Glücksboot

Einem weiteren (und vorerst letzten) asiatischen Buffetrestaurant in Leipzig hatte ich noch keinen Besuch abgestattet: dem Glücksboot im Sachsenpark in Seehausen. An einem freien Tag habe ich nun aber doch die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und den Weg in Leipzigs Norden angetreten. Dabei wurde ich nicht enttäuscht! Im Gegenteil – das Glücksboot profitiert nicht nur von seiner Lage inmitten eines Einkaufszentrums, sondern hat auch kulinarisch viel zu bieten.

Das Restaurant kann man als reines Buffetrestaurant verstehen, es bietet sowohl mittags (8,50€ Mo-Sa, 14,90€ So) als auch abends (13,90€ Mo-Do, 14,90 Fr-So) Buffet mit mongolischem Grill und Sushi. Obwohl das Restaurant sehr groß ist und über eine Vielzahl von Tischen verfügt (es eignet sich somit auch für Feierlichkeiten), sollte man vor allem abends und am Wochenende vorbestellen.

Das Buffet sieht schon auf den ersten Blick sehr schmackhaft aus. Vor allem die rohen Zutaten für den mongolischen Grill sind ansehnlich arrangiert, wobei Fisch und Fleisch teilweise auf Eiswürfeln kühl und frisch gehalten werden. Für den Grill werden vergleichsweise viele unterschiedliche Soßen geboten, die man in einem kleinen Schälchen auch mischen kann und dem Koch für die Zubereitung übergibt.

Buffet1

Buffetauswahl mit gebackenem Fleisch und Gemüse, Champignons und Hühner-Saté-Spieß

Aber auch die bereits fertigen Gerichte auf dem Buffet können sich sehen lassen. Es gibt viele gebackene Speisen: Gemüse, Fleisch, Fisch, Bananen, Ananas, sogar Kokosmilch wird in Teig gehüllt angeboten. Das mag in der Gesamtheit etwas fettlastig erscheinen, aber die Teighülle ist vor allem beim Fleisch und Gemüse eher dünn gehalten, sodass auch das Innenleben geschmacklich gut zur Geltung kommt. Besonders positiv sind mir einige Gerichte aufgefallen, die durchaus als regionale Spezialitäten bekannt sind. Dazu zählt beispielsweise Aubergine mit Fischgeschmack – eine chinesische Speise –, die ich so als Teil eines typischen Asia-Buffets noch nicht erlebt hatte. Insgesamt könnte das Angebot zwar für meinen Geschmack etwas mehr dieser fertigen Zusammenstellungen und dafür weniger pures Fleisch enthalten, aber vielfältig ist es auf jeden Fall.

Buffet2

Buffetauswahl mit Pekingsuppe, gebackenem Gemüse, Obst und Banane mit Schokoladenkuvertüre

Das gilt auch für die Dessertmöglichkeiten. Der obligatorische Wackelpudding ist hier nicht die einzige Option, es gibt auch Tiramisu, Krabbenchips, Salat, Schoko- und Vanillepudding, verschiedene Obstsorten und gebackenes Obst. Sogar Bananen mit Schokoladenkuvertüre stehen für den süßen Abschluss der Mahlzeit bereit.

Fazit:
Das Glücksboot ist preislich und qualitativ eine gute Alternative zu den asiatischen Buffets im Leipziger Zentrum. Die Speisen und Zutaten sind frisch, vielfältig und haben für viele kulinarische Vorlieben etwas Passendes in petto.

Fakten:

Name Glücksboot
Adresse Handelsstr. 4-8, 04356 Leipzig
Stadtteil Seehausen
Preisspanne Hauptgerichte 8,50€-14,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja, über Extraeingang rechts vom Haupteingang
Sauberkeit sehr gut
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Hanoi Cuisine

Und wieder gibt es ein neues vietnamesisches Restaurant in der Innenstadt. Langsam sollte das ja nicht mehr verwundern, immerhin haben die Anbieter die Zeichen der Zeit erkannt und präsentieren sich immer vielfältiger. Das Restaurant Hanoi Cuisine, über das ich in diesem Beitrag berichte, wagt einen weiteren Schritt in Richtung authentische vietnamesische Küche, indem es nicht nur die traditionellen westeuropäischen Gänge (Vor-, Haupt- und Nachspeise) offeriert, sondern auch die Möglichkeit bietet, aus mehreren kleinen Gerichten ein individuelles Menü zusammenzustellen. Diese Essgewohnheiten kannte ich bisher vor allem aus chinesischen Restaurants und war daher sehr gespannt, was das Hanoi Cuisine zu bieten hat.

Zunächst eine Warnung: Wer sich im Vorfeld des Restaurantbesuchs auf der entsprechenden Webseite erkundigt, findet neben (verdächtig vielen und einförmig guten) Bewertungen der Speisen auch die eigentliche Speisekarte. Diese weicht leider in vielen Punkten von der im Restaurant angebotenen ab, sodass eine derartige Vorbereitung wohl keinen Nutzen hat. Das Positive: Die Karte im Lokal ist nochmals um einiges vielfältiger als die online zu findende. Das Negative: Auch die Preise sind vielfältiger und in den meisten Fällen höher als auf der Webseite angepriesen. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass das Hanoi Cuisine ja erst vor einigen Wochen eröffnet wurde.

Nun aber zu dem eigentlichen Restaurantbesuch: Die Einrichtung des Lokals besticht durch viele Blickfänge. Alles ist sehr sauber und frische Blumen schmücken die einzelnen Tische. Es gibt mehrere Etagen; im Obergeschoss befindet sich ein großer Tisch, der aus einem langen Baumstamm gefertigt zu sein scheint. Im Untergeschoss gibt es eine Bar, die auch für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

In einigen Rezensionen ist zu lesen, dass die Zubereitung der Speisen recht lange dauert. Diesen Eindruck kann ich nicht bestätigen. Meine Begleitung und ich wählen verschiedene kleine Speisen, die alle vergleichsweise schnell zubereitet werden und bei uns ankommen. Es gibt verschiedene Teigtaschen, Frühlings- und Sommerrollen, sowie einen vietnamesischen Pfannkuchen aus Kokosmilch mit Gemüse und Kimchi gefüllt.

Vegetarische Sommerrollen

Vegetarische Sommerrollen

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Speisen alle liebevoll angerichtet. Die Teigtaschen werden in Bambusdämpfkörben serviert, der dazugehörige Dip findet sich wahlweise auf muschel- oder blattförmigen Tellerchen dabei. Dieser Anblick weckt die Neugier und den Appetit! Tatsächlich scheint alles frisch zubereitet zu sein, das Gemüse ist knackig und zeugt von relativ geringer Gardauer.

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Bei einem solchen Augenschmaus erwartet man natürlich eine ebenso überraschende Geschmacksexplosion, aber diese bleibt leider aus. Insgesamt sind die meisten Speisen sehr zurückhaltend gewürzt, sodass die Verwendung des Dips obligatorisch scheint, obwohl dieser selbst eine eher milde Würzung aufweist. Selbst das Kimchi in der Pfannkuchenfüllung gibt dem Gericht – vollkommen Kimchi-untypisch – kaum Schärfe. Einzig die gebratenen Teigtaschen mit Gemüsefüllung bilden hier eine Ausnahme, die wirklich zu überzeugen weiß: der intensive Gemüsemix im Inneren mit knusprigem Teigmantel darum lässt keine Wünsche offen. Davon hätte man sich glatt viel mehr gewünscht!

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Frittierte Frühlingsrollen

Frittierte Frühlingsrollen

Insgesamt sind wir mit den kleinen Speisen für insgesamt ca. 10€ pro Person gut satt geworden. Das Angebot ist vielfältig und lädt zu kleinen kulinarischen Experimenten ein.

Fazit: Mit seinem besonderen Flair und der umfangreichen Speisekarte bereichert das Hanoi Cuisine die Restaurantlandschaft der Leipziger Innenstadt. Wer gern neue Dinge probiert, kommt hier für einen guten Preis auf seine Kosten, auch wenn die lasche Würzung der Speisen doch keinen komplett positiven Eindruck hinterlässt.

Fakten:

Name Hanoi Cuisine
Adresse Brühl/Ecke Nikolaistr. 40, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 13,90€
Barrierefreiheit ja, bei Benutzung des Seiteneingangs auf der Nikolaistraße
Sauberkeit sehr gut

Konfuzius Tee Kultur Garten

Endlich! Endlich, endlich ein neues asiatisches Buffet. Und das ist noch längst nicht alles. Seit jener denkwürdigen Zeit der 4€-Studenten-Buffets im Xi Gui Yuan hatte ich in Leipzig nie wieder ein authentisch chinesisches Buffet genießen dürfen. Doch jetzt war es endlich wieder so weit. Zu verdanken ist das dem Konfuzius Tee Kultur Garten1 in Reudnitz.

Dieses Restaurant erscheint auf den ersten Blick unbedeutend und auf den zweiten teuer. Beide Eindrücke konnte ich zum Glück binnen weniger Augenblicke widerlegen. Zwar ist das Lokal von außen tatsächlich unscheinbar, aber unterschätzen sollte man es auf keinen Fall, da hier neben der Durchführung traditioneller chinesischer Teezeremonien vor allem authentisch chinesische Speisen aufgetischt werden. Ich schlich schon seit einiger Zeit gewissermaßen um das Lokal, allerdings schreckten mich bisher die doch recht hohen Preise ab. Facebook sei Dank erfuhr ich von einigen Neuerungen. Neben einem Mittagstisch, der seit kurzer Zeit unter der Woche angeboten wird, gibt es nun jeden Sonntag einen All-you-can-eat-Brunch.

Das musste ich mir doch genauer ansehen! Der Einführungspreis von 11,90€ in den ersten beiden Wochen (danach 14,90€) ist fair, vor allem, weil nicht nur die Speisen inklusive sind, sondern auch der Tee. Da hatte man die Wahl zwischen rotem Yunnan-Tee und Jasmintee. Das Lokal selbst ist zwar recht klein (mehr als 25 Leute finden wohl kaum Platz, vorbestellen ist also quasi obligatorisch), aber die daraus entstehende Atmosphäre, die in einigen Momenten fast der einer Familienfeier glich, wandelt diesen Umstand in eine Tugend. Überall stehen chinesische Accessoires, aber ohne den üblichen roten Glitzer, vielmehr sieht man alle möglichen Gegenstände: von Tee über Tongeschirr bis hin zu abgebrannten Räucherstäbchen.

Der Brunch findet zwischen 10 und 13 Uhr statt, aber eigentlich hätte man noch mehr Zeit gebraucht, um alles zu probieren. Zu Beginn ging es gemütlich los, Tee und einige chinesische Frühstücksspezialitäten waren schon fertig. Da gab es beispielsweise Reis-Congee (eine Art Reisgrütze, die zwar allein nicht viel Geschmack hat, aber mit den scharfen Toppings zu den typischen chinesischen Frühstücksgewohnheiten zählt), auf dem Buffet fertig gedämpfte Dim Sum (vegetarische, fleischhaltige und süße), Youtiao (frittierte Teigstangen, ein beliebtes chinesisches Straßenessen), Teeeier (tausendjährige Eier) und verschiedene Suppen. Schon das allein war ein Festmahl und alle Anwesenden bedienten sich reichlich.

Dim Sum-Auswahl: Baozi (hinten rechts) Jiaozi (vorn gedämpft, hinten links frittiert)

Dim Sum-Auswahl: Baozi (hinten rechts) Jiaozi (vorn gedämpft, hinten links frittiert)

Gegessen wurde alles von kleinem asiatischen Tongeschirr, ganz nach der Devise: Nimm nur soviel auf einmal, wie du in wenigen Minuten aufessen kannst. Es gibt so viel zu probieren!

Buffetauswahl: Youtiao (hinten rechts), Frühlingsrollen und Broccoli

Buffetauswahl: Youtiao (hinten rechts), Frühlingsrollen und Broccoli

Dann ging es schon an den nächsten Gang: Nach und nach trudelten die Hauptspeisen ein und man wusste schon wieder nicht, wo man anfangen sollte. Gebratenes Gemüse, Nudeln mit verschiedenen Soßen (wobei Soße hier im weiteren Sinne zu verstehen ist, eigentlich waren es ganze Gerichte mit viel Gemüse), Frühlingsrollen, geschlagene Gurken, Fleischbällchen, süß-saures Schweinefleisch, … Und (fast) alles war sehr lecker!

Buffetauswahl: Nudeln mit verschiedenen "Soßen"

Buffetauswahl: Nudeln mit verschiedenen „Soßen“

Zwar sollte man bei dem ein oder anderen Gericht die „deutschen Asiagewohnheiten“ über Bord werfen. Aber ist das einmal getan, offenbart sich ein ungeahnt vielfältiges, reichhaltiges und intensives kulinarisches Erlebnis. Unter uns gesagt, ein solches Essen ruft mir ins Gedächtnis, mit welchen Gedanken ich diesen Blog ins Leben gerufen habe.

Während der gesamten Zeit des Brunches ist eine junge Bedienung bei Fragen stets zur Stelle und wiederholt geduldig die Erklärungen zum chinesischen Essstil. Das Buffet ist also nicht nur lecker, sondern auch lehrreich! „Probieren Sie diese Soße zu den Teigtaschen!“ „In China essen wir das zum Frühstück und tun noch Gemüse dazu.“ Leider waren zwar einige der kleinen Beilagen nicht selbstgemacht, sondern Tiefkühlware, aber darüber sehe ich im Lichte der vielen hervorragenden Punkte gern hinweg.

Zum Schluss blieb vom Buffet leider noch recht viel übrig. Ich hoffe, die Gastgeber sind dadurch nicht verschreckt und haben noch lange die Möglichkeit, dieses Angebot weiterzuführen. Ich kann an dieser Stelle nur, mehr als jemals zuvor, sagen, dass es sich lohnt! Wer in vielerlei Hinsicht einen Blick über den asiatischen Einheitstellerrand wagen will, ist im Konfuzius Tee Kultur Garten an der richtigen Adresse.

Fazit:
Authentische Speisen, vielfältige Gerichte, persönliche Betreuung, angenehme Atmosphäre und Tee inklusive. Das ist alles schon fast zu schön, um wahr zu sein. Eine absolute Empfehlung für jeden, der sich für echte chinesische Küche interessiert.

Fakten:

Name Konfuzius Tee Kultur Garten
Adresse Dresdner Str. 82, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 14,90€ (Brunch, all you can eat)
Barrierefreiheit naja (es gibt keine Stufen, ist aber seeehr eng)
Sauberkeit sehr gut
  1. Das Lokal sollte weder mit dem Restaurant Confucius (welches inzwischen leider offenbar geschlossen ist) noch mit dem Leipziger Konfuzius-Institut verwechselt werden. Es handelt sich hierbei um drei verschiedene Einrichtungen.

Asia Pfanne

Mein Besuch in der Asia Pfanne kam nur über Umwege zustande. Die jüngste Ausgabe des Street-Food-Markts auf der Feinkost erfreute sich unveränderter Beliebtheit, sodass es fast unmöglich schien, zur beliebtesten Abendessenszeit nach einer halbwegs gerechtfertigen Wartezeit etwas Essbares in den Händen zu finden. Da es ja aber gleich um die Ecke viele Gastronomen gibt (die von diesem Umstand übrigens auch gut zu profitieren scheinen), darunter auch ein noch nicht besprochener Asiate, fiel mir der Abschied nicht allzu schwer.

Die Asia Pfanne gehört zu den „traditionsreicheren“ Imbissen auf der Karli, wobei man dem Leitspruch „Qualität setzt sich durch“ doch etwas ironisch begegnen könnte. Ich begebe mich also in einen, wie ich mich anhand einer doch etwas in die Jahre gekommenen früheren Erfahrung zu entsinnen glaube, mittelmäßig erscheinenenden Asia-Imbiss. Die Speisekarte ist fast noch umfangreicher, als man es von vergleichbaren Einrichtungen gewöhnt ist, zeigt aber keinerlei Unerwartetes. Die Bedienung kommt eher pragmatisch daher. Im hinteren Teil gibt es – auch schon etwas in die Jahre gekommene – Sitzgelegenheiten.

Die Soßenauswahl konzentriert sich auf süß-saure, Erdnuss-, Curry- und Thai-Curry-Angebote, allerdings bekommen auch die schon fast zum Mode-Asia-Fast-Food gewordenen vietnamesischen Nudelsuppen ihren Platz auf der Karte. Hummerkrabben und Rotbarschfilet zeigen zumindest einen kleinen Einblick in die asiatische Liebe für Fisch und Meeresfrüchte. Wir entscheiden uns für gebratenes Hähnchen in Curry- (5€) und Tofu in Thai-Curry-Soße (4,50€).

Tofu in Thai-Curry

Tofu in Thai-Curry

Die Zubereitungszeit ist angemessen und schon nach dem ersten Bissen bin ich sehr positiv überrascht. Der Tofu hat eine perfekte Konsistenz, das Gemüse ist frisch und man kann in jedem Stück den eigenen Geschmack der Sorte erkennen, trotz der Schärfe des Currys, die ruhigen Gewissens als erträglich bezeichnet werden kann. Insgesamt stellt das Gericht eine ausgewogene Mahlzeit dar. Das hatte ich gar nicht erwartet und war umso erfreuter über diese kleine Entdeckung.

Gebratenes Hühnchen in Currysoße

Gebratenes Hühnchen in Currysoße

Übrigens, die Asia Pfanne hat sich der Umgebung zumindest etwas angepasst und hat täglich bis 23 Uhr geöffnet, eine Seltenheit in der Leipziger Asia-Imbiss-Landschaft.

Fazit:
Die Asia Pfanne mag keine Augenweide sein und den Besucher stark an den typischen „Asiaten um die Ecke“ erinnern. Die Qualität der Speisen kann sich aber sehen lassen. Leider kommt die Zubereitung nicht ohne Geschmacksverstärker aus, dafür sind alle Zutaten frisch und sehr schmackhaft.

Fakten:

Name Asia Pfanne
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 61, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 14€
Barrierefreiheit eingeschränkt: eine Stufe am Eingang, weitere Stufen zum hinteren Teil des Innenraums
Sauberkeit ok

Reunthai (Altbierkeller „Zum Fass“)

Die Entdeckung dieses gemütlichen Restaurants war gar nicht so einfach: Die Bezeichnung „Altbierkeller“ lässt wohl zunächst nicht an asiatische Speisen denken und auch die äußere Erscheinung des Reunthais erinnert mehr an die gute alte Kneipe von nebenan. Tatsächlich wird hier einheimische Hausmannskost geboten, allerdings ist der größere Teil der Karte thailändischen Speisen gewidmet. Grund genug also, das Lokal (übrigens nach dem Tuk Tuk das zweite von mir hier vorgestellte kategorisch thailändische Restaurant) einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Eine Treppe führt vom Ostplatz in den Altbierkeller. Das Ambiente ist erwarteterweise eher rustikal, wurde jedoch mit einigen asiatischen Dekorationen bestückt. Diese Zusammenstellung ist zu Anfang gewöhnungsbedürftig, hat mich schließlich aber doch positiv überrascht, da sie gemütlich und gleichzeitig stilistisch ansprechend daherkommt.

Die Karte der thailändischen Speisen umfasst Gerichte mit Hühnchen, Schweinefleisch, Rindfleisch, Ente, Meeresfrüchten und Fisch, außerdem stehen auch ein paar vegetarische Gerichte zur Auswahl, sowie gebratene Reis- und Nudelgerichte. Die Preise erscheinen auf den ersten Blick auf allgemeinem Restaurantniveau, allerdings überraschen mich die vergleichsweise teuren Vorspeisen (mit 3-4,50€ ungefähr die Hälfte eines normalen Gerichts).

Wir entscheiden uns für Gaeng Massaman Gai (Hühnchen in Erdnuss-Curry-Soße mit Kartoffeln und Zwiebeln) und Gaeng Phed Tau Hu (Tofu mit rotem Curry in Kokosmilch). Die Soße im Hühnchengericht erinnert leider nur mit einem Hauch an Erdnüsse und die bei einem Curry erwartete Schärfe will sich auch nicht so recht einstellen. Das Gemüse ist zwar frisch, hat aber über große Teile einen säuerlichen Beigeschmack.

Gaeng Massaman Gai

Gaeng Massaman Gai (Hühnchen in Erdnuss-Curry-Soße)

Das rote Curry ist da schon angenehmer, auch das Gemüse scheint hier schmackhafter (allerdings könnte dies auch an der doch recht vordergründigen Schärfe des Currys liegen). Die Konsistenz des Tofus war meiner Meinung nach verbesserungswürdig (die großen Stücke zeigten teilweise eine unerwartete Härte), der Geschmack stimmte jedoch. Außerdem können die original thailändischen Gewürzteile positiv hervorgehoben werden, die dem Gericht eine exotische Note verleihen.

Gaeng Phed Tau Hu

Gaeng Phed Tau Hu (Tofu in rotem Curry)

Obwohl die Soße vor allem im Tofugericht für den schönen, klebrigen Reis ausreichte, war die Größe der Portionen insgesamt dem Preis nicht ganz angemessen, da hätte es ruhig noch etwas mehr von allem sein dürfen.

Fazit:
Beim Reunthai hat mich das Ambiente mehr überzeugt als die Speisen. Zwar sind diese erkennbar den entsprechenden thailändischen Spezialitäten nachempfunden, quali- und quantitativ müssen jedoch einige Abstriche gemacht werden.

Fakten:

Name  Reunthai (Altbierkeller „Zum Fass“)
Adresse  Johannisallee 20, 04317 Leipzig
Stadtteil  Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte  7,50€ – 14,90€
Barrierefreiheit  nein
Sauberkeit  sehr gut

Chinahaus Leipzig

Mein ewiges Verlangen nach asiatischem Essen führte mich diesmal in die Südvorstadt zum Chinahaus Leipzig in der Nähe des Bayrischen Platzes. Eigentlich hatte ich bei diesem Lokal eher einen Imbiss erwartet, zumal das Schild am Gebäude ein Bistro ankündigt. Beim Betreten des Chinahauses wird jedoch schnell klar, dass der Gast zum Verweilen eingeladen ist. Sechs Tische finden in dem kleinen Raum Platz, der sonst zwar mit allem erdenklichen asiatischen Dekor ausgestattet ist, aber dennoch sehr einladend und gemütlich wirkt. Das Beobachten der Eigenheiten der Fische im hauseigenen Aquarium lässt die Wartezeit zudem recht kurz erscheinen ;-).

Auch die Preise lassen eher einen Imbiss erwarten. Hühnchen-, Schweine-, und Rindfleischgerichte sind für 5-7€ zu haben, Gerichte mit Ente unterteilen sich je nach Menge des Fleisches (250 oder 500g) in 7-8 bzw. 10-11€. Die Karte klingt größtenteils nach dem typischen Asia-Imbiss-Angebot – der Name Chinahaus weckt da wohl doch eher falsche Erwartungen. Allerdings gibt es auch die ein oder andere eher untypische Speise, wie etwa gebratenen Brokkoli mit Knoblauch oder auch gebratene Sojakeime in Erdnusssoße.

Die Bedienung begrüßt uns recht schnell und bringt auf Nachfrage statt des Bestecks Stäbchen. Ich entscheide mich für Gaxao Xa Ot (5,50€), ein vietnamesisches Gericht, welches ich als eines der authentischsten auf der Karte einordnen würde. Es besteht aus Hühnchenfiletstückchen, Zitonengras, Lauchzwiebeln und einer öligen, roten scharfen Soße. Zwar sieht die Portion auf den ersten Blick recht klein aus, ist aber – vermutlich vor allem aufgrund der Soße – vollkommen ausreichend. Die Kategorisierung des Gerichts als scharf hat seine Berechtigung, vor allem, da es wenig Gemüse zur Neutralisierung der Schärfe gibt. Zusammen mit dem Reis, der auch in ausreichender Menge vorhanden ist, kann man mit dem Gaxao Xa Ot jedoch tatsächlich einen nicht ganz alltäglichen asiatischen Geschmack erleben. Sehr gut!

Gaxao Xa Ot (Hühnchenstücke mit Zitronengras und Lauchzwiebeln)

Gaxao Xa Ot (Hühnchenstücke mit Zitronengras und Lauchzwiebeln)

Außerdem probieren wir noch gebackene Hähnchenbrust nach Canton Art (5€). Die Kanton-Küche ist eine der vier chinesischen Regionalküchen, beheimatet in Südchina. Auf den ersten Blick befürchte ich etwas, dass die Soße eine normale süß-saure Soße ist; vom äußeren Erscheinungsbild ist sie dieser tatsächlich sehr ähnlich, erst bei näherem Hinsehen fallen auch die für die Schärfe sorgenden Chiliraspeln darin auf. Das Gericht bietet leider auch keine große Gemüsevielfalt, dafür überzeugt die Soße geschmacklich dann doch. Erstaunlicherweise zeigt sie eine eher herbe Note, wie man sie gewöhnlich bei dunkleren Soßen finden kann.

Gebackenene Hähnchenbrust nach Canton-Art

Gebackenene Hähnchenbrust nach Canton-Art


Fazit
:
Das Chinahaus ist einen Besuch wert! Es handelt sich um ein kleines gemütliches Restaurant, wobei auch das Mitnehmen bzw. die Lieferung von Speisen möglich ist, alles zu nur etwas höheren Imbisspreisen. Neben den üblichen asiatischen Angeboten stehen auch einige außergewöhnlichere Gerichte auf der Karte, die geschmacklich überzeugen können.

Fakten:

Name China-Haus Leipzig
Adresse Hohe Straße 18, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 10,90€
Barrierefreiheit ja, allerdings innen wenig Platz
Sauberkeit gut

Mondgarten

Endlich hatte ich auch mal die Gelegenheit ein Restaurant im Leipziger Umland zu besuchen. Da verdient der Blog schließlich doch noch seinen Namen ;-). Auf Empfehlung einiger Markkleeberger testete ich das Chinarestaurant Mondgarten in Markkleeberg. Das Lokal lockt mit einigen authentisch anmutetenden Gerichten (unter anderem Jiao Zi, Mapo Tofu, Hui Guo Rou, sowie Gerichte mit den hierzulande in asiatischen Restaurants nur selten anzutreffenden sehr würzigen schwarzen Bohnen) und einer zwar überschaubaren, aber sehr vielfältigen Karte.

Der erste Eindruck verläuft jedoch zunächst in eine ganz andere Richtung. Das Restaurant besteht aus einem mittelgroßen Raum, in dem etwa 10 Tische Platz finden. Der Innenausbau hat – zumindest dem Anschein nach – seit DDR-Zeiten keine großen Veränderungen erfahren und ich hatte zu Beginn etwas gegen das aufsteigende Kantinen-Feeling zu kämpfen. Die Farbkombination aus Rot und Blau half da nicht viel. Schließlich bemerkt man jedoch auch einige Details, die dem Ambiente zumindest einen kleinen asiatischen Anstrich verleihen.

Meine Begleitung und ich entscheiden uns für ein Menü für zwei Personen, welches für 23€ zwei Vorspeisen, Hauptspeisen sowie Desserts beinhaltet und damit im Vergleich zum Einzelkauf recht günstig ist. Die Karte schlägt bei diesem Menü verschiedene Kombinationen vor. So soll es als Vorspeise „Suppe oder Frühlingsrolle“ und zum Hauptgang Ente mit „Hühner-, Schweine- oder Rindfleisch“ geben. Wer da an eine Auswahlmöglichkeit denkt, liegt aber falsch. Wir bestellen das Menü und sind recht erstaunt, dass der Kellner keine Nachfragen stellt. Offensichtlich bezieht sich das „oder“ eher auf die Wahlmöglichkeit des Restaurants, somit lassen wir uns überraschen. Auf den Tisch kommt dann als Vorspeise eine Peking-Suppe, die zwar keinen Anlass zu kulinarischen Höhenflügen gibt, jedoch solide im Geschmack ist.

Peking-Suppe

Peking-Suppe

Der Hauptgang bietet die versprochene knusprige Ente mit einer passenden, leicht scharfen, dunklen Soße. Ente Xiansuya, wie es die Karte verpricht, besticht durch eine sehr knusprige Haut, aber weiches Fleisch im Inneren. Auch wenn die im Mondgarten servierte Ente wohl nicht den stundenlangen Prozess der Herstellung dieses Gerichts durchlaufen hat, entfaltet die auf den ersten Blick sehr trocken wirkende Ente jedoch im Verlauf der Mahlzeit ihr Potential im Sinne des typischen Entengeschmacks und der knusprigen Kruste. Außerdem gibt es Hühnchenfleisch mit Gemüse. Die Soße ist auch hier sehr schmackhaft und das Hühnchen zart und saftig. Allerdings muss an dieser Stelle das Gemüse bemängelt werden. Sowohl die Sojasprossen als auch die Pilze sind Dosenware mit einem leicht säuerlichen Geschmack. Da kann man von einem solchen Restaurant mit mittleren Preisen doch mehr erwarten. Schade.

Ente Xiangsuya und Hühnchen mit Gemüse

Ente Xiangsuya und Hühnchen mit Gemüse

Das Dessert überrascht dann in mehreren Hinsichten. Die Bedienung fragt uns, ob wir (die in der Karte als Wahlmöglichkeit dargestellten) gebackene Banane oder Litschis bevorzugen. Die Entscheidung fällt auf gebackene Banane – genau richtig, wie sich herausstellt. Vor uns stehen zwei Teller mit je drei riesigen Bananenstücken in reichhaltigem Teigmantel mit Honig. Letzterer ist fast ein wenig zu viel des Guten, auch ohne diese zusätzliche Süße schmeckt das Dessert fantastisch und füllt den Magen nun vollkommen. So eine große Portion gebackene Banane habe ich selbst in Restaurants, welche dieses Dessert für um die 5 Euro verkaufen noch nie erlebt. Sehr viel und sehr lecker!

Gebackene Banane

Gebackene Banane

Fazit:
Das Chinarestaurant Mondgarten überrascht und bricht mit den Erwartungen, welche man vielleicht an asiatische Restaurants hat. Ein Hauch echte asiatische Küche, chinesische Bezeichnungen in der Speisekarte zusammen mit sehr regionaler Einrichtung und Dosengemüse bilden einen gewöhnungsbedürftigen Kontrast. Geschmacklich ist das Restaurant ansonsten aber zu empfehlen – sowohl für Liebhaber der klassischen, als auch der experimentelleren Küche.

Fakten:

Name Mondgarten
Adresse Hauptstraße 85, 04416 Markkleeberg
Stadtteil Markkleeberg
Preisspanne Hauptgerichte 7€ – 15€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut