Ca Phao

Neue Restaurants haben es ja manchmal schwer, sich bei der Kundschaft zu etablieren. Auf das Ca Phao trifft dieser Umstand offenbar überhaupt nicht zu. Schon wenige Wochen nach der Eröffnung ist am Abend in dem kleinen Lokal auf der Karli kaum ein Tisch frei.

Im Ca Phao gibt es vietnamesisches Street Food. Das scheint ein im Moment beliebtes Konzept zu sein, was sicher nicht zuletzt daran liegt, dass sich Begriffe wie Pho, Sommerrollen und Reisnudeln in den letzten Jahren im allgemeinen Verständnis von vietnamesischer Küche festgesetzt haben. Und Street Food gewinnt sowieso stetig an Beliebtheit.

Das Ca Phao hat mehr Tische auf der Freisitzfläche als im Inneren. Die Karte liest sich interessant und ich finde tatsächlich ein paar Gerichte, die nicht in jedem vietnamesischen Imbiss zu haben sind. Als Vorspeise gibt es trotzdem erstmal Sommerrollen. Außerdem entscheiden wir uns für Salat mit Tofu und eingelegten (Thai-)Auberginen (6,50€) und von Betelblättern ummantelte Fleischspieße mit Reisnudeln (7,50€).

Ca Phao 2

Sommerrollen mit Hähnchen

Die Sommerrollen überzeugen mich sofort! Zwar ist der Bastkorb mit einem einzelnen Papier dazwischen etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Geschmack ist wirklich sehr gut und ich beginne schon zu überlegen, ob ich schonmal bessere Sommerrollen gegessen habe. Die dazu gereichte Soße ist vollmundig und ergänzt die Frische der Rollen hervorragend.

Ca Phao 4

Salat mit Tofu und eingelegten Auberginen

Nachdem solch hohe Erwartungen geweckt wurden, kann der Hauptgang doch nicht ganz mithalten. Der Salat ist frisch, aber es fehlen die versprochenen Reisteile und der Tofu schmeckt eher nach Frittierfett als nach etwas anderem. Dafür ist das Fleisch in Betelblättern schon optisch eine interessante Erfahrung! Auch dieses Gericht wird in einem Bastkörbchen serviert und ich stelle fest, dass die sonst übliche Vorgehensweise, die Soße über die Nudeln zu kippen, hier nicht funktioniert.

Ca Phao 3

Fleischspieße mit Betelblättern umwickelt, Salat und Reisnudeln

Die Bedienung erschien noch ein kleines bisschen überfordert mit der Menge an Gästen, aber das wird sich sicher im Laufe der Zeit noch ändern.

Fazit:
Im Ca Phao gibt es vietnamesisches Street Food zu guten Preisen. Besonders die Sommerrollen sollte man probieren! Die Karte ist recht umfangreich und bietet noch viele andere interessante Gerichte, auch wenn sie der Beschreibung nicht immer ganz entsprechen.

Fakten:

Name Ca Phao
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 114, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 5€ – 8,50€
Barrierefreiheit Freisitz ebenerdig, eine Stufe am Eingang
Sauberkeit gut
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Restaurant Ginseng

Nach längerer Zeit war ich mal wieder im Norden Leipzigs unterwegs und habe dort ein Restaurant besucht, das schon länger auf der Blog-To-Do-Liste stand. Das Restaurant Ginseng liegt etwas nördlich des Coppiplatzes und bietet Speisen aus verschiedenen asiatischen Landesküchen. Passend zum Namen gibt es hier den eher selten zu findenden, süßlich-herb schmeckenden Tee aus der Ginseng-Wurzel.

