Huong Duc

Leider bleiben ja nicht alle Imbisse und Restaurants, die man mag, für immer geöffnet. So ist es mir auch mit dem Vitha-B in der Karli ergangen, von welchem ich bei meinem ersten Besuch wirklich begeistert war. Inzwischen hat sich dort aber ein neuer vietnamesischer Imbiss niedergelassen, das Huong Duc. Nichts wie hin zum Testen!

Im Inneren des Lokals hat sich nicht viel verändert. Die Wandbemalungen und die Raumaufteilung erscheinen identisch. Neben den Sitzgelegenheiten vor und in dem Imbiss gibt es auch einen Hinterhof, in dem einige Tische in angenehmer Atmosphäre aufgestellt sind. Durch die vielen großen Schirme bleibt man dort auch vor kleineren Schauern gut geschützt.

Die Karte erinnert inzwischen mehr an einen typischen Asia-Imbiss. Verschiedene Soßen, kombiniert mit Fleisch, Fisch oder Tofu und gebratener Reis bzw. gebratene Nudeln machen den Hauptteil des Angebots aus. Es gibt auch einige vietnamesische Spezialitäten, vor allem Pho-Suppen. Ich habe diesmal ein paar Leute zum Testen mitgebracht, sodass wir verschiedene Gerichte ausprobieren können. Wir entscheiden uns für gebratenen Reis mit knuspriger Ente, Chinapfanne mit Tofu, Glasnudelsalat (der übrigens als Sonderangebot angepriesen wird und nicht auf der regulären Karte zu finden ist) und eine Schale Glasnudeln mit Hähnchen, Zwiebeln und Shiitake-Pilzen.

Die Gerichte entsprechen optisch den Erwartungen an einen asiatischen Imbiss. Geschmacklich allerdings leider auch, da bis auf den Glasnudelsalat die Würzung eher zurückhaltend bleibt. Das Gemüse im gebratenen Reis könnte etwas mehr vorhanden sein, allerdings ist der Reis von vergleichsweise vielen Entenstücken bedeckt.

Ente

Gebratener Reis mit knuspriger Ente

Tofu

Reis mit Tofu und Gemüse in dunkler Soße

Das Gemüse in der Chinapfanne ist frisch und der Tofu reichlich vorhanden. Auch der Glasnudelsalat kann durch die Zutaten und Würzung überzeugen und ist wohl das schmackhafteste Gericht unserer Auswahl. Die Schale Glasnudeln enttäuscht. Es handelt sich um eine Suppe (das war aus der Beschreibung nicht zu erkennen) und die versprochenen Shiitake-Pilze sind nicht auffindbar. Stattdessen gibt es Mu-Err-Pilze. Die bekannten vietnamesischen Gewürze, die sonst für den typischen Pho-Geschmack sorgen, sind zwar vorhanden, ihr Aroma ist aber in der Suppe kaum auszumachen. Dafür schmeckt das Hähnchen lecker und das Gemüse wurde auch für dieses Gericht frisch zubereitet.

Glasnudelsalat

Glasnudelsalat mit Hähnchen

Suppe

Glasnudelsuppe mit Hähnchen

Zu erwähnen ist noch die äußerst sympathische Begrüßung und Bedienung der Gäste. Obwohl keine Flyer mit der Speisekarte mehr vorrätig waren, durfte ich ganz unkompliziet die Karte fotografieren (das ist längst nicht in jedem Imbiss der Fall). Damit fallen für mich auch die genannten Kritikpunkte etwas weniger ins Gewicht.

Fazit:
Das Huong Duc lockt mit einem großen Angebot zu bezahlbaren Preisen und sehr freundlichen Mitarbeitern. Geschmacklich gibt es in der näheren Umgebung jedoch bessere Imbiss-Alternativen (beispielsweise die Filialen von Fam. Tran Phat).

Fakten:

Name Huong Duc
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 13, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 3,90€ – 7,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut
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TonKin Restaurant

Im Musikviertel gibt es seit Kurzem ein neues vietnamesisches Restaurant. Da ließ ich mich natürlich nicht zweimal bitten und habe dem TonKin an der Ecke Beethoven-/Grassistraße gleich einen Besuch abgestattet.

