Viet Village

Wo einst Winkekatzen residierten, befindet sich nun ein neues beliebtes (natürlich!) vietnamesisches Restaurant: das Viet Village. Die Innenräume dieses Lokals sind ansprechend(er) gestaltet, alles ist in Holzfarben gehalten und mit kleinen asiatischen Symbolen, Früchten und Werkzeugen dekoriert.

Ich hatte dem Viet Village bereits im Sommer einen Besuch abgestattet und war damals vor allem wegen der Wespenplage nicht wirklich zum Genießen gekommen. Die Betreiber versuchten den Wespen und Fliegen mit elektrischen Fliegenklatschen auf den Leib zu rücken. Dass das die Atmosphäre eines Restaurantbesuchs etwas stört, ist wohl verständlich. Leider hatte diese Aktion auch den unangenehmen Nebeneffekt, dass die Insekten durch die Fliegenklatsche „nur“ angeschlagen waren und dadurch umso wilder durch die Lüfte flogen. Tja, im Winter kann das nicht passieren, also habe ich noch einen Besuch gewagt. Zum Glück!

Die Karte ist auf dickem Papier gedruckt und lässt sich (wie ein Flipchart) nach oben umblättern. Es gibt viele Vorspeisen, einen gesonderten Teil für vegetarische Gerichte (nicht nur die Hauptspeisen sind so sortiert, auch vegetarische Vorspeisen sind extra ausgezeichnet), vietnamesische Spezialitäten mit Reisnudeln und Currys. Insgesamt erscheint mir die Auswahl sehr groß, aber vielleicht liegt das auch am speziellen Format der Karte. Wir entscheiden uns für Wan-Tan-Suppe und Sommerrollen als Vorspeise.

Viet Village 1

Sommerrollen mit Tofu

Viet Village 2

Wan-Tan-Suppe

Obwohl das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt ist (einige Besucher nehmen sogar längere Wartezeiten im Eingangsbereich in Kauf), ist das Essen schnell bestellt und serviert. Leider ist dem Kellner nicht mehr klar, welche der beiden bestellten Suppen nun die vegetarische Variante ist. Auch wir können das von außen nicht sehen, beides sind gefüllte Teigtaschen. Das hätte man noch etwas professioneller gestalten können. Geschmacklich sind die Vorspeisen jedoch super. Besonders möchte ich dabei den Dip für die Sommerrollen hervorheben, der eine ausgewogene Ergänzung zur Reisnudel- und Gemüsefüllung ist.

Auch die Hauptspeisen können überzeugen. Wir entscheiden uns u.a. für gebratene Reisbandnudeln und ein Curry-Gericht, jeweils mit Rind. Die Speisen sehen lecker aus und bestehen auch den Geschmackstest. Selbst das häufig als „gebratene Nudeln“ verhöhnte Asia-Standard-Gericht weiß mit viel Gemüse und Koriander zu überzeugen.

Viet Village 6

Gebratene Reisbandnudeln mit Rind

Viet Village 3

Curry mit Rind und Gemüse

Das Viet Village eignet sich sehr gut für eine Mahlzeit nach Feierabend. In der angenehmen Atmosphäre bleibt man auch gern ein wenig länger. Aufgrund der Beliebtheit sollte man aber lieber im Voraus einen Tisch bestellen.

Fazit:
Leckeres vietnamesisches Essen in einem stilvoll-rustikal eingerichteten Restaurant zu annehmbaren Preisen – was will man mehr. Hier und da läuft nicht alles ganz rund, aber insgesamt kann man das Viet Village durchaus empfehlen, auch für Vegetarier. Aufgrund der umfangreichen Karte steht mehrmaligen Besuchen nichts im Weg.

Fakten:

Name Viet Village
Adresse Grassistr. 12, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€ – 15,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut
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Pho Co

An vietnamesischen Imbissen und Restaurants mangelt es in Leipzig ja nun wirklich nicht. So habe ich mal wieder ein neues vietnamesisches Restaurant gestestet: das Pho Co in Eutritzsch.

Das Restaurant hat erst vor wenigen Wochen Neueröffnung gefeiert, ist jedoch offenbar schon sehr beliebt. An einem Donnerstag Abend kann das Pho Co viel mehr Besucher begrüßen, als ich erwartet hätte. Ausreichend Platz ist zum Glück für alle vorhanden. Obwohl das Restaurant von außen einen eher kleinen Eindruck macht, hat man innen das Gefühl, dass die Tischreihen gar kein Ende nehmen. Zunächst fällt vor allem der künstliche Koiteich ins Auge. Sobald man jedoch um die Ecke biegt, zeigt sich ein L-förmiger Raum, der Platz für viele Gäste bietet.

