Dr. Wok

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich das letzte Mal im Paunsdort-Center war und dort ein asiatisches Restaurant (das Lung Phung) testete. Diesmal habe ich die Gelegenheit genutzt, um einen Imbiss zu testen, der sich am gegenüberliegenden Ende des Einkaufszentrums befindet, nämlich Dr. Wok.1 Um die Mittagszeit war der Imbiss sehr gut besucht.

Das Angebot zeigt bereits, dass es sich bei Dr. Wok nicht nur um einen typischen Asia-Imbiss-um-die-Ecke handelt. Es gibt zwar auch hier gebratene Nudeln (die wohl augenscheinlich auch zu den Favoriten der Kundschaft zählen), aber der Großteil der angebotenen Gerichte lässt ahnen, zunächst dem Namen nach, dass die Rezepte von asiatischen Vorbildern inspiriert sind. Die einzelnen Speisen zeigen dann doch eine bunte Mischung aus thailändischen, vietnamesischen und chinesischen Einflüssen (es gibt wenige vegetarische Gerichte sowie Angebote mit Huhn, Rind, Ente und Fisch).  Das muss aber für den Geschmack noch nichts Negatives bedeuten und so probieren wir Huhn Sichuan (mit Gemüse in scharfer Soße, 6,75€) und Huhn Guangdong (doppelt gebackenes Hühnerfleisch mit Limettenblättern in einer speziellen Soße, 6,95€). Sichuan und Guangdong sind chinesische Provinzen, sodass ich mir vor allem bei letzterem einen kleinen Einblick in die dortige Würzung der Speisen erhoffte.

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Huhn Sichuan (in scharfer Soße)

Das Huhn Guangdong hat mich dann sowohl positiv als auch negativ überrascht. Geschmacklich sehr gut und vor allem für mich ungewohnt war das Fleisch. In der Panade waren Limettenblätterstreifen eingebacken, die den manchmal an Chicken Nuggets erinnernden Hühnchenstücken das gewisse Extra verliehen. Das Gemüse bei beiden Gerichten war ohne Ausnahme frisch und wies einen genau passenden Gargrad auf. Mit dem Ausprobieren der sogenannten „speziellen Soße“ jedoch hatte ich mich vielleicht etwas zu sehr auf mein Glück verlassen. Etwas spezielles konnte ich jedenfalls nicht feststellen, denn abgesehen von den gelegentlichen Limettenblätterstreifen handelte es sich um eine normale süß-sauer-scharfe Soße (mit eindeutigem Hang zu den beiden erstgenannten Komponenten). Ich könnte mir vorstellen, dass die Erwähnung davon auch dem Verkauf dienlich wäre, da diese Art von Soße ja recht beliebt zu sein scheint.

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Huhn Guangdong (mit Gemüse und Limettenblättern in spezieller Soße)

Man könnte der Meinung sein, dass die Preise der einzelnen Gerichte für einen Imbiss doch etwas hochgegriffen sind (und auch ungewöhnlich „unrunde“ Cent-Beträge aufweisen). Das liegt zwar im individuellen Ermessen, jedoch muss erwähnt werden, dass die Portionen wirklich sehr groß sind. Schon beim Anblick des Bergs gebratener Nudeln auf einigen Tellern weiß man, dass Dr. Wok vor allem für sehr hungrige Besucher die ideale Mahlzeit bietet. Auch unsere beiden Test-Gerichte standen dem in nichts nach.

Fazit:
Dr. Wok bietet eine schnelle Mahlzeit für Besucher des Paunsdorf-Centers zu einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Gerichte sind schmackhaft und vor allem frisch in großen Portionen. Der Imbiss verkauft sogar noch frisch zubereiteten Bubble Tea (der ja zu großen Teilen aus den Innenstädten verschwunden ist).

Fakten:

Name Dr. Wok
Adresse Paunsdorf Center, Paunsdorfer Allee 1, 04329 Leipzig
Stadtteil Paunsdorf
Preisspanne Hauptgerichte 4,75€ – 8,75€
Barrierefreiheit Theke barrierefrei erreichbar, ein Teil der Tische auch
Sauberkeit gut
  1. Es gibt in der Mitte am zentralen Eingang zwei weitere asiatische Imbisse. Dabei handelt es sich um dieselben Ketten, die auch im Hauptbahnhof bzw. in den Höfen am Brühl vertreten sind. Daher werde ich dazu auch in Zukunft keinen erneuten Blogeintrag verfassen.

