Vietnamesische Küche Da Lat

Manchmal bekomme ich Tipps, welche Restaurants oder Imbisse ich unbedingt mal testen soll. Da ich nicht überall in Leipzig gleich oft unterwegs bin, freue ich mich immer, solche „Lokalspezialisten“ zu finden (und noch mehr, wenn sie sich gleich als Co-Tester zur Verfügung stellen – danke!).
Diesmal geht es auf Empfehlung und in Begleitung in die Könneritzstraße. Die Gegend hat kulinarisch einiges zu bieten; höchste Zeit also, dass ich dort mal vorbeischaue.

Die vietnamesische Küche Da Lat ist offenbar ein ziemlich bekannter Geheimtipp. Am Freitag Abend ist der Imbiss gut besucht; sowohl an den Tischen davor, als auch im Gastraum tummeln sich viele Leute. Die Atmosphäre ist eher von Familiarität und Freundlichkeit als von gestochener Professionalität geprägt. Das lässt sich nicht nur an den in Klarsichthüllen angebotenen Speisekarten und der etwas zusammengewürfelt erscheinenden Inneneinrichtung erkennen, sondern vor allem an der Herzlichkeit der Bedienung. Das Da Lat versteht sich offenbar als Ort zum gemütlichen Verweilen und Genießen. Und das Konzept kommt gut an.

Die Aufteilung der Speisekarte folgt keiner sofort ersichtlichen Logik, bei einem Umfang von zwei A4-Seiten ist das aber auch nicht unbedingt erforderlich. Außerdem kommt man so nicht umhin, das ganze Angebot zu studieren. Es gibt mehrere Speisen, die sich entweder als Vorspeisen, zum Teilen oder für den kleinen Hunger gut eignen, u.a. Sommerrollen und gefüllte Knödel (à la Baozi). Neben den Klassikern wie gebratene Nudeln oder knusprige Ente sind vor allem die typisch vietnamesischen Gerichte interessant, die inzwischen ja immer häufiger auch in Imbissen zu finden sind.

Wir entscheiden uns für einen gedämpften Knödel mit Hackfleisch, Glasnudeln und Pilzen, eine Schüssel Reisfadennudeln mit Tofu, Gemüse und vietnamesischen Kräutern (Bun), sowie gebratenen Tofu mit Reis und Gemüse in Currysoße. Außerdem gibt es hausgemachten Ingwer-Tee. Dieser wird in Gläsern serviert, die den Genuss auch optisch-ästhetisch unterstreichen.

Da Lat Tee

Ingwer-Tee mit Zitrone bzw. Minze

Der Knödel ist ziemlich groß und selbstgemacht. Leider ist der Inhalt geschmacklich nicht besonders auffällig, allerdings sind alle in der Karte angekündigten Zutaten auch wirklich vorhanden (das ist ja auch oft nicht selbstverständlich).

Da Lat Bao

Gedämpfter Knödel mit Glasnudeln, Hackfleisch und Gemüse

Da überzeugen mich die beiden Hauptgerichte schon viel mehr. Die Schüssel Reisfadennudeln ist bis zum Rand im Stile einer Buddha Bowl gefüllt. Besonders auffällig sind da vor allem die vietnamesischen Kräuter, allen voran der Koriander. Aber auch Gemüse und Tofu sind vorhanden. Die Soße dazu gibt es, wie üblich, in einer extra Schüssel. Besonders zu erwähnen ist, dass diese sogenannte „hausgemachte vietnamesische Soße“ normalerweise sehr knoblauchlastig ist. Das ist im Da Lat nicht der Fall. Allerdings wird sie hier auch als „Limettensoße“ bezeichnet. Ich konnte nicht abschließend feststellen, ob es da wirklich einen Unterschied gibt, aber mit dieser Soße kamen die Zutaten des Gerichts noch besser zur Geltung. Super! Auch der gebratene Tofu in Currysoße ist lecker. Die Soße hat eine zwar deutliche, aber angenehme Schärfe. Das Gericht gibt es übrigens wahlweise auch mit Erdnuss- oder Mangosoße.

