Cáo Bar & Street Food

In Reudnitz gibt es eine neue Möglichkeit, vietnamesisches Street Food zu genießen: Das Cáo befindet sich in der Dresdner Straße, schräg gegenüber vom Regina-Palast. Allerdings sieht sich dieses Lokal nicht (nur) als vietnamesisches Restaurant, sondern bietet als Bar auch eine umfangreiche Cocktailkarte. Das Ambiente ist gemütlich, im hinteren Teil gibt es auch einige Tische, die extra zum Auf-dem-Boden-Sitzen angelegt wurden.

Die Speisekarte ist im Gegensatz zur Getränkekarte recht kurz gehalten und wird als „Wochenkarte“ bezeichnet. Vielleicht gibt es da also in Zukunft immer mal wieder etwas Neues. Aber schon jetzt findet man einiges Ungewöhnliches. Beispielsweise werden Bento-Boxen mit verschiedenen Inhalten angeboten und es gibt Bao (Weizenbrötchen mit verschiedenen Füllungen). Außerdem stehen mochi-artige, gefüllte Klebreisbällchen, die berühmten Pho-Suppen, selbstgemachte Frühlings- und Sommerrollen und verschiedene gebratene Reisgerichte zur Wahl. Und das alles ist recht günstig: Nicht mal 10€ kostet das teuerste Gericht. Bei einigen der Gerichte kann man zwischen verschiedenen Größen wählen. Ein weiterer großer Pluspunkt: Auf der Karte sind alle in den Speisen enthaltenen Allergene einzeln aufgeführt. Außerdem bietet das Cáo verschiedene vegane Gerichte an, die auch als solche gekennzeichnet sind.

Wir entscheiden uns für Bao, jeweils mit vegetarischer (3€) und Schweinefleischfüllung (3,50€). Obwohl in der Karte von Weizenmehlklößen die Rede ist, gibt es jeweils einen großen gefüllten „Kloß“. Der Teig ist leicht süßlich, was bei der herzhaften Füllung zwar zunächst etwas irritierend wirkt, aber dennoch gut schmeckt. Außerdem gibt es ein Klebreisbällchen, gefüllt mit Schweinefleisch und gelben Mungbohnen (3,90€). Wer die japanischen Reisküchlein aus Klebreismehl (Mochi) kennt, wird davon einiges in diesem Gericht wiedererkennen. Das Bällchen ist ringsrum mit Reiskörnern bedeckt und sieht grünlich aus. Die Füllung ist leider nicht sehr geschmacksintensiv, aber was für’s Auge ist der Snack allemal.

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Bao (links) und Klebreisbällchen (rechts) mit Schweinefleischfüllung

Außerdem bestellen wir noch ein typisch vietnamesisches Gericht: Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße. Die auf dem Foto abgebildete Portion ist eine normale Größe für 6,90€, es gibt auch die Möglichkeit, davon eine große Portion zu bestellen. Die Frühlingsrollen sind frisch und lecker, die Soße passt gut zu den Nudeln und Rollen. Das Highlight des Gerichts ist aber die Salatbeilage. Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um einen gewöhnlichen Karotten-Kohlrabisalat, der allerdings durch das verwendete Dressing bzw. die Würzung zu einem echten Erlebnis wird. (Den Salat kann man auch separat als Vorspeise bestellen.)

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Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße

Das Cáo ist wirklich einen Besuch wert. Und falls die eigenen Freunde kein vietnamesisches Essen mögen, kann man sie vielleicht mit den Cocktails überzeugen?

Fazit:
Cáo Bar & Street Food bietet eine kleine Auswahl an sehr schmackhaften vietnamesischen Speisen. Darunter finden sich auch einige exotische Gerichte, die man recht günstig probieren kann. Die gute Kennzeichnung der Speisekarte und das vergleichsweise reichhaltige vegane Angebot garantieren für jeden das passende Essen. Guten Appetit!