Die Räumlichkeiten des Restaurants erscheinen zwar verwinkelt, boten aber während meines Besuchs auch Platz für eine größere Gruppe. Die Speisekarte ist asiatypisch groß, allerdings etwas unübersichtlich geordnet (beispielsweise findet sich ein Teil des Getränkeangebots bei den Desserts, wo es leicht übersehen wird). Bei den meisten Speisen wird darauf hingewiesen, aus welchem Land das Gericht stammt. Da findet man von China über Thailand, Vietnam und Malaysia die meisten beliebten Klassiker. Die Preise sind in der Mittelklasse angesiedelt, die meisten Fleischgerichte kosten über 10€. Neben der Mittags- und Abendkarte gibt es auch Gerichte für Kinder.

Eine Besonderheit stellt das extra ausgewiesene Angebot von Dim Sum dar. Dim Sum sind kleine Speisen oder Snacks, zu den bekanntesten darunter gehören hierzulande Teigtaschen in Form von Frühlingsrollen oder gefüllten Hefeteigklößchen (Baozi). Leider ist die Auswahl im Ginseng nicht besonders groß, fast alle Angebote enthalten Meeresfrüchte.
Weitere Besonderheiten sind das Peking-Enten-Menü (99€ für 4 Personen) und die vegane Ente. Die Speisekarte ist übrigens (inkl. Preise) auf der Homepage des Restaurants abrufbar. Das ist bei Leipziger asiatischen Restaurants eine Seltenheit.

Ginseng Suppe

Peking-Suppe

Wir entscheiden uns für Peking-Suppe, einen Glasnudelsalat mit Hühnchen und gebratenen Brokkoli mit Tongku-Pilzen (das ist ein anderer Name für die gebräuchlichere Bezeichnung Shiitake). Zum Dessert gibt es gebackenes Eis mit Obst.

Ginseng Glasnudelsalat

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Wie leider in Restaurants mit „Misch-Küche“ häufig üblich, sind die Gerichte geschmacklich eher Mittelmaß. Die Peking-Suppe liegt auf der süß-sauren statt auf der scharfen Seite; hat jedoch recht viel Einlage. Der Glasnudelsalat ist mit einer vietnamesischen Soße gewürzt und hübsch angerichtet, allerdings sind die Nudeln noch etwas hart, was zumindest das Geschmackserlebnis etwas schmälert. Zum Brokkoli-Gericht gibt es eine dunkle Soße, die zwar Sojasoße enthält, aber dennoch nicht viel Geschmack bietet. Das ist schade, da Brokkoli eigentlich ein toller Geschmacksträger ist, der Soßen aufsaugt und somit eine schöne Kombination aus Gemüse und Würzung schaffen kann. Die Pilze sind gut, allerdings hätten es davon durchaus noch ein paar mehr sein dürfen.

Ginseng Brokkoli

Brokkoli und Tongku-Pilze in dunkler Soße

Auf das Dessert mussten wir leider ziemlich lange warten. Kurz bevor wir zahlen und das Restaurant verlassen wollten, erhielten wir es dann doch noch. Optisch kann sich diese Zusammenstellung wirklich sehen lassen! In der Mitte befindet sich eine Kugel Eis im Teigmantel. Um das gebackene Eis sind verschiedene Obststücke und Schokosoße angerichtet. Das Obst ist leider nicht alles frisch, die Himbeeren sind teilweise noch gefroren. Geschmacklich lohnt sich dieses Dessert dennoch.

Ginseng Dessert

Gebackenes Eis mit Obst, Sahne und Schokosoße

Ein Fazit für das Restaurant Ginseng fällt mir gar nicht so leicht, schließlich gibt es einige positive und ein paar negative Aspekte zu bedenken. Sicher ist jedenfalls, dass aufgrund des großen Angebots und der Konformität der Gerichte mit europäischen Geschmacksgewohnheiten verschiedene Zielgruppen angesprochen werden.

Fazit:
Das Restaurant Ginseng bietet viele Gerichte aus verschiedenen asiatischen Ländern in einer gemütlichen Atmosphäre. Für die restauranttypischen Preise könnte man etwas differenziertere Geschmackserlebnisse erwarten. Aufgrund des vielfältigen Angebots ist das Restaurant am besten geeignet für Gruppen mit unterschiedlichen Wünschen an asiatisches Essen.