Im Inneren finden sich verschiedene Ecken, die durch Wände und Raumtrenner ein Gefühl von Gemütlichkeit erzeugen. Alles ist sehr sauber und liebevoll eingerichtet. Ein beliebtes Symbol des Restaurants scheint die goldene Winkekatze (Maneki-neko) zu sein. Eine komplette Wand im hinteren Bereich ist von Regalen überzogen, in denen sich Dutzende dieser Figuren befinden. Auch im Eingangsbereich sind die Katzen zu finden, die unablässig mit der Pfote winken und somit wohl nach asiatischer Tradition wahlweise viele Besucher oder Reichtum anziehen sollen.

Ich habe jedoch nicht nur die Katzen betrachtet, sondern auch die Speisekarte. Diese ist zweigeteilt, es gibt neben der normalen Karte auch eine Mittagskarte mit Gerichten zwischen 6,90€ und 7,90€. Dabei handelt sich nicht um „Mittagsvarianten“ der normalen Speisekarte, sondern tatsächlich um eigene Gerichte. Es lohnt sich also, das Restaurant zu verschiedenen Tageszeiten zu besuchen, um einen Überblick über das gesamte Angebot zu bekommen. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die typisch vietnamesischen Speisen, wie etwa Bun Bo Nam Bo, eher auf der Mittagskarte anzutreffen sind. Aber auch die reguläre Speisekarte wartet mit vielen Köstlichkeiten auf. Da gibt es beispielsweise Pho (vietnamesische Nudelsuppen), vietnamesisches Steak oder Gerichte mit Reis- oder Udonnudeln. Letztere kannte ich bisher eigentlich nur aus der japanischen Küche.

Eine schwierige Entscheidung erwartete uns also. Die Wahl fiel schließlich auf gebratene Hühnerbrust mit Gemüse, Zitronengras und Ingwer auf einer heißen Platte für 10€. Außerdem bestellten wir Udonnudeln mit Rind für 10,90€. Zunächst kann man sagen, dass die Portionen (auch wenn das auf den Bildern vielleicht etwas anders erscheint) wirklich vollkommen ausreichend waren, um auch einen größeren Hunger zu stillen. Sehr positiv aufgefallen ist mir auch, dass es nicht nur die Asia-Standard-Gemüsemischung gab, sondern beispielsweise bei beiden Gerichten Pak Choi (chinesischer Senfkohl) dabei war, der eine interessante Geschmackskomponente beisteuerte.

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Hühnchen mit Ingwer, Zitronengras und Gemüse auf einer heißen Platte

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Udon-Nudeln mit Rind und Gemüse

Das Rind hätte vielleicht noch etwas zarter sein dürfen und insgesamt war der Geschmack des Hühnchengerichts dann nicht so aufregend, wie ich es mir erhofft hatte. Aber das schmälert den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Die Auswahl an vegetarischen Speisen hingegen ist mit drei Gerichten (alle mit Tofu als Hauptkomponente) dann tatsächlich etwas beschränkt. Da gibt es noch Verbesserungspotenzial. Trotzdem ist das TonKin einen Besuch wert und das professionell zurückhaltende und umsichtige Servicepersonal gibt dem Lokal einen weiteren freundlichen Anstrich.

Fazit:
Das TonKin Restaurant bietet schmackhafte vietnamesische Speisen und bleibt vor allem wegen seiner Katzen-Dekoration in Erinnerung. Auch für Gourmets findet sich mit Störfisch oder Entrecôte nach vietnamesischer Art der ein oder andere Leckerbissen.

