Kokospalme

Da ich erst vor Kurzem ein Ein-Teller-Buffetrestaurant besucht habe (das Long Food in den Höfen am Brühl), ergriff ich sofort die Gelegenheit, auch im neu eröffneten Kokospalme in den Promenaden Hauptbahnhof vorbeizuschauen und dort das Buffet zu probieren. Dieses bildet neben einigen bereits als Zusammenstellung angebotenen Gerichten und diversen To-Go-Boxen die Hauptkomponente des Angebots. Das Restaurant befindet sich im Untergeschoss und bildet die Nachfolge für das bis vor einigen Monaten dort ansässige Thai-Chi-Viet (für einen Bericht darüber bin ich also leider zu spät gekommen).

Das Restaurant Kokospalme beeindruckt schon auf den ersten Blick mit der stilvollen Einrichtung. Alles ist in Brauntönen gehalten und die Dekoration wirkt nicht überladen, sondern bewusst eingesetzt. Dadurch entsteht zwar auf dem Boden die ein oder andere Stolperfalle, aber über einen Gang an der Seite sind die meisten Plätze zu erreichen, auch ohne dass der Weg über die kleinen Absätze in der Mitte des Raumes führt.

Bei dem Buffet handelt es sich um ein Ein-Teller-Buffet, d.h. für 4,90€ (kleiner Teller) bzw. 6,90€ (großer Teller) darf man einen Teller einmal befüllen. Ich nutzte auch das Angebot, für 6,90€ eine Suppe bzw. einen Salat zu erhalten, offenbar sind diese Speisen sonst nicht im Buffetpreis inbegriffen. Zum Vergleich: Im Long Food ist eine Suppe dabei, Salat bietet das Buffet dort jedoch gar nicht an.

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Aber auch sonst macht das Buffet der Kokospalme einen sehr guten Eindruck: Die Vielfalt (Gemüse- und Tofugerichte, Hähnchen, Schweinefleisch, Fisch, Currygerichte, Salat, Kimchi, 2 verschiedene Suppen, Krabbenchips, …) lässt staunen und ich bin vor allem davon angetan, dass es nicht nur die 08/15-asiatisch-typischen Sachen gibt, sondern auch der vietnamesische Hintergrund der Lokalität nicht zu kurz kommt: Neben den typischen (und sehr, sehr leckeren) Schweinefleischspießen gibt es weiterhin geschmorten Schweinebauch und Ei – eine Spezialität, die man sonst nur in entsprechenden vietnamesischen Restaurants finden kann (wie etwa im Pho Viet). Super!

Buffetauswahl mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Buffetauswahl, u.a. mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Für die Suppe stehen zwei Optionen zur Wahl, und keine davon war die süß-sauer-scharfe Suppe, die bei den meisten vergleichbaren Buffets angeboten wird. Stattdessen konnte man sich für eine Hähnchensuppe mit vietnamesischen Kräutern oder eine Kokosmilchsuppe entscheiden. Das ist eine erfrischende Abwechslung und hat auch geschmacklich meine Erwartungen übertroffen. Besonders hervorzuheben sind auch hier nochmal die vietnamesischen Spezialitäten. Der Schweinefleischspieß ist zu unserem Buffetfavoriten gekrönt worden, aber auch der Schweinebauch musste sich dahinter nicht verstecken und überzeugte durch samtig weiches Fleisch.

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Das Gemüse war frisch und gut zusammengestellt, nur die zugehörigen Soßen hätte ich mir etwas geschmacksintensiver gewünscht, vor allem gab es kaum ernstzunehmende scharfe Varianten. Dies tut dem Genuss jedoch kaum Abbruch, und so kann man von einem vollen großen Teller durchaus auch sehr hungrige Mägen gut füllen und bekommt gleichzeitig noch einen Einblick in die authentische vietnamesische Küche.