Fakten:

Name Restaurant Ginseng
Adresse Stauffenbergstr. 1, 04157 Leipzig
Stadtteil Gohlis-Mitte
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€-17,50€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar

Offenbar ist asiatische Küche in Reudnitz sehr beliebt, denn die Nachricht, dass es ein neues vietnamesisches Restaurant im Viertel gibt, verbreitete sich rasant. Nur bis zu mir ist sie nicht vorgedrungen, ich brauchte erst einen persönlichen Weckruf. Der kam von Martin, dem Verfasser des bekannten Blogs Dunkel. Dreckig. Reudnitz., höchstpersönlich. Er wurde nämlich mehrfach gebeten, diesem Restaurant namens Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar einen Besuch abzustatten. Gemeinsam testeten wir also das hochgelobte Lokal.

Martin1

Essen mit der Reudnitzer Prominenz ;-)

Normalerweise lese ich im Vorfeld keine Rezensionen, diesmal habe ich es aber doch getan. Und war sehr überrascht, dass sie fast ausschließlich sehr positiv ausfielen! Da gab es nicht die kleinste Kritik, bei Google spiegelt sich das in 4,9 von 5 Sternen wider. Nur der Wunsch, dass noch mehr Leute dieses Restaurant besuchen, wurde hier und da geäußert. Das ist schon etwas merkwürdig, umso mehr war ich auf das Essen und Ambiente gespannt.

Auf den ersten Blick erweckt das Innere des Lokals, das vorwiegend in schwarz und weiß gehalten ist, einen einladenden Eindruck. Neben diversen kleineren Tischen gibt es einen großen in der Mitte des Raums, an dem auch Gruppen mit vielen Personen Platz finden. Die Speisekarte hat ein hübsches Deckblatt aus Holz mit dem Maskottchen des Hauses, einem Panda.

Der Inhalt der Karte zeigt deutlich, was der Name des Lokals schon erahnen lässt: Es handelt sich nicht um ein rein vietnamesisches Restaurant; der japanische Teil ist ebenso stark vertreten. Dafür sorgt nicht nur die große Sushi-Karte, es werden auch diverse japanische Vorspeisen wie Gyoza oder Miso-Suppe angeboten. Der vietnamesische Teil bietet die bekannten Pho-Suppen, verschiedene Gerichte mit Glas- und Reisnudeln, sowie die für asiatische Restaurants typischen Kombinationen von Fleisch, Gemüse und Soße (allerdings in teilweise ungewöhnlichen Zusammenstellungen, wie etwa Ente in Avocado-Soße). Wir entscheiden uns für eine gemischte Vorspeisenplatte, Pho mit Rindfleisch und Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und hausgemachter Soße). Martin wagt sich auch noch an Sushi mit flambierten Jakobsmuscheln.

Vorspeisenplatte

Vorspeisenplatte

Auf der Vorspeisenplatte gibt es einige der angebotenen Speisen zum Probieren: Frühlings- und Sommerrollen, Teigtaschen im Bambusdämpfkorb (vegetarisch und mit Shrimps), einen Salat und Krabbenchips. Dazu werden drei Dips gereicht: süß-saure Soße, hausgemachte Soße und Sojasoße. Unser Favorit ist eindeutig die hausgemachte Soße. Die Gyoza (das ist die japanische Variante der chinesischen Jiaozi, in diesem Fall vegetarische Teigtaschen) waren besonders aromatisch, aber auch die anderen Kostproben waren lecker. Nur von den Frühlingsrollen hätte ich, abgesehen vom Teig, geschmacklich etwas mehr erwartet.