Fakten:

Name Cáo Bar & Street Food
Adresse Dresdner Str. 51, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 9,50€
Barrierefreiheit schmale Stufe und Schwelle am Eingang, mehrere Stufen zum oberen Teil der Bar
Sauberkeit sehr gut

TonKin Restaurant

Im Musikviertel gibt es seit Kurzem ein neues vietnamesisches Restaurant. Da ließ ich mich natürlich nicht zweimal bitten und habe dem TonKin an der Ecke Beethoven-/Grassistraße gleich einen Besuch abgestattet.

Im Inneren finden sich verschiedene Ecken, die durch Wände und Raumtrenner ein Gefühl von Gemütlichkeit erzeugen. Alles ist sehr sauber und liebevoll eingerichtet. Ein beliebtes Symbol des Restaurants scheint die goldene Winkekatze (Maneki-neko) zu sein. Eine komplette Wand im hinteren Bereich ist von Regalen überzogen, in denen sich Dutzende dieser Figuren befinden. Auch im Eingangsbereich sind die Katzen zu finden, die unablässig mit der Pfote winken und somit wohl nach asiatischer Tradition wahlweise viele Besucher oder Reichtum anziehen sollen.

Ich habe jedoch nicht nur die Katzen betrachtet, sondern auch die Speisekarte. Diese ist zweigeteilt, es gibt neben der normalen Karte auch eine Mittagskarte mit Gerichten zwischen 6,90€ und 7,90€. Dabei handelt sich nicht um „Mittagsvarianten“ der normalen Speisekarte, sondern tatsächlich um eigene Gerichte. Es lohnt sich also, das Restaurant zu verschiedenen Tageszeiten zu besuchen, um einen Überblick über das gesamte Angebot zu bekommen. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die typisch vietnamesischen Speisen, wie etwa Bun Bo Nam Bo, eher auf der Mittagskarte anzutreffen sind. Aber auch die reguläre Speisekarte wartet mit vielen Köstlichkeiten auf. Da gibt es beispielsweise Pho (vietnamesische Nudelsuppen), vietnamesisches Steak oder Gerichte mit Reis- oder Udonnudeln. Letztere kannte ich bisher eigentlich nur aus der japanischen Küche.

Eine schwierige Entscheidung erwartete uns also. Die Wahl fiel schließlich auf gebratene Hühnerbrust mit Gemüse, Zitronengras und Ingwer auf einer heißen Platte für 10€. Außerdem bestellten wir Udonnudeln mit Rind für 10,90€. Zunächst kann man sagen, dass die Portionen (auch wenn das auf den Bildern vielleicht etwas anders erscheint) wirklich vollkommen ausreichend waren, um auch einen größeren Hunger zu stillen. Sehr positiv aufgefallen ist mir auch, dass es nicht nur die Asia-Standard-Gemüsemischung gab, sondern beispielsweise bei beiden Gerichten Pak Choi (chinesischer Senfkohl) dabei war, der eine interessante Geschmackskomponente beisteuerte.

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Hühnchen mit Ingwer, Zitronengras und Gemüse auf einer heißen Platte

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Udon-Nudeln mit Rind und Gemüse

Das Rind hätte vielleicht noch etwas zarter sein dürfen und insgesamt war der Geschmack des Hühnchengerichts dann nicht so aufregend, wie ich es mir erhofft hatte. Aber das schmälert den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Die Auswahl an vegetarischen Speisen hingegen ist mit drei Gerichten (alle mit Tofu als Hauptkomponente) dann tatsächlich etwas beschränkt. Da gibt es noch Verbesserungspotenzial. Trotzdem ist das TonKin einen Besuch wert und das professionell zurückhaltende und umsichtige Servicepersonal gibt dem Lokal einen weiteren freundlichen Anstrich.

Fazit:
Das TonKin Restaurant bietet schmackhafte vietnamesische Speisen und bleibt vor allem wegen seiner Katzen-Dekoration in Erinnerung. Auch für Gourmets findet sich mit Störfisch oder Entrecôte nach vietnamesischer Art der ein oder andere Leckerbissen.

