TonKin Restaurant

Im Musikviertel gibt es seit Kurzem ein neues vietnamesisches Restaurant. Da ließ ich mich natürlich nicht zweimal bitten und habe dem TonKin an der Ecke Beethoven-/Grassistraße gleich einen Besuch abgestattet.

Im Inneren finden sich verschiedene Ecken, die durch Wände und Raumtrenner ein Gefühl von Gemütlichkeit erzeugen. Alles ist sehr sauber und liebevoll eingerichtet. Ein beliebtes Symbol des Restaurants scheint die goldene Winkekatze (Maneki-neko) zu sein. Eine komplette Wand im hinteren Bereich ist von Regalen überzogen, in denen sich Dutzende dieser Figuren befinden. Auch im Eingangsbereich sind die Katzen zu finden, die unablässig mit der Pfote winken und somit wohl nach asiatischer Tradition wahlweise viele Besucher oder Reichtum anziehen sollen.

Ich habe jedoch nicht nur die Katzen betrachtet, sondern auch die Speisekarte. Diese ist zweigeteilt, es gibt neben der normalen Karte auch eine Mittagskarte mit Gerichten zwischen 6,90€ und 7,90€. Dabei handelt sich nicht um „Mittagsvarianten“ der normalen Speisekarte, sondern tatsächlich um eigene Gerichte. Es lohnt sich also, das Restaurant zu verschiedenen Tageszeiten zu besuchen, um einen Überblick über das gesamte Angebot zu bekommen. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die typisch vietnamesischen Speisen, wie etwa Bun Bo Nam Bo, eher auf der Mittagskarte anzutreffen sind. Aber auch die reguläre Speisekarte wartet mit vielen Köstlichkeiten auf. Da gibt es beispielsweise Pho (vietnamesische Nudelsuppen), vietnamesisches Steak oder Gerichte mit Reis- oder Udonnudeln. Letztere kannte ich bisher eigentlich nur aus der japanischen Küche.

Eine schwierige Entscheidung erwartete uns also. Die Wahl fiel schließlich auf gebratene Hühnerbrust mit Gemüse, Zitronengras und Ingwer auf einer heißen Platte für 10€. Außerdem bestellten wir Udonnudeln mit Rind für 10,90€. Zunächst kann man sagen, dass die Portionen (auch wenn das auf den Bildern vielleicht etwas anders erscheint) wirklich vollkommen ausreichend waren, um auch einen größeren Hunger zu stillen. Sehr positiv aufgefallen ist mir auch, dass es nicht nur die Asia-Standard-Gemüsemischung gab, sondern beispielsweise bei beiden Gerichten Pak Choi (chinesischer Senfkohl) dabei war, der eine interessante Geschmackskomponente beisteuerte.

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Hühnchen mit Ingwer, Zitronengras und Gemüse auf einer heißen Platte

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Udon-Nudeln mit Rind und Gemüse

Das Rind hätte vielleicht noch etwas zarter sein dürfen und insgesamt war der Geschmack des Hühnchengerichts dann nicht so aufregend, wie ich es mir erhofft hatte. Aber das schmälert den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Die Auswahl an vegetarischen Speisen hingegen ist mit drei Gerichten (alle mit Tofu als Hauptkomponente) dann tatsächlich etwas beschränkt. Da gibt es noch Verbesserungspotenzial. Trotzdem ist das TonKin einen Besuch wert und das professionell zurückhaltende und umsichtige Servicepersonal gibt dem Lokal einen weiteren freundlichen Anstrich.

Fazit:
Das TonKin Restaurant bietet schmackhafte vietnamesische Speisen und bleibt vor allem wegen seiner Katzen-Dekoration in Erinnerung. Auch für Gourmets findet sich mit Störfisch oder Entrecôte nach vietnamesischer Art der ein oder andere Leckerbissen.

Fakten:

Name TonKin Restaurant
Adresse Grassistr. 12, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 6,50€ – 7,90€ (Mittagskarte), 7,90€-17,40€ (Abendkarte)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

China-Restaurant Zhang

Es sind tolle Zeiten für Leipziger Liebhaber der asiatischen Küche! Schon wieder begrüßt ein neu eröffnetes Restaurant potentielle Kunden und wie schon bei Chinas Welt, welches ich vor zwei Monaten besuchte, handelt es sich um ein authentisch chinesisches. Das China-Restaurant Zhang befindet sich am Bayrischen Platz. Einige werden sich vielleicht noch an das bis vor Kurzem dort ansässige griechische Restaurant erinnern. Der Inhaber ist geblieben, doch statt griechischer wird dort jetzt chinesische Szechuan-Küche serviert. Das freut mich sehr, denn bisher gab es nur ein dezidiertes Szechuan-Restaurant in Leipzig (den Chinabrenner).

Die Szechuan-Küche wird als eine der acht (oder mehr oder weniger, die Literatur ist sich da nicht einig) chinesischen Regionalküchen beschrieben. Sie ist vor allem für den Gebrauch von scharfen Gewürzen (Szechuanpfeffer, Chili) bekannt und ist die international am meisten verbreitete chinesische Regionalküche. Vor allem einige typische Gerichte kennzeichnen dabei das Angebot von Szechuan-Restaurants, wie etwa Mapo Doufu („Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“), Kung-Pao-Hühnchen oder der bekannte Feuertopf (ein chinesisches Fondue, bei dem das rohe Gargut in stark und/oder mild gewürzter Brühe am Tisch zubereitet wird). Neben der vorhandenen Schärfe sind Szechuan-Gerichte jedoch auch sehr aromatisch und haben wenig mit vietnamesischem oder „pan-asiatischem“ Essen gemein.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf betrete ich also das Zhang. Das Restaurant wirkt zunächst sehr aufgeräumt und fast ein wenig zu „steril“, aber die anwesenden Besucher, vor allem Chinesen, geben dem Raum eine lebendige Atmosphäre. Die Karte ist übersichtlich und enthält ausschließlich „echte“ chinesische Angebote. Diese mögen zwar zunächst seltsam anmuten, jedoch war die Bedienung gern bereit, Empfehlungen auszusprechen. Obwohl auch Gerichte angeboten werden, die keine oder nur eine geringe Schärfe aufweisen, liegt das Augenmerk doch auf mit Chili bzw. Pepperoni gewürzten Zutaten.

Wir bestellen als Vorspeise Jiaozi (12 gebratene Teigtaschen mit einer Füllung aus Schweinefleisch und Kohl), außerdem zwei weitere Gerichte: Mapo Doufu und Tofu nach Art des Hauses. Alle drei Gerichte bewegen sich preislich bei ca. 10€.

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Jiaozi (gebratene Teigtaschen gefüllt mit Schweinefleisch und Kohl)

Wer den Blog verfolgt, weiß, dass ich chinesische Teigtaschen schon in diversen Restaurants und Imbissen getestet habe, z.B. im Nin Hao, in der Hanoi Cuisine und zuletzt in Chinas Welt. So begeistert wie im Zhang war ich davon allerdings noch nie: eine krosse Kruste und die weiche, schmackhafte Füllung werden eigentlich nur noch von dem dazu bereitgestellten Dip übertroffen. Neben dem typischen schwarzen Essig gibt es hier nämlich auch eine scharfe Soße aus Chilipaste, schwarzen Bohnen und weiteren Gewürzen, die ich leider nicht alle identifizieren konnte. Klar ist jedoch: Diesen Dip sollte man probieren! Er ist zwar scharf, aber dennoch eine Geschmackskomposition, die sehr vollmundig daherkommt.

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Mapo Doufu (Tofu nach Art der pockennarbigen Alten)

Auch die beiden anderen Gerichte kann ich nur lobend hervorheben. Das Mapo Doufu besteht tatsächlich aus Seidentofu und enthält viel Szechuanpfeffer, der typischerweise ein leicht betäubendes Gefühl im Mund zurücklässt. Lecker! Das andere Tofugericht ähnelt auf dem ersten Blick jenem, welches ich in Chinas Welt probierte. Allerdings muss ich dem Zhang das bessere Angebot bescheinigen: Die fruchtige Soße mit einer leicht scharfen Note enthält sehr viele, große Tofustücke. Das Gemüse besteht jedoch auch hier nur aus Paprika und Zwiebeln. Aufgrund der Vielfalt ist es also eher ratsam, dieses Gericht zu teilen und gemeinsam verschiedene Dinge zu probieren.

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Tofu nach Art des Hauses

Neben den Gerichten à la carte wecken noch zwei weitere Angebote mein Interesse: Von Montag bis Freitag gibt es ein Mittagsmenü, bei dem man aus vier Gerichten wählen (und kombinieren) kann für 5,90€ inkl. Suppe. Außerdem wird offenbar auch ein Feuertopfmenü angeboten. „Offenbar“, weil der entsprechende Teil in der Karte leider nur auf chinesisch verfügbar war. Allerdings kann man auch der Webseite des Restaurants entnehmen, dass es den Feuertopf inkl. Getränke für 22,80€ gibt. Wenn man telefonisch vorbestellt, erhält man sogar noch Rabatt. Einen solchen durften wir überraschenderweise auch in Anspruch nehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Zhang einmal auszuprobieren!

Fazit:
Das China-Restaurant Zhang bietet authentische Küche aus der chinesischen Provinz Szechuan. Einige Gerichte muten auf den ersten Blick vielleicht seltsam an, doch es lohnt sich. Der Geschmack des Essens weiß zu überzeugen und auch für Leute, die es nicht scharf mögen, finden sich Angebote. Unbedingt probieren sollte man die Teigtaschen!

Fakten:

Name China-Restaurant Zhang
Adresse Windmühlenstr. 22, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte ca. 9€-16€
Barrierefreiheit einige Stufen vor dem Eingang, stufenloses Betreten über zwei Metallschienen auf der Treppe möglich
Sauberkeit sehr gut

Chinas Welt

Viele der bisher vorgestellten Restaurants und Imbisse bieten vor allem vietnamesische Speisen an. Chinas Welt hingegen ist ein vor Kurzem neu eröffnetes Restaurant, das sich der authentischen chinesischen Küche verschrieben hat. Aus Leipzig kenne ich einen solchen Schwerpunkt bisher nur vom Konfuzius Tee Kultur Garten, das voraussichtlich ab Oktober in einer neuen Bleibe zu finden ist.

Chinas Welt befindet sich im Zentrum-Ost in der Nähe des Hauptbahnhofs und wird am Abend meines Tests vor allem von Chinesen besucht. Zusammen mit den durchgehend sehr guten Bewertungen auf einschlägigen Portalen im Internet verspricht das, eine sehr interessante Mahlzeit zu werden. Im Inneren des Restaurants und auf der (überdachten) Innen-Terrasse finden sich genügend Sitzmöglichkeiten. Alles ist sehr geschmackvoll eingerichtet, beispielsweise wird jeder Tisch von einer kleinen Topfpflanze verziert.

Die Speisekarte ist wie von europäischer Küche gewohnt in Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts untergliedert. Wir wollen das Essen aber dennoch ein wenig im chinesischen Stil genießen und bestellen mehrere Speisen zum Probieren. Leider ist eine der gewählten Optionen (Tofu mit fermentiertem Gemüse) nicht mehr erhältlich, wurde jedoch noch nicht von der Karte gestrichen. Einige andere Gerichte wurden hingegen bereits überklebt. Schade, aber anfängliche Schwierigkeiten bleiben wohl nicht aus. Ich entscheide mich stattdessen für ein anderes Tofu-Gericht. Außerdem gibt es noch eine Spezialitäten-Karte, auf der sich unter anderem Fischgerichte befinden, die auf einer heißen Platte serviert werden. Der bekannte chinesische Feuertopf ist nicht im Angebot, dafür findet der Kenner einige andere chinesische Spezialitäten, wie etwa Mapo Doufu.

Als Vorspeisen gab es für uns Seealgensalat und Teigtaschen, letztere je einmal gekocht mit Gemüse- und einmal gebraten mit Fleisch-Kohl-Füllung. Geschmacklich interessant ist vor allem die Gemüsefüllung, da diese aus vielen verschiedenen Komponenten (u.a. Glasnudeln, Pilze, Tofu) besteht und eine sehr charakteristische Note aufweist. Als Dip steht lediglich schwarzer Essig zur Verfügung, allerdings wird zu den gebratenen Teigtaschen auch eine extrem scharfe Soße serviert. Insgesamt hätte ich mir bei den Teigtaschen noch eine etwas größere Auswahl gewünscht, aber das ist schon eine Beschwerde auf hohem Niveau.

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Seealgensalat

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Gebratene (vorn) und gekochte Teigtaschen (hinten)

Sowohl für die Vorspeisen als auch die Hauptgerichte gilt: Alle von uns bestellten Speisen  enthalten Knoblauch. Das ist für asiatische Gerichte nicht unbedingt ungewöhnlich, aber die Menge ist doch eine Erwähnung wert. Wer Knoblauch nicht mag, sollte das also zumindest explizit erwähnen. Zu den Hauptgerichten gab es eine große Schüssel Reis, sehr hübsch angerichtet in einem Behälter mit Holzrahmen. Die Menge war großzügig bemessen.

Geschmacklich fand ich vor allem den Tofu mit scharfem Gemüse nach Art des Hauses sehr ansprechend. Allerdings muss man sich hier von den gewohnten Asia-Restaurant-Anblicken verabschieden. „Gemüse“ heißt in diesem Fall zwei verschiedene Sorten (schwarze Pilze und Paprika), dafür besteht die Portion tatsächlich hauptsächlich aus dem, was ihr den Namen gibt: Tofu. Die Schärfe war nicht übertrieben und unter Umständen an den deutschen Geschmack angepasst.

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Tofu mit scharfem Gemüse nach Art des Hauses

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Auberginen und Kartoffeln

Auch die Auberginen und Kartoffeln machten ihrem Namen alle Ehre, hier wurden als auf der Karte nicht erwähnter Bestandteil lediglich Paprikastücke hinzugefügt. Die Verwendung von für hiesige Gewohnheiten übermäßig viel Öl stört möglicherweise etwas. Dafür fungiert dieses als sehr guter Geschmacksträger und unterstreicht die Geschmacksnoten der Zutaten perfekt.

Preislich liegen die Gerichte auf mittlerem Niveau, was wohl allein angesichts ihrer Authentizität angemessen erscheint. Um viele verschiedene (kleinere) Speisen zu probieren, ist das Restaurant trotzdem nicht unbedingt geeignet, da zumindest die Hauptgang-Portionen eine entsprechende Größe haben.

Fazit:
Chinas Welt ist in Leipzig eine gute Wahl für alle, die einen ersten Einblick in authentische chinesische Küche gewinnen wollen, ohne gleich zu viel Exotik zu erleben. Geschmacklich überzeugende Gerichte treffen auf eine stilvolle Atmosphäre. Ab und an kann es jedoch auch mal lauter werden, wie in einem chinesischen Straßenimbiss.

Fakten:

Name Chinas Welt
Adresse Dohnanyistraße 11-15, 04103 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Ost
Preisspanne Hauptgerichte 9€ – 19€
Barrierefreiheit nein (zwei breite Stufen vor dem Eingang)
Sauberkeit sehr gut

Chang

Abseits der allgegenwärtigen vietnamesischen Imbisse und Restaurants findet man in Leipzig doch auch immer wieder andere südostasiatische Lokale. So habe ich zuletzt ein thailändisches Restaurant besucht, das Chang in der Gottschedstraße (in der es übrigens auch an einem vietnamesischen Vertreter nicht fehlt). Dies ist das dritte hier besprochene thailändische Lokal (nach dem Tuk Tuk und dem Reunthai), so selten sind sie also gar nicht.

Das Innere des Restaurants versprüht eine gemütliche Atmosphäre, vor allem, weil es wirklich recht klein wirkt. Die Bedienung ist tatsächlich thailändisch und alle Gerichte auf der Karte sind auch mit ihrem thailändischen Namen ausgezeichnet. Die Struktur des Angebots ist – wie oft der Fall – nach Soßen sortiert. Zu diesen kann dann die Hauptkomponente (Tofu oder eine der verschiedenen Fleischsorten) gewählt werden. Die Preise auf der Abendkarte bewegen sich zwischen 8 und 16€. Die Mittagskarte beinhaltet teilweise dieselben Gerichte, allerdings sind diese interessanterweise kaum billiger. Außerdem wird eine große Auswahl an Vorspeisen (u.a. auch Suppen und Salate) angeboten.

Wir entscheiden uns für drei verschiedene Speisen: Phad Khing Tau-Hu (Tofu in Ingwer-Sojasoße), Phad Priew Whan Tau-Hu (Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten) und Gaeng Massaman Muh (Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße).

Tofu mit Ingwer in Sojasoße

Tofu mit Ingwer in Sojasoße

Bereits nach sehr kurzer Zeit konnten wir die Speisen in Empfang nehmen. Alle drei Gerichte waren geschmacklich gut. Der Ingwer war frisch und vordergründig – genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Gemüse war nur sehr eingeschränkt an die verschiedenen Soßen angepasst, allerdings gab es an Frische und Geschmack nichts auszusetzen. In Thailand werden übrigens keine Stäbchen verwendet, wie man als Europäer eventuell vermuten könnte. Zur Verfügung stehen Gabel und Löffel, wobei erstere zum Bewegen des Essens genutzt wird. Dieses wird dann auf dem Löffel zum Mund geführt.

Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße

Schweinefleisch in Erdnuss-Currysoße

Die Erdnuss-Currysoße hatte eine spürbare Schärfe, auch ohne entsprechende Warnung in der Karte. Allerdings sollte man dies bei thailändischem Curry wohl auch erwarten ;-). Die Portionen hatten eine mittlere Größe; wer großen Hunger hat, sollte wohl noch eine Vorspeise bestellen.

Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten

Tofu in süß-saurer Soße mit Ananas und Tomaten

Schließlich fehlte eventuell noch das besondere Etwas, das ich beispielsweise im Tuk Tuk herausschmecken konnte. Dies lag aber vielleicht auch an der Wahl der Speise. Das soll die Gesamtwertung jedoch nicht schmälern.

Fazit:
Das Essen im Chang ist sehr schmackhaft und frisch. Die Preise befinden sich auf mittlerem Restaurantniveau und scheinen dem Gebotenen angemessen zu sein. Einzig für die Portionsgröße muss man kleine Abstriche machen. Das Geschmackserlebnis wird dadurch aber nicht geschmälert, sodass ich das Chang durchaus empfehlen kann.

Fakten:

Name Chang
Adresse Gottschedstr. 18, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum-West
Preisspanne Hauptgerichte 7,90€ – 15,90€ (Abendkarte), Mittagskarte nur wenig billiger
Barrierefreiheit 1 Stufe am Eingang und recht enge Gänge im Inneren, Obergeschoss nur über Treppe erreichbar
Sauberkeit sehr gut

Lung Phung

Was kann man Besseres tun als an einem freien Tag im Advent das überlaufene Leipziger Zentrum zu meiden und sich stattdessen in einem ruhigen Einkaufscenter die Zeit zu vertreiben? So führte mich mein Weg diesmal ins Paunsdorf-Center, in dem gleich drei asiatische Restaurants bzw. Imbisse auf Besucher warten. Meine Wahl fiel zur Mittagszeit auf das Restaurant Lung Phung, welches erst vor Kurzem umgebaut wurde und sein Angebot erweitert hat.

Im Restaurant steht der Gast vor der Wahl, à la carte zu essen oder sich einen Teller am Buffet selbst zusammenzustellen. Die zweite Möglichkeit existiert erst seit wenigen Monaten und kostet für einen kleinen Teller 4,90€, während ein großer Teller mit 2€ mehr zu Buche schlägt. Die Gerichte sahen vielfältig und schmackhaft aus, ich testete jedoch das Essen à la carte. Das gesamte Ambiente ist wirklich sehr schön gestaltet. Es gibt recht viele Tische, aber durch Raumtrenner und viele stilvolle Dekoelemente (zu denen auch echte Pflanzen gehören) macht sich dennoch kein Speisesaalgefühl breit. Der Blick aus dem Fenster zeigt einen asiatisch dekorierten Garten.

Das Lung Phung war zur Mittagszeit an einem Wochentag erstaunlich gut besucht. Ich bin mir nicht sicher, ob das am Standort, der Qualität des Essens, der mangelnden Konkurrenz oder einer Kombination daraus liegt. Ich bin jedoch umso gespannter darauf, was das Restaurant zu bieten hat. Ein Blick in die Speisekarte offenbart, dass das Lokal tatsächlich (abgesehen von dem recht günstigen Buffetangebot) nicht zu den billigsten zählt. Die Gerichte liegen preislich zwischen knapp 9 bis knapp 17€. Es gibt auch eine Mittagskarte, auf der wechselnde Angebote angepriesen werden, die alle um die 10€ kosten.

Wir entscheiden uns für Tofu und Gemüse in Thai-Curry (8,95€) und gebackenes Huhn in Curry-Mango-Soße (9,95€ von der Mittagskarte). Beim Mittagsgericht ist eine Vorsuppe enthalten, zu dem vegetarischen Gericht bestellen wir eine Pekingsuppe (1,95€) als Vorspeise dazu. Die Suppen werden in Windeseile serviert. Es handelt sich in beiden Fällen um eine (geschmacklich sehr gute) Pekingsuppe mit Entenfleisch, wobei die extra bestellte größer ist als die zum Mittagsgericht gehörende. Auch die Wartezeit bis zum Hauptgang ist ungewöhnlich kurz, sodass die bestellten Gerichte bereits nach wenigen Augenblicken vor uns stehen.

Pekingsuppe

Pekingsuppe

Das Mittagsgericht wird mit allen Bestandteilen auf einem Teller serviert, während der Tofu auf einer Wärmeplatte und der Reis in einer separaten Schüssel angerichtet wird. Zum Tofu ist zunächst zu sagen, dass die Menge wirklich reichlich daherkommt. Der Teller ist bis zum Rand gefüllt mit vielfältigem Gemüse (unter anderem auch eher unübliche Sorten wie Babymais) und viel leckerer Soße. Das Verhältnis von Tofu und Gemüse könnte für meinen Geschmack zwar noch etwas in die Tofurichtung kippen, dafür ist dieser sehr weich. Die Konsistenz erinnert an etwas festen Seidentofu, während das Äußere knusprig gebraten ist. Die Soße schmeckt zwar gut, kann aber meiner Erwartung an die Schärfe (das Gericht war in der Karte als eines der wenigen mit dem Zusatz „scharf“ gekennzeichnet) nicht standhalten. Ein wenig Chili ist zu spüren, von einem thailändischen Curry kann man jedoch nicht sprechen. Als Ausgleich finden sich einige vietnamesische Kräuter (dem ein oder anderen vielleicht aus entsprechenden vietnamesischen Suppen oder Baguettes bekannt), die dem Gericht einen interessanten und exotischen Geschmack verleihen.

Tofu mit Gemüse in Thai-Curry

Tofu mit Gemüse in Thai-Curry

Das Hühnchengericht kann leider nicht vollständig überzeugen. Das Gemüse beschränkt sich hier auf eine Sorte, nämlich Sojasprossen. Diese sind frisch und knackig, aber da fehlt doch etwas die Vielfalt. Das Fleisch ist kein Pressfleisch, wie man es oft von gebackenem Hühnchen kennt, und außerdem reichlich vorhanden – es bedeckt einen Großteil des Tellers. Leider ist das gesamte Fleisch von vielen Fettsträngen durchzogen, was das Geschmackserlebnis deutlich ausbremst. Die Curry-Mango-Soße ist sehr fruchtig und erinnert tatsächlich, was ja gar nicht so selbstverständlich ist, an frische Mango. Dabei kommt jedoch der Currybestandteil zu kurz. Möglicherweise ist es doch empfehlenswerter, ein Gericht von der Abendkarte zu nehmen.

Hühnchen in Curry-Mango-Soße

Hühnchen in Curry-Mango-Soße

Positiv hervorzuheben ist das Personal. Ich konnte beobachten, wie am Nachbartisch eine Nachfrage zu den verwendeten Gewürzen gestellt wurde und die folgenden Minuten die gesamte Belegschaft mittels Beratungen und Bilder weitreichende Erklärungen gab. Beeindruckend!


Fazit:

Das Lung Phung serviert hauptsächlich sehr an europäische Gewohnheiten angepasste Gerichte, die nicht immer ganz den Erwartungen entsprechen. Dennoch – die Mengen sind groß, die Qualität des Gemüses ist ausgezeichnet und der Service sehr zuvorkommend. Außerdem werden neben den typischen China-Restaurant-Gerichten auch ein Buffet (1 Teller zum Selbstzusammenstellen) und verschiedene vietnamesische Suppen angeboten.

Fakten:

Name Lung Phung
Adresse Paunsdorf Center, Paunsdorfer Allee 1, 04329 Leipzig
Stadtteil Paunsdorf
Preisspanne Hauptgerichte 8,95€ – 16,65€ (à la carte), 4,90€ – 6,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja, außer die Toiletten (aber im Paunsdorf Center gibt es barrierefreie Toiletten)
Sauberkeit sehr gut

Goldene Kugel

Eigentlich wollte ich an meinem Urlaubstag dem Mittagsbuffet des Restaurants Confucius einen Besuch abstatten, um mir den Magen mit den dort angebotenen köstlichen Jiaozi vollzuschlagen. Leider hatte das Lokal überraschenderweise geschlossen, sodass mich mein Weg zu einem anderen Buffetrestaurant in der Innenstadt führte, der Goldenen Kugel.

Dieses Restaurant liegt unweit des Hauptbahnhofs in der Richard-Wagner-Straße und preist mit großen Schautafeln vor allem das Buffetangebot an. Mit 8,90€ zum Mittags- und 15,90€ zum Abendbuffet (jeweils ohne Sushi) ordnet sich die Goldene Kugel somit schon in die Reihe der höherpreisigen Buffets in Leipzig ein. Allerdings – und das ist meines Wissens ein Alleinstellungsmerkmal – wird hier neben dem normalen Buffet auch mittags der Teppanyaki-Grill angeboten. Der Gast kann sich einen Teller mit rohen Zutaten am Buffet selbst zusammenstellen, die Speisen werden dann von einem Koch auf dem Grill zubereitet und zum Tisch gebracht. Diese Art der Zubereitung offerieren einige andere Restaurants nur abends (wie zum Beispiel das Restaurant Asia Garden) und ich hatte bis dato noch keine Gelegenheit, den Teppanyaki-Grill zu testen.

Pekingsuppe als Vorspeise

Pekingsuppe als Vorspeise

Auf den ersten Blick erscheint das in der Goldenen Krone angebotene Buffet groß und reichhaltig, doch leider täuscht dieser Eindruck zumindest auf einigen Gebieten. Zwar gibt es eine recht große Auswahl an rohen Zutaten für den Grill (unter anderem mit exotischen Fleischsorten wie Zebra oder Känguru), sowie an Obst (ich probierte hier zum ersten Mal Pitahaya), der eigentliche warme asiatische Teil kommt für meinen Geschmack jedoch viel zu kurz. Hier fehlen Schweine- und Rindfleisch quasi vollkommen, auch sonst hält sich das Angebot an verschiedenen zusammengestellten Gerichten stark in Grenzen. Immerhin gibt es mehrere Soßen zur Auswahl und als Dessert nicht nur Obst und Salat, sondern auch verschiedene Sorten Eis.

Buffetauswahl

Buffetauswahl

Das Ergebnis unserer Auswahl für den Teppanyaki-Grill habe ich mit Spannung erwartet. Leider konnte jedoch auch diese Komponente des Buffets den Gesamteindruck nicht verbessern. Das Fleisch war ausnahmslos zäh und offenbar viel zu lange gegrillt (und das galt nicht nur für die exotischen Angebote, sondern auch für das gewählte Rindfleisch), sodass es schlussendlich nicht mehr genießbar war. Das Gemüse war jedoch gut und die Dekoration der entstandenen Zusammenstellung mit Lauchstückchen vermittelte zumindest das Gefühl, dass Wert auf den optischen Eindruck gelegt wird.

Dessertauswahl mit verschiedenen Obst- und Eissorten

Dessertauswahl mit verschiedenen Obst- und Eissorten

Schließlich muss ich ehrlich sagen, dass mich das Dessertangebot in der Goldenen Kugel am meisten überzeugen konnte. Viele verschiedene Obstsorten und Eis inklusive ließen die bereits pappig gewordenen Krabbenchips und das Fleischdebakel vom Grill zumindest etwas in Vergessenheit geraten.

Die Bedienung war während des gesamten Zeitraums meines Besuches sehr reserviert. Ein Lächeln für den Gast wäre da durchaus angebracht gewesen. Ich konnte auch beobachten, wie eine Kundin den Laden betrat, welche auf Englisch nach dem Buffetangebot fragte. Dem Wunsch des Sprachwechsels konnte oder wollte die Kellnerin offenbar nicht nachkommen, auf ein Kopfschütteln folgte komplettes Ignorieren der potentiellen Kundschaft.

Mit dem Besuch in der Goldenen Kugel habe ich nun fast alle (es fehlt noch das Glücksboot im Sachsenpark) asiatischen All-you-can-eat-Buffets in Leipzig getestet, die ich kenne. Ich würde mich sehr über Informationen freuen (im Kommentarbereich oder per Mail), wo ein solches Angebot noch besteht. Vielen Dank!

Fazit:
Auch wenn unter 10€ für ein reichhaltiges Mittagsbuffet natürlich immer ein guter Preis ist, zeigt das Restaurant Goldene Kugel, dass eine zentrale Lage nicht alles ist. Fast unzumutbar zähes Fleisch und wenige warme Speisen sprechen (vor allem im Vergleich mit den hier bereits vorgestellten anderen Leipziger Buffetrestaurants) leider eine recht klare Sprache. Schade. Immerhin punktet die Goldene Kugel mit exotischen Angeboten, auch wenn man diese teilweise nicht aus dem asiatischen Raum kennt.

Fakten:

Name Restaurant Goldene Kugel
Adresse Richard-Wagner-Str. 10, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 8,90-11,90€ (Mittagsbuffet), 15,90-18,90€ (Abend- und Wochenendbuffet)
Barrierefreiheit niedrige Schwelle am Eingang
Sauberkeit sehr gut

China White

In Rezensionen wird das China White teilweise als „bestes asiatisches Restaurant in Leipzig“ deklariert. Nachdem ich vor einigen Jahren das Mittagsangebot dort probiert hatte und nur mäßig begeistert war, ging es diesmal zu einem Test der inzwischen veränderten Abendkarte. Die Webseite verspricht (neben der Nennung der falschen Postleitzahl) frische Zutaten, hohe Qualität und flexibles Eingehen auf Sonderwünsche vor allem für Allergiker, bietet aber seit Kurzem keine Speisekarte mehr online an. Also auf zum Test vor Ort!

Beim Betreten des Restaurants zeigt sich sogleich, dass es sich beim China White um ein gehobeneres Lokal handelt. Alles ist sehr sauber, es gibt viele stilvoll gedeckte Tische, die sich teilweise auf einer Galerie, die über eine Treppe zu erreichen ist, befinden. Der Kellner kommt sofort, bietet uns einen Tisch an einem kleinen Aquarium an und bringt die Speisekarte.

Die Gerichte klingen sehr vielfältig, wobei ein Schwerpunkt auf Entengerichten liegt und ein weiterer auf der für asiatische Restaurants doch sehr umfangreichen vegetarischen Karte, die auch vegane Optionen bereithält. Außerdem wird nochmals betont, dass die Möglichkeit besteht, Komponenten, die nicht vertragen werden, auszutauschen. Dies klingt alles sehr gut und macht Lust aufs Essen. Die Preise sind jedoch eher in der höheren Klasse anzusiedeln, da bilden auch die vegetarischen Gerichte keine Ausnahme.

Wir entscheiden uns für ein als China White-Klassiker deklariertes Kung-Pao-Hühnchen, sowie das als Weltneuheit angepriesene Tofu Carpaccio. Kung-Pao-Hühnchen ist mir bereits aus verschiedenen Restaurants bekannt als ein Gericht, welches seinen Ursprung in Szechuan hat und heute weltweit verbreitet ist. Allerdings kam mir der Geschmack überhaupt nicht bekannt vor, zumindest nicht aus der asiatischen Sparte. Das Hühnchen und auch das Gemüse waren zwar frisch und statt Erdnüssen gab es die etwas höherwertigen Cashewkerne, aber die Soße konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Trotz der vielversprechenden Farbe habe ich keinen Eigengeschmack erkannt, abgesehen von der reichlich vorhandenen Chiliwürzung. Das ist wirklich schade für einen solchen Klassiker (im China White und auch anderswo).

Kung-Pao-Hühnchen

Kung-Pao-Hühnchen

Immerhin war der Reis reichlich vorhanden, sehr angemessen auch für den Schärfegrad des Gerichts. Das Tofu Carpaccio bestach durch die hübsche Gestaltung der Speise auf dem Teller. Im Kreis wurden hauchdünne Tofuscheiben ausgelegt, die mit Salat aus verschiedenen Komponenten ergänzt wurden. Dazu gab es eine Beilage, die wir leider nicht genau identifizieren konnten, einen frisch ausgebackenen Riesenfladen, vermutlich aus Reismehl. Dieser knisterte noch, als er am Tisch ankam und zeugte so von der tatsächlich frischen Zubereitung des Gerichts. Obwohl optisch durchaus sehr ansprechend, enttäuschte auch beim Tofu Carpaccio der Geschmack. Der Tofu war etwas fad und hätte durchaus mehr Würze vertragen können; der Fladen bot neben dem Mehl und Öl keine großen Überraschungen. Auch dieses Gericht konnte den Erwartungen also nicht gerecht werden, obwohl es als beeindruckende Besonderheit auf der Karte (und dem Facebook-Account des Restaurants) gekennzeichnet war.

Tofu Carpaccio

Tofu Carpaccio

Ausgebackenes als Beilage

Ausgebackenes als Beilage

Wir überlegten schon, wie wir dem Kellner antworten, wenn er uns fragt, ob es geschmeckt hat. Zu dieser Situation kommt es jedoch gar nicht. Ein dem Status des Restaurants in bizarrer Weise widersprechendes „Fertig?“ ist zu hören, als unsere Teller leer sind. Wir bejahen, der Kellner räumt ab und beehrt unseren Tisch in der folgenden Dreiviertelstunde keines weiteren Besuches, obwohl wir fast die gesamte Zeit vor leeren Gläsern sitzen. Zum Zahlen kommt er schließlich doch noch. Wie die Situation aussieht, wenn das Haus voll ist, mag man sich angesichts dieser Vorkommnisse nicht ausmalen. Und – um zum Schluss noch ein ehrliches Wort loszuwerden – wie die anfangs erwähnten begeisterten Rezensionen zustande gekommen sind auch nicht.

Fazit:
Das China White erweckt vom äußeren Erscheinungsbild, den Formulierungen in der Speisekarte und den Preisen den Eindruck, hohen Ansprüchen mithilfe hoher Qualität gerecht zu werden. Mein Besuch dort stellte sich jedoch als Enttäuschung heraus. Geschmackloses Essen, unfreundliche Bedienung und dazu noch hohe Preise sind in diesem Fall alles andere als verlockend. Für offizielle Geschäftsessen, die vor allem auf die optische Komponente Wert legen sollen, scheint mir das Lokal wohl dennoch geeignet.

Fakten:

Name China White
Adresse Petersteinweg 17, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte ca. 8€ – ca. 20€
Barrierefreiheit ja, zumindest teilweise im unteren Restaurantteil (niedrige Stufe und enge Kurve am Eingang)
Sauberkeit sehr gut