Cáo Bar & Street Food

In Reudnitz gibt es eine neue Möglichkeit, vietnamesisches Street Food zu genießen: Das Cáo befindet sich in der Dresdner Straße, schräg gegenüber vom Regina-Palast. Allerdings sieht sich dieses Lokal nicht (nur) als vietnamesisches Restaurant, sondern bietet als Bar auch eine umfangreiche Cocktailkarte. Das Ambiente ist gemütlich, im hinteren Teil gibt es auch einige Tische, die extra zum Auf-dem-Boden-Sitzen angelegt wurden.

Die Speisekarte ist im Gegensatz zur Getränkekarte recht kurz gehalten und wird als „Wochenkarte“ bezeichnet. Vielleicht gibt es da also in Zukunft immer mal wieder etwas Neues. Aber schon jetzt findet man einiges Ungewöhnliches. Beispielsweise werden Bento-Boxen mit verschiedenen Inhalten angeboten und es gibt Bao (Weizenbrötchen mit verschiedenen Füllungen). Außerdem stehen mochi-artige, gefüllte Klebreisbällchen, die berühmten Pho-Suppen, selbstgemachte Frühlings- und Sommerrollen und verschiedene gebratene Reisgerichte zur Wahl. Und das alles ist recht günstig: Nicht mal 10€ kostet das teuerste Gericht. Bei einigen der Gerichte kann man zwischen verschiedenen Größen wählen. Ein weiterer großer Pluspunkt: Auf der Karte sind alle in den Speisen enthaltenen Allergene einzeln aufgeführt. Außerdem bietet das Cáo verschiedene vegane Gerichte an, die auch als solche gekennzeichnet sind.

Wir entscheiden uns für Bao, jeweils mit vegetarischer (3€) und Schweinefleischfüllung (3,50€). Obwohl in der Karte von Weizenmehlklößen die Rede ist, gibt es jeweils einen großen gefüllten „Kloß“. Der Teig ist leicht süßlich, was bei der herzhaften Füllung zwar zunächst etwas irritierend wirkt, aber dennoch gut schmeckt. Außerdem gibt es ein Klebreisbällchen, gefüllt mit Schweinefleisch und gelben Mungbohnen (3,90€). Wer die japanischen Reisküchlein aus Klebreismehl (Mochi) kennt, wird davon einiges in diesem Gericht wiedererkennen. Das Bällchen ist ringsrum mit Reiskörnern bedeckt und sieht grünlich aus. Die Füllung ist leider nicht sehr geschmacksintensiv, aber was für’s Auge ist der Snack allemal.

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Bao (links) und Klebreisbällchen (rechts) mit Schweinefleischfüllung

Außerdem bestellen wir noch ein typisch vietnamesisches Gericht: Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße. Die auf dem Foto abgebildete Portion ist eine normale Größe für 6,90€, es gibt auch die Möglichkeit, davon eine große Portion zu bestellen. Die Frühlingsrollen sind frisch und lecker, die Soße passt gut zu den Nudeln und Rollen. Das Highlight des Gerichts ist aber die Salatbeilage. Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um einen gewöhnlichen Karotten-Kohlrabisalat, der allerdings durch das verwendete Dressing bzw. die Würzung zu einem echten Erlebnis wird. (Den Salat kann man auch separat als Vorspeise bestellen.)

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Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße

Das Cáo ist wirklich einen Besuch wert. Und falls die eigenen Freunde kein vietnamesisches Essen mögen, kann man sie vielleicht mit den Cocktails überzeugen?

Fazit:
Cáo Bar & Street Food bietet eine kleine Auswahl an sehr schmackhaften vietnamesischen Speisen. Darunter finden sich auch einige exotische Gerichte, die man recht günstig probieren kann. Die gute Kennzeichnung der Speisekarte und das vergleichsweise reichhaltige vegane Angebot garantieren für jeden das passende Essen. Guten Appetit!