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Fazit:
Dieses neu eröffnete Buffetrestaurant ist einen Besuch wert! Für einen fairen Preis wird hier eine Vielfalt an asiatischen Speisen von größtenteils überdurchschnittlicher Qualität geboten. Ein besonderer Leckerbissen sind die vietnamesischen Schweinefleischspieße, die man unbedingt probieren sollte. Da man sich selbst bedient, eignet sich das Lokal auch gut für die Mittagspause.

Fakten:

Name Kokospalme
Adresse Willy-Brandt-Platz 7, 04109 Leipzig (Promenaden Hauptbahnhof, Untergeschoss)
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut
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Long Food (Höfe am Brühl)

Es ist schon einige Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal über einen Imbiss in den Höfen am Brühl berichtet habe. Damals hatte ich das Yasumi New Cooking besucht. Gleich daneben befindet sich ein weiterer asiatischer Imbiss: das Long Food. Das Lokal gehört zu einer Kette, die sich u.a. auch im Leipziger Paunsdorf-Center niedergelassen hat. Die Filialen haben einen recht hohen optischen Wiedererkennungswert, da dem Betrachter sofort die flächendeckende Verwendung der Farbe lila auffällt.

Das Long Food ist ein Buffet-Imbiss. Obwohl es auch einige bereits zusammengestellte Gerichte gibt, sieht das Konzept vor allem vor, dass sich der Besucher zwischen zwei Tellergrößen entscheidet. Der gewählte Teller darf dann nach Herzensliebe mit den am Buffet bereitstehenden Komponenten befüllt werden. Für den kleinen Teller schlägt das Buffet mit 4,90€, für den großen mit 6,90€ zu Buche. Eine Pekingsuppe ist bei beiden Varianten inklusive. Wer während der Shoppingtour etwas für den kleinen Hunger zwischendurch sucht, ist mit dem kleinen Teller gut bedient, der große Teller bietet Platz genug für eine volle Mahlzeit.

Das Buffet wartet – vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen Schnellimbiss handelt – mit einer reichhaltigen Auswahl auf. Neben der bereits erwähnten Suppe kann sich der Gast für Reis, Nudeln, Frühlingsrollen, gebackenes Gemüse, Tofu mit Spinat, Champignonpfanne, verschiedene Geflügelgerichte (auch eine Variante mit Ente ist dabei), verschiedene Currygerichte (Thai Curry, Curry mit Kichererbsen, Mango-Curry), gebackenes Hühnchen, gebackenen Fisch und schließlich diverse Soßen entscheiden. Anderes Fleisch als Geflügel ist jedoch nicht vorhanden.

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Buffetauswahl mit Pekingsuppe, Tofu und Spinat, gebackenem Gemüse und Hühnchen, Frühlingsrollen, Gemüsepfanne und Hühnchen- und Entengerichten

Bei einem solchen Angebot muss natürlich ein Blick auf die Qualität der Speisen geworfen werden. Die Suppe, welche ich zunächst probierte, war sehr schmackhaft, etwas tomatig, aber auch eine gewisse Schärfe war vorhanden. Schade fand ich jedoch, dass die Einlage recht dünn gesät war bzw. es keine größeren Stücke (Pilze, Fleisch usw.) gab, die für Pekingsuppe normalerweise üblich sind. Für die restlichen Speisen muss vornweg gesagt werden, dass es der Buffettechnik leider nicht gelingt, alles warm zu halten. Bereits wenige Minuten, nachdem das Essen auf unseren Tellern gelandet war, war es auch schon kalt. Geschmacklich jedoch sind die Gerichte durchaus empfehlenswert: zartes Fleisch, wohlschmeckende Soßen und frisches Gemüse bilden ein gutes Zusammenspiel. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass das Gemüse in fast jedem Gericht aus den gleichen Komponenten bestand und das gebackene Gemüse zu meinem Bedauern doch etwas zu weich war.

