Cáo Bar & Street Food

In Reudnitz gibt es eine neue Möglichkeit, vietnamesisches Street Food zu genießen: Das Cáo befindet sich in der Dresdner Straße, schräg gegenüber vom Regina-Palast. Allerdings sieht sich dieses Lokal nicht (nur) als vietnamesisches Restaurant, sondern bietet als Bar auch eine umfangreiche Cocktailkarte. Das Ambiente ist gemütlich, im hinteren Teil gibt es auch einige Tische, die extra zum Auf-dem-Boden-Sitzen angelegt wurden.

Die Speisekarte ist im Gegensatz zur Getränkekarte recht kurz gehalten und wird als „Wochenkarte“ bezeichnet. Vielleicht gibt es da also in Zukunft immer mal wieder etwas Neues. Aber schon jetzt findet man einiges Ungewöhnliches. Beispielsweise werden Bento-Boxen mit verschiedenen Inhalten angeboten und es gibt Bao (Weizenbrötchen mit verschiedenen Füllungen). Außerdem stehen mochi-artige, gefüllte Klebreisbällchen, die berühmten Pho-Suppen, selbstgemachte Frühlings- und Sommerrollen und verschiedene gebratene Reisgerichte zur Wahl. Und das alles ist recht günstig: Nicht mal 10€ kostet das teuerste Gericht. Bei einigen der Gerichte kann man zwischen verschiedenen Größen wählen. Ein weiterer großer Pluspunkt: Auf der Karte sind alle in den Speisen enthaltenen Allergene einzeln aufgeführt. Außerdem bietet das Cáo verschiedene vegane Gerichte an, die auch als solche gekennzeichnet sind.

Wir entscheiden uns für Bao, jeweils mit vegetarischer (3€) und Schweinefleischfüllung (3,50€). Obwohl in der Karte von Weizenmehlklößen die Rede ist, gibt es jeweils einen großen gefüllten „Kloß“. Der Teig ist leicht süßlich, was bei der herzhaften Füllung zwar zunächst etwas irritierend wirkt, aber dennoch gut schmeckt. Außerdem gibt es ein Klebreisbällchen, gefüllt mit Schweinefleisch und gelben Mungbohnen (3,90€). Wer die japanischen Reisküchlein aus Klebreismehl (Mochi) kennt, wird davon einiges in diesem Gericht wiedererkennen. Das Bällchen ist ringsrum mit Reiskörnern bedeckt und sieht grünlich aus. Die Füllung ist leider nicht sehr geschmacksintensiv, aber was für’s Auge ist der Snack allemal.

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Bao (links) und Klebreisbällchen (rechts) mit Schweinefleischfüllung

Außerdem bestellen wir noch ein typisch vietnamesisches Gericht: Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße. Die auf dem Foto abgebildete Portion ist eine normale Größe für 6,90€, es gibt auch die Möglichkeit, davon eine große Portion zu bestellen. Die Frühlingsrollen sind frisch und lecker, die Soße passt gut zu den Nudeln und Rollen. Das Highlight des Gerichts ist aber die Salatbeilage. Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um einen gewöhnlichen Karotten-Kohlrabisalat, der allerdings durch das verwendete Dressing bzw. die Würzung zu einem echten Erlebnis wird. (Den Salat kann man auch separat als Vorspeise bestellen.)

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Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße

Das Cáo ist wirklich einen Besuch wert. Und falls die eigenen Freunde kein vietnamesisches Essen mögen, kann man sie vielleicht mit den Cocktails überzeugen?

Fazit:
Cáo Bar & Street Food bietet eine kleine Auswahl an sehr schmackhaften vietnamesischen Speisen. Darunter finden sich auch einige exotische Gerichte, die man recht günstig probieren kann. Die gute Kennzeichnung der Speisekarte und das vergleichsweise reichhaltige vegane Angebot garantieren für jeden das passende Essen. Guten Appetit!

Fakten:

Name Cáo Bar & Street Food
Adresse Dresdner Str. 51, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 9,50€
Barrierefreiheit schmale Stufe und Schwelle am Eingang, mehrere Stufen zum oberen Teil der Bar
Sauberkeit sehr gut

Konfuzius Tee Kultur Garten

Endlich! Endlich, endlich ein neues asiatisches Buffet. Und das ist noch längst nicht alles. Seit jener denkwürdigen Zeit der 4€-Studenten-Buffets im Xi Gui Yuan hatte ich in Leipzig nie wieder ein authentisch chinesisches Buffet genießen dürfen. Doch jetzt war es endlich wieder so weit. Zu verdanken ist das dem Konfuzius Tee Kultur Garten1 in Reudnitz.

