An Nam

Vietnamesische Restaurants findet man ja seit einiger Zeit gehäuft in Leipzig. Ein Vertreter der Gattung, welchen ich vor Kurzem besuchte, gehört jedoch zu den vergleichsweise traditionsreichen Exemplaren: das An Nam in der Gottschedstraße. Die Rezensionen auf einschlägigen Bewertungsportalen sind durchweg sehr positiv und so testete auch ich voll guter Hoffnung das Lokal.

Schon die Einrichtung weiß zu überzeugen: Stilvolle Dekorationen, die jedoch (vielleicht abgesehen von den Bildern an der Wand) nicht überladen wirken, wunderschöne Kerzenhalter auf den Tischen, gekonnt gefaltete Servietten und viele Holzelemente laden zum Bleiben ein. Der Gastraum des An Nam ist nicht riesig, aber die kleinere Anzahl der Tische passt gut zum Stil des Restaurants. Die Bedienung ist schnell und freundlich und so haben wir schon nach wenigen Sekunden die Speisekarten auf dem Tisch.

Die Preise sind ein weiterer positiver Aspekt des An Nam: Gerichte von 6 bis maximal 10€ sind in einem Restaurant nicht oft zu finden. Außerdem erwartet den Gast ein vielfältiges Angebot, wobei besonders die Kreativität der Vor- und Nachspeisen (Teigtaschen, knuspriger Tofu, Reiskuchen, …) hervorzuheben ist. Neben dem Essen gibt es auch eine große Shake- bzw. Cocktailauswahl. Neben den Gerichten auf der Karte steht auch ein wechselndes und gleichermaßen günstiges Tagesangebot zur Verfügung, welches auf großen Tafeln aufgelistet ist.

Knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße

Knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße

Wir entscheiden uns für knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße (eines der Tagesangebote, für 6,90€), gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern (5,90€) und gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse (6,90€). Vorab kann gesagt werden, dass die Portionen (trotz der günstigen Preise) reichlich ausfallen und somit gut sättigen. Daher war leider auch ein Test der Nachspeisen nicht mehr möglich ;-). Das Gemüse ist frisch verarbeitet und die gewählten Soßen überzeugen mit einer guten Schärfe. Einzig die Reisportion hätte bei dem Gericht mit Hühnchen etwas großzügiger ausfallen dürfen. Das Fleisch ist hingegen reichlich vorhanden und auch geschmacklich sehr gut, wobei das Hühnchen leider an einigen Stellen etwas knorpelig daherkam.

Gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern

Gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern

Erwähnenswert ist auch der Tee: Dieser wird in einer großen Tasse mit Deckel serviert, was zugleich hübsch anzusehen und praktisch ist, da somit kein Wasser verdunstet und der Tee nicht zu schnell auskühlt. Das Essen und die Zeit im An Nam hinterlassen ein zufriedenes Gefühl. Das Restaurant befindet sich nicht weit von der Innenstadt, sodass erneuten Besuchen sicher nichts mehr im Wege steht.

Gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse

Gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse

Fazit:
Preisleistungsverhältnis und Ambiente stimmen beim An Nam. Somit eignet sich das Lokal gut für einen Restaurantbesuch am Abend oder durch die schnelle Zubereitungszeit der Speisen für die längere Erholungspause am Mittag.

Fakten:

Name An Nam
Adresse Gottschedstr. 13, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum-West
Preisspanne Hauptgerichte 5,90€ – 9,90€
Barrierefreiheit Schwelle und Stufe am Eingang
Sauberkeit sehr gut
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Chang

Abseits der allgegenwärtigen vietnamesischen Imbisse und Restaurants findet man in Leipzig doch auch immer wieder andere südostasiatische Lokale. So habe ich zuletzt ein thailändisches Restaurant besucht, das Chang in der Gottschedstraße (in der es übrigens auch an einem vietnamesischen Vertreter nicht fehlt). Dies ist das dritte hier besprochene thailändische Lokal (nach dem Tuk Tuk und dem Reunthai), so selten sind sie also gar nicht.

Das Innere des Restaurants versprüht eine gemütliche Atmosphäre, vor allem, weil es wirklich recht klein wirkt. Die Bedienung ist tatsächlich thailändisch und alle Gerichte auf der Karte sind auch mit ihrem thailändischen Namen ausgezeichnet. Die Struktur des Angebots ist – wie oft der Fall – nach Soßen sortiert. Zu diesen kann dann die Hauptkomponente (Tofu oder eine der verschiedenen Fleischsorten) gewählt werden. Die Preise auf der Abendkarte bewegen sich zwischen 8 und 16€. Die Mittagskarte beinhaltet teilweise dieselben Gerichte, allerdings sind diese interessanterweise kaum billiger. Außerdem wird eine große Auswahl an Vorspeisen (u.a. auch Suppen und Salate) angeboten.

Wir entscheiden uns für drei verschiedene Speisen: Phad Khing Tau-Hu (Tofu in Ingwer-Sojasoße), Phad Priew Whan Tau-Hu (Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten) und Gaeng Massaman Muh (Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße).

Tofu mit Ingwer in Sojasoße

Tofu mit Ingwer in Sojasoße

Bereits nach sehr kurzer Zeit konnten wir die Speisen in Empfang nehmen. Alle drei Gerichte waren geschmacklich gut. Der Ingwer war frisch und vordergründig – genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Gemüse war nur sehr eingeschränkt an die verschiedenen Soßen angepasst, allerdings gab es an Frische und Geschmack nichts auszusetzen. In Thailand werden übrigens keine Stäbchen verwendet, wie man als Europäer eventuell vermuten könnte. Zur Verfügung stehen Gabel und Löffel, wobei erstere zum Bewegen des Essens genutzt wird. Dieses wird dann auf dem Löffel zum Mund geführt.

Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße

Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße

Die Erdnuss-Currysoße hatte eine spürbare Schärfe, auch ohne entsprechende Warnung in der Karte. Allerdings sollte man dies bei thailändischem Curry wohl auch erwarten ;-). Die Portionen hatten eine mittlere Größe; wer großen Hunger hat, sollte wohl noch eine Vorspeise bestellen.

Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten

Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten

Schließlich fehlte eventuell noch das besondere Etwas, das ich beispielsweise im Tuk Tuk herausschmecken konnte. Dies lag aber vielleicht auch an der Wahl der Speise. Das soll die Gesamtwertung jedoch nicht schmälern.

Fazit:
Das Essen im Chang ist sehr schmackhaft und frisch. Die Preise befinden sich auf mittlerem Restaurantniveau und scheinen dem Gebotenen angemessen zu sein. Einzig für die Portionsgröße muss man kleine Abstriche machen. Das Geschmackserlebnis wird dadurch aber nicht geschmälert, sodass ich das Chang durchaus empfehlen kann.

Fakten:

Name Chang
Adresse Gottschedstr. 18, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum-West
Preisspanne Hauptgerichte 7,90€ – 15,90€ (Abendkarte), Mittagskarte nur wenig billiger
Barrierefreiheit 1 Stufe am Eingang und recht enge Gänge im Inneren, Obergeschoss nur über Treppe erreichbar
Sauberkeit sehr gut