Restaurant Asia Küche

Dieses Restaurant hat mich wirklich überrascht! Das sind die schönen Momente bei Gastrotests: Ich habe eine bestimmte Erwartung, weil ich ja vermeintlich schon in vielen vergleichbaren Restaurants war. Manchmal schafft es ein Lokal dann aber doch, die eingefahrenen Wege zu verlassen und mich in Staunen zu versetzen. Genau das ist bei der Asia Küche passiert.

Aber schön der Reihe nach: Die Räumlichkeiten des Restaurants waren mir schon bekannt, da sich dort vor einiger Zeit noch das Neun Drachen befand, über das ich damals berichtet hatte. Insgesamt erschien mir die Ausstattung jetzt farblich etwas stimmiger. Alles ist in warmen braun-goldenen Tönen gehalten. Es gibt sehr viele Tische, sodass man dort auch in der Gruppe bequem einen Platz findet. Außerdem ist das Restaurant nach wie vor über einen Aufzug barrierefrei zu erreichen.

Mein erster Blick in die Karte offenbarte zunächst nichts Außergewöhnliches. Die übliche Aufteilung der Gerichte nach Fleischarten mit den bekannten Soßen (süß-sauer, Curry, scharf) entsprach meinen Erwartungen. Allerdings gab es nur zwei fleischlose Gerichte, was für ein Restaurant dieser Größenordnung schon etwas enttäuschend ist. Am Ende der Speisekarte kam dann die Überraschung zum Vorschein: drei Seiten mit authentisch chinesischen Gerichten! Das hätte ich einem Asia-Restaurant in Schönefeld wirklich nicht zugetraut. Aber offenbar sind die Inhaber Chinesen und bieten dem interessierten Publikum auch einige authentische Speisen an. Super! Bei der Aussicht auf solch ein Essen mussten wir den ersten Teil der Karte leider ignorieren ;-).

Besonders gefreut habe ich mich, dass auch ein kleines Gericht im Angebot ist, welches ich bislang in Leipzig nur vereinzelt angetroffen habe: gefüllte Klebreisbällchen. Die mussten natürlich gleich probiert werden. Die „Sauergemüse-Pizza“ war leider aus, sodass wir stattdessen die mit Schweinefleisch gefüllten Teigtaschen (Baozi) wählten. Während die Klebreisbällchen wirklich ein Genuss waren (die tolle mochi-artige Konsistenz und die knusprige Erdnussfüllung bilden ein sehr empfehlenswertes gegensätzliches Geschmackserlebnis), haben mich die Baozi aufgrund der faden Würzung nicht überzeugen können. Auch die Wartezeit enttäuscht: Die Zubereitung der Vorspeisen hat – obwohl nur wenige Tische besetzt waren – ungewöhnlich lange gedauert.

Asia Küche 1

Klebreisbällchen mit Erdnussfüllung

Asia Küche 0

Teigtaschen mit Schweinefleisch gefüllt

Neben diesen Häppchen haben wir noch zwei größere Gerichte probiert: das traditionelle Mapo Tofu und trocken gebratenen Tofu mit Bohnen. Auf den ersten Blick waren die Portionsgrößen nicht sehr üppig, aber dieser Eindruck täuschte. Zusammen mit dem Reis sättigten die Gerichte durchaus. Das Mapo Tofu war zwar nicht so scharf, wie es authentisch gewesen wäre, aber durchaus geschmacklich gut und ausgewogen. Leider gab es hier keinen Seidentofu, sondern die festere Variante.

Asia Küche 3

Mapo Tofu (Tofu und Hackfleisch in scharfer Soße)

Asia Küche 2

Trocken gebratener Tofu mit Bohnen

Bei den Bohnen des zweiten Gerichts handelte es sich nicht um grüne Bohnen, sondern um Sojabohnen. Dazu gab es fermentiertes Gemüse (allein dafür lohnt sich das Probieren schon!) und gebratenen Räuchertofu. Geschmacklich hat dieser gut zu den restlichen Zutaten gepasst, allerdings hatte ich doch eher eine „asiatischere“ Tofuvariante erwartet. Dieses Gericht wurde ohne Soße serviert, allerdings war eine solche für mein Empfinden auch nicht unbedingt nötig. Auf diese Weise kamen die einzelnen Komponenten der Speise geschmacklich besser zur Geltung.