LongFood2

Buffetauswahl mit Thai Curry, Mango-Curry, Champignonpfanne, Entengericht, Hühnchen, gebackenem Fisch und gebratenen Nudeln (letztere sind im Bild wohl nur zu erahnen ;-))

Verwirrung stiftet der kulturelle Hintergrund, vor dem sich das Long Food präsentiert. Die Speisen am Buffet sind größtenteils klar der südostasiatischen Küche zuzuordnen; die Gerichte von der Karte und die Innengestaltung (das Bild des Taj Mahal prangt meterhoch an einer der Wände) suggerieren eher eine indische Umgebung. Das tut dem Genuss der Speisen jedoch keine Abbruch, die für einen fairen Preis mit großer Vielfalt angeboten werden. Und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Liebhaber beider Küchen, der dann im Long Food voll auf seine Kosten kommt.

Fazit:
Das Long Food behauptet sich in den Höfen am Brühl zwischen weiteren asiatischen Imbissen durch ein reichhaltiges Buffetangebot zu bezahlbaren Preisen. Auch wenn die Qualität zwischen den Gerichten etwas schwankt und das Essen leider nicht heiß auf den Teller kommt, ist der Imbiss durchaus einen Besuch wert.

Fakten:

Name Long Food
Adresse Am Brühl 1, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Lung Phung

Was kann man Besseres tun als an einem freien Tag im Advent das überlaufene Leipziger Zentrum zu meiden und sich stattdessen in einem ruhigen Einkaufscenter die Zeit zu vertreiben? So führte mich mein Weg diesmal ins Paunsdorf-Center, in dem gleich drei asiatische Restaurants bzw. Imbisse auf Besucher warten. Meine Wahl fiel zur Mittagszeit auf das Restaurant Lung Phung, welches erst vor Kurzem umgebaut wurde und sein Angebot erweitert hat.

Im Restaurant steht der Gast vor der Wahl, à la carte zu essen oder sich einen Teller am Buffet selbst zusammenzustellen. Die zweite Möglichkeit existiert erst seit wenigen Monaten und kostet für einen kleinen Teller 4,90€, während ein großer Teller mit 2€ mehr zu Buche schlägt. Die Gerichte sahen vielfältig und schmackhaft aus, ich testete jedoch das Essen à la carte. Das gesamte Ambiente ist wirklich sehr schön gestaltet. Es gibt recht viele Tische, aber durch Raumtrenner und viele stilvolle Dekoelemente (zu denen auch echte Pflanzen gehören) macht sich dennoch kein Speisesaalgefühl breit. Der Blick aus dem Fenster zeigt einen asiatisch dekorierten Garten.

Das Lung Phung war zur Mittagszeit an einem Wochentag erstaunlich gut besucht. Ich bin mir nicht sicher, ob das am Standort, der Qualität des Essens, der mangelnden Konkurrenz oder einer Kombination daraus liegt. Ich bin jedoch umso gespannter darauf, was das Restaurant zu bieten hat. Ein Blick in die Speisekarte offenbart, dass das Lokal tatsächlich (abgesehen von dem recht günstigen Buffetangebot) nicht zu den billigsten zählt. Die Gerichte liegen preislich zwischen knapp 9 bis knapp 17€. Es gibt auch eine Mittagskarte, auf der wechselnde Angebote angepriesen werden, die alle um die 10€ kosten.

Wir entscheiden uns für Tofu und Gemüse in Thai-Curry (8,95€) und gebackenes Huhn in Curry-Mango-Soße (9,95€ von der Mittagskarte). Beim Mittagsgericht ist eine Vorsuppe enthalten, zu dem vegetarischen Gericht bestellen wir eine Pekingsuppe (1,95€) als Vorspeise dazu. Die Suppen werden in Windeseile serviert. Es handelt sich in beiden Fällen um eine (geschmacklich sehr gute) Pekingsuppe mit Entenfleisch, wobei die extra bestellte größer ist als die zum Mittagsgericht gehörende. Auch die Wartezeit bis zum Hauptgang ist ungewöhnlich kurz, sodass die bestellten Gerichte bereits nach wenigen Augenblicken vor uns stehen.