Da Lat Bun

Reisnudeln mit Tofu, Gemüse, Kräutern und Limettensoße

Da Lat Curry

Gebratener Tofu und Gemüse in Currysoße

Wer das wohnzimmerartige Imbissambiente des Da Lat mag, wird hier mit leckeren Speisen und Getränken belohnt. Das wird sicher nicht mein letzter Besuch in diesem Lokal gewesen sein.

Fazit:
Im Da Lat gibt es schmackhafte Gerichte zu günstigen Preisen. Die Portionen sind groß und vor allem die typisch vietnamesischen Speisen lassen kaum Wünsche offen.

Fakten:

Name Vietnamesische Küche Da Lat
Adresse Könneritzstraße 105, 04229 Leipzig
Stadtteil Schleußig
Preisspanne Hauptgerichte 4,50€ – 7,90€
Barrierefreiheit Tische außerhalb barrierefrei
Sauberkeit okay
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Mr. Thong Sushi & more

Ein Spaziergang über die Karli fördert ja immer interessante Entdeckungen zutage. Diesmal habe ich gleich zwei neue asiatische Lokale erspäht. Eines davon ist das kleine Restaurant Mr. Thong Sushi & more. Der Name lässt zwar eindeutig vor allem Sushi vermuten, allerdings findet man dort auch eine beinahe ebenso große Auswahl an warmen asiatischen Speisen. (Das Sushi habe ich wie üblich nicht getestet.)

Obwohl Mr. Thong von außen wie ein Imbiss anmutet, erinnert die Atmosphäre im Inneren doch eher an ein Restaurant. Es gibt einige kleine Tische, an denen man auch bedient wird. Alles ist sauber und lässt erkennen, dass das Lokal noch nicht lange besteht. Die Preise sind auf Imbissniveau gehalten, was den Laden perfekt für ungezwungene Feierabend-Treffen macht. An einem Abend unter der Woche waren jedenfalls alle Tisch besetzt.

Wir entscheiden uns für Frühlingsrollen und Tom Kha Gai (thailändische Suppe mit Hühnchen, Gemüse und roter Currypaste) als Vorspeise. Diese Gerichte sind auf passenden Tellern bzw. Schüsseln sehr hübsch angerichtet; teilweise ergänzt durch einen kleinen Salat mit Senfdressing. Offenbar ist auch alles selbstgemacht (gerade bei Frühlingsrollen ist das ja keine Selbstverständlichkeit).

Thong Tom Kha Gai

Tom Kha Gai (Suppe mit Gemüse, Hühnchen und rotem Curry)

Thong Frühlingsrolle

Frühlingsrollen mit Dip und Salat

Als Hauptspeisen probieren wir Hühnchen bzw. Ente in Mangosoße, sowie Rind in Thai-Curry. Das Fleisch ist größtenteils zart (das ist besonders bei Rindfleisch durchaus erwähnenswert) und reichlich vorhanden. Etwas enttäuscht bin ich jedoch von der Mangosoße. Letztere ist vor allem süß, der Mangogeschmack ist höchstens ab und an zu erahnen. Fruchtstücke, die eigentlich in der Karte versprochen werden, fehlen vollkommen. Das Gemüse ist frisch, jedoch hätte es davon ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Das Reis-Soßen-Verhältnis ist dafür ausgewogen.

Thong Ente

Knusprige Ente in Mangosoße

Thong Huhn

Knuspriges Hühnchen in Mangosoße (das Gemüse versteckt sich unter dem Fleisch)

Thong Rind

Rindfleisch in Thai-Curry

Insgesamt dürften die Gerichte also vor allem bei Fleischliebhabern auf Gefallen stoßen, da das Fleisch bei allen drei Speisen den Hauptanteil ausmachte. Daher sind die Portionsgrößen auch für den durchschnittlichen Hunger ausreichend. Zum Abschluss gab es für uns und einige andere Besucher ein Dessert aufs Haus: Götterspeise in einer kleinen Teetasse. Solche Aufmerksamkeiten sind auf jeden Fall ein Lob wert und lassen die Mahlzeit mit positiven Eindrücken enden.

Am Abend meines Besuchs bestellten die meisten Leute übrigens gar kein Sushi. Ob das Zufall war oder nicht, bleibt der weiteren Forschung überlassen ;-).

