällt.

Das Long Food ist ein Buffet-Imbiss. Obwohl es auch einige bereits zusammengestellte Gerichte gibt, sieht das Konzept vor allem vor, dass sich der Besucher zwischen zwei Tellergrößen entscheidet. Der gewählte Teller darf dann nach Herzensliebe mit den am Buffet bereitstehenden Komponenten befüllt werden. Für den kleinen Teller schlägt das Buffet mit 4,90€, für den großen mit 6,90€ zu Buche. Eine Pekingsuppe ist bei beiden Varianten inklusive. Wer während der Shoppingtour etwas für den kleinen Hunger zwischendurch sucht, ist mit dem kleinen Teller gut bedient, der große Teller bietet Platz genug für eine volle Mahlzeit.

Das Buffet wartet – vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen Schnellimbiss handelt – mit einer reichhaltigen Auswahl auf. Neben der bereits erwähnten Suppe kann sich der Gast für Reis, Nudeln, Frühlingsrollen, gebackenes Gemüse, Tofu mit Spinat, Champignonpfanne, verschiedene Geflügelgerichte (auch eine Variante mit Ente ist dabei), verschiedene Currygerichte (Thai Curry, Curry mit Kichererbsen, Mango-Curry), gebackenes Hühnchen, gebackenen Fisch und schließlich diverse Soßen entscheiden. Anderes Fleisch als Geflügel ist jedoch nicht vorhanden.

LongFood1

Buffetauswahl mit Pekingsuppe, Tofu und Spinat, gebackenem Gemüse und Hühnchen, Frühlingsrollen, Gemüsepfanne und Hühnchen- und Entengerichten

Bei einem solchen Angebot muss natürlich ein Blick auf die Qualität der Speisen geworfen werden. Die Suppe, welche ich zunächst probierte, war sehr schmackhaft, etwas tomatig, aber auch eine gewisse Schärfe war vorhanden. Schade fand ich jedoch, dass die Einlage recht dünn gesät war bzw. es keine größeren Stücke (Pilze, Fleisch usw.) gab, die für Pekingsuppe normalerweise üblich sind. Für die restlichen Speisen muss vornweg gesagt werden, dass es der Buffettechnik leider nicht gelingt, alles warm zu halten. Bereits wenige Minuten, nachdem das Essen auf unseren Tellern gelandet war, war es auch schon kalt. Geschmacklich jedoch sind die Gerichte durchaus empfehlenswert: zartes Fleisch, wohlschmeckende Soßen und frisches Gemüse bilden ein gutes Zusammenspiel. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass das Gemüse in fast jedem Gericht aus den gleichen Komponenten bestand und das gebackene Gemüse zu meinem Bedauern doch etwas zu weich war.

LongFood2

Buffetauswahl mit Thai Curry, Mango-Curry, Champignonpfanne, Entengericht, Hühnchen, gebackenem Fisch und gebratenen Nudeln (letztere sind im Bild wohl nur zu erahnen ;-))

Verwirrung stiftet der kulturelle Hintergrund, vor dem sich das Long Food präsentiert. Die Speisen am Buffet sind größtenteils klar der südostasiatischen Küche zuzuordnen; die Gerichte von der Karte und die Innengestaltung (das Bild des Taj Mahal prangt meterhoch an einer der Wände) suggerieren eher eine indische Umgebung. Das tut dem Genuss der Speisen jedoch keine Abbruch, die für einen fairen Preis mit großer Vielfalt angeboten werden. Und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Liebhaber beider Küchen, der dann im Long Food voll auf seine Kosten kommt.

Fazit:
Das Long Food behauptet sich in den Höfen am Brühl zwischen weiteren asiatischen Imbissen durch ein reichhaltiges Buffetangebot zu bezahlbaren Preisen. Auch wenn die Qualität zwischen den Gerichten etwas schwankt und das Essen leider nicht heiß auf den Teller kommt, ist der Imbiss durchaus einen Besuch wert.

Fakten:

Name Long Food
Adresse Am Brühl 1, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Goldene Kugel

UPDATE: Die Goldene Kugel existiert nicht mehr. In denselben Räumlichkeiten befindet sich inzwischen ein anderes vietnamesisches Restaurant, das Timeless.


Eigentlich wollte ich an meinem Urlaubstag dem Mittagsbuffet des Restaurants Confucius einen Besuch abstatten, um mir den Magen mit den dort angebotenen köstlichen Jiaozi vollzuschlagen. Leider hatte das Lokal überraschenderweise geschlossen, sodass mich mein Weg zu einem anderen Buffetrestaurant in der Innenstadt führte, der Goldenen Kugel.