Fakten:

Name TonKin Restaurant
Adresse Grassistr. 12, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 6,50€ – 7,90€ (Mittagskarte), 7,90€-17,40€ (Abendkarte)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

China-Restaurant Zhang

Es sind tolle Zeiten für Leipziger Liebhaber der asiatischen Küche! Schon wieder begrüßt ein neu eröffnetes Restaurant potentielle Kunden und wie schon bei Chinas Welt, welches ich vor zwei Monaten besuchte, handelt es sich um ein authentisch chinesisches. Das China-Restaurant Zhang befindet sich am Bayrischen Platz. Einige werden sich vielleicht noch an das bis vor Kurzem dort ansässige griechische Restaurant erinnern. Der Inhaber ist geblieben, doch statt griechischer wird dort jetzt chinesische Szechuan-Küche serviert. Das freut mich sehr, denn bisher gab es nur ein dezidiertes Szechuan-Restaurant in Leipzig (den Chinabrenner).

Die Szechuan-Küche wird als eine der acht (oder mehr oder weniger, die Literatur ist sich da nicht einig) chinesischen Regionalküchen beschrieben. Sie ist vor allem für den Gebrauch von scharfen Gewürzen (Szechuanpfeffer, Chili) bekannt und ist die international am meisten verbreitete chinesische Regionalküche. Vor allem einige typische Gerichte kennzeichnen dabei das Angebot von Szechuan-Restaurants, wie etwa Mapo Doufu („Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“), Kung-Pao-Hühnchen oder der bekannte Feuertopf (ein chinesisches Fondue, bei dem das rohe Gargut in stark und/oder mild gewürzter Brühe am Tisch zubereitet wird). Neben der vorhandenen Schärfe sind Szechuan-Gerichte jedoch auch sehr aromatisch und haben wenig mit vietnamesischem oder „pan-asiatischem“ Essen gemein.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf betrete ich also das Zhang. Das Restaurant wirkt zunächst sehr aufgeräumt und fast ein wenig zu „steril“, aber die anwesenden Besucher, vor allem Chinesen, geben dem Raum eine lebendige Atmosphäre. Die Karte ist übersichtlich und enthält ausschließlich „echte“ chinesische Angebote. Diese mögen zwar zunächst seltsam anmuten, jedoch war die Bedienung gern bereit, Empfehlungen auszusprechen. Obwohl auch Gerichte angeboten werden, die keine oder nur eine geringe Schärfe aufweisen, liegt das Augenmerk doch auf mit Chili bzw. Pepperoni gewürzten Zutaten.

Wir bestellen als Vorspeise Jiaozi (12 gebratene Teigtaschen mit einer Füllung aus Schweinefleisch und Kohl), außerdem zwei weitere Gerichte: Mapo Doufu und Tofu nach Art des Hauses. Alle drei Gerichte bewegen sich preislich bei ca. 10€.

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Jiaozi (gebratene Teigtaschen gefüllt mit Schweinefleisch und Kohl)

Wer den Blog verfolgt, weiß, dass ich chinesische Teigtaschen schon in diversen Restaurants und Imbissen getestet habe, z.B. im Nin Hao, in der Hanoi Cuisine und zuletzt in Chinas Welt. So begeistert wie im Zhang war ich davon allerdings noch nie: eine krosse Kruste und die weiche, schmackhafte Füllung werden eigentlich nur noch von dem dazu bereitgestellten Dip übertroffen. Neben dem typischen schwarzen Essig gibt es hier nämlich auch eine scharfe Soße aus Chilipaste, schwarzen Bohnen und weiteren Gewürzen, die ich leider nicht alle identifizieren konnte. Klar ist jedoch: Diesen Dip sollte man probieren! Er ist zwar scharf, aber dennoch eine Geschmackskomposition, die sehr vollmundig daherkommt.