Fazit:
Mr. Thong Sushi & more ist ein kleines Restaurant mit Preisen auf Imbissniveau direkt auf der belebten Karli. Die Speisen sind liebevoll angerichtet und frisch, allerdings teilweise geschmacklich nicht vollkommen zufriedenstellend. Für einen entspannten Feierabend eignet sich das Lokal jedoch allemal.

Fakten:

Name Mr. Thong Sushi & more
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 101, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 10€ (ohne Sushi)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Vegan Express

Obwohl es in Connewitz doch einige asiatische Lokale gibt, ist die Gegend von mir bisher eher vernachlässigt worden. Das ändert sich nun etwas mit meinem Besuch im Vegan Express. Von diesem Imbiss hatte ich zuerst von vegan lebenden Freunden erfahren und so haben wir (nach einem – ich muss das an dieser Stelle einfach mal erwähnen – wunderbaren Silvesterurlaub) ein gemeinsames Mittagessen gleich mal zum Anlass für den ersten Test des Jahres genommen.

Zunächst als Vorwarnung: Auch wenn dieser Imbiss „Vegan Express“ heißt, gibt es hier nicht nur vegane Speisen. Das ist vielleicht etwas verwirrend, kann aber sicher hin und wieder nützlich sein, wenn die Essensbegleitung auf Fleisch besteht ;-). Dennoch ist der vegane Teil der Karte recht groß und bietet eine gute Auswahl. Man sollte sich nicht von den Bildern über der Theke verwirren lassen, die nur einen kleinen Ausschnitt der Karte wiedergeben und anhand deren Bezeichnungen sich teilweise auch nicht ableiten lässt, ob das entsprechende Gericht vegan ist oder nicht. (Der Begriff „Hühnerfleisch“ wird hier auch für das vegane Äquivalent benutzt.) Der Imbiss bietet im nicht-veganen Teil der Karte neben typischen Nudel- und Reisgerichten auch vietnamesische Spezialitäten an.

Im hinteren Raum des Lokals gibt es einige Tische, sodass man die Gerichte auch gleich vor Ort verspeisen kann. Wir entscheiden uns für gebratene Udon-Nudeln mit Gemüse und Sesamtofu-Seitan (5€) und gebratene Nudeln mit Gemüse und gebackenem (veganen) Hühnerfleisch (8€). Dazu gab es frisch gepressten Orangensaft (lecker!). Die Portionen sind wirklich sehr groß, ich habe diesmal tatsächlich aufgeben müssen, bevor der Teller leer war. Der Rest wurde aber ohne Probleme vom Personal eingepackt.

Vegan Express 2

Gebratene Udon-Nudeln mit Gemüse und Sesamtofu-Seitan

Während Nudeln und Gemüse keine großen Besonderheiten aufwiesen, haben mich besonders der Tofu-Seitan und das Hühnerfleisch überzeugt. Der Tofu war innen weich und außen knusprig. Die Sesamkörner haben dem Gericht einen charakteristischen Geschmack verliehen. Dazu gab es einen Dip, der den Einheitsgeschmack der Nudeln gut aufgewertet hat. Auch das Hühnerfleisch war eine Überraschung: Die Konsistenz war mit der von tierischem Fleisch vergleichbar. Leider war die süß-saure Soße bei diesem Gericht wirklich nicht aufregend, da hätte man sicher eine bessere Alternative finden können.

Vegan Express 1

Gebratene Nudeln mit Gemüse und veganem Hühnerfleisch

Wie auf den Bildern erkennbar ist, wurden die Speisen auch optisch ansprechend angerichtet. Das steigert gleich noch die Vorfreude.

Fazit:
Nicht nur für Veganer ist der Vegan Express einen Besuch wert. Die Größe der Gerichte und die günstigen Preise sprechen für sich. Auch ohne kulinarische Höhenflüge machen die Speisen einen soliden Eindruck.

Fakten:

Name Vegan Express
Adresse Bornaische Straße 7, 04277 Leipzig
Stadtteil Connewitz
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 8€
Barrierefreiheit eingeschränkt: eine Stufe am Eingang
Sauberkeit gut

Funke – moderne chinesische Küche

Viele Leute verbinden ja mit asiatischer Küche vor allem gebratene Nudeln mit Hähnchen. Obwohl die Beliebtheit dieses Gerichts natürlich für sich spricht, entstehen doch immer wieder Initiativen von Restaurantbesitzern, authentische asiatische Küche anzubieten und diese somit auch bekannter zu machen. Seit einigen Tagen gibt es in Leipzig nun auch die Möglichkeit, authentische chinesische Gerichte in einer etwas legereren Atmosphäre im Imbissstil zu genießen. Das Funke bietet in der Südvorstadt Tee und chinesisches Essen (bei Interesse auch in Buffetform) an.