Zum Abschluss gab es noch die typischen Glückskekse und ein Gläschen Pflaumenwein aufs Haus. Insgesamt hat das Restaurant einen überraschend positiven Eindruck auf mich gemacht.

Fazit:
Im Restaurant Asia Küche gibt es sowohl die asiatischen Standards, als auch sehr schmackhafte authentisch chinesische Gerichte. Das Lokal bietet viel Platz und ist barrierefrei erreichbar. Für Vegetarier ist es aufgrund des sehr beschränkten Angebots an fleischlosen Gerichten jedoch eher ungeeignet.

Fakten:

Name Restaurant Asia Küche
Adresse Löbauer Straße 68, 04347 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 5,90-7,90€ (Mittagskarte), 5,90-14,90€ (Abendkarte), 7,90-15,90€ (chinesische Karte)
Barrierefreiheit ja; Restaurant im 1. Stock, Aufzug vorhanden (links hinter Glastür unter der Treppe)
Sauberkeit gut
Advertisements

Peking Palast

Der Peking Palast ist ein Restaurant am Torgauer Platz, welches dort recht eindrucksvoll erscheint, da es zwischen den hohen Bauten herum den einzigen Farbtupfer darstellt. Auch nach Betreten des Lokals wirkt der Asiakitsch zunächst allgegenwärtig, allerdings gibt es beim näheren Hinsehen doch einige Unterscheidungsmerkmale. Große Teile der Dekoration sind offenbar selbsthergestellte Origami-Figuren. Frische Blumen sucht man auf den Tischen zwar vergebens, jedoch stellen die blumenförmigen Kunstwerke aus Papier eine erfrischende Abwechslung dar. Nur der sich darauf ansammelnde Staub lässt die schöne Idee etwas verblassen.

Das Restaurant erstreckt sich über zwei Etagen und verfügt auch über einen Freisitz, letzterer ist mit einem Brunnen, ersteres mit einem großen Aquarium ausgestattet. Offenbar nutzt die Betreiberfamilie die Räumlichkeiten auch als Wohnzimmerersatz, zumindest lassen einige Einrichtungsgegenstände dies vermuten ;-).

Auf der Karte stehen die typischen Gerichte, verschiedene Fleischsorten mit Soße nach Wahl. Die Preise sind für ein Restaurant zwar im unteren Bereich, die Speisen haben jedoch bezüglich Zusammenstellung und generellem Angebot leider eher Imbisscharakter. Wir entscheiden uns für Ente, jeweils einmal in Hoisinsoße und einmal in Szechuan(„Zschuan“)soße. Die Hoisinsoße, welche ich sonst eher als süßliche, dunkle Soße kenne, ist auf der Karte als „scharf“ deklariert. Tatsächlich bringt sie eine gute Mischung süßer und pikanter Geschmäcker mit, allerdings ist es wohl doch etwas übertrieben, hier von Schärfe zu sprechen. Ähnlich verhält es sich mit der Szechuansoße, welche als „sehr scharf“ angekündigt wird. Die Süße der Hoisinsoße fehlt hier, die Schärfe erhöht sich jedoch nicht wesentlich. Insgesamt entstand der Eindruck, dass einer fertigen Grundsoße nach Bedarf noch wenige Zutaten hinzugefügt wurden.

Ente in Hoisinsoße

Ente in Hoisinsoße

Das Fleisch hingegen war der Höhepunkt der Gerichte. Sehr dünn geschnittene, weder fettige noch zu feste Ente, die fast den gesamten Teller bedeckte, ließ die mittelmäßigen Soßen im Handumdrehen vergessen. Auch das auf den ersten Blick nicht zu erkennende Gemüse war reichlich vorhanden, allerdings auch bei beiden Gerichten aus den gleichen Zutaten zusammengestellt. Reis hätte ich mir noch mehr gewünscht, die Portion war angesichts der Menge der restlichen Bestandteile des Gerichts eher mager.

Ente in Szechuansoße

Ente in Szechuansoße

Die Rechnung gab es als handgeschriebenen Zettel, für ein repräsentatives Geschäftsessen ist das Lokal also eher nicht zu empfehlen ;-).