Die Speisekarte hält keine größeren Überraschungen bereit. Es gibt jedoch eine ganze Seite vegetarischer Gerichte und alle üblichen authentisch-vietnamesischen Gerichte (Reisnudeln mit wahlweise Rindfleisch, Schweinefleisch oder Frühlingsrollen, Glasnudelsalat usw.) stehen zur Wahl. Preislich bewegen sich die Speisen auf eher unterem Restaurant-Niveau, die meisten Gerichte sind für weniger als 10€ zu haben. Optisch hingegen gibt es bei der Speisekarte wirklich noch Verbesserungspotential. Die Schrift ist sehr klein, sodass man schonmal die Lesebrille auspacken muss. Der Getränketeil der Karte ist in bester Word-Tabellen-Manier mit schwarzen Tabellenlinien umgesetzt. Das könnte man noch etwas ansprechender gestalten.

Dafür ist die Getränkeauswahl wirklich groß, es gibt z.B. viele ungewöhnliche Teesorten, die mit frischen Zutaten statt Aufgussbeuteln zubereitet werden. Allerdings kann die große Auswahl auch zur Herausforderung werden. Ich versuche, einen frisch gepressten Orangensaft zu bestellen, scheitere aber, da die Bedienung das Getränk nicht in der Liste auf ihrem Tablet findet. Nach einigen unangenehmen Minuten des Suchens und Fragens erbarme ich mich dann und bestelle etwas anderes. Nunja, immerhin hat man danach etwas zu erzählen ;-).

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Wir entscheiden uns für einen Glasnudelsalat mit Hähnchen und Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Salat. Beide Speisen sind sehr hübsch angerichtet und wecken die Vorfreude. Und da gibt es dann wirklich keinen Grund mehr zur Beschwerde: Die Gerichte sind geschmacklich ausgewogen und haben bei allem noch das kleine Extra. Die Reisnudeln werden beispielsweise mit einem Sesamtopping verziert und in der Soße sind noch die sehr aromatischen Gewürzzutaten auszumachen. Interessanterweise wird das Fleisch in diesem Fall in der Soßenschüssel serviert. Das stellt sich als gute Entscheidung heraus, denn so nimmt es den Geschmack noch besser an, als wenn man die doch sehr dünne Soße nur darüberschüttet, wie es normalerweise empfohlen wird.

Pho Co 3

Gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln und Salat

Insgesamt wirkt die Bedienung freundlich und angenehm unaufdringlich. Trotz des gut besuchten Lokals mussten wir nicht lange auf das Essen warten. Das Restaurant macht also – abgesehen von einigen Kleinigkeiten – schon kurz nach der Eröffnung einen guten Eindruck.

Fazit:
Im Pho Co kann man gutes vietnamesisches Essen in angenehmer Atmosphäre genießen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut und auch geschmacklich und qualitativ ist das Restaurant einen Besuch wert.

Fakten:

Name Pho Co
Adresse Delitzscher Str. 80 B, 04129 Leipzig
Stadtteil Eutritzsch
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 13,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut

Ca Phao

Neue Restaurants haben es ja manchmal schwer, sich bei der Kundschaft zu etablieren. Auf das Ca Phao trifft dieser Umstand offenbar überhaupt nicht zu. Schon wenige Wochen nach der Eröffnung ist am Abend in dem kleinen Lokal auf der Karli kaum ein Tisch frei.

Im Ca Phao gibt es vietnamesisches Street Food. Das scheint ein im Moment beliebtes Konzept zu sein, was sicher nicht zuletzt daran liegt, dass sich Begriffe wie Pho, Sommerrollen und Reisnudeln in den letzten Jahren im allgemeinen Verständnis von vietnamesischer Küche festgesetzt haben. Und Street Food gewinnt sowieso stetig an Beliebtheit.

