3. Street-Food-Markt auf der Feinkost

Nachdem die beiden Street-Food-Märkte im letzten Jahr offensichtlich volle Erfolge waren, gibt es 2015 gleich vier Gelegenheiten, sich auf der Feinkost durch die Köstlichkeiten mehr oder weniger exotisch anmutender Länder zu probieren. Über die Premiere der Veranstaltungsreihe im letzten Jahr habe ich bereits hier berichtet. Damals steckte der Street-Food-Markt noch in den Kinderschuhen, vor allem kritisierte ich, dass für die vielen Gäste zu wenig Essen bereitstand und dieses auch eher am oberen Ende der von der Feinkost empfohlenen Preisspanne von bis zu 5€ lag, obwohl die Portionsgröße dies in den meisten Fällen nicht vollkommen rechtfertigte.

Mit der Hoffnung auf kleine Fortschritte und appetitlichen Entdeckungen betrat ich also das Feinkostgelände und war wirklich sehr positiv überrascht. Nicht nur, dass die Fläche um ein Stück vergrößert wurde und somit mehr Platz für weitere Stände und gern gesehene Sitzgelegenheiten bot; es gab auch im Vergleich zu meinem ersten Besuch viele neue Anbieter. Außerdem – und das steigerte meine Freude über die positive Entwicklung des Street-Food-Markts noch weiter – standen viele Kleinigkeiten zur Auswahl, die auch zu einem niedrigen Preis von 2 bis 3€ probiert werden konnten. Ob da der Reisladen eine kleine oder große Portion des schwarzen und weißen Reises mit Erdbeeren und Mango anbot, ob man an einem afrikanischen Stand wie selbstverständlich die Soßen vor dem Kauf erst kosten durfte, ob man sich dann ein Kokos-Teigbällchen für 1€ einverleibte oder doch mit einem komplett veganen Gericht mit originalem Sauerteigfladenbrot (und sauer heißt hier wirklich sauer!) aus Äthiopien für 3€ zu neuen kulinarischen Erfahrungen aufbrach: Viele Stände hatten Angebote, die es den Besuchern wirklich erlaubten, verschiedene Dinge zu probieren und den persönlichen Favoriten zu finden.

Reis mit Erdbeeren und Mango

Reis mit Erdbeeren und Mango

An der asiatischen Front boten neben dem bereits bekannten Chinabrenner (der diesmal zumindest während der Zeit meiner Anwesenheit zu den schlechter besuchten Ständen zählte) auch das chinesische Teehaus (welches wohl die teuersten Speisen, dafür aber authentisches Chinesisches auftischte, wie etwa Baozi), ein thailändischer und ein koreanischer Stand Speisen an. Außerdem gab es Sommerrollen und experimentelles Sushi, welches mit den Sorten „Gulasch“ und „Gyros“ sicher manchen Sushiliebhaber neugierig machte. Ich probierte das koreanische Galbi mit sehr leckerem süß marinierten und gegrillten Rindfleisch, Kimchi (scharfem Kohl) und Reis.

Galbi (mariniertes, gegrilltes Rindfleisch, Kimchi und Reis)

Galbi (mariniertes, gegrilltes Rindfleisch, Kimchi und Reis)

Eine Auswahl thailändischer Speisen

Eine Auswahl thailändischer Speisen

Baozi (gefüllte Teigtaschen im Bambusdämpfer), hier noch nicht ganz fertig zubereitet

Baozi (gefüllte Teigtaschen im Bambusdämpfer), hier noch nicht ganz fertig zubereitet

Sommerrollen

Sommerrollen

Außerdem konnten sich natürlich auch die Angebote aus anderen Regionen blicken lassen, es gab beispielsweise Pelmeni, brasilianische Teigtaschen mit herzhaften Füllungen und Tacos. Insgesamt bot sich dem Besucher ein breites Spektrum an köstlichen Delikatessen, die die Neugier auf unterschiedlichstes Street-Food zu stillen wussten.

Fazit
Der Street-Food-Markt ist mehr denn je einen Besuch wert. Preiswerte Kostproben aus aller Welt mischen sich mit einem jungen, offenen und experimentierfreudigen Flair. Die Speisen erscheinen zum großen Teil sehr authentisch und werden dem interessierten Besucher häufig beinahe inbrünstig mit umfassendem Detailwissen erläutert. Da kann man nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

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Rückblick auf den StreetFood-Markt auf der Feinkost

In vielen asiatischen Ländern gehört Street Food zu den Bildern des Alltags. Garküchen stehen in großen Städten an jeder Straßenecke und bieten frisch hergestellte Speisen feil. In ländlichen Regionen zaubern die Bewohner an Flussufern zur Mittagszeit Köstlichkeiten, die von den auf Booten vorbeifahrenden Menschen dankbar in Anspruch genommen werden.

