Asia Pfanne

Mein Besuch in der Asia Pfanne kam nur über Umwege zustande. Die jüngste Ausgabe des Street-Food-Markts auf der Feinkost erfreute sich unveränderter Beliebtheit, sodass es fast unmöglich schien, zur beliebtesten Abendessenszeit nach einer halbwegs gerechtfertigen Wartezeit etwas Essbares in den Händen zu finden. Da es ja aber gleich um die Ecke viele Gastronomen gibt (die von diesem Umstand übrigens auch gut zu profitieren scheinen), darunter auch ein noch nicht besprochener Asiate, fiel mir der Abschied nicht allzu schwer.

Die Asia Pfanne gehört zu den „traditionsreicheren“ Imbissen auf der Karli, wobei man dem Leitspruch „Qualität setzt sich durch“ doch etwas ironisch begegnen könnte. Ich begebe mich also in einen, wie ich mich anhand einer doch etwas in die Jahre gekommenen früheren Erfahrung zu entsinnen glaube, mittelmäßig erscheinenenden Asia-Imbiss. Die Speisekarte ist fast noch umfangreicher, als man es von vergleichbaren Einrichtungen gewöhnt ist, zeigt aber keinerlei Unerwartetes. Die Bedienung kommt eher pragmatisch daher. Im hinteren Teil gibt es – auch schon etwas in die Jahre gekommene – Sitzgelegenheiten.

Die Soßenauswahl konzentriert sich auf süß-saure, Erdnuss-, Curry- und Thai-Curry-Angebote, allerdings bekommen auch die schon fast zum Mode-Asia-Fast-Food gewordenen vietnamesischen Nudelsuppen ihren Platz auf der Karte. Hummerkrabben und Rotbarschfilet zeigen zumindest einen kleinen Einblick in die asiatische Liebe für Fisch und Meeresfrüchte. Wir entscheiden uns für gebratenes Hähnchen in Curry- (5€) und Tofu in Thai-Curry-Soße (4,50€).

Tofu in Thai-Curry

Tofu in Thai-Curry

Die Zubereitungszeit ist angemessen und schon nach dem ersten Bissen bin ich sehr positiv überrascht. Der Tofu hat eine perfekte Konsistenz, das Gemüse ist frisch und man kann in jedem Stück den eigenen Geschmack der Sorte erkennen, trotz der Schärfe des Currys, die ruhigen Gewissens als erträglich bezeichnet werden kann. Insgesamt stellt das Gericht eine ausgewogene Mahlzeit dar. Das hatte ich gar nicht erwartet und war umso erfreuter über diese kleine Entdeckung.

Gebratenes Hühnchen in Currysoße

Gebratenes Hühnchen in Currysoße

Übrigens, die Asia Pfanne hat sich der Umgebung zumindest etwas angepasst und hat täglich bis 23 Uhr geöffnet, eine Seltenheit in der Leipziger Asia-Imbiss-Landschaft.

Fazit:
Die Asia Pfanne mag keine Augenweide sein und den Besucher stark an den typischen „Asiaten um die Ecke“ erinnern. Die Qualität der Speisen kann sich aber sehen lassen. Leider kommt die Zubereitung nicht ohne Geschmacksverstärker aus, dafür sind alle Zutaten frisch und sehr schmackhaft.

Fakten:

Name Asia Pfanne
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 61, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 14€
Barrierefreiheit eingeschränkt: eine Stufe am Eingang, weitere Stufen zum hinteren Teil des Innenraums
Sauberkeit ok

Viet Cuisine

Schon über einen Monat gab es keinen neuen Bericht. Das liegt zum einen daran, dass ich die asiatischen Restaurants und Imbisse, welche für mich schnell erreichbar sind, langsam aber sicher alle besucht habe. (Aber keine Angst, ich nehme für tolles Essen natürlich auch weitere Wege auf mich.) Zum anderen zog es mich vor Kurzem weit über die Stadtgrenzen Leipzigs hinaus, um einige chinesische Köstlichkeiten zu testen, welche hier nicht ohne Weiteres erhältlich sind. Eine kleine Dokumentation über meine Entdeckungen wird zu gegebenem Zeitpunkt auf jeden Fall folgen. Dennoch gelang es mir kürzlich, auch in Leipzig ein Lokal zu testen.