Das Ca Phao hat mehr Tische auf der Freisitzfläche als im Inneren. Die Karte liest sich interessant und ich finde tatsächlich ein paar Gerichte, die nicht in jedem vietnamesischen Imbiss zu haben sind. Als Vorspeise gibt es trotzdem erstmal Sommerrollen. Außerdem entscheiden wir uns für Salat mit Tofu und eingelegten (Thai-)Auberginen (6,50€) und von Betelblättern ummantelte Fleischspieße mit Reisnudeln (7,50€).

Ca Phao 2

Sommerrollen mit Hähnchen

Die Sommerrollen überzeugen mich sofort! Zwar ist der Bastkorb mit einem einzelnen Papier dazwischen etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Geschmack ist wirklich sehr gut und ich beginne schon zu überlegen, ob ich schonmal bessere Sommerrollen gegessen habe. Die dazu gereichte Soße ist vollmundig und ergänzt die Frische der Rollen hervorragend.

Ca Phao 4

Salat mit Tofu und eingelegten Auberginen

Nachdem solch hohe Erwartungen geweckt wurden, kann der Hauptgang doch nicht ganz mithalten. Der Salat ist frisch, aber es fehlen die versprochenen Reisteile und der Tofu schmeckt eher nach Frittierfett als nach etwas anderem. Dafür ist das Fleisch in Betelblättern schon optisch eine interessante Erfahrung! Auch dieses Gericht wird in einem Bastkörbchen serviert und ich stelle fest, dass die sonst übliche Vorgehensweise, die Soße über die Nudeln zu kippen, hier nicht funktioniert.

Ca Phao 3

Fleischspieße mit Betelblättern umwickelt, Salat und Reisnudeln

Die Bedienung erschien noch ein kleines bisschen überfordert mit der Menge an Gästen, aber das wird sich sicher im Laufe der Zeit noch ändern.

Fazit:
Im Ca Phao gibt es vietnamesisches Street Food zu guten Preisen. Besonders die Sommerrollen sollte man probieren! Die Karte ist recht umfangreich und bietet noch viele andere interessante Gerichte, auch wenn sie der Beschreibung nicht immer ganz entsprechen.

Fakten:

Name Ca Phao
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 114, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 5€ – 8,50€
Barrierefreiheit Freisitz ebenerdig, eine Stufe am Eingang
Sauberkeit gut

Restaurant Ginseng

Nach längerer Zeit war ich mal wieder im Norden Leipzigs unterwegs und habe dort ein Restaurant besucht, das schon länger auf der Blog-To-Do-Liste stand. Das Restaurant Ginseng liegt etwas nördlich des Coppiplatzes und bietet Speisen aus verschiedenen asiatischen Landesküchen. Passend zum Namen gibt es hier den eher selten zu findenden, süßlich-herb schmeckenden Tee aus der Ginseng-Wurzel.

Die Räumlichkeiten des Restaurants erscheinen zwar verwinkelt, boten aber während meines Besuchs auch Platz für eine größere Gruppe. Die Speisekarte ist asiatypisch groß, allerdings etwas unübersichtlich geordnet (beispielsweise findet sich ein Teil des Getränkeangebots bei den Desserts, wo es leicht übersehen wird). Bei den meisten Speisen wird darauf hingewiesen, aus welchem Land das Gericht stammt. Da findet man von China über Thailand, Vietnam und Malaysia die meisten beliebten Klassiker. Die Preise sind in der Mittelklasse angesiedelt, die meisten Fleischgerichte kosten über 10€. Neben der Mittags- und Abendkarte gibt es auch Gerichte für Kinder.

Eine Besonderheit stellt das extra ausgewiesene Angebot von Dim Sum dar. Dim Sum sind kleine Speisen oder Snacks, zu den bekanntesten darunter gehören hierzulande Teigtaschen in Form von Frühlingsrollen oder gefüllten Hefeteigklößchen (Baozi). Leider ist die Auswahl im Ginseng nicht besonders groß, fast alle Angebote enthalten Meeresfrüchte.
Weitere Besonderheiten sind das Peking-Enten-Menü (99€ für 4 Personen) und die vegane Ente. Die Speisekarte ist übrigens (inkl. Preise) auf der Homepage des Restaurants abrufbar. Das ist bei Leipziger asiatischen Restaurants eine Seltenheit.

Ginseng Suppe

Peking-Suppe

Wir entscheiden uns für Peking-Suppe, einen Glasnudelsalat mit Hühnchen und gebratenen Brokkoli mit Tongku-Pilzen (das ist ein anderer Name für die gebräuchlichere Bezeichnung Shiitake). Zum Dessert gibt es gebackenes Eis mit Obst.