Einen kleinen Eindruck von diesem Flair, das längst nicht nur in Asien beheimatet ist (man denke nur an deutsche Eisdielen im Sommer), bot die Feinkost auf der Karli am vergangenen Freitag. Angekündigt war ein Mix von Offerten aus vielen verschiedenen Ländern, zu kleinen Preisen. Vorgestellt hatte ich mir viele Stände mit der Möglichkeit, viel zu probieren. Überrascht war ich von der Menschenmenge. Klar, da hatten über 1000 Leute auf Facebook ihre Teilnahme angekündigt und das bei einem 5-Stunden-Event. Und klar, alle gehen zur besten Abendessenzeit hin. Aber es war wirklich voll. Das spricht zumindest für die Idee, die an diesem Tag auf der Feinkost Premiere feierte. Vermutlich würde eine solche Veranstaltung sogar noch gelingen, wenn sie im Sommer jeden Monat stattfinden würde.

Doch viel interessanter ist ja das Essen: Tatsächlich gab es eine Vielzahl verschiedener Gerichte und Angebote: indonesische Rindfleischpfanne, georgische Grillspezialitäten, Kameruner Hefeteigbällchen, vietnamesische Reisnudeln, chinesische Teeeier, … Auch wenn ein Rundgang einem kleinen Kraftakt glich, war schon der Anblick der vielen kleinen Garküchen den Besuch wert.

StreetFood Markt: Georgisch

Georgische Grillspezialitäten

StreetFood Markt: Spanisch

StreetFood Markt: Bereitstehendes Essen

Probiert hätte ich gern mehr, doch die meisten Angebote waren wohl tatsächlich als vollständige Mahlzeiten gedacht (auch wenn die Portionsgröße das nicht immer vermuten ließ), meist lagen die Preise um die 5€. Natürlich musste die Reise mit einem Ausflug in die chinesische Küche beginnen, es gab Klebreis mit flambierter Dattel im Bambusblatt für 2,50€ vom Plagwitzer Chinabrenner (der auch Jiao Zi und Teeeier im Angebot hatte). Lecker!

Klebreis mit flambierter Dattel im Bambusblatt

Klebreis mit flambierter Dattel im Bambusblatt

Für süße Speisen sorgten weiterhin Stände mit einem Kuchenangebot und der Kameruner Beignet-Bäcker. Geschmacklich erinnern diese sehr an Kräppelchen, werden jedoch ohne Milch und Ei hergestellt und wurden vor Ort frisch gebacken.

Kameruner Beignets (frittierte Hefeteigbällchen)

Kameruner Beignets (frittierte Hefeteigbällchen)

Wem nach diesen „Appetithäppchen“ der Sinn nach etwas Herzhafterem stand, der sollte zeitig vor Ort gewesen sein. Gegen halb 8 mussten die beliebtesten Stände bereits verkünden, dass die Vorräte zur Neige gehen, kurze Zeit später waren viele Gerichte ausverkauft. Somit bin ich leider nicht mehr in den Genuss des veganen Erdnusscurrys oder der indonesischen Rindfleisch-Seidentofu-Kombo gekommen. Auch der Stand mit den berühmten Hanoier Reisnudeln hatte die Nachfrage unterschätzt, behalf sich aber kurzer Hand und bot das Gericht in leicht veränderter Form zum reduzierten Preis an. Die Zutaten waren frisch und die Soße gab einen Einblick in die erhoffte Exotik des Abends.

StreetFood Markt: Hanoier Reisnudeln

Hanoier Reisnudeln

Fazit:
Der StreetFood-Markt steckte sichtbar noch in den Kinderschuhen, neben dem schlechten Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hätte man sich vielleicht auch etwas ausgefallenere Angebote und mehr Fingerfood zum kleinen Preis gewünscht. Das Publikum für eine solche Veranstaltung ist aber ohne Frage vorhanden und somit bleibt nur zu wünschen, dass der nächste StreetFood-Markt nicht lange auf sich warten lässt.