Pekingsuppe

Pekingsuppe

Das Mittagsgericht wird mit allen Bestandteilen auf einem Teller serviert, während der Tofu auf einer Wärmeplatte und der Reis in einer separaten Schüssel angerichtet wird. Zum Tofu ist zunächst zu sagen, dass die Menge wirklich reichlich daherkommt. Der Teller ist bis zum Rand gefüllt mit vielfältigem Gemüse (unter anderem auch eher unübliche Sorten wie Babymais) und viel leckerer Soße. Das Verhältnis von Tofu und Gemüse könnte für meinen Geschmack zwar noch etwas in die Tofurichtung kippen, dafür ist dieser sehr weich. Die Konsistenz erinnert an etwas festen Seidentofu, während das Äußere knusprig gebraten ist. Die Soße schmeckt zwar gut, kann aber meiner Erwartung an die Schärfe (das Gericht war in der Karte als eines der wenigen mit dem Zusatz „scharf“ gekennzeichnet) nicht standhalten. Ein wenig Chili ist zu spüren, von einem thailändischen Curry kann man jedoch nicht sprechen. Als Ausgleich finden sich einige vietnamesische Kräuter (dem ein oder anderen vielleicht aus entsprechenden vietnamesischen Suppen oder Baguettes bekannt), die dem Gericht einen interessanten und exotischen Geschmack verleihen.

Tofu mit Gemüse in Thai-Curry

Tofu mit Gemüse in Thai-Curry

Das Hühnchengericht kann leider nicht vollständig überzeugen. Das Gemüse beschränkt sich hier auf eine Sorte, nämlich Sojasprossen. Diese sind frisch und knackig, aber da fehlt doch etwas die Vielfalt. Das Fleisch ist kein Pressfleisch, wie man es oft von gebackenem Hühnchen kennt, und außerdem reichlich vorhanden – es bedeckt einen Großteil des Tellers. Leider ist das gesamte Fleisch von vielen Fettsträngen durchzogen, was das Geschmackserlebnis deutlich ausbremst. Die Curry-Mango-Soße ist sehr fruchtig und erinnert tatsächlich, was ja gar nicht so selbstverständlich ist, an frische Mango. Dabei kommt jedoch der Currybestandteil zu kurz. Möglicherweise ist es doch empfehlenswerter, ein Gericht von der Abendkarte zu nehmen.

Hühnchen in Curry-Mango-Soße

Hühnchen in Curry-Mango-Soße

Positiv hervorzuheben ist das Personal. Ich konnte beobachten, wie am Nachbartisch eine Nachfrage zu den verwendeten Gewürzen gestellt wurde und die folgenden Minuten die gesamte Belegschaft mittels Beratungen und Bilder weitreichende Erklärungen gab. Beeindruckend!


Fazit:

Das Lung Phung serviert hauptsächlich sehr an europäische Gewohnheiten angepasste Gerichte, die nicht immer ganz den Erwartungen entsprechen. Dennoch – die Mengen sind groß, die Qualität des Gemüses ist ausgezeichnet und der Service sehr zuvorkommend. Außerdem werden neben den typischen China-Restaurant-Gerichten auch ein Buffet (1 Teller zum Selbstzusammenstellen) und verschiedene vietnamesische Suppen angeboten.

Fakten:

Name Lung Phung
Adresse Paunsdorf Center, Paunsdorfer Allee 1, 04329 Leipzig
Stadtteil Paunsdorf
Preisspanne Hauptgerichte 8,95€ – 16,65€ (à la carte), 4,90€ – 6,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja, außer die Toiletten (aber im Paunsdorf Center gibt es barrierefreie Toiletten)
Sauberkeit sehr gut