Ginseng Glasnudelsalat

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Wie leider in Restaurants mit „Misch-Küche“ häufig üblich, sind die Gerichte geschmacklich eher Mittelmaß. Die Peking-Suppe liegt auf der süß-sauren statt auf der scharfen Seite; hat jedoch recht viel Einlage. Der Glasnudelsalat ist mit einer vietnamesischen Soße gewürzt und hübsch angerichtet, allerdings sind die Nudeln noch etwas hart, was zumindest das Geschmackserlebnis etwas schmälert. Zum Brokkoli-Gericht gibt es eine dunkle Soße, die zwar Sojasoße enthält, aber dennoch nicht viel Geschmack bietet. Das ist schade, da Brokkoli eigentlich ein toller Geschmacksträger ist, der Soßen aufsaugt und somit eine schöne Kombination aus Gemüse und Würzung schaffen kann. Die Pilze sind gut, allerdings hätten es davon durchaus noch ein paar mehr sein dürfen.

Ginseng Brokkoli

Brokkoli und Tongku-Pilze in dunkler Soße

Auf das Dessert mussten wir leider ziemlich lange warten. Kurz bevor wir zahlen und das Restaurant verlassen wollten, erhielten wir es dann doch noch. Optisch kann sich diese Zusammenstellung wirklich sehen lassen! In der Mitte befindet sich eine Kugel Eis im Teigmantel. Um das gebackene Eis sind verschiedene Obststücke und Schokosoße angerichtet. Das Obst ist leider nicht alles frisch, die Himbeeren sind teilweise noch gefroren. Geschmacklich lohnt sich dieses Dessert dennoch.

Ginseng Dessert

Gebackenes Eis mit Obst, Sahne und Schokosoße

Ein Fazit für das Restaurant Ginseng fällt mir gar nicht so leicht, schließlich gibt es einige positive und ein paar negative Aspekte zu bedenken. Sicher ist jedenfalls, dass aufgrund des großen Angebots und der Konformität der Gerichte mit europäischen Geschmacksgewohnheiten verschiedene Zielgruppen angesprochen werden.

Fazit:
Das Restaurant Ginseng bietet viele Gerichte aus verschiedenen asiatischen Ländern in einer gemütlichen Atmosphäre. Für die restauranttypischen Preise könnte man etwas differenziertere Geschmackserlebnisse erwarten. Aufgrund des vielfältigen Angebots ist das Restaurant am besten geeignet für Gruppen mit unterschiedlichen Wünschen an asiatisches Essen.

Fakten:

Name Restaurant Ginseng
Adresse Stauffenbergstr. 1, 04157 Leipzig
Stadtteil Gohlis-Mitte
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€-17,50€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar

Offenbar ist asiatische Küche in Reudnitz sehr beliebt, denn die Nachricht, dass es ein neues vietnamesisches Restaurant im Viertel gibt, verbreitete sich rasant. Nur bis zu mir ist sie nicht vorgedrungen, ich brauchte erst einen persönlichen Weckruf. Der kam von Martin, dem Verfasser des bekannten Blogs Dunkel. Dreckig. Reudnitz., höchstpersönlich. Er wurde nämlich mehrfach gebeten, diesem Restaurant namens Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar einen Besuch abzustatten. Gemeinsam testeten wir also das hochgelobte Lokal.

Martin1

Essen mit der Reudnitzer Prominenz ;-)

Normalerweise lese ich im Vorfeld keine Rezensionen, diesmal habe ich es aber doch getan. Und war sehr überrascht, dass sie fast ausschließlich sehr positiv ausfielen! Da gab es nicht die kleinste Kritik, bei Google spiegelt sich das in 4,9 von 5 Sternen wider. Nur der Wunsch, dass noch mehr Leute dieses Restaurant besuchen, wurde hier und da geäußert. Das ist schon etwas merkwürdig, umso mehr war ich auf das Essen und Ambiente gespannt.

Auf den ersten Blick erweckt das Innere des Lokals, das vorwiegend in schwarz und weiß gehalten ist, einen einladenden Eindruck. Neben diversen kleineren Tischen gibt es einen großen in der Mitte des Raums, an dem auch Gruppen mit vielen Personen Platz finden. Die Speisekarte hat ein hübsches Deckblatt aus Holz mit dem Maskottchen des Hauses, einem Panda.