Dass das Lokal erst vor wenigen Tagen geöffnet hat, kann man vielleicht noch an den sogenannten Probeöffnungszeiten und der etwas improvisiert wirkenden Angebotsliste über dem Tresen erkennen. Die Einrichtung ist zwar stimmig, vermittelt jedoch den Eindruck, dass da mit den Bartischen etwas Platz verschwendet wurde. Dennoch ist es gemütlich und die hübsche Tischdekoration lässt die restliche Imbissatmosphäre etwas in den Hintergrund treten.

Wir bestellen drei Gerichte: Gekochte Teigtaschen mit Schweinefleischfüllung, gedünstete Schweinerippchen und Tofu in scharfer Soße (Mapo Tofu). Die Teigtaschen kommen schon nach kurzer Zeit und offenbaren ein wirklich wunderbares Geschmackserlebnis. Ich habe schon in einigen Restaurants Jiaozi und andere chinesische Teigtaschen probiert, doch das Gericht im Funke übertrifft fast alles: Saftiges Fleisch mit einer angenehmen Würzung, die weder zu intensiv noch zu bescheiden auftritt, befindet sich in kleinen Nudelteigtaschen, die offenbar genau die richtige Zeit gekocht wurden, um nicht zu zerfallen und dennoch gar zu sein. Die dazu angeboteten Dips (Essig und/oder scharfe Soße) passen wunderbar. Trotz der geäußerten Warnung über den Schärfegrad des Dips ist dieser für europäische Gaumen noch gut genießbar und wartet nicht nur mit Schärfe, sondern auch mit Geschmack auf.

Jiaozi

Gekochte Teigtaschen mit Schweinefleischfüllung

Nach einer solch überzeugenden Vorspeise sind wir natürlich auf die beiden folgenden Gerichte gespannt. Die Schweinerippchen bieten, wie erhofft, zartes Fleisch. Die gesamte Speise ist offenbar mit der beliebten chinesischen Fünf-Gewürze-Mischung (traditionell bestehend aus Sternanis, Szechuanpfeffer, Zimtkassie, Fenchel und Gewürznelke) aromatisiert. Dazu gibt es auch etwas Gemüse: Karotten und Kartoffeln, die augenscheinlich kurz frittiert wurden. Das schmeckt zwar lecker und passt sehr gut zur Würzung, lässt das gesamte Gericht jedoch noch etwas fettlastiger werden, also es ohnehin schon ist.

Rippchen

Gedünstete Schweinerippchen in dunkler Soße mit Reis

Schließlich kommen wir zu unserem ultimativen Vergleichsgericht: Mapo Tofu. Ähnlich wie die Teigtaschen habe ich dieses traditionelle Gericht aus der chinesischen Provinz Szechuan schon in verschiedenen Lokalen probiert, zuletzt unter anderem im China-Restaurant Zhang. Es besteht aus Seidentofu und Gehacktem in einer scharfen Soße, die neben Chili auch Szechuanpfeffer und fermentierte (Soja-)Bohnen enthält. Diese Mischung sorgt dafür, dass das Gericht zwar normalerweise sehr scharf, aber dennoch aromatisch schmeckt. Genau diesen Eindruck hinterlässt auch das Mapo Tofu im Funke. Der Tofu ist wunderbar zart und das Fleisch muss man, im Vergleich zu demselben Angebot in anderen Lokalen, nicht lange suchen. Allein eine Prise mehr Szechuanpfeffer hätte das Gericht noch perfektionieren können. Der Schärfegrad war für mich sehr gut aushaltbar, vielleicht sollte man bei einer Abneigung gegen Chili dennoch vorsichtig sein.