Pho Rindfleisch

Pho mit Rindfleisch

Auch die beiden Hauptgerichte konnten sich sehen lassen: Die Pho schmeckt nach den vielen enthaltenen vietnamesischen Kräutern (u.a. Koriander), so muss es sein! Das Rindfleisch war als medium in der Karte gekennzeichnet, davon konnten wir allerdings nicht (mehr) viel erkennen, das Fleisch war gut durchgegart.
Die Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch sind ein weiterer vietnamesischer Klassiker. Auch hier überrascht vor allem das Fleisch, welches u.a. mit Zitronengras gewürzt wurde. Teilweise handelt es sich auch um gut gegrilltes Bauchfleisch. Neben den Reisnudeln und dem frischen Salat, der auch mit Kräutern bestückt ist, gibt es eine hausgemachte Soße. Diese hat einen deutlichen Knoblauchanteil und ergänzt das Gericht geschmacklich und optisch wunderbar.  Beide Portionen sind überdurchschnittlich groß, sodass man davon gut satt wird.

Reisnudeln Schweinefleisch

Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Salat)

Hausgemachte Soße

Hausgemachte Soße

Zum Abschluss befragt uns der Kellner noch eingehend, woher wir das Restaurant kennen und warum wir denn die Gemütlichkeit des Lokals schon verlassen wollen ;-). Man kann durchaus sagen, dass die vielen positiven Bewertungen des Orici ihre Berechtigung haben. Es ist nicht das einzige entsprechende vietnamesische Restaurant in Leipzig (ich denke hier beispielsweise an das vergleichbare Pho Viet in der Innenstadt), aber dennoch ist das Lokal eine überzeugende und schmackhafte Ergänzung der Reudnitzer Gastrolandschaft.

Fazit:
Im Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar gibt es sowohl vietnamesische als auch japanische Küche. Die Gerichte sind schmackhaft, reichhaltig und werden zu angemessenen Preisen angeboten. Wer einen Abend mit exotischen Geschmäckern in ansprechendem Ambiente verbringen will, ist im Orici gut aufgehoben.

Fakten:

Name Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar
Adresse Kurt-Günther-Str. 3, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 8,50€ – 16,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Mr. Thong Sushi & more

Ein Spaziergang über die Karli fördert ja immer interessante Entdeckungen zutage. Diesmal habe ich gleich zwei neue asiatische Lokale erspäht. Eines davon ist das kleine Restaurant Mr. Thong Sushi & more. Der Name lässt zwar eindeutig vor allem Sushi vermuten, allerdings findet man dort auch eine beinahe ebenso große Auswahl an warmen asiatischen Speisen. (Das Sushi habe ich wie üblich nicht getestet.)

Obwohl Mr. Thong von außen wie ein Imbiss anmutet, erinnert die Atmosphäre im Inneren doch eher an ein Restaurant. Es gibt einige kleine Tische, an denen man auch bedient wird. Alles ist sauber und lässt erkennen, dass das Lokal noch nicht lange besteht. Die Preise sind auf Imbissniveau gehalten, was den Laden perfekt für ungezwungene Feierabend-Treffen macht. An einem Abend unter der Woche waren jedenfalls alle Tisch besetzt.

Wir entscheiden uns für Frühlingsrollen und Tom Kha Gai (thailändische Suppe mit Hühnchen, Gemüse und roter Currypaste) als Vorspeise. Diese Gerichte sind auf passenden Tellern bzw. Schüsseln sehr hübsch angerichtet; teilweise ergänzt durch einen kleinen Salat mit Senfdressing. Offenbar ist auch alles selbstgemacht (gerade bei Frühlingsrollen ist das ja keine Selbstverständlichkeit).

Thong Tom Kha Gai

Tom Kha Gai (Suppe mit Gemüse, Hühnchen und rotem Curry)

Thong Frühlingsrolle

Frühlingsrollen mit Dip und Salat

Als Hauptspeisen probieren wir Hühnchen bzw. Ente in Mangosoße, sowie Rind in Thai-Curry. Das Fleisch ist größtenteils zart (das ist besonders bei Rindfleisch durchaus erwähnenswert) und reichlich vorhanden. Etwas enttäuscht bin ich jedoch von der Mangosoße. Letztere ist vor allem süß, der Mangogeschmack ist höchstens ab und an zu erahnen. Fruchtstücke, die eigentlich in der Karte versprochen werden, fehlen vollkommen. Das Gemüse ist frisch, jedoch hätte es davon ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Das Reis-Soßen-Verhältnis ist dafür ausgewogen.

Thong Ente

Knusprige Ente in Mangosoße

Thong Huhn

Knuspriges Hühnchen in Mangosoße (das Gemüse versteckt sich unter dem Fleisch)

Thong Rind

Rindfleisch in Thai-Curry

Insgesamt dürften die Gerichte also vor allem bei Fleischliebhabern auf Gefallen stoßen, da das Fleisch bei allen drei Speisen den Hauptanteil ausmachte. Daher sind die Portionsgrößen auch für den durchschnittlichen Hunger ausreichend. Zum Abschluss gab es für uns und einige andere Besucher ein Dessert aufs Haus: Götterspeise in einer kleinen Teetasse. Solche Aufmerksamkeiten sind auf jeden Fall ein Lob wert und lassen die Mahlzeit mit positiven Eindrücken enden.

Am Abend meines Besuchs bestellten die meisten Leute übrigens gar kein Sushi. Ob das Zufall war oder nicht, bleibt der weiteren Forschung überlassen ;-).

Fazit:
Mr. Thong Sushi & more ist ein kleines Restaurant mit Preisen auf Imbissniveau direkt auf der belebten Karli. Die Speisen sind liebevoll angerichtet und frisch, allerdings teilweise geschmacklich nicht vollkommen zufriedenstellend. Für einen entspannten Feierabend eignet sich das Lokal jedoch allemal.

Fakten:

Name Mr. Thong Sushi & more
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 101, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 10€ (ohne Sushi)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Restaurant Asia Küche

Dieses Restaurant hat mich wirklich überrascht! Das sind die schönen Momente bei Gastrotests: Ich habe eine bestimmte Erwartung, weil ich ja vermeintlich schon in vielen vergleichbaren Restaurants war. Manchmal schafft es ein Lokal dann aber doch, die eingefahrenen Wege zu verlassen und mich in Staunen zu versetzen. Genau das ist bei der Asia Küche passiert.

Aber schön der Reihe nach: Die Räumlichkeiten des Restaurants waren mir schon bekannt, da sich dort vor einiger Zeit noch das Neun Drachen befand, über das ich damals berichtet hatte. Insgesamt erschien mir die Ausstattung jetzt farblich etwas stimmiger. Alles ist in warmen braun-goldenen Tönen gehalten. Es gibt sehr viele Tische, sodass man dort auch in der Gruppe bequem einen Platz findet. Außerdem ist das Restaurant nach wie vor über einen Aufzug barrierefrei zu erreichen.

Mein erster Blick in die Karte offenbarte zunächst nichts Außergewöhnliches. Die übliche Aufteilung der Gerichte nach Fleischarten mit den bekannten Soßen (süß-sauer, Curry, scharf) entsprach meinen Erwartungen. Allerdings gab es nur zwei fleischlose Gerichte, was für ein Restaurant dieser Größenordnung schon etwas enttäuschend ist. Am Ende der Speisekarte kam dann die Überraschung zum Vorschein: drei Seiten mit authentisch chinesischen Gerichten! Das hätte ich einem Asia-Restaurant in Schönefeld wirklich nicht zugetraut. Aber offenbar sind die Inhaber Chinesen und bieten dem interessierten Publikum auch einige authentische Speisen an. Super! Bei der Aussicht auf solch ein Essen mussten wir den ersten Teil der Karte leider ignorieren ;-).

Besonders gefreut habe ich mich, dass auch ein kleines Gericht im Angebot ist, welches ich bislang in Leipzig nur vereinzelt angetroffen habe: gefüllte Klebreisbällchen. Die mussten natürlich gleich probiert werden. Die „Sauergemüse-Pizza“ war leider aus, sodass wir stattdessen die mit Schweinefleisch gefüllten Teigtaschen (Baozi) wählten. Während die Klebreisbällchen wirklich ein Genuss waren (die tolle mochi-artige Konsistenz und die knusprige Erdnussfüllung bilden ein sehr empfehlenswertes gegensätzliches Geschmackserlebnis), haben mich die Baozi aufgrund der faden Würzung nicht überzeugen können. Auch die Wartezeit enttäuscht: Die Zubereitung der Vorspeisen hat – obwohl nur wenige Tische besetzt waren – ungewöhnlich lange gedauert.