Der Inhalt der Karte zeigt deutlich, was der Name des Lokals schon erahnen lässt: Es handelt sich nicht um ein rein vietnamesisches Restaurant; der japanische Teil ist ebenso stark vertreten. Dafür sorgt nicht nur die große Sushi-Karte, es werden auch diverse japanische Vorspeisen wie Gyoza oder Miso-Suppe angeboten. Der vietnamesische Teil bietet die bekannten Pho-Suppen, verschiedene Gerichte mit Glas- und Reisnudeln, sowie die für asiatische Restaurants typischen Kombinationen von Fleisch, Gemüse und Soße (allerdings in teilweise ungewöhnlichen Zusammenstellungen, wie etwa Ente in Avocado-Soße). Wir entscheiden uns für eine gemischte Vorspeisenplatte, Pho mit Rindfleisch und Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und hausgemachter Soße). Martin wagt sich auch noch an Sushi mit flambierten Jakobsmuscheln.

Vorspeisenplatte

Vorspeisenplatte

Auf der Vorspeisenplatte gibt es einige der angebotenen Speisen zum Probieren: Frühlings- und Sommerrollen, Teigtaschen im Bambusdämpfkorb (vegetarisch und mit Shrimps), einen Salat und Krabbenchips. Dazu werden drei Dips gereicht: süß-saure Soße, hausgemachte Soße und Sojasoße. Unser Favorit ist eindeutig die hausgemachte Soße. Die Gyoza (das ist die japanische Variante der chinesischen Jiaozi, in diesem Fall vegetarische Teigtaschen) waren besonders aromatisch, aber auch die anderen Kostproben waren lecker. Nur von den Frühlingsrollen hätte ich, abgesehen vom Teig, geschmacklich etwas mehr erwartet.

Pho Rindfleisch

Pho mit Rindfleisch

Auch die beiden Hauptgerichte konnten sich sehen lassen: Die Pho schmeckt nach den vielen enthaltenen vietnamesischen Kräutern (u.a. Koriander), so muss es sein! Das Rindfleisch war als medium in der Karte gekennzeichnet, davon konnten wir allerdings nicht (mehr) viel erkennen, das Fleisch war gut durchgegart.
Die Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch sind ein weiterer vietnamesischer Klassiker. Auch hier überrascht vor allem das Fleisch, welches u.a. mit Zitronengras gewürzt wurde. Teilweise handelt es sich auch um gut gegrilltes Bauchfleisch. Neben den Reisnudeln und dem frischen Salat, der auch mit Kräutern bestückt ist, gibt es eine hausgemachte Soße. Diese hat einen deutlichen Knoblauchanteil und ergänzt das Gericht geschmacklich und optisch wunderbar.  Beide Portionen sind überdurchschnittlich groß, sodass man davon gut satt wird.

Reisnudeln Schweinefleisch

Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Salat)

Hausgemachte Soße

Hausgemachte Soße

Zum Abschluss befragt uns der Kellner noch eingehend, woher wir das Restaurant kennen und warum wir denn die Gemütlichkeit des Lokals schon verlassen wollen ;-). Man kann durchaus sagen, dass die vielen positiven Bewertungen des Orici ihre Berechtigung haben. Es ist nicht das einzige entsprechende vietnamesische Restaurant in Leipzig (ich denke hier beispielsweise an das vergleichbare Pho Viet in der Innenstadt), aber dennoch ist das Lokal eine überzeugende und schmackhafte Ergänzung der Reudnitzer Gastrolandschaft.

Fazit:
Im Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar gibt es sowohl vietnamesische als auch japanische Küche. Die Gerichte sind schmackhaft, reichhaltig und werden zu angemessenen Preisen angeboten. Wer einen Abend mit exotischen Geschmäckern in ansprechendem Ambiente verbringen will, ist im Orici gut aufgehoben.

Fakten:

Name Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar
Adresse Kurt-Günther-Str. 3, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 8,50€ – 16,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Mr. Thong Sushi & more

Ein Spaziergang über die Karli fördert ja immer interessante Entdeckungen zutage. Diesmal habe ich gleich zwei neue asiatische Lokale erspäht. Eines davon ist das kleine Restaurant Mr. Thong Sushi & more. Der Name lässt zwar eindeutig vor allem Sushi vermuten, allerdings findet man dort auch eine beinahe ebenso große Auswahl an warmen asiatischen Speisen. (Das Sushi habe ich wie üblich nicht getestet.)