MapoTofu

Tofu-Würfel und Gehacktes in scharfer Soße (Mapo Tofu)

Das Restaurant steht noch in den Startlöchern und man darf sicher gespannt sein, welche Angebote es in Zukunft geben wird. Die Inhaberin hat bei ausreichender Nachfrage auch ein authentisches Buffet und neue Gerichte in Aussicht gestellt.

Fazit:
Im Funke gibt es keinen Asia-Mischmasch, sondern authentische chinesische Gerichte zu angemessenen Preisen. Das ist lecker und erweitert den kulinarischen Horizont – daher eine uneingeschränkte Empfehlung!

Fakten:

Name Restaurant Funke – moderne chinesische Küche
Adresse , 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 5,50€-14,50€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut

Huong Duc

Leider bleiben ja nicht alle Imbisse und Restaurants, die man mag, für immer geöffnet. So ist es mir auch mit dem Vitha-B in der Karli ergangen, von welchem ich bei meinem ersten Besuch wirklich begeistert war. Inzwischen hat sich dort aber ein neuer vietnamesischer Imbiss niedergelassen, das Huong Duc. Nichts wie hin zum Testen!

Im Inneren des Lokals hat sich nicht viel verändert. Die Wandbemalungen und die Raumaufteilung erscheinen identisch. Neben den Sitzgelegenheiten vor und in dem Imbiss gibt es auch einen Hinterhof, in dem einige Tische in angenehmer Atmosphäre aufgestellt sind. Durch die vielen großen Schirme bleibt man dort auch vor kleineren Schauern gut geschützt.

Die Karte erinnert inzwischen mehr an einen typischen Asia-Imbiss. Verschiedene Soßen, kombiniert mit Fleisch, Fisch oder Tofu und gebratener Reis bzw. gebratene Nudeln machen den Hauptteil des Angebots aus. Es gibt auch einige vietnamesische Spezialitäten, vor allem Pho-Suppen. Ich habe diesmal ein paar Leute zum Testen mitgebracht, sodass wir verschiedene Gerichte ausprobieren können. Wir entscheiden uns für gebratenen Reis mit knuspriger Ente, Chinapfanne mit Tofu, Glasnudelsalat (der übrigens als Sonderangebot angepriesen wird und nicht auf der regulären Karte zu finden ist) und eine Schale Glasnudeln mit Hähnchen, Zwiebeln und Shiitake-Pilzen.

Die Gerichte entsprechen optisch den Erwartungen an einen asiatischen Imbiss. Geschmacklich allerdings leider auch, da bis auf den Glasnudelsalat die Würzung eher zurückhaltend bleibt. Das Gemüse im gebratenen Reis könnte etwas mehr vorhanden sein, allerdings ist der Reis von vergleichsweise vielen Entenstücken bedeckt.

Ente

Gebratener Reis mit knuspriger Ente

Tofu

Reis mit Tofu und Gemüse in dunkler Soße

Das Gemüse in der Chinapfanne ist frisch und der Tofu reichlich vorhanden. Auch der Glasnudelsalat kann durch die Zutaten und Würzung überzeugen und ist wohl das schmackhafteste Gericht unserer Auswahl. Die Schale Glasnudeln enttäuscht. Es handelt sich um eine Suppe (das war aus der Beschreibung nicht zu erkennen) und die versprochenen Shiitake-Pilze sind nicht auffindbar. Stattdessen gibt es Mu-Err-Pilze. Die bekannten vietnamesischen Gewürze, die sonst für den typischen Pho-Geschmack sorgen, sind zwar vorhanden, ihr Aroma ist aber in der Suppe kaum auszumachen. Dafür schmeckt das Hähnchen lecker und das Gemüse wurde auch für dieses Gericht frisch zubereitet.

Glasnudelsalat

Glasnudelsalat mit Hähnchen

Suppe

Glasnudelsuppe mit Hähnchen

Zu erwähnen ist noch die äußerst sympathische Begrüßung und Bedienung der Gäste. Obwohl keine Flyer mit der Speisekarte mehr vorrätig waren, durfte ich ganz unkompliziet die Karte fotografieren (das ist längst nicht in jedem Imbiss der Fall). Damit fallen für mich auch die genannten Kritikpunkte etwas weniger ins Gewicht.