Fakten:

Name Cáo Bar & Street Food
Adresse Dresdner Str. 51, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 9,50€
Barrierefreiheit schmale Stufe und Schwelle am Eingang, mehrere Stufen zum oberen Teil der Bar
Sauberkeit sehr gut

Asia Bistro Bambus Frisch

Der vietnamesische Imbiss Bambus Frisch befindet sich nördlich des Zentrums, nur einen Katzensprung vom Zoo entfernt. Ich bin durch die Chefin selbst darauf aufmerksam gemacht worden, die dem „alten“ Imbiss China Pfanne eine neue Karte und insgesamt einen neuen Anstrich verliehen hat. Wer die Leipziger Street-Food-Märkte besucht, kann das Team vom Bambus Frisch häufig auch dort erleben.

Im Gastraum des Imbisses stehen einige Tische zur Verfügung, die sich gut in das Gesamtbild des Raumes einfinden. Man muss die Speisen also nicht mitnehmen, sondern kann sie gleich vor Ort verzehren. Es gibt sogar frische Blumen auf den Tischen und unter anderem eine Bambuspflanze, die für die thematisch passende Dekoration sorgt. Einige Stufen führen zur Theke, wo die Bestellung angenommen wird. Die Karte besteht aus zwei Teilen. Ein Teil enthält die inzwischen typischen Angebote vietnamesischer Imbisse: verschiedene Gerichte, zu denen jeweils die Fleischart (oder Tofu) frei gewählt werden kann. Dazu zählen im Bambus Frisch unter anderem Chop Suey, Mangosoße, Curry und eine Zwiebli-Pfanne (mit sautierten Zwiebeln), die ich so noch nicht kannte. Der zweite Teil der Karte beinhaltet vietnamesische Spezialitäten, die wohl auch einem höheren Authentizitätsanspruch genügen können. Allerdings ist dieser Teil vergleichsweise klein, lediglich vier Gerichte stehen hier zur Auswahl. Was mir gefehlt hat, sind zum Beispiel die auf Street-Food-Märkten sehr beliebten Sommerrollen.

Wir entscheiden uns für je ein Gericht von beiden Kartenteilen. Es gibt Chop Suey mit Tofu und Bun bo nam bo (in Knoblauch mariniertes Rindfleisch mit Reisnudeln, Salat und süß-saurer Soße).

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Chop Suey mit Tofu

Sehr positiv fällt mir sofort das Gemüse auf: Alles ist sehr frisch, knackig und äußerst schmackhaft! Auch der Tofu macht einen hervorragenden Eindruck, sowohl bezogen auf den Geschmack als auch auf die Konsistenz. Die Soße hält zwar keine besonderen Überraschungen bereit, passt jedoch gut zum Gesamtbild des Gerichts. Nur vom Reis hätte es ein bisschen mehr sein dürfen.

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Bun bo nam bo (in Knoblauch mariniertes Rindfleisch mit Reisnudeln, Salat und Erdnüssen)

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Vietnamesische süß-saure Soße

Auch die vietnamesische Spezialität übertrifft unsere Erwartungen – da hat sich die im Vergleich zum anderen Gericht etwas längere Zubereitungszeit gelohnt. Das Fleisch ist sehr zart, der Knoblauchgeschmack nicht zu vordergründig und die Soße hat nichts mit der typisch asiatischen süß-sauren Soße gemeinsam, die man eventuell erwartet hatte: Stattdessen gibt es eine fruchtige, ausgewogen gewürzte Soße, die sehr gut zu den Reisnudeln passt und in vietnamesischen Restaurants gern als „hauseigene Soße“ bezeichnet wird. Die sich darin befindlichen Würzzutaten geben dem Ganzen auch noch ein tolles Aussehen.

Fazit:
Das Asia Bistro Bambus Frisch liegt nicht weit vom Stadtzentrum entfernt und ist definitiv einen Besuch wert, wenn man qualitativ hochwertige vietnamesische Speisen mag und dennoch nicht auf Imbisspreise verzichten möchte. Geschmacklich sind die Gerichte sehr gut und vielleicht wird ja in Zukunft auch das Angebot der vietnamesischen Spezialitäten weiter ausgebaut.

Fakten:

Name Asia Bistro Bambus Frisch
Adresse Nordstr. 50, 04105 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Nord
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 7€
Barrierefreiheit nein (2 Stufen am Eingang, mehrere Stufen zur Theke)
Sauberkeit sehr gut

An Nam

Vietnamesische Restaurants findet man ja seit einiger Zeit gehäuft in Leipzig. Ein Vertreter der Gattung, welchen ich vor Kurzem besuchte, gehört jedoch zu den vergleichsweise traditionsreichen Exemplaren: das An Nam in der Gottschedstraße. Die Rezensionen auf einschlägigen Bewertungsportalen sind durchweg sehr positiv und so testete auch ich voll guter Hoffnung das Lokal.

Schon die Einrichtung weiß zu überzeugen: Stilvolle Dekorationen, die jedoch (vielleicht abgesehen von den Bildern an der Wand) nicht überladen wirken, wunderschöne Kerzenhalter auf den Tischen, gekonnt gefaltete Servietten und viele Holzelemente laden zum Bleiben ein. Der Gastraum des An Nam ist nicht riesig, aber die kleinere Anzahl der Tische passt gut zum Stil des Restaurants. Die Bedienung ist schnell und freundlich und so haben wir schon nach wenigen Sekunden die Speisekarten auf dem Tisch.

Die Preise sind ein weiterer positiver Aspekt des An Nam: Gerichte von 6 bis maximal 10€ sind in einem Restaurant nicht oft zu finden. Außerdem erwartet den Gast ein vielfältiges Angebot, wobei besonders die Kreativität der Vor- und Nachspeisen (Teigtaschen, knuspriger Tofu, Reiskuchen, …) hervorzuheben ist. Neben dem Essen gibt es auch eine große Shake- bzw. Cocktailauswahl. Neben den Gerichten auf der Karte steht auch ein wechselndes und gleichermaßen günstiges Tagesangebot zur Verfügung, welches auf großen Tafeln aufgelistet ist.

Knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße

Knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße

Wir entscheiden uns für knusprige Ente mit Zitronengras in Sate-Soße (eines der Tagesangebote, für 6,90€), gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern (5,90€) und gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse (6,90€). Vorab kann gesagt werden, dass die Portionen (trotz der günstigen Preise) reichlich ausfallen und somit gut sättigen. Daher war leider auch ein Test der Nachspeisen nicht mehr möglich ;-). Das Gemüse ist frisch verarbeitet und die gewählten Soßen überzeugen mit einer guten Schärfe. Einzig die Reisportion hätte bei dem Gericht mit Hühnchen etwas großzügiger ausfallen dürfen. Das Fleisch ist hingegen reichlich vorhanden und auch geschmacklich sehr gut, wobei das Hühnchen leider an einigen Stellen etwas knorpelig daherkam.

Gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern

Gebratene Reisbandnudeln mit Ingwer, Gemüse und Sesamkörnern

Erwähnenswert ist auch der Tee: Dieser wird in einer großen Tasse mit Deckel serviert, was zugleich hübsch anzusehen und praktisch ist, da somit kein Wasser verdunstet und der Tee nicht zu schnell auskühlt. Das Essen und die Zeit im An Nam hinterlassen ein zufriedenes Gefühl. Das Restaurant befindet sich nicht weit von der Innenstadt, sodass erneuten Besuchen sicher nichts mehr im Wege steht.

Gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse

Gebratenes Hühnerfleisch mit Zitronengras und Gemüse

Fazit:
Preisleistungsverhältnis und Ambiente stimmen beim An Nam. Somit eignet sich das Lokal gut für einen Restaurantbesuch am Abend oder durch die schnelle Zubereitungszeit der Speisen für die längere Erholungspause am Mittag.

Fakten:

Name An Nam
Adresse Gottschedstr. 13, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum-West
Preisspanne Hauptgerichte 5,90€ – 9,90€
Barrierefreiheit Schwelle und Stufe am Eingang
Sauberkeit sehr gut

Kokospalme

Da ich erst vor Kurzem ein Ein-Teller-Buffetrestaurant besucht habe (das Long Food in den Höfen am Brühl), ergriff ich sofort die Gelegenheit, auch im neu eröffneten Kokospalme in den Promenaden Hauptbahnhof vorbeizuschauen und dort das Buffet zu probieren. Dieses bildet neben einigen bereits als Zusammenstellung angebotenen Gerichten und diversen To-Go-Boxen die Hauptkomponente des Angebots. Das Restaurant befindet sich im Untergeschoss und bildet die Nachfolge für das bis vor einigen Monaten dort ansässige Thai-Chi-Viet (für einen Bericht darüber bin ich also leider zu spät gekommen).

Das Restaurant Kokospalme beeindruckt schon auf den ersten Blick mit der stilvollen Einrichtung. Alles ist in Brauntönen gehalten und die Dekoration wirkt nicht überladen, sondern bewusst eingesetzt. Dadurch entsteht zwar auf dem Boden die ein oder andere Stolperfalle, aber über einen Gang an der Seite sind die meisten Plätze zu erreichen, auch ohne dass der Weg über die kleinen Absätze in der Mitte des Raumes führt.

Bei dem Buffet handelt es sich um ein Ein-Teller-Buffet, d.h. für 4,90€ (kleiner Teller) bzw. 6,90€ (großer Teller) darf man einen Teller einmal befüllen. Ich nutzte auch das Angebot, für 6,90€ eine Suppe bzw. einen Salat zu erhalten, offenbar sind diese Speisen sonst nicht im Buffetpreis inbegriffen. Zum Vergleich: Im Long Food ist eine Suppe dabei, Salat bietet das Buffet dort jedoch gar nicht an.

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Aber auch sonst macht das Buffet der Kokospalme einen sehr guten Eindruck: Die Vielfalt (Gemüse- und Tofugerichte, Hähnchen, Schweinefleisch, Fisch, Currygerichte, Salat, Kimchi, 2 verschiedene Suppen, Krabbenchips, …) lässt staunen und ich bin vor allem davon angetan, dass es nicht nur die 08/15-asiatisch-typischen Sachen gibt, sondern auch der vietnamesische Hintergrund der Lokalität nicht zu kurz kommt: Neben den typischen (und sehr, sehr leckeren) Schweinefleischspießen gibt es weiterhin geschmorten Schweinebauch und Ei – eine Spezialität, die man sonst nur in entsprechenden vietnamesischen Restaurants finden kann (wie etwa im Pho Viet). Super!

Buffetauswahl mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Buffetauswahl, u.a. mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Für die Suppe stehen zwei Optionen zur Wahl, und keine davon war die süß-sauer-scharfe Suppe, die bei den meisten vergleichbaren Buffets angeboten wird. Stattdessen konnte man sich für eine Hähnchensuppe mit vietnamesischen Kräutern oder eine Kokosmilchsuppe entscheiden. Das ist eine erfrischende Abwechslung und hat auch geschmacklich meine Erwartungen übertroffen. Besonders hervorzuheben sind auch hier nochmal die vietnamesischen Spezialitäten. Der Schweinefleischspieß ist zu unserem Buffetfavoriten gekrönt worden, aber auch der Schweinebauch musste sich dahinter nicht verstecken und überzeugte durch samtig weiches Fleisch.

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Das Gemüse war frisch und gut zusammengestellt, nur die zugehörigen Soßen hätte ich mir etwas geschmacksintensiver gewünscht, vor allem gab es kaum ernstzunehmende scharfe Varianten. Dies tut dem Genuss jedoch kaum Abbruch, und so kann man von einem vollen großen Teller durchaus auch sehr hungrige Mägen gut füllen und bekommt gleichzeitig noch einen Einblick in die authentische vietnamesische Küche.

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Fazit:
Dieses neu eröffnete Buffetrestaurant ist einen Besuch wert! Für einen fairen Preis wird hier eine Vielfalt an asiatischen Speisen von größtenteils überdurchschnittlicher Qualität geboten. Ein besonderer Leckerbissen sind die vietnamesischen Schweinefleischspieße, die man unbedingt probieren sollte. Da man sich selbst bedient, eignet sich das Lokal auch gut für die Mittagspause.

Fakten:

Name Kokospalme
Adresse Willy-Brandt-Platz 7, 04109 Leipzig (Promenaden Hauptbahnhof, Untergeschoss)
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Chumumi

Entlang der Zschocherschen Straße entwickelt sich ja zusehends eine kleine Asia-Meile. Asiatische Imbisse schießen förmlich aus dem Boden. Grund genug also, sich dort mal genauer umzusehen. Den Anfang macht ein neu eröffnetes Restaurant unweit der Elsterpassage: das Chumumi.

Aufgrund der vielen positiven Rezensionen auf einschlägigen Bewertungsportalen bin ich auf dieses kleine Restaurant aufmerksam geworden, welches den Leitspruch „Für alle, die selbst keine asiatische Mami haben“ trägt. Schon der erste Blick eröffnet mir eine andere Welt. Die liebevoll dekorierte Hausfassade sieht aus, als wäre sie aus einer belebten südostasiatischen Restaurantstraße nach Plagwitz versetzt worden. Alles passt: Die hölzernen Sitzmöglichkeiten vor der Lokalität, die abgenutzt-hölzern gestrichenen Wände, Rohre, die als Lampenhalter dienen und mit Bast abgehängte Beleuchtungen erzeugen ein einmaliges Flair, welches an das südostasiatische Leben in den 50er Jahren erinnert. Auf großen Tafeln geben handgeschriebene Vorschläge Essensempfehlungen und auch an den anderen besetzten Tischen, welche edle Essstäbchen zieren, ist man des Lobes voll.

Dieser Augenschmaus erzeugt natürlich hohe Erwartungen, die die auf der Karte zur Auswahl gestellten Gerichte noch vergrößern. Eigentlich würde ich gern einmal alles probieren. Man findet neben den typischen vietnamesischen Suppen auch Nudelpfannen, viele Gerichte mit Rind- oder Schweinefleisch, sowie vegetarische Varianten und alles erhält den Anstrich des Besonderen. Neben Tofu landet hier auch Seitan auf dem Teller, außerdem gibt es Süßkartoffelstäbchen, in Chaplublättern gebratenes Fleisch, hausgemachte Ananassoße und Gerichte mit geschmortem oder gegrilltem Wels.

Bei einer solchen Auswahl fällt die Entscheidung schwer. Schließlich probieren wir Chi Gras Chicken – Hähnchen mit Zitronengras, Chili, Gemüse und Reis für 7€ – und Pakse Noodlepan – laut Beschreibung medium wok-sautierte Rinderfiletstreifen mit Szechuanpfeffer, Babymais, Paprika und Pilzen auf gebratenen Reisbandnudeln für 7,50€. Ich muss zugeben, dass ich mir bei dem zuerst genannten Gericht eine Variante des Gaxao Xa Ot im Chinahaus Leipzig vorgestellt hatte, welches mich damals wirklich begeisterte. Vielleicht war es der etwas missglückte Vergleich, aber ganz konnte das Gericht im Chumumi da nicht mithalten. Die zugefügten Chilis gehörten eher zur milderen Sorte und nach einiger Zeit hinterließ die Soße einen säuerlichen Geschmack. Die Zutaten waren jedoch (größtenteils) frisch, das Zitronengras war deutlich erkennbar und konnte die anfänglichen Kritikpunkte gut überspielen. Auch, dass die Reismenge für die Soße etwas gering bemessen war, ist verschmerzbar. Insgesamt wurden wir von den Gerichten satt, Platz für eine Nachspeise wäre jedoch noch gewesen ;-).

Chi Gras Chicken

Chi Gras Chicken

Bei der Nudelpfanne erwartete ich vor allem interessante Zutaten. Eins vorweg: Geschmacklich war das Gericht wirklich gut und das spielt ja eine nicht zu unterschätzende Rolle für die Bewertung, aber leider fanden sich einige der angekündigten Zutaten nicht auf dem Teller wieder. Da gab es zwar Gemüse, aber Babymais, Shitake-Pilze und Paprika suchte man vergebens. Dafür war das Fleisch zart und in großer Menge vorhanden. Auf unsere Nachfrage bezüglich der Abweichung zwischen Karte und Gericht folgte eine wortreiche Entschuldigung der Bedienung. Offenbar hatte der zuständige Koch das Essen zugunsten des Geschmacks angepasst. Ein Blick auf die Facebook-Seite des Restaurants verriet schließlich, dass das Gericht wohl immer in der uns servierten Form zubereitet wird.

Chumumi: Pakse Noodlepan

Pakse Noodlepan

Schließlich lädt die Atmosphäre wirklich zum Verweilen und Wohlfühlen ein. Die Preise sind für ein Restaurant sehr angemessen, alle Angebote bewegen sich zwischen 6 und 10€. Die Vielfalt der Speisekarte erleichtert mehrmalige Besuche und gibt Anlass zur Hoffnung, dass unsere Wahl der Gerichte nur etwas unglücklich ausfiel.

Fazit:
Der Anblick und das Flair des Chumumi allein sind schon einen Besuch wert. Die Qualität der Speisen ist etwas verbesserungswürdig, aber das gute Preis-Leistungsverhältnis spricht für sich und die kulinarische Vielfalt des Angebots, welches auch nicht-alltägliche Komponenten beinhaltet, bietet bereits viel Gesprächsstoff für die gemeinsame Mahlzeit.

Fakten:

Name Chumumi
Adresse Zschochersche Str. 50a, 04229 Leipzig
Stadtteil Plagwitz
Preisspanne Hauptgerichte 5,50€ – 9,90€
Barrierefreiheit Tische außerhalb barrierefrei
Sauberkeit sehr gut

Peking Palast

Der Peking Palast ist ein Restaurant am Torgauer Platz, welches dort recht eindrucksvoll erscheint, da es zwischen den hohen Bauten herum den einzigen Farbtupfer darstellt. Auch nach Betreten des Lokals wirkt der Asiakitsch zunächst allgegenwärtig, allerdings gibt es beim näheren Hinsehen doch einige Unterscheidungsmerkmale. Große Teile der Dekoration sind offenbar selbsthergestellte Origami-Figuren. Frische Blumen sucht man auf den Tischen zwar vergebens, jedoch stellen die blumenförmigen Kunstwerke aus Papier eine erfrischende Abwechslung dar. Nur der sich darauf ansammelnde Staub lässt die schöne Idee etwas verblassen.

Das Restaurant erstreckt sich über zwei Etagen und verfügt auch über einen Freisitz, letzterer ist mit einem Brunnen, ersteres mit einem großen Aquarium ausgestattet. Offenbar nutzt die Betreiberfamilie die Räumlichkeiten auch als Wohnzimmerersatz, zumindest lassen einige Einrichtungsgegenstände dies vermuten ;-).

Auf der Karte stehen die typischen Gerichte, verschiedene Fleischsorten mit Soße nach Wahl. Die Preise sind für ein Restaurant zwar im unteren Bereich, die Speisen haben jedoch bezüglich Zusammenstellung und generellem Angebot leider eher Imbisscharakter. Wir entscheiden uns für Ente, jeweils einmal in Hoisinsoße und einmal in Szechuan(„Zschuan“)soße. Die Hoisinsoße, welche ich sonst eher als süßliche, dunkle Soße kenne, ist auf der Karte als „scharf“ deklariert. Tatsächlich bringt sie eine gute Mischung süßer und pikanter Geschmäcker mit, allerdings ist es wohl doch etwas übertrieben, hier von Schärfe zu sprechen. Ähnlich verhält es sich mit der Szechuansoße, welche als „sehr scharf“ angekündigt wird. Die Süße der Hoisinsoße fehlt hier, die Schärfe erhöht sich jedoch nicht wesentlich. Insgesamt entstand der Eindruck, dass einer fertigen Grundsoße nach Bedarf noch wenige Zutaten hinzugefügt wurden.

Ente in Hoisinsoße

Ente in Hoisinsoße

Das Fleisch hingegen war der Höhepunkt der Gerichte. Sehr dünn geschnittene, weder fettige noch zu feste Ente, die fast den gesamten Teller bedeckte, ließ die mittelmäßigen Soßen im Handumdrehen vergessen. Auch das auf den ersten Blick nicht zu erkennende Gemüse war reichlich vorhanden, allerdings auch bei beiden Gerichten aus den gleichen Zutaten zusammengestellt. Reis hätte ich mir noch mehr gewünscht, die Portion war angesichts der Menge der restlichen Bestandteile des Gerichts eher mager.

Ente in Szechuansoße

Ente in Szechuansoße

Die Rechnung gab es als handgeschriebenen Zettel, für ein repräsentatives Geschäftsessen ist das Lokal also eher nicht zu empfehlen ;-).


Fazit
:
Der Peking Palast bietet alles, was das Asiaklischees liebende Herz begehrt: Einen mit Deko überladenen Gästeraum, typische mischasiatische Gerichte, ein obligatorisches Aquarium und ein halbes Familienleben am Nachbartisch. Geschmacklich im Mittelfeld ist das Restaurant kein Gourmettempel und auch sonst keine Besonderheit, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Fakten:

Name Peking Palast
Adresse Torgauer Platz 2, 04315 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 4€ – 9,50€
Barrierefreiheit ja, zumindest das Erdgeschoss
Sauberkeit geht so