Fakten:

Name TonKin Restaurant
Adresse Grassistr. 12, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 6,50€ – 7,90€ (Mittagskarte), 7,90€-17,40€ (Abendkarte)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

China-Restaurant Zhang

Es sind tolle Zeiten für Leipziger Liebhaber der asiatischen Küche! Schon wieder begrüßt ein neu eröffnetes Restaurant potentielle Kunden und wie schon bei Chinas Welt, welches ich vor zwei Monaten besuchte, handelt es sich um ein authentisch chinesisches. Das China-Restaurant Zhang befindet sich am Bayrischen Platz. Einige werden sich vielleicht noch an das bis vor Kurzem dort ansässige griechische Restaurant erinnern. Der Inhaber ist geblieben, doch statt griechischer wird dort jetzt chinesische Szechuan-Küche serviert. Das freut mich sehr, denn bisher gab es nur ein dezidiertes Szechuan-Restaurant in Leipzig (den Chinabrenner).

Die Szechuan-Küche wird als eine der acht (oder mehr oder weniger, die Literatur ist sich da nicht einig) chinesischen Regionalküchen beschrieben. Sie ist vor allem für den Gebrauch von scharfen Gewürzen (Szechuanpfeffer, Chili) bekannt und ist die international am meisten verbreitete chinesische Regionalküche. Vor allem einige typische Gerichte kennzeichnen dabei das Angebot von Szechuan-Restaurants, wie etwa Mapo Doufu („Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“), Kung-Pao-Hühnchen oder der bekannte Feuertopf (ein chinesisches Fondue, bei dem das rohe Gargut in stark und/oder mild gewürzter Brühe am Tisch zubereitet wird). Neben der vorhandenen Schärfe sind Szechuan-Gerichte jedoch auch sehr aromatisch und haben wenig mit vietnamesischem oder „pan-asiatischem“ Essen gemein.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf betrete ich also das Zhang. Das Restaurant wirkt zunächst sehr aufgeräumt und fast ein wenig zu „steril“, aber die anwesenden Besucher, vor allem Chinesen, geben dem Raum eine lebendige Atmosphäre. Die Karte ist übersichtlich und enthält ausschließlich „echte“ chinesische Angebote. Diese mögen zwar zunächst seltsam anmuten, jedoch war die Bedienung gern bereit, Empfehlungen auszusprechen. Obwohl auch Gerichte angeboten werden, die keine oder nur eine geringe Schärfe aufweisen, liegt das Augenmerk doch auf mit Chili bzw. Pepperoni gewürzten Zutaten.

Wir bestellen als Vorspeise Jiaozi (12 gebratene Teigtaschen mit einer Füllung aus Schweinefleisch und Kohl), außerdem zwei weitere Gerichte: Mapo Doufu und Tofu nach Art des Hauses. Alle drei Gerichte bewegen sich preislich bei ca. 10€.

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Jiaozi (gebratene Teigtaschen gefüllt mit Schweinefleisch und Kohl)

Wer den Blog verfolgt, weiß, dass ich chinesische Teigtaschen schon in diversen Restaurants und Imbissen getestet habe, z.B. im Nin Hao, in der Hanoi Cuisine und zuletzt in Chinas Welt. So begeistert wie im Zhang war ich davon allerdings noch nie: eine krosse Kruste und die weiche, schmackhafte Füllung werden eigentlich nur noch von dem dazu bereitgestellten Dip übertroffen. Neben dem typischen schwarzen Essig gibt es hier nämlich auch eine scharfe Soße aus Chilipaste, schwarzen Bohnen und weiteren Gewürzen, die ich leider nicht alle identifizieren konnte. Klar ist jedoch: Diesen Dip sollte man probieren! Er ist zwar scharf, aber dennoch eine Geschmackskomposition, die sehr vollmundig daherkommt.

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Mapo Doufu (Tofu nach Art der pockennarbigen Alten)

Auch die beiden anderen Gerichte kann ich nur lobend hervorheben. Das Mapo Doufu besteht tatsächlich aus Seidentofu und enthält viel Szechuanpfeffer, der typischerweise ein leicht betäubendes Gefühl im Mund zurücklässt. Lecker! Das andere Tofugericht ähnelt auf dem ersten Blick jenem, welches ich in Chinas Welt probierte. Allerdings muss ich dem Zhang das bessere Angebot bescheinigen: Die fruchtige Soße mit einer leicht scharfen Note enthält sehr viele, große Tofustücke. Das Gemüse besteht jedoch auch hier nur aus Paprika und Zwiebeln. Aufgrund der Vielfalt ist es also eher ratsam, dieses Gericht zu teilen und gemeinsam verschiedene Dinge zu probieren.