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Mapo Doufu (Tofu nach Art der pockennarbigen Alten)

Auch die beiden anderen Gerichte kann ich nur lobend hervorheben. Das Mapo Doufu besteht tatsächlich aus Seidentofu und enthält viel Szechuanpfeffer, der typischerweise ein leicht betäubendes Gefühl im Mund zurücklässt. Lecker! Das andere Tofugericht ähnelt auf dem ersten Blick jenem, welches ich in Chinas Welt probierte. Allerdings muss ich dem Zhang das bessere Angebot bescheinigen: Die fruchtige Soße mit einer leicht scharfen Note enthält sehr viele, große Tofustücke. Das Gemüse besteht jedoch auch hier nur aus Paprika und Zwiebeln. Aufgrund der Vielfalt ist es also eher ratsam, dieses Gericht zu teilen und gemeinsam verschiedene Dinge zu probieren.

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Tofu nach Art des Hauses

Neben den Gerichten à la carte wecken noch zwei weitere Angebote mein Interesse: Von Montag bis Freitag gibt es ein Mittagsmenü, bei dem man aus vier Gerichten wählen (und kombinieren) kann für 5,90€ inkl. Suppe. Außerdem wird offenbar auch ein Feuertopfmenü angeboten. „Offenbar“, weil der entsprechende Teil in der Karte leider nur auf chinesisch verfügbar war. Allerdings kann man auch der Webseite des Restaurants entnehmen, dass es den Feuertopf inkl. Getränke für 22,80€ gibt. Wenn man telefonisch vorbestellt, erhält man sogar noch Rabatt. Einen solchen durften wir überraschenderweise auch in Anspruch nehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Zhang einmal auszuprobieren!

Fazit:
Das China-Restaurant Zhang bietet authentische Küche aus der chinesischen Provinz Szechuan. Einige Gerichte muten auf den ersten Blick vielleicht seltsam an, doch es lohnt sich. Der Geschmack des Essens weiß zu überzeugen und auch für Leute, die es nicht scharf mögen, finden sich Angebote. Unbedingt probieren sollte man die Teigtaschen!

Fakten:

Name China-Restaurant Zhang
Adresse Windmühlenstr. 22, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte ca. 9€-16€
Barrierefreiheit einige Stufen vor dem Eingang, stufenloses Betreten über zwei Metallschienen auf der Treppe möglich
Sauberkeit sehr gut

Chinas Welt

Viele der bisher vorgestellten Restaurants und Imbisse bieten vor allem vietnamesische Speisen an. Chinas Welt hingegen ist ein vor Kurzem neu eröffnetes Restaurant, das sich der authentischen chinesischen Küche verschrieben hat. Aus Leipzig kenne ich einen solchen Schwerpunkt bisher nur vom Konfuzius Tee Kultur Garten, das voraussichtlich ab Oktober in einer neuen Bleibe zu finden ist.

Chinas Welt befindet sich im Zentrum-Ost in der Nähe des Hauptbahnhofs und wird am Abend meines Tests vor allem von Chinesen besucht. Zusammen mit den durchgehend sehr guten Bewertungen auf einschlägigen Portalen im Internet verspricht das, eine sehr interessante Mahlzeit zu werden. Im Inneren des Restaurants und auf der (überdachten) Innen-Terrasse finden sich genügend Sitzmöglichkeiten. Alles ist sehr geschmackvoll eingerichtet, beispielsweise wird jeder Tisch von einer kleinen Topfpflanze verziert.

Die Speisekarte ist wie von europäischer Küche gewohnt in Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts untergliedert. Wir wollen das Essen aber dennoch ein wenig im chinesischen Stil genießen und bestellen mehrere Speisen zum Probieren. Leider ist eine der gewählten Optionen (Tofu mit fermentiertem Gemüse) nicht mehr erhältlich, wurde jedoch noch nicht von der Karte gestrichen. Einige andere Gerichte wurden hingegen bereits überklebt. Schade, aber anfängliche Schwierigkeiten bleiben wohl nicht aus. Ich entscheide mich stattdessen für ein anderes Tofu-Gericht. Außerdem gibt es noch eine Spezialitäten-Karte, auf der sich unter anderem Fischgerichte befinden, die auf einer heißen Platte serviert werden. Der bekannte chinesische Feuertopf ist nicht im Angebot, dafür findet der Kenner einige andere chinesische Spezialitäten, wie etwa Mapo Doufu.

Als Vorspeisen gab es für uns Seealgensalat und Teigtaschen, letztere je einmal gekocht mit Gemüse- und einmal gebraten mit Fleisch-Kohl-Füllung. Geschmacklich interessant ist vor allem die Gemüsefüllung, da diese aus vielen verschiedenen Komponenten (u.a. Glasnudeln, Pilze, Tofu) besteht und eine sehr charakteristische Note aufweist. Als Dip steht lediglich schwarzer Essig zur Verfügung, allerdings wird zu den gebratenen Teigtaschen auch eine extrem scharfe Soße serviert. Insgesamt hätte ich mir bei den Teigtaschen noch eine etwas größere Auswahl gewünscht, aber das ist schon eine Beschwerde auf hohem Niveau.

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Seealgensalat

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Gebratene (vorn) und gekochte Teigtaschen (hinten)

Sowohl für die Vorspeisen als auch die Hauptgerichte gilt: Alle von uns bestellten Speisen  enthalten Knoblauch. Das ist für asiatische Gerichte nicht unbedingt ungewöhnlich, aber die Menge ist doch eine Erwähnung wert. Wer Knoblauch nicht mag, sollte das also zumindest explizit erwähnen. Zu den Hauptgerichten gab es eine große Schüssel Reis, sehr hübsch angerichtet in einem Behälter mit Holzrahmen. Die Menge war großzügig bemessen.

Geschmacklich fand ich vor allem den Tofu mit scharfem Gemüse nach Art des Hauses sehr ansprechend. Allerdings muss man sich hier von den gewohnten Asia-Restaurant-Anblicken verabschieden. „Gemüse“ heißt in diesem Fall zwei verschiedene Sorten (schwarze Pilze und Paprika), dafür besteht die Portion tatsächlich hauptsächlich aus dem, was ihr den Namen gibt: Tofu. Die Schärfe war nicht übertrieben und unter Umständen an den deutschen Geschmack angepasst.

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Tofu mit scharfem Gemüse nach Art des Hauses

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Auberginen und Kartoffeln

Auch die Auberginen und Kartoffeln machten ihrem Namen alle Ehre, hier wurden als auf der Karte nicht erwähnter Bestandteil lediglich Paprikastücke hinzugefügt. Die Verwendung von für hiesige Gewohnheiten übermäßig viel Öl stört möglicherweise etwas. Dafür fungiert dieses als sehr guter Geschmacksträger und unterstreicht die Geschmacksnoten der Zutaten perfekt.

Preislich liegen die Gerichte auf mittlerem Niveau, was wohl allein angesichts ihrer Authentizität angemessen erscheint. Um viele verschiedene (kleinere) Speisen zu probieren, ist das Restaurant trotzdem nicht unbedingt geeignet, da zumindest die Hauptgang-Portionen eine entsprechende Größe haben.

Fazit:
Chinas Welt ist in Leipzig eine gute Wahl für alle, die einen ersten Einblick in authentische chinesische Küche gewinnen wollen, ohne gleich zu viel Exotik zu erleben. Geschmacklich überzeugende Gerichte treffen auf eine stilvolle Atmosphäre. Ab und an kann es jedoch auch mal lauter werden, wie in einem chinesischen Straßenimbiss.

Fakten:

Name Chinas Welt
Adresse Dohnanyistraße 11-15, 04103 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Ost
Preisspanne Hauptgerichte 9€ – 19€
Barrierefreiheit nein (zwei breite Stufen vor dem Eingang)
Sauberkeit sehr gut

Hanoi Cuisine

Und wieder gibt es ein neues vietnamesisches Restaurant in der Innenstadt. Langsam sollte das ja nicht mehr verwundern, immerhin haben die Anbieter die Zeichen der Zeit erkannt und präsentieren sich immer vielfältiger. Das Restaurant Hanoi Cuisine, über das ich in diesem Beitrag berichte, wagt einen weiteren Schritt in Richtung authentische vietnamesische Küche, indem es nicht nur die traditionellen westeuropäischen Gänge (Vor-, Haupt- und Nachspeise) offeriert, sondern auch die Möglichkeit bietet, aus mehreren kleinen Gerichten ein individuelles Menü zusammenzustellen. Diese Essgewohnheiten kannte ich bisher vor allem aus chinesischen Restaurants und war daher sehr gespannt, was das Hanoi Cuisine zu bieten hat.

Zunächst eine Warnung: Wer sich im Vorfeld des Restaurantbesuchs auf der entsprechenden Webseite erkundigt, findet neben (verdächtig vielen und einförmig guten) Bewertungen der Speisen auch die eigentliche Speisekarte. Diese weicht leider in vielen Punkten von der im Restaurant angebotenen ab, sodass eine derartige Vorbereitung wohl keinen Nutzen hat. Das Positive: Die Karte im Lokal ist nochmals um einiges vielfältiger als die online zu findende. Das Negative: Auch die Preise sind vielfältiger und in den meisten Fällen höher als auf der Webseite angepriesen. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass das Hanoi Cuisine ja erst vor einigen Wochen eröffnet wurde.

Nun aber zu dem eigentlichen Restaurantbesuch: Die Einrichtung des Lokals besticht durch viele Blickfänge. Alles ist sehr sauber und frische Blumen schmücken die einzelnen Tische. Es gibt mehrere Etagen; im Obergeschoss befindet sich ein großer Tisch, der aus einem langen Baumstamm gefertigt zu sein scheint. Im Untergeschoss gibt es eine Bar, die auch für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

In einigen Rezensionen ist zu lesen, dass die Zubereitung der Speisen recht lange dauert. Diesen Eindruck kann ich nicht bestätigen. Meine Begleitung und ich wählen verschiedene kleine Speisen, die alle vergleichsweise schnell zubereitet werden und bei uns ankommen. Es gibt verschiedene Teigtaschen, Frühlings- und Sommerrollen, sowie einen vietnamesischen Pfannkuchen aus Kokosmilch mit Gemüse und Kimchi gefüllt.

Vegetarische Sommerrollen

Vegetarische Sommerrollen

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Speisen alle liebevoll angerichtet. Die Teigtaschen werden in Bambusdämpfkörben serviert, der dazugehörige Dip findet sich wahlweise auf muschel- oder blattförmigen Tellerchen dabei. Dieser Anblick weckt die Neugier und den Appetit! Tatsächlich scheint alles frisch zubereitet zu sein, das Gemüse ist knackig und zeugt von relativ geringer Gardauer.

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Bei einem solchen Augenschmaus erwartet man natürlich eine ebenso überraschende Geschmacksexplosion, aber diese bleibt leider aus. Insgesamt sind die meisten Speisen sehr zurückhaltend gewürzt, sodass die Verwendung des Dips obligatorisch scheint, obwohl dieser selbst eine eher milde Würzung aufweist. Selbst das Kimchi in der Pfannkuchenfüllung gibt dem Gericht – vollkommen Kimchi-untypisch – kaum Schärfe. Einzig die gebratenen Teigtaschen mit Gemüsefüllung bilden hier eine Ausnahme, die wirklich zu überzeugen weiß: der intensive Gemüsemix im Inneren mit knusprigem Teigmantel darum lässt keine Wünsche offen. Davon hätte man sich glatt viel mehr gewünscht!

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Frittierte Frühlingsrollen

Frittierte Frühlingsrollen

Insgesamt sind wir mit den kleinen Speisen für insgesamt ca. 10€ pro Person gut satt geworden. Das Angebot ist vielfältig und lädt zu kleinen kulinarischen Experimenten ein.

Fazit: Mit seinem besonderen Flair und der umfangreichen Speisekarte bereichert das Hanoi Cuisine die Restaurantlandschaft der Leipziger Innenstadt. Wer gern neue Dinge probiert, kommt hier für einen guten Preis auf seine Kosten, auch wenn die lasche Würzung der Speisen doch keinen komplett positiven Eindruck hinterlässt.

Fakten:

Name Hanoi Cuisine
Adresse Brühl/Ecke Nikolaistr. 40, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 13,90€
Barrierefreiheit ja, bei Benutzung des Seiteneingangs auf der Nikolaistraße
Sauberkeit sehr gut

An Nam

Vietnamesische Restaurants findet man ja seit einiger Zeit gehäuft in Leipzig. Ein Vertreter der Gattung, welchen ich vor Kurzem besuchte, gehört jedoch zu den vergleichsweise traditionsreichen Exemplaren: das An Nam in der Gottschedstraße. Die Rezensionen auf einschlägigen Bewertungsportalen sind durchweg sehr positiv und so testete auch ich voll guter Hoffnung das Lokal.

Schon die Einrichtung weiß zu überzeugen: Stilvolle Dekorationen, die jedoch (vielleicht abgesehen von den Bildern an der Wand) nicht überladen wirken, wunderschöne Kerzenhalter auf den Tischen, gekonnt gefaltete Servietten und viele Holzelemente laden zum Bleiben ein. Der Gastraum des An Nam ist nicht riesig, aber die kleinere Anzahl der Tische passt gut zum Stil des Restaurants. Die Bedienung ist schnell und freundlich und so haben wir schon nach wenigen Sekunden die Speisekarten auf dem Tisch.

Die Preise sind ein weiterer positiver Aspekt des An Nam: Gerichte von 6 bis maximal 10€ sind in einem Restaurant nicht oft zu finden. Außerdem erwartet den Gast ein vielfältiges Angebot, wobei besonders die Kreativität der Vor- und Nachspeisen (Teigtaschen, knuspriger Tofu, Reiskuchen, …) hervorzuheben ist. Neben dem Essen gibt es auch eine große Shake- bzw. Cocktailauswahl. Neben den Gerichten auf der Karte steht auch ein wechselndes und gleichermaßen günstiges Tagesangebot zur Verfügung, welches auf großen Tafeln aufgelistet ist.

Knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße

Knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße

Wir entscheiden uns für knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße (eines der Tagesangebote, für 6,90€), gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern (5,90€) und gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse (6,90€). Vorab kann gesagt werden, dass die Portionen (trotz der günstigen Preise) reichlich ausfallen und somit gut sättigen. Daher war leider auch ein Test der Nachspeisen nicht mehr möglich ;-). Das Gemüse ist frisch verarbeitet und die gewählten Soßen überzeugen mit einer guten Schärfe. Einzig die Reisportion hätte bei dem Gericht mit Hühnchen etwas großzügiger ausfallen dürfen. Das Fleisch ist hingegen reichlich vorhanden und auch geschmacklich sehr gut, wobei das Hühnchen leider an einigen Stellen etwas knorpelig daherkam.

Gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern

Gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern

Erwähnenswert ist auch der Tee: Dieser wird in einer großen Tasse mit Deckel serviert, was zugleich hübsch anzusehen und praktisch ist, da somit kein Wasser verdunstet und der Tee nicht zu schnell auskühlt. Das Essen und die Zeit im An Nam hinterlassen ein zufriedenes Gefühl. Das Restaurant befindet sich nicht weit von der Innenstadt, sodass erneuten Besuchen sicher nichts mehr im Wege steht.

Gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse

Gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse

Fazit:
Preisleistungsverhältnis und Ambiente stimmen beim An Nam. Somit eignet sich das Lokal gut für einen Restaurantbesuch am Abend oder durch die schnelle Zubereitungszeit der Speisen für die längere Erholungspause am Mittag.

Fakten:

Name An Nam
Adresse Gottschedstr. 13, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum-West
Preisspanne Hauptgerichte 5,90€ – 9,90€
Barrierefreiheit Schwelle und Stufe am Eingang
Sauberkeit sehr gut

Chang

Abseits der allgegenwärtigen vietnamesischen Imbisse und Restaurants findet man in Leipzig doch auch immer wieder andere südostasiatische Lokale. So habe ich zuletzt ein thailändisches Restaurant besucht, das Chang in der Gottschedstraße (in der es übrigens auch an einem vietnamesischen Vertreter nicht fehlt). Dies ist das dritte hier besprochene thailändische Lokal (nach dem Tuk Tuk und dem Reunthai), so selten sind sie also gar nicht.

Das Innere des Restaurants versprüht eine gemütliche Atmosphäre, vor allem, weil es wirklich recht klein wirkt. Die Bedienung ist tatsächlich thailändisch und alle Gerichte auf der Karte sind auch mit ihrem thailändischen Namen ausgezeichnet. Die Struktur des Angebots ist – wie oft der Fall – nach Soßen sortiert. Zu diesen kann dann die Hauptkomponente (Tofu oder eine der verschiedenen Fleischsorten) gewählt werden. Die Preise auf der Abendkarte bewegen sich zwischen 8 und 16€. Die Mittagskarte beinhaltet teilweise dieselben Gerichte, allerdings sind diese interessanterweise kaum billiger. Außerdem wird eine große Auswahl an Vorspeisen (u.a. auch Suppen und Salate) angeboten.

Wir entscheiden uns für drei verschiedene Speisen: Phad Khing Tau-Hu (Tofu in Ingwer-Sojasoße), Phad Priew Whan Tau-Hu (Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten) und Gaeng Massaman Muh (Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße).

Tofu mit Ingwer in Sojasoße

Tofu mit Ingwer in Sojasoße

Bereits nach sehr kurzer Zeit konnten wir die Speisen in Empfang nehmen. Alle drei Gerichte waren geschmacklich gut. Der Ingwer war frisch und vordergründig – genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Gemüse war nur sehr eingeschränkt an die verschiedenen Soßen angepasst, allerdings gab es an Frische und Geschmack nichts auszusetzen. In Thailand werden übrigens keine Stäbchen verwendet, wie man als Europäer eventuell vermuten könnte. Zur Verfügung stehen Gabel und Löffel, wobei erstere zum Bewegen des Essens genutzt wird. Dieses wird dann auf dem Löffel zum Mund geführt.

Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße

Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße

Die Erdnuss-Currysoße hatte eine spürbare Schärfe, auch ohne entsprechende Warnung in der Karte. Allerdings sollte man dies bei thailändischem Curry wohl auch erwarten ;-). Die Portionen hatten eine mittlere Größe; wer großen Hunger hat, sollte wohl noch eine Vorspeise bestellen.

Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten

Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten

Schließlich fehlte eventuell noch das besondere Etwas, das ich beispielsweise im Tuk Tuk herausschmecken konnte. Dies lag aber vielleicht auch an der Wahl der Speise. Das soll die Gesamtwertung jedoch nicht schmälern.

Fazit:
Das Essen im Chang ist sehr schmackhaft und frisch. Die Preise befinden sich auf mittlerem Restaurantniveau und scheinen dem Gebotenen angemessen zu sein. Einzig für die Portionsgröße muss man kleine Abstriche machen. Das Geschmackserlebnis wird dadurch aber nicht geschmälert, sodass ich das Chang durchaus empfehlen kann.

Fakten:

Name Chang
Adresse Gottschedstr. 18, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum-West
Preisspanne Hauptgerichte 7,90€ – 15,90€ (Abendkarte), Mittagskarte nur wenig billiger
Barrierefreiheit 1 Stufe am Eingang und recht enge Gänge im Inneren, Obergeschoss nur über Treppe erreichbar
Sauberkeit sehr gut