Dieses Restaurant erscheint auf den ersten Blick unbedeutend und auf den zweiten teuer. Beide Eindrücke konnte ich zum Glück binnen weniger Augenblicke widerlegen. Zwar ist das Lokal von außen tatsächlich unscheinbar, aber unterschätzen sollte man es auf keinen Fall, da hier neben der Durchführung traditioneller chinesischer Teezeremonien vor allem authentisch chinesische Speisen aufgetischt werden. Ich schlich schon seit einiger Zeit gewissermaßen um das Lokal, allerdings schreckten mich bisher die doch recht hohen Preise ab. Facebook sei Dank erfuhr ich von einigen Neuerungen. Neben einem Mittagstisch, der seit kurzer Zeit unter der Woche angeboten wird, gibt es nun jeden Sonntag einen All-you-can-eat-Brunch.

Das musste ich mir doch genauer ansehen! Der Einführungspreis von 11,90€ in den ersten beiden Wochen (danach 14,90€) ist fair, vor allem, weil nicht nur die Speisen inklusive sind, sondern auch der Tee. Da hatte man die Wahl zwischen rotem Yunnan-Tee und Jasmintee. Das Lokal selbst ist zwar recht klein (mehr als 25 Leute finden wohl kaum Platz, vorbestellen ist also quasi obligatorisch), aber die daraus entstehende Atmosphäre, die in einigen Momenten fast der einer Familienfeier glich, wandelt diesen Umstand in eine Tugend. Überall stehen chinesische Accessoires, aber ohne den üblichen roten Glitzer, vielmehr sieht man alle möglichen Gegenstände: von Tee über Tongeschirr bis hin zu abgebrannten Räucherstäbchen.

Der Brunch findet zwischen 10 und 13 Uhr statt, aber eigentlich hätte man noch mehr Zeit gebraucht, um alles zu probieren. Zu Beginn ging es gemütlich los, Tee und einige chinesische Frühstücksspezialitäten waren schon fertig. Da gab es beispielsweise Reis-Congee (eine Art Reisgrütze, die zwar allein nicht viel Geschmack hat, aber mit den scharfen Toppings zu den typischen chinesischen Frühstücksgewohnheiten zählt), auf dem Buffet fertig gedämpfte Dim Sum (vegetarische, fleischhaltige und süße), Youtiao (frittierte Teigstangen, ein beliebtes chinesisches Straßenessen), Teeeier (tausendjährige Eier) und verschiedene Suppen. Schon das allein war ein Festmahl und alle Anwesenden bedienten sich reichlich.

Dim Sum-Auswahl: Baozi (hinten rechts) Jiaozi (vorn gedämpft, hinten links frittiert)

Dim Sum-Auswahl: Baozi (hinten rechts) Jiaozi (vorn gedämpft, hinten links frittiert)

Gegessen wurde alles von kleinem asiatischen Tongeschirr, ganz nach der Devise: Nimm nur soviel auf einmal, wie du in wenigen Minuten aufessen kannst. Es gibt so viel zu probieren!

Buffetauswahl: Youtiao (hinten rechts), Frühlingsrollen und Broccoli

Buffetauswahl: Youtiao (hinten rechts), Frühlingsrollen und Broccoli

Dann ging es schon an den nächsten Gang: Nach und nach trudelten die Hauptspeisen ein und man wusste schon wieder nicht, wo man anfangen sollte. Gebratenes Gemüse, Nudeln mit verschiedenen Soßen (wobei Soße hier im weiteren Sinne zu verstehen ist, eigentlich waren es ganze Gerichte mit viel Gemüse), Frühlingsrollen, geschlagene Gurken, Fleischbällchen, süß-saures Schweinefleisch, … Und (fast) alles war sehr lecker!

Buffetauswahl: Nudeln mit verschiedenen "Soßen"

Buffetauswahl: Nudeln mit verschiedenen „Soßen“

Zwar sollte man bei dem ein oder anderen Gericht die „deutschen Asiagewohnheiten“ über Bord werfen. Aber ist das einmal getan, offenbart sich ein ungeahnt vielfältiges, reichhaltiges und intensives kulinarisches Erlebnis. Unter uns gesagt, ein solches Essen ruft mir ins Gedächtnis, mit welchen Gedanken ich diesen Blog ins Leben gerufen habe.

Während der gesamten Zeit des Brunches ist eine junge Bedienung bei Fragen stets zur Stelle und wiederholt geduldig die Erklärungen zum chinesischen Essstil. Das Buffet ist also nicht nur lecker, sondern auch lehrreich! „Probieren Sie diese Soße zu den Teigtaschen!“ „In China essen wir das zum Frühstück und tun noch Gemüse dazu.“ Leider waren zwar einige der kleinen Beilagen nicht selbstgemacht, sondern Tiefkühlware, aber darüber sehe ich im Lichte der vielen hervorragenden Punkte gern hinweg.

Zum Schluss blieb vom Buffet leider noch recht viel übrig. Ich hoffe, die Gastgeber sind dadurch nicht verschreckt und haben noch lange die Möglichkeit, dieses Angebot weiterzuführen. Ich kann an dieser Stelle nur, mehr als jemals zuvor, sagen, dass es sich lohnt! Wer in vielerlei Hinsicht einen Blick über den asiatischen Einheitstellerrand wagen will, ist im Konfuzius Tee Kultur Garten an der richtigen Adresse.

Fazit:
Authentische Speisen, vielfältige Gerichte, persönliche Betreuung, angenehme Atmosphäre und Tee inklusive. Das ist alles schon fast zu schön, um wahr zu sein. Eine absolute Empfehlung für jeden, der sich für echte chinesische Küche interessiert.

Fakten:

Name Konfuzius Tee Kultur Garten
Adresse Dresdner Str. 82, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 14,90€ (Brunch, all you can eat)
Barrierefreiheit naja (es gibt keine Stufen, ist aber seeehr eng)
Sauberkeit sehr gut
  1. Das Lokal sollte weder mit dem Restaurant Confucius (welches inzwischen leider offenbar geschlossen ist) noch mit dem Leipziger Konfuzius-Institut verwechselt werden. Es handelt sich hierbei um drei verschiedene Einrichtungen.

Reunthai (Altbierkeller „Zum Fass“)

Die Entdeckung dieses gemütlichen Restaurants war gar nicht so einfach: Die Bezeichnung „Altbierkeller“ lässt wohl zunächst nicht an asiatische Speisen denken und auch die äußere Erscheinung des Reunthais erinnert mehr an die gute alte Kneipe von nebenan. Tatsächlich wird hier einheimische Hausmannskost geboten, allerdings ist der größere Teil der Karte thailändischen Speisen gewidmet. Grund genug also, das Lokal (übrigens nach dem Tuk Tuk das zweite von mir hier vorgestellte kategorisch thailändische Restaurant) einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Eine Treppe führt vom Ostplatz in den Altbierkeller. Das Ambiente ist erwarteterweise eher rustikal, wurde jedoch mit einigen asiatischen Dekorationen bestückt. Diese Zusammenstellung ist zu Anfang gewöhnungsbedürftig, hat mich schließlich aber doch positiv überrascht, da sie gemütlich und gleichzeitig stilistisch ansprechend daherkommt.

Die Karte der thailändischen Speisen umfasst Gerichte mit Hühnchen, Schweinefleisch, Rindfleisch, Ente, Meeresfrüchten und Fisch, außerdem stehen auch ein paar vegetarische Gerichte zur Auswahl, sowie gebratene Reis- und Nudelgerichte. Die Preise erscheinen auf den ersten Blick auf allgemeinem Restaurantniveau, allerdings überraschen mich die vergleichsweise teuren Vorspeisen (mit 3-4,50€ ungefähr die Hälfte eines normalen Gerichts).

Wir entscheiden uns für Gaeng Massaman Gai (Hühnchen in Erdnuss-Curry-Soße mit Kartoffeln und Zwiebeln) und Gaeng Phed Tau Hu (Tofu mit rotem Curry in Kokosmilch). Die Soße im Hühnchengericht erinnert leider nur mit einem Hauch an Erdnüsse und die bei einem Curry erwartete Schärfe will sich auch nicht so recht einstellen. Das Gemüse ist zwar frisch, hat aber über große Teile einen säuerlichen Beigeschmack.

Gaeng Massaman Gai

Gaeng Massaman Gai (Hühnchen in Erdnuss-Curry-Soße)

Das rote Curry ist da schon angenehmer, auch das Gemüse scheint hier schmackhafter (allerdings könnte dies auch an der doch recht vordergründigen Schärfe des Currys liegen). Die Konsistenz des Tofus war meiner Meinung nach verbesserungswürdig (die großen Stücke zeigten teilweise eine unerwartete Härte), der Geschmack stimmte jedoch. Außerdem können die original thailändischen Gewürzteile positiv hervorgehoben werden, die dem Gericht eine exotische Note verleihen.

Gaeng Phed Tau Hu

Gaeng Phed Tau Hu (Tofu in rotem Curry)

Obwohl die Soße vor allem im Tofugericht für den schönen, klebrigen Reis ausreichte, war die Größe der Portionen insgesamt dem Preis nicht ganz angemessen, da hätte es ruhig noch etwas mehr von allem sein dürfen.

Fazit:
Beim Reunthai hat mich das Ambiente mehr überzeugt als die Speisen. Zwar sind diese erkennbar den entsprechenden thailändischen Spezialitäten nachempfunden, quali- und quantitativ müssen jedoch einige Abstriche gemacht werden.

Fakten:

Name  Reunthai (Altbierkeller „Zum Fass“)
Adresse  Johannisallee 20, 04317 Leipzig
Stadtteil  Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte  7,50€ – 14,90€
Barrierefreiheit  nein
Sauberkeit  sehr gut

Hung Asia (China Thai Imbiss)

Da das Asia Bistro in der Riebeckstraße im Februar und März Urlaub gemacht hat (bestimmt nur, um neue leckere Kochideen aus der Heimat gen Leipzig zu bringen ;-)), ergab sich die Gelegenheit des Tests eines Imbisses in der Prager Straße: das Hung Asia (oder, wie das Schild am Gebäude angibt, „China Thai Imbiss“).

Der Imbiss erfüllt die Erwartungen an ein „kleiner-Asiate-um-die-Ecke“-Bistro vollkommen. Es gibt nur einige hohe Stühle an einem thekenartigen Konstrukt. Ein einziger Mitarbeiter nimmt die Bestellung an, bereitet die Speisen zu und ist zum Scherzen aufgelegt. Da wir die einzigen Kunden waren, entstand daraus kein Problem; wenn der Laden voll ist, dürfte er jedoch ganz schön ins Schwitzen geraten. Die Zubereitung erfolgte schnell und ohne Probleme, der Duft des Essens stieg uns bereits währenddessen appetitanregend in die Nase.

Die Preise sind für die Lage und das Angebot minimal höher als der Durchschnitt. Ungewöhnlich ist, dass die vegetarischen Gerichte mit Tofu nicht signifikant billiger und in einem Fall sogar teurer sind als die entsprechende Variante mit Hühner- oder Schweinefleisch. Die Karte ist nach Soßen sortiert, wobei Curry-Kokosmilch-Soße, schwarze Austernsoße (scharf, mit Knoblauch), Erdnusssoße und süß-saure Soße zur Wahl stehen. Außerdem gibt es Pfannengerichte mit gebratenem Reis oder gebratenen Nudeln.

Wir entscheiden uns für gebackenes Hühnerbrustfilet, jeweils einmal in Curry-Kokosmilch-Soße und einmal in schwarzer Austernsoße. Die Assietten zum Transport kommen mir etwas tiefer vor als bei anderen Imbissen, was auch in einem größeren Fassungsvermögen resultiert.

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in Curry-Kokosmilch-Soße

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in Curry-Kokosmilch-Soße

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in schwarzer Austernsoße

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in schwarzer Austernsoße

Beide Gerichte sind angenehm, aber erträglich scharf und der Knoblauch ist besonders in der Austernsoße gut auszumachen. Das Gemüse ist vielfältig und frisch. Das Fleisch kommt teilweise etwas fasrig daher. Gemessen am Soßenanteil hätte das Gericht außerdem noch etwas mehr Reis vertragen können. Geschmacklich waren beide Gerichte aber sehr gut, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich „nur“ um einen kleinen Imbiss handelt.

Fazit:
Das Hung Asia lädt zum Mitnehmen einer schnellen, unkomplizierten Mahlzeit am Ostplatz ein. Geschmacklich sehr gut, preislich oberes Mittelmaß.

Fakten:

Name Hung Asia (China Thai Imbiss)
Adresse Prager Straße 37, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 6,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit ok

Restaurant Hong Kong

Meine immerwährende Suche nach noch nicht getesteten asiatischen Lokalitäten führte mich diesmal nach Reudnitz in den Täubchenweg, in dem das Restaurant Hong Kong lockt. Die Werbung an der Fassade verspricht ein Buffet und original chinesische Küche. Dass die dort anzutreffenden Betreiber gar keine Chinesen sind, erschreckt da zunächst wenig. Dass von dem (nicht in der Zeit eingeschränkten) Buffet weit und breit keine Spur ist, schon eher. Auch sonst sind die vielen Tische zur Abendzeit nur spärlich belegt. Das Interieur lässt ansonsten keinen Zweifel, dass man sich in einem asiatischen Restaurant befindet. Stühle mit rotem Samt, die schon bessere Tage gesehen haben, das obligatorische Aquarium und diverse Dekorationen sorgen für den entsprechenden Eindruck.

Ein Blick in die Karte (die Preise sind im Schaukasten an der Tür nicht ersichtlich) lässt mich aufschrecken. Hauptgerichte in der Abendkarte beginnen bei knapp 10€, wenn es Fleisch geben soll, kommt man an der zweistelligen Summe gar nicht vorbei. Die Bedienung ist zunächst freundlich zurückhaltend und versteckt ihre Enttäuschung über den fehlenden Dessertwunsch in einer humorvollen, jedoch recht eindeutigen Bemerkung.

Ausgewählt habe ich diesmal ein vegetarisches Gericht, Lo-Han-Chai (9,90€). Die Beschreibung in der Karte liefert dazu einige Informationen und erklärt, dass die Lo-Han untergeordnete Götter sind, die in in buddhistischen Tempeln reihenartig aufgebaut werden. Die Verbindung zu diesem Gericht bleibt jedoch im Dunkeln. Die Karte verspricht u. a. frisches Gemüse, Morcheln und Maiskölbchen, wobei die letzteren beiden im Test fehlten. Dafür gibt es tatsächlich viel frisches Gemüse und eine Soße, die an einen Mix zwischen Tomaten- und Pfeffersoße erinnert und geschmacklich durchaus passt. Gegen das Abkühlen der Speise sorgt eine Kerze unter einem Gitterrost, auf dem die Teller platziert werden.

Lo-Han-Chai

Lo-Han-Chai

Meine Begleitung wählte gebackene Hühnerbrust mit Sojasprossen (10,50€). Außerdem ging die Bedienung hier erfreulicherweise auch auf den „Sonderwunsch“ einer Mangosaftschorle ein. (Ein guter Tipp für die heißeren Tage, da Mangosaft ja meist etwas dickflüssiger ist.)

Gebackene Hühnerbrust mit Sojasprossen

Gebackene Hühnerbrust mit Sojasprossen


Fazit
:
Die Karte bietet eine ausgewogene Mischung verschiedener asiatischer Speisen (es gibt auch thailändische Spezialitäten und Sushi), jedoch sind die Preise für ein normales mischasiatisches Stadtteilrestaurant wohl doch etwas zu hoch gegriffen. Geschmacklich solide, jedoch keine besonderen Höhenflüge. Somit wird es das Hong Kong wohl nicht in meine Favoritenliste schaffen. Besonders negativ fallen die leeren Versprechungen der Speisekarte und Außenwerbung auf.

Fakten:

Name Restaurant Hong Kong
Adresse Täubchenweg 18, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 7,90€ – 19,90€ (Abendkarte)
Barrierefreiheit eine (relativ niedrige) Stufe am Eingang
Sauberkeit sehr gut

Asia Imbiss, Riebeckstr.

Gleich gegenüber vom bereits vor einigen Monaten bewerteten Asia-Bistro in der Riebeckstraße befindet sich ein weiterer und auf den ersten Blick vergleichbarer asiatischer Imbiss. Der Umfang der Speisekarte ist etwas kleiner, die Preise sind vergleichbar. (Essstäbchen schlagen hier zusätzlich mit 20 Cent zu Buche, das ist mir noch in keinem asiatischen Restaurant oder Imbiss begegnet.) Im Gegensatz zum Asia-Bistro findet sich hier jedoch keine Restauranteinrichtung, die zum Verweilen einlädt. Lediglich ein paar Barhocker stehen den Wartenden zur Verfügung. Der Raum ist recht klein und man kann den Imbissbetreibern bei der Zubereitung der Speisen über die Schulter schauen.

Wir bestellten knuspriges Hühnerfleisch in Thai-Curry mit Gemüse und Hühnchen mit Champignons und Bambus. Trotz der unterschiedlichen Beschreibung der Gemüsebeilage zeigte sich darin kein erkennbarer Unterschied. Das Fleisch im knusprigen Teigmantel wies einige Knorpelanteile auf und das Hühnchen des anderen Gerichts war nur medium gebraten, sodass sowohl optisch als auch geschmacklich eine gewisse Note von rohem Fleisch erkennbar war.

Knuspriges Hühnerfleisch, Gemüse und Curry

Knuspriges Hühnerfleisch, Gemüse und Curry

Die Soße stellte jedoch den unangenehmsten Teil des Essens dar, da sie regelrecht zäh war und sich deshalb nicht gut mit dem Reis mischte. Auch geschmacklich blieb sie hinter den Erwartungen zurück. Bekanntlich unterliegen derartige Imbisse schnell dem Vorwurf der exzessiven Glutamatverwendung, welche in vielen Fällen auch entsprechend gekennzeichnet ist. Zumindest in dem zweiten der hier beschriebenen Gerichte schoss der entsprechende Effekt über sein Ziel hinaus.

Hühnchen mit Champignons und Bambus

Hühnchen mit Champignons und Bambus

Man muss jedoch auch festhalten, dass frühere Besuche in derselben Lokalität durchaus Anlass zu positiveren Urteilen gaben. Besonders die Konsistenz der Soße fiel in der Vergangenheit eher gegensätzlich aus. Auch die angebotene Menge scheint trotz der natürlichen Maßeinheit der Aluassiette – welche den Transportweg übrigens unbeschadet überstand – zu schwanken.

Fazit:
Nach diesem Besuch kann für den Asia Imbiss in der Riebeckstraße leider keine Empfehlung ausgesprochen werden. Vielleicht handelte es sich um ein tagesformabhängiges Tief – auf alle Fälle ist jedoch das gegenüberliegende Asia-Bistro eine gute Alternative.

Fakten:

Name Asia Imbiss
Adresse Riebeckstraße 6, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 6€
Barrierefreiheit überhaupt nicht
Sauberkeit geht so

Asia-Bistro, Riebeckstr.

Dieser Laden ist sozusagen mein Haus- und Hof-Asiate. Es gibt in Reudnitz ja beträchtlich viele dieser kleinen Imbisse und sie sind nicht so identisch, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Das Asia-Bistro in der Riebeckstraße bietet nur wenig Platz, darin sind nicht mehr als ein paar Tische und eine Theke untergebracht. Ich habe jedoch auch noch nie jemanden dort essen sehen. Stattdessen trifft man um die Mittagszeit recht viele „Mitnehmer“ an.

Die Karte deckt den typischen gemischt-asiatischen Bereich ab: Reis- und Nudelpfannen, Hühnchen, Schwein, Rind und Fisch, sowie einige thailändische Spezialitäten sind im Angebot. Normalerweise wähle ich etwas mit Curry, eine Empfehlung für alle, die es würzig-scharf mögen. Dieses Mal sollte es jedoch etwas milder sein und somit entschied ich mich für Tofu – Chop-Suey (Nr. 90 für 3,50€). Der Preis kann sich sehen lassen und die Menge auch.

Tofu - Chop Suey

Tofu – Chop Suey

Zwar war ich aufgrund meiner letzten Chop-Suey-Erfahrung anfangs etwas zurückhaltend, doch dafür gab es keinen Grund. Die Soße war würzig (etwas würziger als erwartet sogar) und das Gemüse frisch – wie immer. Das Verhältnis zum Reis stimmte aufs Korn. Nur für das Tofu gibt es einen kleinen Abzug, da es scheinbar eingelegt war und deshalb einen leicht säuerlichen Nachgeschmack zeigte. Die Konsistenz war jedoch schön weich. (Mit gebratenem Hühnchenfleisch habe ich hier auch sehr gute Erfahrungen gemacht.) Ein weiterer Kritikpunkt ist die Assiette, in der das Gericht zum Mitnehmen verpackt wird. Diese schließt leider nicht dicht ab, sodass auf dem Weg schonmal etwas Soße in der Tüte landen kann.

Fazit:
Eines der besten schnellen Bistros in der Umgebung – große Portionen, schmackhaft, preisgünstig.

Fakten:

Name Asia-Bistro
Adresse Riebeckstraße 7, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 2€ – 7,50€
Barrierefreiheit überhaupt nicht
Sauberkeit okay