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Tofu nach Art des Hauses

Neben den Gerichten à la carte wecken noch zwei weitere Angebote mein Interesse: Von Montag bis Freitag gibt es ein Mittagsmenü, bei dem man aus vier Gerichten wählen (und kombinieren) kann für 5,90€ inkl. Suppe. Außerdem wird offenbar auch ein Feuertopfmenü angeboten. „Offenbar“, weil der entsprechende Teil in der Karte leider nur auf chinesisch verfügbar war. Allerdings kann man auch der Webseite des Restaurants entnehmen, dass es den Feuertopf inkl. Getränke für 22,80€ gibt. Wenn man telefonisch vorbestellt, erhält man sogar noch Rabatt. Einen solchen durften wir überraschenderweise auch in Anspruch nehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Zhang einmal auszuprobieren!

Fazit:
Das China-Restaurant Zhang bietet authentische Küche aus der chinesischen Provinz Szechuan. Einige Gerichte muten auf den ersten Blick vielleicht seltsam an, doch es lohnt sich. Der Geschmack des Essens weiß zu überzeugen und auch für Leute, die es nicht scharf mögen, finden sich Angebote. Unbedingt probieren sollte man die Teigtaschen!

Fakten:

Name China-Restaurant Zhang
Adresse Windmühlenstr. 22, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte ca. 9€-16€
Barrierefreiheit einige Stufen vor dem Eingang, stufenloses Betreten über zwei Metallschienen auf der Treppe möglich
Sauberkeit sehr gut

Chinahaus Leipzig

Mein ewiges Verlangen nach asiatischem Essen führte mich diesmal in die Südvorstadt zum Chinahaus Leipzig in der Nähe des Bayrischen Platzes. Eigentlich hatte ich bei diesem Lokal eher einen Imbiss erwartet, zumal das Schild am Gebäude ein Bistro ankündigt. Beim Betreten des Chinahauses wird jedoch schnell klar, dass der Gast zum Verweilen eingeladen ist. Sechs Tische finden in dem kleinen Raum Platz, der sonst zwar mit allem erdenklichen asiatischen Dekor ausgestattet ist, aber dennoch sehr einladend und gemütlich wirkt. Das Beobachten der Eigenheiten der Fische im hauseigenen Aquarium lässt die Wartezeit zudem recht kurz erscheinen ;-).

Auch die Preise lassen eher einen Imbiss erwarten. Hühnchen-, Schweine-, und Rindfleischgerichte sind für 5-7€ zu haben, Gerichte mit Ente unterteilen sich je nach Menge des Fleisches (250 oder 500g) in 7-8 bzw. 10-11€. Die Karte klingt größtenteils nach dem typischen Asia-Imbiss-Angebot – der Name Chinahaus weckt da wohl doch eher falsche Erwartungen. Allerdings gibt es auch die ein oder andere eher untypische Speise, wie etwa gebratenen Brokkoli mit Knoblauch oder auch gebratene Sojakeime in Erdnusssoße.

Die Bedienung begrüßt uns recht schnell und bringt auf Nachfrage statt des Bestecks Stäbchen. Ich entscheide mich für Gaxao Xa Ot (5,50€), ein vietnamesisches Gericht, welches ich als eines der authentischsten auf der Karte einordnen würde. Es besteht aus Hühnchenfiletstückchen, Zitonengras, Lauchzwiebeln und einer öligen, roten scharfen Soße. Zwar sieht die Portion auf den ersten Blick recht klein aus, ist aber – vermutlich vor allem aufgrund der Soße – vollkommen ausreichend. Die Kategorisierung des Gerichts als scharf hat seine Berechtigung, vor allem, da es wenig Gemüse zur Neutralisierung der Schärfe gibt. Zusammen mit dem Reis, der auch in ausreichender Menge vorhanden ist, kann man mit dem Gaxao Xa Ot jedoch tatsächlich einen nicht ganz alltäglichen asiatischen Geschmack erleben. Sehr gut!

Gaxao Xa Ot (Hühnchenstücke mit Zitronengras und Lauchzwiebeln)

Gaxao Xa Ot (Hühnchenstücke mit Zitronengras und Lauchzwiebeln)

Außerdem probieren wir noch gebackene Hähnchenbrust nach Canton Art (5€). Die Kanton-Küche ist eine der vier chinesischen Regionalküchen, beheimatet in Südchina. Auf den ersten Blick befürchte ich etwas, dass die Soße eine normale süß-saure Soße ist; vom äußeren Erscheinungsbild ist sie dieser tatsächlich sehr ähnlich, erst bei näherem Hinsehen fallen auch die für die Schärfe sorgenden Chiliraspeln darin auf. Das Gericht bietet leider auch keine große Gemüsevielfalt, dafür überzeugt die Soße geschmacklich dann doch. Erstaunlicherweise zeigt sie eine eher herbe Note, wie man sie gewöhnlich bei dunkleren Soßen finden kann.

Gebackenene Hähnchenbrust nach Canton-Art

Gebackenene Hähnchenbrust nach Canton-Art


Fazit
:
Das Chinahaus ist einen Besuch wert! Es handelt sich um ein kleines gemütliches Restaurant, wobei auch das Mitnehmen bzw. die Lieferung von Speisen möglich ist, alles zu nur etwas höheren Imbisspreisen. Neben den üblichen asiatischen Angeboten stehen auch einige außergewöhnlichere Gerichte auf der Karte, die geschmacklich überzeugen können.

Fakten:

Name China-Haus Leipzig
Adresse Hohe Straße 18, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 10,90€
Barrierefreiheit ja, allerdings innen wenig Platz
Sauberkeit gut

China White

In Rezensionen wird das China White teilweise als „bestes asiatisches Restaurant in Leipzig“ deklariert. Nachdem ich vor einigen Jahren das Mittagsangebot dort probiert hatte und nur mäßig begeistert war, ging es diesmal zu einem Test der inzwischen veränderten Abendkarte. Die Webseite verspricht (neben der Nennung der falschen Postleitzahl) frische Zutaten, hohe Qualität und flexibles Eingehen auf Sonderwünsche vor allem für Allergiker, bietet aber seit Kurzem keine Speisekarte mehr online an. Also auf zum Test vor Ort!

Beim Betreten des Restaurants zeigt sich sogleich, dass es sich beim China White um ein gehobeneres Lokal handelt. Alles ist sehr sauber, es gibt viele stilvoll gedeckte Tische, die sich teilweise auf einer Galerie, die über eine Treppe zu erreichen ist, befinden. Der Kellner kommt sofort, bietet uns einen Tisch an einem kleinen Aquarium an und bringt die Speisekarte.

Die Gerichte klingen sehr vielfältig, wobei ein Schwerpunkt auf Entengerichten liegt und ein weiterer auf der für asiatische Restaurants doch sehr umfangreichen vegetarischen Karte, die auch vegane Optionen bereithält. Außerdem wird nochmals betont, dass die Möglichkeit besteht, Komponenten, die nicht vertragen werden, auszutauschen. Dies klingt alles sehr gut und macht Lust aufs Essen. Die Preise sind jedoch eher in der höheren Klasse anzusiedeln, da bilden auch die vegetarischen Gerichte keine Ausnahme.

Wir entscheiden uns für ein als China White-Klassiker deklariertes Kung-Pao-Hühnchen, sowie das als Weltneuheit angepriesene Tofu Carpaccio. Kung-Pao-Hühnchen ist mir bereits aus verschiedenen Restaurants bekannt als ein Gericht, welches seinen Ursprung in Szechuan hat und heute weltweit verbreitet ist. Allerdings kam mir der Geschmack überhaupt nicht bekannt vor, zumindest nicht aus der asiatischen Sparte. Das Hühnchen und auch das Gemüse waren zwar frisch und statt Erdnüssen gab es die etwas höherwertigen Cashewkerne, aber die Soße konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Trotz der vielversprechenden Farbe habe ich keinen Eigengeschmack erkannt, abgesehen von der reichlich vorhandenen Chiliwürzung. Das ist wirklich schade für einen solchen Klassiker (im China White und auch anderswo).

Kung-Pao-Hühnchen

Kung-Pao-Hühnchen

Immerhin war der Reis reichlich vorhanden, sehr angemessen auch für den Schärfegrad des Gerichts. Das Tofu Carpaccio bestach durch die hübsche Gestaltung der Speise auf dem Teller. Im Kreis wurden hauchdünne Tofuscheiben ausgelegt, die mit Salat aus verschiedenen Komponenten ergänzt wurden. Dazu gab es eine Beilage, die wir leider nicht genau identifizieren konnten, einen frisch ausgebackenen Riesenfladen, vermutlich aus Reismehl. Dieser knisterte noch, als er am Tisch ankam und zeugte so von der tatsächlich frischen Zubereitung des Gerichts. Obwohl optisch durchaus sehr ansprechend, enttäuschte auch beim Tofu Carpaccio der Geschmack. Der Tofu war etwas fad und hätte durchaus mehr Würze vertragen können; der Fladen bot neben dem Mehl und Öl keine großen Überraschungen. Auch dieses Gericht konnte den Erwartungen also nicht gerecht werden, obwohl es als beeindruckende Besonderheit auf der Karte (und dem Facebook-Account des Restaurants) gekennzeichnet war.

Tofu Carpaccio

Tofu Carpaccio

Ausgebackenes als Beilage

Ausgebackenes als Beilage

Wir überlegten schon, wie wir dem Kellner antworten, wenn er uns fragt, ob es geschmeckt hat. Zu dieser Situation kommt es jedoch gar nicht. Ein dem Status des Restaurants in bizarrer Weise widersprechendes „Fertig?“ ist zu hören, als unsere Teller leer sind. Wir bejahen, der Kellner räumt ab und beehrt unseren Tisch in der folgenden Dreiviertelstunde keines weiteren Besuches, obwohl wir fast die gesamte Zeit vor leeren Gläsern sitzen. Zum Zahlen kommt er schließlich doch noch. Wie die Situation aussieht, wenn das Haus voll ist, mag man sich angesichts dieser Vorkommnisse nicht ausmalen. Und – um zum Schluss noch ein ehrliches Wort loszuwerden – wie die anfangs erwähnten begeisterten Rezensionen zustande gekommen sind auch nicht.

Fazit:
Das China White erweckt vom äußeren Erscheinungsbild, den Formulierungen in der Speisekarte und den Preisen den Eindruck, hohen Ansprüchen mithilfe hoher Qualität gerecht zu werden. Mein Besuch dort stellte sich jedoch als Enttäuschung heraus. Geschmackloses Essen, unfreundliche Bedienung und dazu noch hohe Preise sind in diesem Fall alles andere als verlockend. Für offizielle Geschäftsessen, die vor allem auf die optische Komponente Wert legen sollen, scheint mir das Lokal wohl dennoch geeignet.

Fakten:

Name China White
Adresse Petersteinweg 17, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte ca. 8€ – ca. 20€
Barrierefreiheit ja, zumindest teilweise im unteren Restaurantteil (niedrige Stufe und enge Kurve am Eingang)
Sauberkeit sehr gut

Tuk Tuk

Dass ich den Bericht über das Tuk Tuk so lange hinausgezögert habe, liegt zum einen daran, dass es sich am exakten Ort meines früheren Lieblingsasiaten (die Älteren werden sich erinnern, es geht um das Xi Gui Yuan in der Münzgasse) befindet. Zum anderen stattete ich dem Restaurant bereits längere Zeit vor der Erstellung dieses Blogs einen Besuch ab und war wohl nicht sehr begeistert. Ohne viel vorwegzunehmen: Das Blatt hat sich gewendet!

Das Tuk Tuk ist ein zentrumsnahes thailändisches Spezialitätenrestaurant. Die Einrichtung ist wirklich recht stilvoll (vor allem, wenn man die Ausstattung gewöhnlicher Asiarestaurants zugrundelegt) und kleine Lichter auf den Tischen schaffen eine gemütliche Atmosphäre, obwohl das Lokal selbst über kaum mehr als einen mittelgroßen Raum mit Theke verfügt.