Obwohl Mr. Thong von außen wie ein Imbiss anmutet, erinnert die Atmosphäre im Inneren doch eher an ein Restaurant. Es gibt einige kleine Tische, an denen man auch bedient wird. Alles ist sauber und lässt erkennen, dass das Lokal noch nicht lange besteht. Die Preise sind auf Imbissniveau gehalten, was den Laden perfekt für ungezwungene Feierabend-Treffen macht. An einem Abend unter der Woche waren jedenfalls alle Tisch besetzt.

Wir entscheiden uns für Frühlingsrollen und Tom Kha Gai (thailändische Suppe mit Hühnchen, Gemüse und roter Currypaste) als Vorspeise. Diese Gerichte sind auf passenden Tellern bzw. Schüsseln sehr hübsch angerichtet; teilweise ergänzt durch einen kleinen Salat mit Senfdressing. Offenbar ist auch alles selbstgemacht (gerade bei Frühlingsrollen ist das ja keine Selbstverständlichkeit).

Thong Tom Kha Gai

Tom Kha Gai (Suppe mit Gemüse, Hühnchen und rotem Curry)

Thong Frühlingsrolle

Frühlingsrollen mit Dip und Salat

Als Hauptspeisen probieren wir Hühnchen bzw. Ente in Mangosoße, sowie Rind in Thai-Curry. Das Fleisch ist größtenteils zart (das ist besonders bei Rindfleisch durchaus erwähnenswert) und reichlich vorhanden. Etwas enttäuscht bin ich jedoch von der Mangosoße. Letztere ist vor allem süß, der Mangogeschmack ist höchstens ab und an zu erahnen. Fruchtstücke, die eigentlich in der Karte versprochen werden, fehlen vollkommen. Das Gemüse ist frisch, jedoch hätte es davon ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Das Reis-Soßen-Verhältnis ist dafür ausgewogen.

Thong Ente

Knusprige Ente in Mangosoße

Thong Huhn

Knuspriges Hühnchen in Mangosoße (das Gemüse versteckt sich unter dem Fleisch)

Thong Rind

Rindfleisch in Thai-Curry

Insgesamt dürften die Gerichte also vor allem bei Fleischliebhabern auf Gefallen stoßen, da das Fleisch bei allen drei Speisen den Hauptanteil ausmachte. Daher sind die Portionsgrößen auch für den durchschnittlichen Hunger ausreichend. Zum Abschluss gab es für uns und einige andere Besucher ein Dessert aufs Haus: Götterspeise in einer kleinen Teetasse. Solche Aufmerksamkeiten sind auf jeden Fall ein Lob wert und lassen die Mahlzeit mit positiven Eindrücken enden.

Am Abend meines Besuchs bestellten die meisten Leute übrigens gar kein Sushi. Ob das Zufall war oder nicht, bleibt der weiteren Forschung überlassen ;-).

Fazit:
Mr. Thong Sushi & more ist ein kleines Restaurant mit Preisen auf Imbissniveau direkt auf der belebten Karli. Die Speisen sind liebevoll angerichtet und frisch, allerdings teilweise geschmacklich nicht vollkommen zufriedenstellend. Für einen entspannten Feierabend eignet sich das Lokal jedoch allemal.

Fakten:

Name Mr. Thong Sushi & more
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 101, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 10€ (ohne Sushi)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Restaurant Asia Küche

Dieses Restaurant hat mich wirklich überrascht! Das sind die schönen Momente bei Gastrotests: Ich habe eine bestimmte Erwartung, weil ich ja vermeintlich schon in vielen vergleichbaren Restaurants war. Manchmal schafft es ein Lokal dann aber doch, die eingefahrenen Wege zu verlassen und mich in Staunen zu versetzen. Genau das ist bei der Asia Küche passiert.

Aber schön der Reihe nach: Die Räumlichkeiten des Restaurants waren mir schon bekannt, da sich dort vor einiger Zeit noch das Neun Drachen befand, über das ich damals berichtet hatte. Insgesamt erschien mir die Ausstattung jetzt farblich etwas stimmiger. Alles ist in warmen braun-goldenen Tönen gehalten. Es gibt sehr viele Tische, sodass man dort auch in der Gruppe bequem einen Platz findet. Außerdem ist das Restaurant nach wie vor über einen Aufzug barrierefrei zu erreichen.

Mein erster Blick in die Karte offenbarte zunächst nichts Außergewöhnliches. Die übliche Aufteilung der Gerichte nach Fleischarten mit den bekannten Soßen (süß-sauer, Curry, scharf) entsprach meinen Erwartungen. Allerdings gab es nur zwei fleischlose Gerichte, was für ein Restaurant dieser Größenordnung schon etwas enttäuschend ist. Am Ende der Speisekarte kam dann die Überraschung zum Vorschein: drei Seiten mit authentisch chinesischen Gerichten! Das hätte ich einem Asia-Restaurant in Schönefeld wirklich nicht zugetraut. Aber offenbar sind die Inhaber Chinesen und bieten dem interessierten Publikum auch einige authentische Speisen an. Super! Bei der Aussicht auf solch ein Essen mussten wir den ersten Teil der Karte leider ignorieren ;-).

Besonders gefreut habe ich mich, dass auch ein kleines Gericht im Angebot ist, welches ich bislang in Leipzig nur vereinzelt angetroffen habe: gefüllte Klebreisbällchen. Die mussten natürlich gleich probiert werden. Die „Sauergemüse-Pizza“ war leider aus, sodass wir stattdessen die mit Schweinefleisch gefüllten Teigtaschen (Baozi) wählten. Während die Klebreisbällchen wirklich ein Genuss waren (die tolle mochi-artige Konsistenz und die knusprige Erdnussfüllung bilden ein sehr empfehlenswertes gegensätzliches Geschmackserlebnis), haben mich die Baozi aufgrund der faden Würzung nicht überzeugen können. Auch die Wartezeit enttäuscht: Die Zubereitung der Vorspeisen hat – obwohl nur wenige Tische besetzt waren – ungewöhnlich lange gedauert.

Asia Küche 1

Klebreisbällchen mit Erdnussfüllung

Asia Küche 0

Teigtaschen mit Schweinefleisch gefüllt

Neben diesen Häppchen haben wir noch zwei größere Gerichte probiert: das traditionelle Mapo Tofu und trocken gebratenen Tofu mit Bohnen. Auf den ersten Blick waren die Portionsgrößen nicht sehr üppig, aber dieser Eindruck täuschte. Zusammen mit dem Reis sättigten die Gerichte durchaus. Das Mapo Tofu war zwar nicht so scharf, wie es authentisch gewesen wäre, aber durchaus geschmacklich gut und ausgewogen. Leider gab es hier keinen Seidentofu, sondern die festere Variante.

Asia Küche 3

Mapo Tofu (Tofu und Hackfleisch in scharfer Soße)

Asia Küche 2

Trocken gebratener Tofu mit Bohnen

Bei den Bohnen des zweiten Gerichts handelte es sich nicht um grüne Bohnen, sondern um Sojabohnen. Dazu gab es fermentiertes Gemüse (allein dafür lohnt sich das Probieren schon!) und gebratenen Räuchertofu. Geschmacklich hat dieser gut zu den restlichen Zutaten gepasst, allerdings hatte ich doch eher eine „asiatischere“ Tofuvariante erwartet. Dieses Gericht wurde ohne Soße serviert, allerdings war eine solche für mein Empfinden auch nicht unbedingt nötig. Auf diese Weise kamen die einzelnen Komponenten der Speise geschmacklich besser zur Geltung.

Zum Abschluss gab es noch die typischen Glückskekse und ein Gläschen Pflaumenwein aufs Haus. Insgesamt hat das Restaurant einen überraschend positiven Eindruck auf mich gemacht.

Fazit:
Im Restaurant Asia Küche gibt es sowohl die asiatischen Standards, als auch sehr schmackhafte authentisch chinesische Gerichte. Das Lokal bietet viel Platz und ist barrierefrei erreichbar. Für Vegetarier ist es aufgrund des sehr beschränkten Angebots an fleischlosen Gerichten jedoch eher ungeeignet.

Fakten:

Name Restaurant Asia Küche
Adresse Löbauer Straße 68, 04347 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 5,90-7,90€ (Mittagskarte), 5,90-14,90€ (Abendkarte), 7,90-15,90€ (chinesische Karte)
Barrierefreiheit ja; Restaurant im 1. Stock, Aufzug vorhanden (links hinter Glastür unter der Treppe)
Sauberkeit gut