Fazit:
Das Huong Duc lockt mit einem großen Angebot zu bezahlbaren Preisen und sehr freundlichen Mitarbeitern. Geschmacklich gibt es in der näheren Umgebung jedoch bessere Imbiss-Alternativen (beispielsweise die Filialen von Fam. Tran Phat).

Fakten:

Name Huong Duc
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 13, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 3,90€ – 7,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut

Besuto Sushi & More

Huch, Sushi? Keine Angst, ich bin meiner Philosophie treu geblieben und habe nicht plötzlich meine Liebe zu rohem Fisch auf kaltem Reis mit Algen entdeckt. Daher habe ich den Imbiss in der Prager Straße am Ostplatz auch recht lange ignoriert. Als ich dann aber doch einen Blick auf den Flyer geworfen habe, war schnell klar, dass das Besuto trotzdem ein guter Kandidat für einen kleinen Imbisstest ist. Gedacht, getan.

Im Besuto Sushi & More darf man nämlich das „Mehr“ nicht unterschätzen: Etwa die Hälfte des Angebots besteht aus Sushi, die andere Hälfte sind vietnamesische und andere asiatische Gerichte. Besonders groß ist die Auswahl an kleinen Speisen, wie Suppen und Salaten. Es gibt einige vietnamesische Hauptgerichte (die üblichen Verdächtigen, wie Reisbandnudelsuppen oder gebratene Reisnudeln), Currys, sowie einige vegetarische Angebote.

Die Räumlichkeiten sind stilvoll und sauber. Es stehen sowohl vor als auch im Imbiss einige Tische und Stühle bereit, sodass man das Essen gleich vor Ort genießen kann. Das lohnt sich vor allem optisch. Die Speisen sind schon in der Schüssel ein Augenschmaus und zeugen von einem liebevollen Blick fürs Detail und die Gesamtkomposition. Wir entscheiden uns für zwei Klassiker: Bun Bo Nam Bo (Reisnudeln mit Rindfleisch, 6,50€) und Bun Nem (Reisnudeln mit Frühlingsrollen, 5,90€).

Bun Nem

Bun Nem (Reisnudeln und Frühlingsrollen mit Salat, Erdnüssen, asiatischen Kräutern und Limettendressing)

Die Frühlingsrollen sind selbstgemacht und die geschmacklich herausragendste Komponente des Gerichts. Der Salat ist noch okay, aber leider nicht mehr taufrisch. Die Reisnudeln haben eine gute Konsistenz, allerdings muss man einen Teil davon „trocken“ verzehren, da leider nicht genügend Limettendressing für alle vorhanden ist. Beim zweiten Gericht (Reisnudeln mit Rindfleisch) befindet sich zwar ausreichend Flüssigkeit in der ovalen Schüssel, da es neben dem Limettendressing auch noch eine Soße zum Fleisch gibt, allerdings hat letztere keinen klar definierten Geschmack und ist somit eher schmückendes Beiwerk. Das Fleisch ist größtenteils zart, hat aber hier und da einige durchwachsene Stellen. Das frische Gemüse gibt dem Gericht einen zusätzlichen Farbtupfer.

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Bun Bo Nam Bo (Reisnudeln mit Rindfleisch, Salat, Zitronengras, Erdnüssen, asiatischen Kräutern und Limettendressing)

Das Sushi habe ich nicht probiert und keiner der Gäste, die in der Zeit meiner Anwesenheit etwas bestellt haben, haben sich für Sushi entschieden. Vielleicht hat ja ein Leser Erfahrungen gemacht und kann in den Kommentaren davon berichten. Ich würde mich freuen!

Fazit:
Das Besuto Sushi & More bietet in stilvoller Atmosphäre Gerichte zu Imbisspreisen. Auch wenn es qualitativ noch etwas Spielraum zur Verbesserung gibt, sind die authentischen vietnamesischen Speisen dennoch einen Besuch wert.

Fakten:

Name Besuto Sushi & More
Adresse Prager Straße 35, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 5€ – 7,50€
Barrierefreiheit teilweise (Tische vor der Tür, eine Stufe am Eingang)
Sauberkeit sehr gut

Dr. Wok

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich das letzte Mal im Paunsdort-Center war und dort ein asiatisches Restaurant (das Lung Phung) testete. Diesmal habe ich die Gelegenheit genutzt, um einen Imbiss zu testen, der sich am gegenüberliegenden Ende des Einkaufszentrums befindet, nämlich Dr. Wok.1 Um die Mittagszeit war der Imbiss sehr gut besucht.