Wir werden zurückhaltend freundlich und sehr schnell bedient. (Bei unserem Eintreffen ist jedoch nur ein weiterer Tisch besetzt, sodass die Geschwindigkeit nicht vollkommen erstaunt.) Allerdings sind viele Reserviert-Schildchen zu sehen und später ist kaum noch ein freier Platz verfügbar. Eine weitere Bedienung wäre in dieser Situation sicher wünschenswert gewesen.

Die Karte besteht zu einem großen Teil aus bekannten Gerichten der Sparte, es sind aber auch einige ungewöhnlichere Kombinationen zu entdecken, wie etwa eine Gemüsemischung mit Süßkartoffeln, welche man nur selten findet. Wir entscheiden uns für gebackenes Hähnchen in süß-saurer Soße und Tofu mit Süßkartoffeln, Tomaten und Zwiebeln in Erdnuss-Curry-Soße.

Hähnchen in süß-saurer Soße

Hähnchen in süß-saurer Soße

Für alle, denen der Anblick der angerichteten Speise wichtig ist, setzt das Tuk Tuk Maßstäbe. Neben dem eigentlichen Gericht ist auch eine große Portion Salat – inklusive kleiner geschnitzter Karotten – vorhanden. Der Reis wird auf einem separaten Teller serviert, in unserem Fall in Form einer Blume bzw. Schildkröte. Das ist wahrscheinlich kein großer Aufwand, steigert aber die Vorfreude auf das Essen erheblich. Beim Essen wird die Qualität zunehmend erkennbar, der Reis klebt schön und schmeckt sehr gut.

Tofu in Erdnuss-Curry-Soße mit Tomaten, Süßkartoffeln und Zwiebeln

Tofu in Erdnuss-Curry-Soße mit Tomaten, Süßkartoffeln und Zwiebeln

Auch das Gemüse erscheint natürlich und schmackhaft. Leider sind in beiden Gerichten im Vergleich zu den übrigen Gemüsesorten sehr viele Zwiebeln enthalten. Dies bleibt neben der geringen Zahl der Bedienungen in Stoßzeiten jedoch der einzige Kritikpunkt und schmälert den Gesamteindruck nur geringfügig.

Fazit:
Das Tuk Tuk gibt sich große Mühe, bei den Gästen einen guten Eindruck zu hinterlassen und dies gelingt beinahe vollkommen. Äußerst wohlschmeckende Speisen mit der ein oder anderen außergewöhnlichen Spezialität, ein schönes Ambiente und zwar restauranttypische, aber dennoch bezahlbare Preise lassen das Lokal zum Anwärter für die diesjährige Top-3-Liste werden. Eine absolute Empfehlung!

Fakten:

Name Tuk Tuk
Adresse Münzgasse 22, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 6,90€ – 14,90€
Barrierefreiheit ja (Schwelle am Eingang)
Sauberkeit sehr gut

Mifune

Das Mifune (jap. „drei Schiffe“) ist ein japanisches Restaurant in der Münzgasse, einer kleinen Straße, die bei Gourmets und gastronomieinteressierten Leipzigern schon lange bekannt sein dürfte. Dort finden sich zwei asiatische Lokale, eines davon ist das Mifune, das andere beherbergte einst das beinah schon legendäre Xi Gui Yuan, während dort heute ein vietnamesisches Lokal zu Tisch bittet. Das Mifune zählt zur Kategorie der Sushirestaurants. Diese fanden bisher im Blog keine Beachtung und diese Bewertung wird somit wohl auch eine Ausnahme bleiben. Die Zahl der Sushirestaurants und -imbisse würde einen eigenen Blog rechtfertigen, außerdem fehlt mir auf diesem Gebiet die nötige Erfahrung und Hingabe für zumindest ansatzweise kompetente Bewertungen. Das Mifune besuchte ich jedoch auf persönliche Empfehlung aus dem Freundeskreis. Außerdem bietet es neben Sushi auch eine Zahl weiterer japanischer Spezialitäten.

Bereits beim Betreten des Restaurants wird klar, dass es sich hier um ein Lokal gehobenen Niveaus handelt. Insgesamt sind die Räumlichkeiten eher klein, aber es gibt neben normalen Tischen auch speziell auf die Zubereitung vor Ort konzipierte mit Grillplatte in der Mitte. Vor dem Essen wird ein feuchtes Tuch für die Hände gereicht. Noch sind wir die einzigen Gäste und die Kellnerin, welche allein für die Bedienung des gesamten Restaurants verantwortlich zu sein scheint, wirkt entspannt. Dies soll sich im Laufe des Abends ändern, sodass wir zuletzt fast eine Dreiviertelstunde auf die Erstellung der Rechnung warten müssen, welche sich schließlich aufgrund der Verwendung eines Gutscheins als zusätzlich problematisch erweist.

Die Karte beinhaltet zu einem großen Teil Sushi, allerdings gibt es auch Tempura (Gemüse, Fisch oder Meeresfrüchte im Teigmantel ausgebacken) und Suppengerichte, welche preislich alle bei über 20€ liegen. Wir entscheiden uns für eine bescheidenere Portion und probieren als Vorspeise Spinatsalat (in japanischer Brühe gedünsteter Spinat mit Sojasoße) und die berühmte japanische Miso-Suppe. Letztere besteht vor allem aus dem sogenannten Dashi, einem Fischsud, vergleichbar mit Gemüsebrühe auf Fischbasis. Dazu kommen Tofu und Frühlingszwiebeln. Auch der Spinat scheint in dieser Brühe zubereitet worden zu sein, der Fischgeschmack begleitet uns den gesamten Abend.

Gedünstete Spinatblätter in Sojasoße

Gedünstete Spinatblätter in Sojasoße

Miso-Suppe

Miso-Suppe

Besonders die Suppe überzeugte durch frische Zutaten und einen feinen Geschmack. Der Spinatsalat erinnerte mich persönlich zu sehr an Algen und hätte auch noch etwas bissfester sein können. Als Hauptspeise gab es dann eine selbst zusammengestellte Auswahl des vegetarischen Sushiangebots, darunter Kürbis- und Avocadomaki (die kleinen Röllchen mit Algenblatt), sowie Shiitake- und Brokkolinigiri (Reisbällchen mit aufgelegten Zutaten).

Vegetarische Sushiauswahl

Vegetarische Sushiauswahl

Auffällig ist die Wasabipaste, welche nicht nur dazu gereicht wird, sondern sich bereits zwischen Reis und Beilage befindet. Somit hat leider alles etwas den Geschmack von Meerrettich angenommen, sodass die einzelnen Zutaten nicht mehr gut zu erkennen sind. Die Anrichtung des Sushis ist jedoch sehr professionell. Auch wenn man auf der Karte einige ungewöhnlichere Kreationen finden kann, fehlen mir doch die typisch japanischen Zusammensetzungen mit Tamago (Ei), Tofu oder Natto (fermentierte Sojabohnen). Wahrscheinlich sind diese Spezialitäten wohl doch „zu“ authentisch und bei den westlichen Konsumenten nicht ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Das Mifune verbindet die beliebte japanische Küche mit gehobenen kulinarischen Ansprüchen. Dabei gibt es verständlicherweise eher wenig authentisches Street-Food, dafür den Rahmen (und auch den Gesprächsstoff) für ein offizielles Abendessen.

Fazit:
Wer eine schnelle, preiswerte Sushibar sucht, ist beim Mifune fehl am Platz. Wer jedoch Zeit und Geld investieren will, kann hier japanische Spezialitäten genießen und dabei dem Koch sogar bei der Zubereitung auf die Finger schauen. Ausgefallene Speisen und schnelle Bedienung sucht man zwar vergebens, der ausgewogene Geschmack der Gerichte tröstet den Fisch-Liebhaber darüber jedoch gut hinweg.

Fakten:

Name Mifune
Adresse Münzgasse 18-20, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte bis ca. 27€ (Sushi wird einzeln berechnet, daher schwer kalkulierbar)
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut