Pho – Asia Bistro To Dung

Nach langer Pause (die ich vollkommen sommeruntypisch größtenteils auf Arbeit verbrachte) konnte ich endlich wieder einen mir bis dahin unbekannten asiatischen Imbiss besuchen. Vor einiger Zeit war ich schonmal in der Gegend, und zwar beim Chumumi auf der Zschocherschen Straße. Schräg gegenüber befindet sich ein kleines Bistro, das Pho Asia Bistro To Dung.

Im Inneren des Bistros befinden sich einige Tische und Stühle und die hohe Theke. Das Angebot ist vielfältig. Wie der Name schon verrät, darf man hier unter anderem vietnamesische Suppen erwarten. Allerdings bietet die Karte das gesamte Spektrum typischer asiatischer Imbisse. Einige Gerichte sind auf dem Aushang mit dem Zusatz „Neu“ gekennzeichnet. Wie neu diese tatsächlich sind, kann ich nicht einschätzen, aber vielleicht weiß ja einer der regelmäßigeren Gäste mehr?

Die Preise sind recht günstig, das teuerste Gericht schlägt mit knapp 7€ zu Buche, man kann aber auch Hauptgerichte für unter 5€ finden. Wir entscheiden uns für einen Klassiker, Hühnchen im Kun Pao-Stil (Hühnchenwürfel in einer scharfen Soße mit Erdnüssen), und für gebratene Ente in Mangosoße.

Pho To Dung 2 b

Hühnchen Kun Pao

Auch wenn die Bilder vielleicht anderes vermuten lassen, fallen die Portionen recht groß aus und bieten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Reis und Soße. Das Fleisch hat eine gute Qualität, allerdings müssen dafür beim Gemüse Abstriche gemacht werden. Einiges schmeckt doch zu sehr nach Konserve. Die versprochene Mango ist lediglich als Geschmack in der Soße zu finden, Obststücke sucht man vergebens.

Pho To Dung b

Gebratene Ente mit Gemüse in Mangosoße

Dies schadet dem Gesamteindruck allerdings nur in geringem Maße, vor allem angesichts des günstigen Preises.

Fazit:
Die Speisen im Pho Bistro sind von einem guten Preis-Leistungsverhältnis gekennzeichnet. Eine große Auswahl und sättigende Portionsgrößen sprechen für sich. Auch wenn das Gemüse teilweise frischer sein könnte, ist das Bistro für eine schnelle Mahlzeit gut geeignet.

Fakten:

Name Pho – Asia Bistro To Dung
Adresse Zschochersche Str. 51a, 04229 Leipzig
Stadtteil Plagwitz
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 6,90€
Barrierefreiheit
Sauberkeit okay

Long Food (Höfe am Brühl)

Es ist schon einige Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal über einen Imbiss in den Höfen am Brühl berichtet habe. Damals hatte ich das Yasumi New Cooking besucht. Gleich daneben befindet sich ein weiterer asiatischer Imbiss: das Long Food. Das Lokal gehört zu einer Kette, die sich u.a. auch im Leipziger Paunsdorf-Center niedergelassen hat. Die Filialen haben einen recht hohen optischen Wiedererkennungswert, da dem Betrachter sofort die flächendeckende Verwendung der Farbe lila auffällt.

Das Long Food ist ein Buffet-Imbiss. Obwohl es auch einige bereits zusammengestellte Gerichte gibt, sieht das Konzept vor allem vor, dass sich der Besucher zwischen zwei Tellergrößen entscheidet. Der gewählte Teller darf dann nach Herzensliebe mit den am Buffet bereitstehenden Komponenten befüllt werden. Für den kleinen Teller schlägt das Buffet mit 4,90€, für den großen mit 6,90€ zu Buche. Eine Pekingsuppe ist bei beiden Varianten inklusive. Wer während der Shoppingtour etwas für den kleinen Hunger zwischendurch sucht, ist mit dem kleinen Teller gut bedient, der große Teller bietet Platz genug für eine volle Mahlzeit.