Fazit
:
Der Peking Palast bietet alles, was das Asiaklischees liebende Herz begehrt: Einen mit Deko überladenen Gästeraum, typische mischasiatische Gerichte, ein obligatorisches Aquarium und ein halbes Familienleben am Nachbartisch. Geschmacklich im Mittelfeld ist das Restaurant kein Gourmettempel und auch sonst keine Besonderheit, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Fakten:

Name Peking Palast
Adresse Torgauer Platz 2, 04315 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 4€ – 9,50€
Barrierefreiheit ja, zumindest das Erdgeschoss
Sauberkeit geht so

Restaurant „Aufgehende Sonne“

Endlich gibt es wieder etwas von einem asiatischen Buffet zu berichten. Diesmal besuchte ich das Restaurant „Aufgehende Sonne“ in Schönefeld. Schon von Weitem ist die Werbung für tägliches (zumindest während der jüngst verkürzten Öffnungszeiten Donnerstag bis Sonntag) asiatisches Buffet zu sehen. Offensichtlich lernen viele Besucher das Restaurant über diverse Rabattaktionen kennen, in Rezensionen ist beispielsweise von Groupon die Rede und auch im aktuellen Gutscheinbuch für Leipzig ist eine Vergünstigung enthalten.

Das Restaurant liegt direkt an der Straßenbahnhaltestelle und ist somit sehr bequem zu erreichen. Das Innere des Lokals ist typisch asiatisch eingerichtet, verzichtet jedoch auf zu übermäßigen Kitsch. Auf den ersten Blick erscheint das Buffet vergleichsweise klein (zumindest wenn man die Erfahrungen aus dem Restaurant Asia Garden und der Goldenen Krone zugrundelegt). Etwa 10 Hauptspeisen warten darauf, probiert zu werden, dazu gibt es diverse Soßen, Beilagen und Salat.

Trotz der zunächst überschaubar scheinenden Vielfalt – von einigen Fleischsorten ist nur ein Gericht im Angebot – überzeugt mich der Geschmack der Speisen sofort. Die zur Verfügung stehenden Soßen decken ein breites Spektrum ab (Hoison, süß-sauer, süß-scharf, Curry und die als Soße eher ungewöhnliche reine Kokosmilch) und ergänzen die Hauptgerichte, welche teilweise zusätzlich eigene Soßen bieten, nach Belieben. Das Fleisch ist durchweg zart, frisch und saftig; es gibt sogar ein Gericht mit Leber. Das Gemüse ist frisch und vor allem die Sojasprossen haben einen kräftigen Eigengeschmack, den man so nicht häufig findet. Die Frühlingsrollen sind trotz ihrer geringen Größe selbst hergestellt. (Oft findet man bei Buffets zwei verschiedene Sorten dieser asiatischen Spezialität, zum einen die kleinen vegetarischen Frühlingsrollen, die jedoch meist als Massenware gekauft werden, und zum anderen die etwas größeren, selbst produzierten und häufig fleischhaltigen Rollen. Der Unterschied ist meist gut anhand von Aussehen und Geschmack erkennbar.)

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Der Nachtisch wird etwas verzögert bereitgestellt und besteht aus gebackener Banane, Krabbenchips und dem bereits seit Anfang zur Verfügung stehenden Obst und Salat. Die gebackene Banane ist zusammen mit der Kokosmilch ein echter Gaumenschmaus und lässt mich schließlich doch mehr essen als geplant ;-).

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Einige Kritikpunkte müssen trotz allem noch geäußert werden. Das Buffet bietet für Vegetarier nur eine sehr beschränkte Auswahl. Nur ein Hauptgericht ist fleischlos und Tofu fehlt vollkommen. Auch die Gemüsevielfalt hält sich in Grenzen, in fast jedem Gericht findet man dieselbe Gemüsemischung, die schließlich auch noch als vegetarische Mahlzeit angeboten wird. Die Gerichte werden zwar nachgefüllt, allerdings entsteht das Gefühl, dass dies eher „kurz vor knapp“ geschieht, wenn das entsprechende Gefäß bereits fast vollständig geleert ist. Bei dem gebotenen Preis-Leistungsverhältnis (es handelt sich um das meines Wissens billigste asiatische Buffet in Leipzig) kann man – zumindest als Nicht-Vegetarier – jedoch problemlos über diese Punkte hinwegsehen.

Fazit:
Das Restaurant „Aufgehende Sonne“ bietet ein preiswertes All-you-can-eat-Buffet mit den bekanntesten asiatischen Speisen. Die Auswahl ist zwar überschaubar, dafür ist das Angebot geschmacklich sehr überzeugend. Für Vegetarier kann keine Empfehlung ausgesprochen werden, alle anderen können es sich für einen vergleichsweise kleinen Obolus bedenkenlos schmecken lassen.

Fakten:

Name Restaurant „Aufgehende Sonne“
Adresse Ossietzkystr. 1, 04347 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte Mittagsbuffet 5,90€ (Do und Fr), Abendbuffet 7,50€ (Do) bzw. 8,50€ (Fr bis So)
Barrierefreiheit Hintereingang barrierefrei (allerdings viele Türen), 3 Stufen am Vordereingang
Sauberkeit sehr gut

Neun Drachen

UPDATE: Das Restaurant ist inzwischen leider dauerhaft geschlossen. Es befindet sich ein neues asiatisches Restaurant in den Räumlichkeiten, die Asia Küche, welche ich bereits getestet habe.


Das Neun Drachen war wieder eine Kollegenempfehlung und da ich die ja immer sehr ernst nehme, stand unmittelbar ein Test an. Das Restaurant befindet sich in Schönefeld und liegt damit östlicher als alle zuvor besuchten Leipziger Asiaten. Es erweckt den Anschein eines echten asiatischen Stadtteilrestaurants, das mit Fusion versucht, allen exotischen und weniger exotischen Erwartungen und Geschmäckern gerecht zu werden.

Das Innere des Restaurants bietet viel Platz, auch für größere Gruppen, und wartet teilweise mit dem typischen Asiainterieur auf (wobei natürlich die samtrot bezogenen Stühle nicht fehlen dürfen). Die Bedienung geht sehr zügig an die Arbeit und sehr schnell haben wir sowohl Karten als auch Getränke vor uns. Die zahlreichen Gerichte auf der Karte überfordern mich zwar im ersten Augenblick, stellen sich aber bald als nur geringfügig voneinander abweichend heraus. Meine Wahl fällt auf Hühnchenfleisch mit Bambus, während sich meine Begleitung für gebackenes Hühnchen mit separat servierter Currysoße entscheidet, wobei diese nicht nur in der entsprechenden Schale, sondern auch unter dem Gemüse und Fleisch vorhanden ist.

Hühnchenfleisch mit Bambus

Hühnchenfleisch mit Bambus

Auch die Zubereitungszeit des Essens ist erstaunlich kurz, wie der Kellner schon bei der Aufnahme der Bestellung angekündigt hatte. Da das Restaurant relativ leer war, kann man also auch bei gut gefüllten Räumen auf akzeptable Wartezeiten hoffen.

Mein Gericht war von ausreichender Menge und geschmacklich solide. Eine unangenehme Überraschung stellte jedoch der Reis dar. Er wurde, wie ja von vielen asiatischen Restaurants bekannt, in einer gemeinsamen Schale serviert. Allerdings handelte es sich dabei nicht um den typischen Klebreis, sondern – erkennbar an Konsistenz und vor allem auch Geschmack – um normalen Reis, wie er in der deutschen Küche Verwendung findet. Das ist für ein asiatisches Restaurant schon etwas enttäuschend und für das Essen mit Stäbchen eine ungewohnte Herausforderung.

Gebackenes Hühnchen mit Currysoße

Gebackenes Hühnchen mit Currysoße

Separat servierte Currysoße

Separat servierte Currysoße

Das Ambiente und die Zusammensetzung der Speisekarte erinnerten mich etwas an das Reudnitzer Restaurant Hong Kong, aber das Neun Drachen bietet ohne Frage bessere Qualität zu günstigeren Preisen und ist somit durchaus einen Besuch wert.

Fazit:
Das Neun Drachen zeigt seine Stärken in der großen Speisenauswahl, den moderaten Preisen und großen, barrierefreien Räumlichkeiten. Den ein oder anderen Fehltritt kann man da durchaus verschmerzen, auch wenn kulinarische Höhenflüge wohl eher woanders zu suchen sind. Für eine kleine Runde, auch für feierliche Anlässe, scheint das Lokal dennoch gut geeignet zu sein.

Fakten:

Name Neun Drachen
Adresse Löbauer Straße 68, 04347 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte ca. 6-15€
Barrierefreiheit Restaurant im 1. Stock, Aufzug vorhanden (links hinter Glastür unter der Treppe)
Sauberkeit gut