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Klebreisbällchen mit Erdnussfüllung

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Teigtaschen mit Schweinefleisch gefüllt

Neben diesen Häppchen haben wir noch zwei größere Gerichte probiert: das traditionelle Mapo Tofu und trocken gebratenen Tofu mit Bohnen. Auf den ersten Blick waren die Portionsgrößen nicht sehr üppig, aber dieser Eindruck täuschte. Zusammen mit dem Reis sättigten die Gerichte durchaus. Das Mapo Tofu war zwar nicht so scharf, wie es authentisch gewesen wäre, aber durchaus geschmacklich gut und ausgewogen. Leider gab es hier keinen Seidentofu, sondern die festere Variante.

Asia Küche 3

Mapo Tofu (Tofu und Hackfleisch in scharfer Soße)

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Trocken gebratener Tofu mit Bohnen

Bei den Bohnen des zweiten Gerichts handelte es sich nicht um grüne Bohnen, sondern um Sojabohnen. Dazu gab es fermentiertes Gemüse (allein dafür lohnt sich das Probieren schon!) und gebratenen Räuchertofu. Geschmacklich hat dieser gut zu den restlichen Zutaten gepasst, allerdings hatte ich doch eher eine „asiatischere“ Tofuvariante erwartet. Dieses Gericht wurde ohne Soße serviert, allerdings war eine solche für mein Empfinden auch nicht unbedingt nötig. Auf diese Weise kamen die einzelnen Komponenten der Speise geschmacklich besser zur Geltung.

Zum Abschluss gab es noch die typischen Glückskekse und ein Gläschen Pflaumenwein aufs Haus. Insgesamt hat das Restaurant einen überraschend positiven Eindruck auf mich gemacht.

Fazit:
Im Restaurant Asia Küche gibt es sowohl die asiatischen Standards, als auch sehr schmackhafte authentisch chinesische Gerichte. Das Lokal bietet viel Platz und ist barrierefrei erreichbar. Für Vegetarier ist es aufgrund des sehr beschränkten Angebots an fleischlosen Gerichten jedoch eher ungeeignet.

Fakten:

Name Restaurant Asia Küche
Adresse Löbauer Straße 68, 04347 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 5,90-7,90€ (Mittagskarte), 5,90-14,90€ (Abendkarte), 7,90-15,90€ (chinesische Karte)
Barrierefreiheit ja; Restaurant im 1. Stock, Aufzug vorhanden (links hinter Glastür unter der Treppe)
Sauberkeit gut

KungFood Tee Kultur & Restaurant

Vor etwa einem Jahr habe ich hier berichtet, dass eines meiner Leipziger Lieblingsrestaurants leider schließen musste, der Konfuzius Tee Kultur Garten. Dort gab es den bis dahin authentischsten chinesischen Brunch der Stadt. Nach einigen nicht gerade ermutigenden Erfahrungen hatte ich die Hoffnung auf eine Neueröffnung dieses Lokals schon fast aufgegeben. Doch plötzlich flatterte die Meldung herein, dass das Restaurant unter leicht verändertem Namen eine neue Bleibe gefunden hat, und zwar in der Grassistraße, unweit des Geisteswissenschaftlichen Zentrums und der Universitätsbibliothek Albertina. Und auch den beliebten Sonntagsbrunch sollte es wieder geben! Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe mir die neuen Räume und das neue Konzept bei der ersten Gelegenheit persönlich angesehen.