Dieses Restaurant liegt unweit des Hauptbahnhofs in der Richard-Wagner-Straße und preist mit großen Schautafeln vor allem das Buffetangebot an. Mit 8,90€ zum Mittags- und 15,90€ zum Abendbuffet (jeweils ohne Sushi) ordnet sich die Goldene Kugel somit schon in die Reihe der höherpreisigen Buffets in Leipzig ein. Allerdings – und das ist meines Wissens ein Alleinstellungsmerkmal – wird hier neben dem normalen Buffet auch mittags der Teppanyaki-Grill angeboten. Der Gast kann sich einen Teller mit rohen Zutaten am Buffet selbst zusammenstellen, die Speisen werden dann von einem Koch auf dem Grill zubereitet und zum Tisch gebracht. Diese Art der Zubereitung offerieren einige andere Restaurants nur abends (wie zum Beispiel das Restaurant Asia Garden) und ich hatte bis dato noch keine Gelegenheit, den Teppanyaki-Grill zu testen.

Pekingsuppe als Vorspeise

Pekingsuppe als Vorspeise

Auf den ersten Blick erscheint das in der Goldenen Krone angebotene Buffet groß und reichhaltig, doch leider täuscht dieser Eindruck zumindest auf einigen Gebieten. Zwar gibt es eine recht große Auswahl an rohen Zutaten für den Grill (unter anderem mit exotischen Fleischsorten wie Zebra oder Känguru), sowie an Obst (ich probierte hier zum ersten Mal Pitahaya), der eigentliche warme asiatische Teil kommt für meinen Geschmack jedoch viel zu kurz. Hier fehlen Schweine- und Rindfleisch quasi vollkommen, auch sonst hält sich das Angebot an verschiedenen zusammengestellten Gerichten stark in Grenzen. Immerhin gibt es mehrere Soßen zur Auswahl und als Dessert nicht nur Obst und Salat, sondern auch verschiedene Sorten Eis.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Das Ergebnis unserer Auswahl für den Teppanyaki-Grill habe ich mit Spannung erwartet. Leider konnte jedoch auch diese Komponente des Buffets den Gesamteindruck nicht verbessern. Das Fleisch war ausnahmslos zäh und offenbar viel zu lange gegrillt (und das galt nicht nur für die exotischen Angebote, sondern auch für das gewählte Rindfleisch), sodass es schlussendlich nicht mehr genießbar war. Das Gemüse war jedoch gut und die Dekoration der entstandenen Zusammenstellung mit Lauchstückchen vermittelte zumindest das Gefühl, dass Wert auf den optischen Eindruck gelegt wird.

Dessertauswahl mit verschiedenen Obst- und Eissorten

Dessertauswahl mit verschiedenen Obst- und Eissorten

Schließlich muss ich ehrlich sagen, dass mich das Dessertangebot in der Goldenen Kugel am meisten überzeugen konnte. Viele verschiedene Obstsorten und Eis inklusive ließen die bereits pappig gewordenen Krabbenchips und das Fleischdebakel vom Grill zumindest etwas in Vergessenheit geraten.

Die Bedienung war während des gesamten Zeitraums meines Besuches sehr reserviert. Ein Lächeln für den Gast wäre da durchaus angebracht gewesen. Ich konnte auch beobachten, wie eine Kundin den Laden betrat, welche auf Englisch nach dem Buffetangebot fragte. Dem Wunsch des Sprachwechsels konnte oder wollte die Kellnerin offenbar nicht nachkommen, auf ein Kopfschütteln folgte komplettes Ignorieren der potentiellen Kundschaft.

Mit dem Besuch in der Goldenen Kugel habe ich nun fast alle (es fehlt noch das Glücksboot im Sachsenpark) asiatischen All-you-can-eat-Buffets in Leipzig getestet, die ich kenne. Ich würde mich sehr über Informationen freuen (im Kommentarbereich oder per Mail), wo ein solches Angebot noch besteht. Vielen Dank!

Fazit:
Auch wenn unter 10€ für ein reichhaltiges Mittagsbuffet natürlich immer ein guter Preis ist, zeigt das Restaurant Goldene Kugel, dass eine zentrale Lage nicht alles ist. Fast unzumutbar zähes Fleisch und wenige warme Speisen sprechen (vor allem im Vergleich mit den hier bereits vorgestellten anderen Leipziger Buffetrestaurants) leider eine recht klare Sprache. Schade. Immerhin punktet die Goldene Kugel mit exotischen Angeboten, auch wenn man diese teilweise nicht aus dem asiatischen Raum kennt.

Fakten:

Name Restaurant Goldene Kugel
Adresse Richard-Wagner-Str. 10, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 8,90-11,90€ (Mittagsbuffet), 15,90-18,90€ (Abend- und Wochenendbuffet)
Barrierefreiheit niedrige Schwelle am Eingang
Sauberkeit sehr gut

Restaurant Confucius

UPDATE: Das Restaurant Confucius ist leider dauerhaft geschlossen.


Das Restaurant Confucius befindet sich in der Nikolaistraße in der Leipziger Innenstadt. Es handelt sich dabei um ein typisches Buffet-Restaurant. Es besitzt zwar auch eine eigene Speisekarte, die meisten Gäste entscheiden sich jedoch für das Buffet. Wie im Restaurant Asia Garden gibt es zwei Varianten, ein Mittagsbuffet und das Abendbuffet mit Teppanyaki-Grill-Angebot.

Zunächst ist die Größe des Restaurants, das meines Wissens leider nicht barrierefrei erreichbar ist, erstaunlich. Es verfügt über viele abtrennbare Bereiche, sogar ein Balkon, der innerhalb der Passage überdacht ist, wartet auf kleinere Gruppen. Die Bedienung arbeitet zügig und wirkt kompetent. Ich besuche das Restaurant zum Mittagsbuffet, welches mit 7,50€ zu Buche schlägt.

Das Buffet bietet eine große Vielfalt an Speisen. Von verschiedenen panierten Fleisch- und Gemüsearten, über Sushi und bereits fertig kombinierte Gerichte bis hin zu Salat und Eis als Nachtisch wird man hier fündig. Das allein rechtfertigt wohl schon den etwas höheren Preis im Vergleich zu den bisher vorgestellten Buffetrestaurants (ein Klick auf das Schlagwort Buffet erzeugt eine Auflistung aller bisherigen Tests).  Bei einer solchen Auswahl ist erfahrungsgemäß die Wahrscheinlichkeit der „Mittelmäßigkeit“ aller Speisen recht hoch. Im Confucius mache ich jedoch eine andere Erfahrung.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Der tiefste Eindruck, welchen das Essen hinterlassen hat, besteht nämlich in dessen schwankender Qualität. Das Kung Bao-Hähnchen, welches normalerweise zu den scharfen Gerichten der Szechuan-Küche zählt, kann hier maximal als einigermaßen gut gewürzt bezeichnet werden und auch in sonstiger Hinsicht nicht mit dem eigentlichen Geschmack der Speise mithalten. Das Gericht „8 Kostbarkeiten“, welches man häufig auf den Karten asiatischer Restaurants findet, zeigt eine ausgewogene Mischung mit gutem Geschmack, vor allem, was die Soße betrifft. Das Buffet bietet jedoch insgesamt sehr wenig für Liebhaber der scharfen asiatischen Küche, selbst die als scharf deklarierte Soße kann den Erwartungen nicht gerecht werden. Positiv hervorzuheben ist hingegen das Rindfleisch mit Zwiebeln in dunkler Soße, welches durch die ideale Form der Fleischstückchen (fadenartige Form, die das generell manchmal etwas zähe Rindfleisch sehr gut genießbar macht) und die hervorragend passende Soße besticht. Die gebackene Ente allerdings enttäuscht in hohem Maße. Kleine Knorpel im Fleisch und ein insgesamt etwas „überlagerter“ Geschmack lassen mich das Probieren dieser Buffetkomponente schnell einstellen.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Unbedingt kosten sollte man die Jiaozi (im Bild links oben). Dabei handelt es sich um gefüllte Teigtaschen, die sich in Asien großer Beliebtheit erfreuen, hierzulande jedoch neben den allseits bekannten Frühlingsrollen ein eher stiefmütterliches Dasein fristen. Es gibt verschiedene Varianten für die Füllung (z.B. Hackfleisch, Shrimps, usw.), die hier beschriebenen Jiaozi warten mit einer sehr ansprechenden Gemüsefüllung auf. Offensichtlich werden die Teigtaschen im Restaurant eigens angefertigt, und das schmeckt man.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Dass es auch mittags Sushi und für asiatische Buffets recht vielfältigen Nachtisch gibt, spricht weiterhin für das Restaurant Confucius. Zum Abschluss wird ein feuchtes Tuch zum Säubern der Hände gereicht – eine Geste, die man sonst eher in höherpreisigen Restaurants vorfindet.

Fazit:
Wer einen vielfältigen Einblick in die asiatische Küche bekommen möchte, ist beim Buffet des Restaurants Confucius gut aufgehoben. Zwar ist die Qualität der Speisen sehr unterschiedlich, aber gerade das Angebot einiger hierzulande nicht überall zu findender Gerichte macht einen Besuch lohnenswert. Wer vollkommene Authentizität und durchgehend hohe Qualität sucht, wird im Confucius (und in der entsprechenden Preisklasse) eher nicht fündig.

Fakten:

Name Restaurant Confucius
Adresse Nikolaistraße 6-10, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€ (Mittagsbuffet), 15,90€ (Abend- und Wochenendbuffet)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

yakigourmet

Die asiatischen Bistros der Leipziger Einkaufsmeilen befinden sich nicht nur, wie im letzten Bericht besprochen, in den Höfen am Brühl, sondern sind auch in den Promenaden Hauptbahnhof vorhanden. Dieses Mal testete ich das yakigourmet, einen Imbiss mit Sitzgelegenheiten im Erdgeschoss des Bahnhofs.

Das Lokal ist in vielen Punkten mit dem Yasumi vergleichbar. Auch hier besteht die Möglichkeit, Gerichte selbstständig zu kombinieren, indem Fleisch bzw. Tofu, eine Sättigungsbeilage (Reis oder eine von vier Nudelsorten) mit Gemüse und eine Soße gewählt werden. Außerdem gibt es bereits zusammengestellte Aktionsangebote, Nudelboxen zum Mitnehmen und Suppen. Die Darstellung des Angebots erscheint auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, da dieses nicht nur auf den Tafeln im oberen Bereich der Theke aufgelistet ist, sondern sich auch über verschiedene Aufsteller und zusätzliche Zettel verteilt.

Zwei Dinge fallen positiv auf: Zum einen ist die Soßenauswahl ungewöhnlich und reichhaltig: Zitronengras-Auster mit Knoblauch und Chili, Ingwer-Soja, Basilikum-Knoblauch-Chili, Mango-Kokos-Curry, Erdnuss-Curry-Kokos und Soja-Chili-Curry stehen zur Auswahl, zusätzlich auch noch andere Soßen bei Aktionsgerichten. Trotz der Vielfalt muss angemerkt werden, dass sich darunter keine Soße befindet, die ohne Schärfe auskommt. An Liebhaber der milden Küche wurde leider nicht gedacht, die Karte allerdings mit dem Hinweis ausgestattet, dass Extrawünsche gern geäußert werden können. Zum anderen überrascht die Gemüseauswahl positiv. Die Nudeln bzw. der Reis sind jeweils nur mit dem Zusatz „Wok-Gemüse“ versehen, sodass frühere Erfahrungen vermuten lassen, es handle sich stets um dieselbe Zusammenstellung. Doch weit gefehlt! Im yakigourmet wird das Gemüse offensichtlich passend zum Rest des Gerichts gewählt, sodass die einzelnen Fleischsorten- und Soßenkombinationen auch jeweils mit einer anderen Gemüseauswahl serviert werden, wie auch auf den Fotos erkennbar ist.

Gemüse und Reis in Mango-Kokos-Curry-Soße

Gemüse und Reis in Mango-Kokos-Curry-Soße

Hähnchenfleisch und Gemüse in süß-sauer-scharfer Soße

Hähnchenfleisch und Gemüse in süß-sauer-scharfer Soße

Mango-Chicken in Currysoße

Mango-Chicken in Currysoße

Rindfleisch in Knoblauch-Chili-Soße

Rindfleisch in Knoblauch-Chili-Soße

Hähnchenfleisch mit Nudeln und Basilikum-Chili-Soße

Hähnchenfleisch mit Nudeln und Basilikum-Chili-Soße

Geschmacklich sind wie erwartet besonders die verschiedenen Soßen positiv hervorzuheben. Das Gemüse war mir an manchen Stellen noch etwas zu roh und ließ die kurze Zubereitungszeit deutlich zu Tage treten. Außerdem hätten die Portionsgrößen ruhig etwas üppiger ausfallen können, vor allem die geringe Fleischmenge fiel dabei negativ auf. Schade, die Qualität der Zutaten lässt eigentlich einen längeren Genuss erhoffen.

Wie auch beim Yasumi handelt es sich beim yakigourmet um einen Selbstbedienungsimbiss, sodass das Abräumen des Tisches dem Kunden überlassen wird. Für den Preis einiger Gerichte (zum Beispiel bis zu 7,90€ für eine Zusammenstellung mit Ente oder Garnelen) könnte man einen entsprechenden Service zwar eigentlich erwarten, aber immerhin genießt der Imbiss eine sehr gute Lage und hat sicher viel Laufkundschaft, sodass die Preise nicht verwunderlich scheinen.

Fazit:

Im yakigourmet gibt es etwas zu kleine Portionen zu leicht überdurchschnittlichen Preisen, aber in sehr guter Qualität und mit großer Zutatenvielfalt. Besonders in diesem Punkt hebt sich der Imbiss auch von vergleichbaren asiatischen Imbissangeboten ab. Wer gern experimentiert und Wert auf Originalität legt, ist beim yakigourmet am richtigen Ort. Für den schnellen Stopp beim Asiaten eignet sich das Lokal jedoch eher nicht.

Fakten:

Name yakigourmet
Adresse Hauptbahnhof, Willy-Brandt-Platz 1 (Erdgeschoss)
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 2,90€ – 7,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit gut