Mifune

Das Mifune (jap. „drei Schiffe“) ist ein japanisches Restaurant in der Münzgasse, einer kleinen Straße, die bei Gourmets und gastronomieinteressierten Leipzigern schon lange bekannt sein dürfte. Dort finden sich zwei asiatische Lokale, eines davon ist das Mifune, das andere beherbergte einst das beinah schon legendäre Xi Gui Yuan, während dort heute ein vietnamesisches Lokal zu Tisch bittet. Das Mifune zählt zur Kategorie der Sushirestaurants. Diese fanden bisher im Blog keine Beachtung und diese Bewertung wird somit wohl auch eine Ausnahme bleiben. Die Zahl der Sushirestaurants und -imbisse würde einen eigenen Blog rechtfertigen, außerdem fehlt mir auf diesem Gebiet die nötige Erfahrung und Hingabe für zumindest ansatzweise kompetente Bewertungen. Das Mifune besuchte ich jedoch auf persönliche Empfehlung aus dem Freundeskreis. Außerdem bietet es neben Sushi auch eine Zahl weiterer japanischer Spezialitäten.

Bereits beim Betreten des Restaurants wird klar, dass es sich hier um ein Lokal gehobenen Niveaus handelt. Insgesamt sind die Räumlichkeiten eher klein, aber es gibt neben normalen Tischen auch speziell auf die Zubereitung vor Ort konzipierte mit Grillplatte in der Mitte. Vor dem Essen wird ein feuchtes Tuch für die Hände gereicht. Noch sind wir die einzigen Gäste und die Kellnerin, welche allein für die Bedienung des gesamten Restaurants verantwortlich zu sein scheint, wirkt entspannt. Dies soll sich im Laufe des Abends ändern, sodass wir zuletzt fast eine Dreiviertelstunde auf die Erstellung der Rechnung warten müssen, welche sich schließlich aufgrund der Verwendung eines Gutscheins als zusätzlich problematisch erweist.

Die Karte beinhaltet zu einem großen Teil Sushi, allerdings gibt es auch Tempura (Gemüse, Fisch oder Meeresfrüchte im Teigmantel ausgebacken) und Suppengerichte, welche preislich alle bei über 20€ liegen. Wir entscheiden uns für eine bescheidenere Portion und probieren als Vorspeise Spinatsalat (in japanischer Brühe gedünsteter Spinat mit Sojasoße) und die berühmte japanische Miso-Suppe. Letztere besteht vor allem aus dem sogenannten Dashi, einem Fischsud, vergleichbar mit Gemüsebrühe auf Fischbasis. Dazu kommen Tofu und Frühlingszwiebeln. Auch der Spinat scheint in dieser Brühe zubereitet worden zu sein, der Fischgeschmack begleitet uns den gesamten Abend.

Gedünstete Spinatblätter in Sojasoße

Gedünstete Spinatblätter in Sojasoße

Miso-Suppe

Miso-Suppe

Besonders die Suppe überzeugte durch frische Zutaten und einen feinen Geschmack. Der Spinatsalat erinnerte mich persönlich zu sehr an Algen und hätte auch noch etwas bissfester sein können. Als Hauptspeise gab es dann eine selbst zusammengestellte Auswahl des vegetarischen Sushiangebots, darunter Kürbis- und Avocadomaki (die kleinen Röllchen mit Algenblatt), sowie Shiitake- und Brokkolinigiri (Reisbällchen mit aufgelegten Zutaten).

Vegetarische Sushiauswahl

Vegetarische Sushiauswahl

Auffällig ist die Wasabipaste, welche nicht nur dazu gereicht wird, sondern sich bereits zwischen Reis und Beilage befindet. Somit hat leider alles etwas den Geschmack von Meerrettich angenommen, sodass die einzelnen Zutaten nicht mehr gut zu erkennen sind. Die Anrichtung des Sushis ist jedoch sehr professionell. Auch wenn man auf der Karte einige ungewöhnlichere Kreationen finden kann, fehlen mir doch die typisch japanischen Zusammensetzungen mit Tamago (Ei), Tofu oder Natto (fermentierte Sojabohnen). Wahrscheinlich sind diese Spezialitäten wohl doch „zu“ authentisch und bei den westlichen Konsumenten nicht ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Das Mifune verbindet die beliebte japanische Küche mit gehobenen kulinarischen Ansprüchen. Dabei gibt es verständlicherweise eher wenig authentisches Street-Food, dafür den Rahmen (und auch den Gesprächsstoff) für ein offizielles Abendessen.

Fazit:
Wer eine schnelle, preiswerte Sushibar sucht, ist beim Mifune fehl am Platz. Wer jedoch Zeit und Geld investieren will, kann hier japanische Spezialitäten genießen und dabei dem Koch sogar bei der Zubereitung auf die Finger schauen. Ausgefallene Speisen und schnelle Bedienung sucht man zwar vergebens, der ausgewogene Geschmack der Gerichte tröstet den Fisch-Liebhaber darüber jedoch gut hinweg.

Fakten:

Name Mifune
Adresse Münzgasse 18-20, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte bis ca. 27€ (Sushi wird einzeln berechnet, daher schwer kalkulierbar)
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut
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