Wer die vorherigen Räumlichkeiten in der Dresdner Straße kannte, dem fällt sofort ein Unterschied ins Auge: Das KungFood hat sich vergrößert! Es gibt nun viel mehr Tische und Sitzgelegenheiten und das Restaurant besteht aus mehreren Bereichen, die teilweise sogar durch einen kleinen Höhenunterschied abgegrenzt sind. Dabei wurde die reizvolle Einrichtung des alten Lokals nicht ersetzt, sondern liebevoll in die neue Umgebung eingebunden. Die Atmosphäre erinnert so zwar nicht mehr ganz an das Wohnzimmer einer chinesischen Familie, hat aber nicht viel von der dazugehörigen Gemütlichlichkeit eingebüßt. Jetzt kann man auch mit vielen Freunden kommen und findet dennoch genügend Platz für alle. Leider befinden sich die neuen Räume im Souterrain, welches man nur über eine Treppe erreichen kann, und sind somit im Gegensatz zum Restaurant in der Dresdner Straße nicht mehr barrierefrei erreichbar.

Die Erinnerung an die Brunchs im Konfuzius Tee Kultur Garten wecken hohe Erwartungen an das neue Konzept. Neben einer Preiserhöhung (das Buffet kostet jetzt 19,90€ p.P. , hat dafür allerdings auch etwas länger geöffnet) hat sich auch das Angebot verändert. Als Highlight bietet das KungFood einen sogenannten Malatang. Darunter kann man eine Zubereitungsart ähnlich der des Feuertopfs verstehen. Es gibt rohe Zutaten, die auf dünnen Holzspießen aufgereiht sind. Diese kann man dann gebündelt und mit der eigenen Tischnummer versehen in einen großen Topf mit kochendem, gewürzten Wasser geben, wo sie fertiggaren. Eine weitere Besonderheit sind die kleinen Pfannkuchen, welche man nach Art einer Peking-Ente mit Gurken, Fleisch und weiteren Zutaten befüllen kann. Außerdem gibt es wie bereits zuvor einen großen Bambusdämpfer-Turm, gefüllt mit Dim Sum, dazu gebratene Jiaozi und natürlich viele weitere Speisen (beispielsweise Tee-Eier, verschiedene ausgebackene Teigwaren, die zu den chinesischen Frühstücksspeisen zählen, und eine sehr schmackhafte Glasnudelpfanne). Die folgenden Bilder zeigen einige Impressionen des Brunchs.

Pfannkuchen

DimSumTurm

Speisen

Glasnudelpfanne

Jiaozi

Dazu gibt es zwei Sorten Tee, wobei mir einer davon viel zu süß war. Der andere ist ein guter, geschmacklich ausgewogener schwarzer Tee – wie man ihn vom Tee Kultur Garten kennt. Die Gäste an diesem Tag sind übrigens fast ausschließlich Asiaten. Da scheint die einzige nicht-asiatische Familie, die einige Zeit nach uns ankommt, fast aus dem Rahmen zu fallen. Interessanterweise mache ich in Situationen wie dieser oft folgende Beobachtung: Obwohl das Klischee ja besagt, dass Asiaten viel Reis verzehren, kann ich das bei solchen Gelegenheiten nicht bestätigen. Der Reis im Reiskocher bleibt größtenteils unbeachtet – außer von den Europäern ;-).

Fazit:
Wie schon beim Konfuzius Tee Kultur Garten gilt für das KungFood: Wer authentisches und schmackhaftes chinesisches All-you-can-eat-Buffet in Leipzig sucht, wird hier fündig. Auch der Tee ist im Preis inbegriffen. Außerdem gibt es von Montag bis Freitag preiswerte Mittagsangebote. Gerade für die Studenten der umliegenden Hochschulen ist dies sicher eine gute Gelegenheit, chinesisches Essen zu genießen.