Die Viet Cuisine ist eine relativ neue Einrichtung auf der Karl-Liebknecht-Straße in der Südvorstadt, gleich neben Karli68. Es handelt sich bei der Lokalität um ein kleines Restaurant im Imbissstil. Zur Mittagszeit war die Viet Cuisine gut besucht. Auf zwei Stockwerken und auf dem Freisitz laden kleine Tische zum Verweilen ein. Insgesamt ist die Einrichtung eher schlicht, aber modern. Es gibt auch einige Hochtische, von denen aus man einen guten Blick über das Treiben im und vor dem Imbiss hat.

Die Karte ist recht groß und beinhaltet vor allem Gerichte nach Art „Fleisch und Soße nach Wahl“, wie man sie derzeit in vielen neuen vietnamesischen Imbissen findet, etwa im Onkel Ho’s oder in der Vietnam Küche. Allerdings gibt es auch Suppen (die berühmten und immer beliebter werdenden vietnamesischen Pho) für 3,50-5,50€. Etwas kurios mutet das Angebot der „Instant Nudelsuppe“ an. Die Gerichte mit Hühnerfleisch, Rindfleisch und Garnelen werden auch in bereits fertigen Zusammenstellungen angeboten. Ich entschied mich für Ga Sa Ot (Hühnerfleisch mit Chili und Zitronengras), eine Speise, welche ich bereits im Chinahaus Leipzig probiert hatte.

Ga Sa Ot (Hühnerfleisch, Chili, Zitronengras und Gemüse)

Ga Sa Ot (Hühnerfleisch, Chili, Zitronengras und Gemüse)

Die Zubereitungszeit war recht lang, allerdings konnte sich das Ergebnis sehen und schmecken lassen! Die Soße war angenehm scharf, das Gemüse frisch und geschmacklich zueinander passend. Das Verhältnis zwischen Reis und Soße stimmte genau. Allerdings muss ich zugeben, dass die Portionsgröße doch etwas klein geraten war. Zwar sind 4,90€ ein einigermaßen angemessener Preis, allerdings hätte ich zur kompletten Sättigung noch etwas mehr Fleisch und Gemüse benötigt. Meine Begleitung, welche Ente in Kokos-Curry (6,90€) bzw. Reisbandnudeln mit Tofu (4,90€) wählte, sah das ähnlich.

Ente mit rotem Kokos-Curry

Ente mit rotem Kokos-Curry

Reisbandnudeln mit Salat und Tofu

Reisbandnudeln mit Salat und Tofu

Nach Stäbchen mussten wir erst fragen, der Standard ist Messer und Gabel. Die Bedienung am Tisch schließt offenbar die Bezahlung nicht mit ein, sodass wir dafür auch noch einen Blick auf und hinter den Tresen auf die Küche und die untere Etage geworfen haben.

Fazit:
Die Viet Cuisine ist ein lohnenswerter Anlaufpunkt für eine Mahlzeit in der Südvorstadt. Geschmacklich konnte der Imbiss vollkommen überzeugen, die Wartezeiten sind für eine Lokalität dieser Art jedoch recht lang. Die verlorene Zeit kann man dann mithilfe der kleinen Portionsgrößen wieder wettmachen… ;-)

Fakten:

Name Viet Cuisine
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 68, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€-7,20€
Barrierefreiheit im Sommer an den Tischen vorm Imbiss ja, sonst nicht
Sauberkeit gut

3. Street-Food-Markt auf der Feinkost

Nachdem die beiden Street-Food-Märkte im letzten Jahr offensichtlich volle Erfolge waren, gibt es 2015 gleich vier Gelegenheiten, sich auf der Feinkost durch die Köstlichkeiten mehr oder weniger exotisch anmutender Länder zu probieren. Über die Premiere der Veranstaltungsreihe im letzten Jahr habe ich bereits hier berichtet. Damals steckte der Street-Food-Markt noch in den Kinderschuhen, vor allem kritisierte ich, dass für die vielen Gäste zu wenig Essen bereitstand und dieses auch eher am oberen Ende der von der Feinkost empfohlenen Preisspanne von bis zu 5€ lag, obwohl die Portionsgröße dies in den meisten Fällen nicht vollkommen rechtfertigte.

Mit der Hoffnung auf kleine Fortschritte und appetitlichen Entdeckungen betrat ich also das Feinkostgelände und war wirklich sehr positiv überrascht. Nicht nur, dass die Fläche um ein Stück vergrößert wurde und somit mehr Platz für weitere Stände und gern gesehene Sitzgelegenheiten bot; es gab auch im Vergleich zu meinem ersten Besuch viele neue Anbieter. Außerdem – und das steigerte meine Freude über die positive Entwicklung des Street-Food-Markts noch weiter – standen viele Kleinigkeiten zur Auswahl, die auch zu einem niedrigen Preis von 2 bis 3€ probiert werden konnten. Ob da der Reisladen eine kleine oder große Portion des schwarzen und weißen Reises mit Erdbeeren und Mango anbot, ob man an einem afrikanischen Stand wie selbstverständlich die Soßen vor dem Kauf erst kosten durfte, ob man sich dann ein Kokos-Teigbällchen für 1€ einverleibte oder doch mit einem komplett veganen Gericht mit originalem Sauerteigfladenbrot (und sauer heißt hier wirklich sauer!) aus Äthiopien für 3€ zu neuen kulinarischen Erfahrungen aufbrach: Viele Stände hatten Angebote, die es den Besuchern wirklich erlaubten, verschiedene Dinge zu probieren und den persönlichen Favoriten zu finden.

Reis mit Erdbeeren und Mango

Reis mit Erdbeeren und Mango

An der asiatischen Front boten neben dem bereits bekannten Chinabrenner (der diesmal zumindest während der Zeit meiner Anwesenheit zu den schlechter besuchten Ständen zählte) auch das chinesische Teehaus (welches wohl die teuersten Speisen, dafür aber authentisches Chinesisches auftischte, wie etwa Baozi), ein thailändischer und ein koreanischer Stand Speisen an. Außerdem gab es Sommerrollen und experimentelles Sushi, welches mit den Sorten „Gulasch“ und „Gyros“ sicher manchen Sushiliebhaber neugierig machte. Ich probierte das koreanische Galbi mit sehr leckerem süß marinierten und gegrillten Rindfleisch, Kimchi (scharfem Kohl) und Reis.

Galbi (mariniertes, gegrilltes Rindfleisch, Kimchi und Reis)

Galbi (mariniertes, gegrilltes Rindfleisch, Kimchi und Reis)

Eine Auswahl thailändischer Speisen

Eine Auswahl thailändischer Speisen

Baozi (gefüllte Teigtaschen im Bambusdämpfer), hier noch nicht ganz fertig zubereitet

Baozi (gefüllte Teigtaschen im Bambusdämpfer), hier noch nicht ganz fertig zubereitet

Sommerrollen

Sommerrollen

Außerdem konnten sich natürlich auch die Angebote aus anderen Regionen blicken lassen, es gab beispielsweise Pelmeni, brasilianische Teigtaschen mit herzhaften Füllungen und Tacos. Insgesamt bot sich dem Besucher ein breites Spektrum an köstlichen Delikatessen, die die Neugier auf unterschiedlichstes Street-Food zu stillen wussten.

Fazit
Der Street-Food-Markt ist mehr denn je einen Besuch wert. Preiswerte Kostproben aus aller Welt mischen sich mit einem jungen, offenen und experimentierfreudigen Flair. Die Speisen erscheinen zum großen Teil sehr authentisch und werden dem interessierten Besucher häufig beinahe inbrünstig mit umfassendem Detailwissen erläutert. Da kann man nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Rückblick auf den StreetFood-Markt auf der Feinkost

In vielen asiatischen Ländern gehört Street Food zu den Bildern des Alltags. Garküchen stehen in großen Städten an jeder Straßenecke und bieten frisch hergestellte Speisen feil. In ländlichen Regionen zaubern die Bewohner an Flussufern zur Mittagszeit Köstlichkeiten, die von den auf Booten vorbeifahrenden Menschen dankbar in Anspruch genommen werden.

Einen kleinen Eindruck von diesem Flair, das längst nicht nur in Asien beheimatet ist (man denke nur an deutsche Eisdielen im Sommer), bot die Feinkost auf der Karli am vergangenen Freitag. Angekündigt war ein Mix von Offerten aus vielen verschiedenen Ländern, zu kleinen Preisen. Vorgestellt hatte ich mir viele Stände mit der Möglichkeit, viel zu probieren. Überrascht war ich von der Menschenmenge. Klar, da hatten über 1000 Leute auf Facebook ihre Teilnahme angekündigt und das bei einem 5-Stunden-Event. Und klar, alle gehen zur besten Abendessenzeit hin. Aber es war wirklich voll. Das spricht zumindest für die Idee, die an diesem Tag auf der Feinkost Premiere feierte. Vermutlich würde eine solche Veranstaltung sogar noch gelingen, wenn sie im Sommer jeden Monat stattfinden würde.

Doch viel interessanter ist ja das Essen: Tatsächlich gab es eine Vielzahl verschiedener Gerichte und Angebote: indonesische Rindfleischpfanne, georgische Grillspezialitäten, Kameruner Hefeteigbällchen, vietnamesische Reisnudeln, chinesische Teeeier, … Auch wenn ein Rundgang einem kleinen Kraftakt glich, war schon der Anblick der vielen kleinen Garküchen den Besuch wert.

StreetFood Markt: Georgisch

Georgische Grillspezialitäten

StreetFood Markt: Spanisch

StreetFood Markt: Bereitstehendes Essen

Probiert hätte ich gern mehr, doch die meisten Angebote waren wohl tatsächlich als vollständige Mahlzeiten gedacht (auch wenn die Portionsgröße das nicht immer vermuten ließ), meist lagen die Preise um die 5€. Natürlich musste die Reise mit einem Ausflug in die chinesische Küche beginnen, es gab Klebreis mit flambierter Dattel im Bambusblatt für 2,50€ vom Plagwitzer Chinabrenner (der auch Jiao Zi und Teeeier im Angebot hatte). Lecker!

Klebreis mit flambierter Dattel im Bambusblatt

Klebreis mit flambierter Dattel im Bambusblatt

Für süße Speisen sorgten weiterhin Stände mit einem Kuchenangebot und der Kameruner Beignet-Bäcker. Geschmacklich erinnern diese sehr an Kräppelchen, werden jedoch ohne Milch und Ei hergestellt und wurden vor Ort frisch gebacken.

Kameruner Beignets (frittierte Hefeteigbällchen)

Kameruner Beignets (frittierte Hefeteigbällchen)

Wem nach diesen „Appetithäppchen“ der Sinn nach etwas Herzhafterem stand, der sollte zeitig vor Ort gewesen sein. Gegen halb 8 mussten die beliebtesten Stände bereits verkünden, dass die Vorräte zur Neige gehen, kurze Zeit später waren viele Gerichte ausverkauft. Somit bin ich leider nicht mehr in den Genuss des veganen Erdnusscurrys oder der indonesischen Rindfleisch-Seidentofu-Kombo gekommen. Auch der Stand mit den berühmten Hanoier Reisnudeln hatte die Nachfrage unterschätzt, behalf sich aber kurzer Hand und bot das Gericht in leicht veränderter Form zum reduzierten Preis an. Die Zutaten waren frisch und die Soße gab einen Einblick in die erhoffte Exotik des Abends.

StreetFood Markt: Hanoier Reisnudeln

Hanoier Reisnudeln

Fazit:
Der StreetFood-Markt steckte sichtbar noch in den Kinderschuhen, neben dem schlechten Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage hätte man sich vielleicht auch etwas ausgefallenere Angebote und mehr Fingerfood zum kleinen Preis gewünscht. Das Publikum für eine solche Veranstaltung ist aber ohne Frage vorhanden und somit bleibt nur zu wünschen, dass der nächste StreetFood-Markt nicht lange auf sich warten lässt.