Das Buffet wartet – vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich hier um einen Schnellimbiss handelt – mit einer reichhaltigen Auswahl auf. Neben der bereits erwähnten Suppe kann sich der Gast für Reis, Nudeln, Frühlingsrollen, gebackenes Gemüse, Tofu mit Spinat, Champignonpfanne, verschiedene Geflügelgerichte (auch eine Variante mit Ente ist dabei), verschiedene Currygerichte (Thai Curry, Curry mit Kichererbsen, Mango-Curry), gebackenes Hühnchen, gebackenen Fisch und schließlich diverse Soßen entscheiden. Anderes Fleisch als Geflügel ist jedoch nicht vorhanden.

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Buffetauswahl mit Pekingsuppe, Tofu und Spinat, gebackenem Gemüse und Hühnchen, Frühlingsrollen, Gemüsepfanne und Hühnchen- und Entengerichten

Bei einem solchen Angebot muss natürlich ein Blick auf die Qualität der Speisen geworfen werden. Die Suppe, welche ich zunächst probierte, war sehr schmackhaft, etwas tomatig, aber auch eine gewisse Schärfe war vorhanden. Schade fand ich jedoch, dass die Einlage recht dünn gesät war bzw. es keine größeren Stücke (Pilze, Fleisch usw.) gab, die für Pekingsuppe normalerweise üblich sind. Für die restlichen Speisen muss vornweg gesagt werden, dass es der Buffettechnik leider nicht gelingt, alles warm zu halten. Bereits wenige Minuten, nachdem das Essen auf unseren Tellern gelandet war, war es auch schon kalt. Geschmacklich jedoch sind die Gerichte durchaus empfehlenswert: zartes Fleisch, wohlschmeckende Soßen und frisches Gemüse bilden ein gutes Zusammenspiel. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass das Gemüse in fast jedem Gericht aus den gleichen Komponenten bestand und das gebackene Gemüse zu meinem Bedauern doch etwas zu weich war.

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Buffetauswahl mit Thai Curry, Mango-Curry, Champignonpfanne, Entengericht, Hühnchen, gebackenem Fisch und gebratenen Nudeln (letztere sind im Bild wohl nur zu erahnen ;-))

Verwirrung stiftet der kulturelle Hintergrund, vor dem sich das Long Food präsentiert. Die Speisen am Buffet sind größtenteils klar der südostasiatischen Küche zuzuordnen; die Gerichte von der Karte und die Innengestaltung (das Bild des Taj Mahal prangt meterhoch an einer der Wände) suggerieren eher eine indische Umgebung. Das tut dem Genuss der Speisen jedoch keine Abbruch, die für einen fairen Preis mit großer Vielfalt angeboten werden. Und vielleicht gibt es ja den ein oder anderen Liebhaber beider Küchen, der dann im Long Food voll auf seine Kosten kommt.

Fazit:
Das Long Food behauptet sich in den Höfen am Brühl zwischen weiteren asiatischen Imbissen durch ein reichhaltiges Buffetangebot zu bezahlbaren Preisen. Auch wenn die Qualität zwischen den Gerichten etwas schwankt und das Essen leider nicht heiß auf den Teller kommt, ist der Imbiss durchaus einen Besuch wert.

Fakten:

Name Long Food
Adresse Am Brühl 1, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Asia Bistro Viet Thai

Mein erster Test im neuen Jahr führte mich in das nördliche Zentrum von Leipzig zu einem Bistro im Löhr-Carré. Das Asia Bistro Viet Thai bietet hier typische Asiate-von-nebenan-Küche. Das Innere ist sporadisch mit wenigen Tischen und Stühlen ausgestattet, welche an hohe Bartische erinnern. Die Karte ist im Vergleich zu anderen Imbissen fast kurz, dennoch gibt es Hühnchen- und Entengerichte sowie gebratenen Reis, gebratene Nudeln und eine kleine Auswahl vegetarischer Speisen.

Zu meinem Besuch um die Mittagszeit am Wochenende ist nur ein Herr anwesend, der sowohl bedient als auch kocht. Er spricht sofort eine Empfehlung aus (Nr. 7, gebratene Nudeln mit Hähnchenfleisch), die aufgrund der spontanen Äußerung nicht nur uns, sondern auch die nach uns kommenden Gäste verwirrt. „Aber Sie haben doch auch die anderen Sachen von der Karte?“ Ja, das hat er. Wir entscheiden uns für die mit 5,50€ sehr günstige Ente, jeweils einmal als Chop Suey und einmal mit Teriyaki-Soße.

Viet Thai: Gebackene Ente in Teriyaki-Soße

Gebackene Ente mit Bambus, Pilzen und Teriyaki-Soße

Äußerlich waren die beiden Gerichte nicht voneinander zu unterscheiden. Geschmacklich war zwischen den Soßen durchaus ein Unterschied vorhanden. Das Chop Suey hatte den bekannten Geschmack dunkler asiatischer Soße. Etwas überrascht hat mich die Teriyaki-Soße. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Mischung von Sojasoße, Mirin (süßer Reiswein) und Zucker bzw. Honig. Diese Soße war jedoch sehr pikant mit einem beinahe aufdringlichen Geschmack.

Asia Bistro Viet Thai chop suey

Gebackene Ente Chop Suey mit verschiedenem Gemüse

Positiv hervorzuheben ist das Entenfleisch. Angesichts des niedrigen Preises hatte ich zunächst Bedenken, aber es war reichlich Fleisch vorhanden mit knuspriger Haut und zartem Inneren. Wenn es noch etwas weniger Fettanteil gehabt hätte, wäre es perfekt gewesen. Negativ aufgefallen ist im Gegensatz dazu das Gemüse. Zwar ist nichts gegen die Vielfalt zu sagen, aber frisch war leider nichts davon. Die meisten Gemüsesorten hatten eine zerkochte Konsistenz und insgesamt war eher der Geschmack deutschen Mischgemüses vorherrschend. Schade!

Fazit:
Das Asia Bistro Viet Thai erfüllt das Klischee vom Imbissasiaten. Fertige Gemüsemischungen und nicht identifizierbare Soßen werden glücklicherweise durch die recht gute Qualität des Fleisches und die günstigen Preise etwas aufgewertet.

Fakten:

Name Asia Bistro Viet Thai
Adresse Humboldtstr. 23, 04105 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Nord(west)
Preisspanne Hauptgerichte 2,90€ – 6,50€
Barrierefreiheit Eingang barrierefrei, Tische aber sehr hoch (Bartische)
Sauberkeit gut

Lotus Bistro

Zunächst eine Warnung: In Leipzig existieren mehrere gastronomische Einrichtungen, die das Wort „Lotus“ im Namen tragen, unter anderem auch ein Restaurant im Südwesten. Hier geht es um einen Imbiss in Eutritzsch (gleich gegenüber von Netto) mit angeschlossenen Sitzmöglichkeiten in einem separaten Raum. Auf den ersten Blick kommt das Lotus-Bistro wie der typische Asia-Imbiss daher mit dem gerade überall zu findenden vietnamesischen Einschlag (welcher auf der Karte auch so angepriesen wird).

Das Bistro feierte vor wenigen Monaten Neueröffnung und ich freue mich, mal wieder in einem hier sonst noch zu wenig beachteten Stadtteil unterwegs zu sein. Ein Blick auf die Karte offenbart zunächst das Preisniveau: Unter 4,50€ ist hier kaum ein Gericht zu haben, zumindest wenn es Fleisch oder Tofu sein soll. Die Einteilung auf der Karte erfolgt klassisch nach Asia-Imbiss-Manier: gebratener Reis, gebratene Nudeln, Vegetarisches, Hühnchenschenkel oder -brust, Ente, Schwein und Garnelen stehen zur Auswahl.

Die Küche ist direkt einsehbar und sieht sauber und gepflegt aus. Ich entscheide mich für vietnamesische Rollen (2€, allerdings sind das keine Sommerrollen, die es jedoch auch gibt) als Vorspeise und Pho Xao – Gebratene Reisbandnudeln mit Tofu (5,50€). Die Zubereitung dauert einige Zeit, obwohl die meisten Zutaten aus dem Kühlschrank oder Gefrierfach kommen. Die Rollen werden in der Fritteuse zubereitet, sind jedoch ursprünglich offenbar selbst hergestellt.