Fakten:

Name KungFood Tee Kultur & Restaurant
Adresse Grassistr. 20, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 19,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Cáo Bar & Street Food

In Reudnitz gibt es eine neue Möglichkeit, vietnamesisches Street Food zu genießen: Das Cáo befindet sich in der Dresdner Straße, schräg gegenüber vom Regina-Palast. Allerdings sieht sich dieses Lokal nicht (nur) als vietnamesisches Restaurant, sondern bietet als Bar auch eine umfangreiche Cocktailkarte. Das Ambiente ist gemütlich, im hinteren Teil gibt es auch einige Tische, die extra zum Auf-dem-Boden-Sitzen angelegt wurden.

Die Speisekarte ist im Gegensatz zur Getränkekarte recht kurz gehalten und wird als „Wochenkarte“ bezeichnet. Vielleicht gibt es da also in Zukunft immer mal wieder etwas Neues. Aber schon jetzt findet man einiges Ungewöhnliches. Beispielsweise werden Bento-Boxen mit verschiedenen Inhalten angeboten und es gibt Bao (Weizenbrötchen mit verschiedenen Füllungen). Außerdem stehen mochi-artige, gefüllte Klebreisbällchen, die berühmten Pho-Suppen, selbstgemachte Frühlings- und Sommerrollen und verschiedene gebratene Reisgerichte zur Wahl. Und das alles ist recht günstig: Nicht mal 10€ kostet das teuerste Gericht. Bei einigen der Gerichte kann man zwischen verschiedenen Größen wählen. Ein weiterer großer Pluspunkt: Auf der Karte sind alle in den Speisen enthaltenen Allergene einzeln aufgeführt. Außerdem bietet das Cáo verschiedene vegane Gerichte an, die auch als solche gekennzeichnet sind.

Wir entscheiden uns für Bao, jeweils mit vegetarischer (3€) und Schweinefleischfüllung (3,50€). Obwohl in der Karte von Weizenmehlklößen die Rede ist, gibt es jeweils einen großen gefüllten „Kloß“. Der Teig ist leicht süßlich, was bei der herzhaften Füllung zwar zunächst etwas irritierend wirkt, aber dennoch gut schmeckt. Außerdem gibt es ein Klebreisbällchen, gefüllt mit Schweinefleisch und gelben Mungbohnen (3,90€). Wer die japanischen Reisküchlein aus Klebreismehl (Mochi) kennt, wird davon einiges in diesem Gericht wiedererkennen. Das Bällchen ist ringsrum mit Reiskörnern bedeckt und sieht grünlich aus. Die Füllung ist leider nicht sehr geschmacksintensiv, aber was für’s Auge ist der Snack allemal.

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Bao (links) und Klebreisbällchen (rechts) mit Schweinefleischfüllung

Außerdem bestellen wir noch ein typisch vietnamesisches Gericht: Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße. Die auf dem Foto abgebildete Portion ist eine normale Größe für 6,90€, es gibt auch die Möglichkeit, davon eine große Portion zu bestellen. Die Frühlingsrollen sind frisch und lecker, die Soße passt gut zu den Nudeln und Rollen. Das Highlight des Gerichts ist aber die Salatbeilage. Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um einen gewöhnlichen Karotten-Kohlrabisalat, der allerdings durch das verwendete Dressing bzw. die Würzung zu einem echten Erlebnis wird. (Den Salat kann man auch separat als Vorspeise bestellen.)

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Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße

Das Cáo ist wirklich einen Besuch wert. Und falls die eigenen Freunde kein vietnamesisches Essen mögen, kann man sie vielleicht mit den Cocktails überzeugen?

Fazit:
Cáo Bar & Street Food bietet eine kleine Auswahl an sehr schmackhaften vietnamesischen Speisen. Darunter finden sich auch einige exotische Gerichte, die man recht günstig probieren kann. Die gute Kennzeichnung der Speisekarte und das vergleichsweise reichhaltige vegane Angebot garantieren für jeden das passende Essen. Guten Appetit!

Fakten:

Name Cáo Bar & Street Food
Adresse Dresdner Str. 51, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 9,50€
Barrierefreiheit schmale Stufe und Schwelle am Eingang, mehrere Stufen zum oberen Teil der Bar
Sauberkeit sehr gut