Das Angebot zeigt bereits, dass es sich bei Dr. Wok nicht nur um einen typischen Asia-Imbiss-um-die-Ecke handelt. Es gibt zwar auch hier gebratene Nudeln (die wohl augenscheinlich auch zu den Favoriten der Kundschaft zählen), aber der Großteil der angebotenen Gerichte lässt ahnen, zunächst dem Namen nach, dass die Rezepte von asiatischen Vorbildern inspiriert sind. Die einzelnen Speisen zeigen dann doch eine bunte Mischung aus thailändischen, vietnamesischen und chinesischen Einflüssen (es gibt wenige vegetarische Gerichte sowie Angebote mit Huhn, Rind, Ente und Fisch).  Das muss aber für den Geschmack noch nichts Negatives bedeuten und so probieren wir Huhn Sichuan (mit Gemüse in scharfer Soße, 6,75€) und Huhn Guangdong (doppelt gebackenes Hühnerfleisch mit Limettenblättern in einer speziellen Soße, 6,95€). Sichuan und Guangdong sind chinesische Provinzen, sodass ich mir vor allem bei letzterem einen kleinen Einblick in die dortige Würzung der Speisen erhoffte.

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Huhn Sichuan (in scharfer Soße)

Das Huhn Guangdong hat mich dann sowohl positiv als auch negativ überrascht. Geschmacklich sehr gut und vor allem für mich ungewohnt war das Fleisch. In der Panade waren Limettenblätterstreifen eingebacken, die den manchmal an Chicken Nuggets erinnernden Hühnchenstücken das gewisse Extra verliehen. Das Gemüse bei beiden Gerichten war ohne Ausnahme frisch und wies einen genau passenden Gargrad auf. Mit dem Ausprobieren der sogenannten „speziellen Soße“ jedoch hatte ich mich vielleicht etwas zu sehr auf mein Glück verlassen. Etwas spezielles konnte ich jedenfalls nicht feststellen, denn abgesehen von den gelegentlichen Limettenblätterstreifen handelte es sich um eine normale süß-sauer-scharfe Soße (mit eindeutigem Hang zu den beiden erstgenannten Komponenten). Ich könnte mir vorstellen, dass die Erwähnung davon auch dem Verkauf dienlich wäre, da diese Art von Soße ja recht beliebt zu sein scheint.

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Huhn Guangdong (mit Gemüse und Limettenblättern in spezieller Soße)

Man könnte der Meinung sein, dass die Preise der einzelnen Gerichte für einen Imbiss doch etwas hochgegriffen sind (und auch ungewöhnlich „unrunde“ Cent-Beträge aufweisen). Das liegt zwar im individuellen Ermessen, jedoch muss erwähnt werden, dass die Portionen wirklich sehr groß sind. Schon beim Anblick des Bergs gebratener Nudeln auf einigen Tellern weiß man, dass Dr. Wok vor allem für sehr hungrige Besucher die ideale Mahlzeit bietet. Auch unsere beiden Test-Gerichte standen dem in nichts nach.

Fazit:
Dr. Wok bietet eine schnelle Mahlzeit für Besucher des Paunsdorf-Centers zu einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Gerichte sind schmackhaft und vor allem frisch in großen Portionen. Der Imbiss verkauft sogar noch frisch zubereiteten Bubble Tea (der ja zu großen Teilen aus den Innenstädten verschwunden ist).

Fakten:

Name Dr. Wok
Adresse Paunsdorf Center, Paunsdorfer Allee 1, 04329 Leipzig
Stadtteil Paunsdorf
Preisspanne Hauptgerichte 4,75€ – 8,75€
Barrierefreiheit Theke barrierefrei erreichbar, ein Teil der Tische auch
Sauberkeit gut
  1. Es gibt in der Mitte am zentralen Eingang zwei weitere asiatische Imbisse. Dabei handelt es sich um dieselben Ketten, die auch im Hauptbahnhof bzw. in den Höfen am Brühl vertreten sind. Daher werde ich dazu auch in Zukunft keinen erneuten Blogeintrag verfassen.