Vietnamesische Rollen

Vietnamesische Rollen

Geschmacklich ist die Vorspeise leider keine Offenbarung. Eine Note von billigem Fleisch durchzieht die Rollen. Trotzdem ist der Inhalt recht vielfältig und die beiden Rollen sind groß. Eine süß-sauer-scharfe Soße wird mitgeliefert. Der Duft der Reisbandnudeln hatte mich bereits den gesamten Heimweg begleitet und hier wurde meine Befürchtung, dass es sich um Glutamat mit gebratenen Nudeln handelt, bestätigt. Der Geschmack der Nudeln trat kaum zum Vorschein, obwohl das Gericht nicht übermäßig gewürzt war. Sehr gut allerdings war der Tofu, welcher mit einer angebratenen Oberfläche und angenehm weicher Textur im Inneren eine perfekte Konsistenz aufwies.

Gebratene Reisbandnudeln mit Tofu

Gebratene Reisbandnudeln mit Tofu

Auch das Gemüse – obwohl die Vielfalt hier etwas zu wünschen übrig ließ – konnte durch Frische überzeugen. Leider trug dies nicht zum besseren Geschmack bei, da die enthaltenen Eier und die Glutamatwürze die Oberhand behielten.

Fazit:
Das Lotus Bistro zählt wirklich zu den asiatischen Standardimbissen, ich habe keine herausragende Besonderheit erkennen können. Für den Preis erhält man anderswo besseres Essen, auch wenn die gute Qualität der Zutaten eine Erwähnung wert ist.

Fakten:

Name Lotus Bistro
Adresse Theresienstr. 29, 04129 Leipzig
Stadtteil Eutritzsch
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 6,90€
Barrierefreiheit
Sauberkeit gut

3. Street-Food-Markt auf der Feinkost

Nachdem die beiden Street-Food-Märkte im letzten Jahr offensichtlich volle Erfolge waren, gibt es 2015 gleich vier Gelegenheiten, sich auf der Feinkost durch die Köstlichkeiten mehr oder weniger exotisch anmutender Länder zu probieren. Über die Premiere der Veranstaltungsreihe im letzten Jahr habe ich bereits hier berichtet. Damals steckte der Street-Food-Markt noch in den Kinderschuhen, vor allem kritisierte ich, dass für die vielen Gäste zu wenig Essen bereitstand und dieses auch eher am oberen Ende der von der Feinkost empfohlenen Preisspanne von bis zu 5€ lag, obwohl die Portionsgröße dies in den meisten Fällen nicht vollkommen rechtfertigte.

Mit der Hoffnung auf kleine Fortschritte und appetitlichen Entdeckungen betrat ich also das Feinkostgelände und war wirklich sehr positiv überrascht. Nicht nur, dass die Fläche um ein Stück vergrößert wurde und somit mehr Platz für weitere Stände und gern gesehene Sitzgelegenheiten bot; es gab auch im Vergleich zu meinem ersten Besuch viele neue Anbieter. Außerdem – und das steigerte meine Freude über die positive Entwicklung des Street-Food-Markts noch weiter – standen viele Kleinigkeiten zur Auswahl, die auch zu einem niedrigen Preis von 2 bis 3€ probiert werden konnten. Ob da der Reisladen eine kleine oder große Portion des schwarzen und weißen Reises mit Erdbeeren und Mango anbot, ob man an einem afrikanischen Stand wie selbstverständlich die Soßen vor dem Kauf erst kosten durfte, ob man sich dann ein Kokos-Teigbällchen für 1€ einverleibte oder doch mit einem komplett veganen Gericht mit originalem Sauerteigfladenbrot (und sauer heißt hier wirklich sauer!) aus Äthiopien für 3€ zu neuen kulinarischen Erfahrungen aufbrach: Viele Stände hatten Angebote, die es den Besuchern wirklich erlaubten, verschiedene Dinge zu probieren und den persönlichen Favoriten zu finden.

Reis mit Erdbeeren und Mango

Reis mit Erdbeeren und Mango

An der asiatischen Front boten neben dem bereits bekannten Chinabrenner (der diesmal zumindest während der Zeit meiner Anwesenheit zu den schlechter besuchten Ständen zählte) auch das chinesische Teehaus (welches wohl die teuersten Speisen, dafür aber authentisches Chinesisches auftischte, wie etwa Baozi), ein thailändischer und ein koreanischer Stand Speisen an. Außerdem gab es Sommerrollen und experimentelles Sushi, welches mit den Sorten „Gulasch“ und „Gyros“ sicher manchen Sushiliebhaber neugierig machte. Ich probierte das koreanische Galbi mit sehr leckerem süß marinierten und gegrillten Rindfleisch, Kimchi (scharfem Kohl) und Reis.

Galbi (mariniertes, gegrilltes Rindfleisch, Kimchi und Reis)

Galbi (mariniertes, gegrilltes Rindfleisch, Kimchi und Reis)

Eine Auswahl thailändischer Speisen

Eine Auswahl thailändischer Speisen

Baozi (gefüllte Teigtaschen im Bambusdämpfer), hier noch nicht ganz fertig zubereitet

Baozi (gefüllte Teigtaschen im Bambusdämpfer), hier noch nicht ganz fertig zubereitet

Sommerrollen

Sommerrollen

Außerdem konnten sich natürlich auch die Angebote aus anderen Regionen blicken lassen, es gab beispielsweise Pelmeni, brasilianische Teigtaschen mit herzhaften Füllungen und Tacos. Insgesamt bot sich dem Besucher ein breites Spektrum an köstlichen Delikatessen, die die Neugier auf unterschiedlichstes Street-Food zu stillen wussten.

Fazit
Der Street-Food-Markt ist mehr denn je einen Besuch wert. Preiswerte Kostproben aus aller Welt mischen sich mit einem jungen, offenen und experimentierfreudigen Flair. Die Speisen erscheinen zum großen Teil sehr authentisch und werden dem interessierten Besucher häufig beinahe inbrünstig mit umfassendem Detailwissen erläutert. Da kann man nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

Hung Asia (China Thai Imbiss)

Da das Asia Bistro in der Riebeckstraße im Februar und März Urlaub gemacht hat (bestimmt nur, um neue leckere Kochideen aus der Heimat gen Leipzig zu bringen ;-)), ergab sich die Gelegenheit des Tests eines Imbisses in der Prager Straße: das Hung Asia (oder, wie das Schild am Gebäude angibt, „China Thai Imbiss“).

Der Imbiss erfüllt die Erwartungen an ein „kleiner-Asiate-um-die-Ecke“-Bistro vollkommen. Es gibt nur einige hohe Stühle an einem thekenartigen Konstrukt. Ein einziger Mitarbeiter nimmt die Bestellung an, bereitet die Speisen zu und ist zum Scherzen aufgelegt. Da wir die einzigen Kunden waren, entstand daraus kein Problem; wenn der Laden voll ist, dürfte er jedoch ganz schön ins Schwitzen geraten. Die Zubereitung erfolgte schnell und ohne Probleme, der Duft des Essens stieg uns bereits währenddessen appetitanregend in die Nase.

Die Preise sind für die Lage und das Angebot minimal höher als der Durchschnitt. Ungewöhnlich ist, dass die vegetarischen Gerichte mit Tofu nicht signifikant billiger und in einem Fall sogar teurer sind als die entsprechende Variante mit Hühner- oder Schweinefleisch. Die Karte ist nach Soßen sortiert, wobei Curry-Kokosmilch-Soße, schwarze Austernsoße (scharf, mit Knoblauch), Erdnusssoße und süß-saure Soße zur Wahl stehen. Außerdem gibt es Pfannengerichte mit gebratenem Reis oder gebratenen Nudeln.

Wir entscheiden uns für gebackenes Hühnerbrustfilet, jeweils einmal in Curry-Kokosmilch-Soße und einmal in schwarzer Austernsoße. Die Assietten zum Transport kommen mir etwas tiefer vor als bei anderen Imbissen, was auch in einem größeren Fassungsvermögen resultiert.

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in Curry-Kokosmilch-Soße

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in Curry-Kokosmilch-Soße

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in schwarzer Austernsoße

Gebackenes Hühnerbrustfilet mit Gemüse in schwarzer Austernsoße

Beide Gerichte sind angenehm, aber erträglich scharf und der Knoblauch ist besonders in der Austernsoße gut auszumachen. Das Gemüse ist vielfältig und frisch. Das Fleisch kommt teilweise etwas fasrig daher. Gemessen am Soßenanteil hätte das Gericht außerdem noch etwas mehr Reis vertragen können. Geschmacklich waren beide Gerichte aber sehr gut, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich „nur“ um einen kleinen Imbiss handelt.

Fazit:
Das Hung Asia lädt zum Mitnehmen einer schnellen, unkomplizierten Mahlzeit am Ostplatz ein. Geschmacklich sehr gut, preislich oberes Mittelmaß.

Fakten:

Name Hung Asia (China Thai Imbiss)
Adresse Prager Straße 37, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 6,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit ok

Vietnam Küche

Die Vietnam Küche am Bayrischen Platz feierte im Oktober Eröffnung. Höchste Zeit also, diesen zentrumsnahen Imbiss genauer zu testen. Von außen erweckt das Lokal eher den Eindruck eines Mitnahmeimbisses, allerdings stellte sich heraus, dass die Inneneinrichtung durchaus den Raum und Charme für ein Essen vor Ort bietet. Auch ein großer Tisch, an dem bis zu neun Personen Platz finden, gehört zum Interieur. Die Atmosphäre ist imbisstypisch von einer Theke und dem obligatorischen Wandfernseher geprägt, allerdings tritt aufgrund des doch recht großen Raumes kein beengendes Gefühl auf.

Auf der Karte stehen – ähnlich wie im vor Kurzem besprochenen Onkel Ho’s – Gerichte mit Garnelen, Tofu, Huhn- oder Entenfleisch, bei denen zwischen verschiedenen Soßen gewählt werden kann, sowie diverse Suppen und verschiedene gebratene Nudelsorten mit Wahlbeilagen (Tofu, Hühner-, oder Rindfleisch). Eine vierte im Vergleich zum Tofu als „vegetarisch“ deklarierte Option trifft den Kern der Sache wohl nicht ganz und wäre vermutlich eher als „ohne Beilage“ zu charakterisieren. Auch die übrigen Zutaten sind erfreulicherweise in der Karte größtenteils einzeln aufgelistet. Der Nachteil einer solchen Aufstellung liegt allerdings darin, dass die mangelnde Variation der Gerichte recht deutlich zu Tage tritt. So sind – abgesehen von den Suppen – in allen Hauptgerichten Erdnüsse, ein häufiges Allergen, enthalten. Die Preise sind geringfügig höher als die der Konkurrenten in der nahen Umgebung.

Wir entscheiden uns für gebackene Hühnerbrust mit Mangosoße und knusprig gebackene Ente mit Hoisinsoße (eine dunkle Soße mit süßlicher Note). Was in anderen Imbissen als gebackenes Hühnchen verkauft wird, erinnert mich hier eher an die oft als Vorspeise angebotenen Hühnchenfleischspieße ohne Panade. Die Soße zeigte nur einen Hauch von Mango und hätte wohl auch als Currysoße Anerkennung und ein ähnliches Geschmackserlebnis gefunden.

Gebackene Hühnerbrust mit Mangosoße

Gebackene Hühnerbrust mit Mangosoße

Knusprig gebackene Ente in Hoisin-Soße

Knusprig gebackene Ente in Hoisin-Soße

Das Entenfleisch war von mittlerer Qualität und bei der Gemüseauswahl habe ich erneut die Vielfalt vermisst. Das Verhältnis zwischen Reis und Soße stimmte jedoch und letztere war geschmacklich sehr gut. Die Gerichte werden in der Vietnam Küche in tiefen Schalen serviert, die den Inhalt zwar zunächst etwas wenig erscheinen lassen, sich schließlich doch als in diesem Punkt unterschätzt herausstellen. Satt geworden bin ich somit auf jeden Fall und trotz einiger Mängel ist der Imbiss einen erfreulich schnellen Besuch wert.

Fazit:
Ein nettes Ambiente, die zentrumsnahe Lage und die große Soßenauswahl sprechen für diesen Imbiss, die Gerichte selbst können mit dem Niveau jedoch nicht mithalten. Für eine schnelle Mahlzeit erscheint mir die Vietnam Küche trotzdem gut geeignet.

Fakten:

Name Vietnam Küche
Adresse Windmühlenstr. 22-26, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 6,50€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut