Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar

Offenbar ist asiatische Küche in Reudnitz sehr beliebt, denn die Nachricht, dass es ein neues vietnamesisches Restaurant im Viertel gibt, verbreitete sich rasant. Nur bis zu mir ist sie nicht vorgedrungen, ich brauchte erst einen persönlichen Weckruf. Der kam von Martin, dem Verfasser des bekannten Blogs Dunkel. Dreckig. Reudnitz., höchstpersönlich. Er wurde nämlich mehrfach gebeten, diesem Restaurant namens Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar einen Besuch abzustatten. Gemeinsam testeten wir also das hochgelobte Lokal.

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Essen mit der Reudnitzer Prominenz ;-)

Normalerweise lese ich im Vorfeld keine Rezensionen, diesmal habe ich es aber doch getan. Und war sehr überrascht, dass sie fast ausschließlich sehr positiv ausfielen! Da gab es nicht die kleinste Kritik, bei Google spiegelt sich das in 4,9 von 5 Sternen wider. Nur der Wunsch, dass noch mehr Leute dieses Restaurant besuchen, wurde hier und da geäußert. Das ist schon etwas merkwürdig, umso mehr war ich auf das Essen und Ambiente gespannt.

Auf den ersten Blick erweckt das Innere des Lokals, das vorwiegend in schwarz und weiß gehalten ist, einen einladenden Eindruck. Neben diversen kleineren Tischen gibt es einen großen in der Mitte des Raums, an dem auch Gruppen mit vielen Personen Platz finden. Die Speisekarte hat ein hübsches Deckblatt aus Holz mit dem Maskottchen des Hauses, einem Panda.

Der Inhalt der Karte zeigt deutlich, was der Name des Lokals schon erahnen lässt: Es handelt sich nicht um ein rein vietnamesisches Restaurant; der japanische Teil ist ebenso stark vertreten. Dafür sorgt nicht nur die große Sushi-Karte, es werden auch diverse japanische Vorspeisen wie Gyoza oder Miso-Suppe angeboten. Der vietnamesische Teil bietet die bekannten Pho-Suppen, verschiedene Gerichte mit Glas- und Reisnudeln, sowie die für asiatische Restaurants typischen Kombinationen von Fleisch, Gemüse und Soße (allerdings in teilweise ungewöhnlichen Zusammenstellungen, wie etwa Ente in Avocado-Soße). Wir entscheiden uns für eine gemischte Vorspeisenplatte, Pho mit Rindfleisch und Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und hausgemachter Soße). Martin wagt sich auch noch an Sushi mit flambierten Jakobsmuscheln.

Vorspeisenplatte

Vorspeisenplatte

Auf der Vorspeisenplatte gibt es einige der angebotenen Speisen zum Probieren: Frühlings- und Sommerrollen, Teigtaschen im Bambusdämpfkorb (vegetarisch und mit Shrimps), einen Salat und Krabbenchips. Dazu werden drei Dips gereicht: süß-saure Soße, hausgemachte Soße und Sojasoße. Unser Favorit ist eindeutig die hausgemachte Soße. Die Gyoza (das ist die japanische Variante der chinesischen Jiaozi, in diesem Fall vegetarische Teigtaschen) waren besonders aromatisch, aber auch die anderen Kostproben waren lecker. Nur von den Frühlingsrollen hätte ich, abgesehen vom Teig, geschmacklich etwas mehr erwartet.

Pho Rindfleisch

Pho mit Rindfleisch

Auch die beiden Hauptgerichte konnten sich sehen lassen: Die Pho schmeckt nach den vielen enthaltenen vietnamesischen Kräutern (u.a. Koriander), so muss es sein! Das Rindfleisch war als medium in der Karte gekennzeichnet, davon konnten wir allerdings nicht (mehr) viel erkennen, das Fleisch war gut durchgegart.
Die Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch sind ein weiterer vietnamesischer Klassiker. Auch hier überrascht vor allem das Fleisch, welches u.a. mit Zitronengras gewürzt wurde. Teilweise handelt es sich auch um gut gegrilltes Bauchfleisch. Neben den Reisnudeln und dem frischen Salat, der auch mit Kräutern bestückt ist, gibt es eine hausgemachte Soße. Diese hat einen deutlichen Knoblauchanteil und ergänzt das Gericht geschmacklich und optisch wunderbar.  Beide Portionen sind überdurchschnittlich groß, sodass man davon gut satt wird.

Reisnudeln Schweinefleisch

Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Salat)

Hausgemachte Soße

Hausgemachte Soße

Zum Abschluss befragt uns der Kellner noch eingehend, woher wir das Restaurant kennen und warum wir denn die Gemütlichkeit des Lokals schon verlassen wollen ;-). Man kann durchaus sagen, dass die vielen positiven Bewertungen des Orici ihre Berechtigung haben. Es ist nicht das einzige entsprechende vietnamesische Restaurant in Leipzig (ich denke hier beispielsweise an das vergleichbare Pho Viet in der Innenstadt), aber dennoch ist das Lokal eine überzeugende und schmackhafte Ergänzung der Reudnitzer Gastrolandschaft.

Fazit:
Im Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar gibt es sowohl vietnamesische als auch japanische Küche. Die Gerichte sind schmackhaft, reichhaltig und werden zu angemessenen Preisen angeboten. Wer einen Abend mit exotischen Geschmäckern in ansprechendem Ambiente verbringen will, ist im Orici gut aufgehoben.

Fakten:

Name Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar
Adresse Kurt-Günther-Str. 3, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 8,50€ – 16,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut
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Restaurant Asia Küche

Dieses Restaurant hat mich wirklich überrascht! Das sind die schönen Momente bei Gastrotests: Ich habe eine bestimmte Erwartung, weil ich ja vermeintlich schon in vielen vergleichbaren Restaurants war. Manchmal schafft es ein Lokal dann aber doch, die eingefahrenen Wege zu verlassen und mich in Staunen zu versetzen. Genau das ist bei der Asia Küche passiert.

Aber schön der Reihe nach: Die Räumlichkeiten des Restaurants waren mir schon bekannt, da sich dort vor einiger Zeit noch das Neun Drachen befand, über das ich damals berichtet hatte. Insgesamt erschien mir die Ausstattung jetzt farblich etwas stimmiger. Alles ist in warmen braun-goldenen Tönen gehalten. Es gibt sehr viele Tische, sodass man dort auch in der Gruppe bequem einen Platz findet. Außerdem ist das Restaurant nach wie vor über einen Aufzug barrierefrei zu erreichen.

Mein erster Blick in die Karte offenbarte zunächst nichts Außergewöhnliches. Die übliche Aufteilung der Gerichte nach Fleischarten mit den bekannten Soßen (süß-sauer, Curry, scharf) entsprach meinen Erwartungen. Allerdings gab es nur zwei fleischlose Gerichte, was für ein Restaurant dieser Größenordnung schon etwas enttäuschend ist. Am Ende der Speisekarte kam dann die Überraschung zum Vorschein: drei Seiten mit authentisch chinesischen Gerichten! Das hätte ich einem Asia-Restaurant in Schönefeld wirklich nicht zugetraut. Aber offenbar sind die Inhaber Chinesen und bieten dem interessierten Publikum auch einige authentische Speisen an. Super! Bei der Aussicht auf solch ein Essen mussten wir den ersten Teil der Karte leider ignorieren ;-).

Besonders gefreut habe ich mich, dass auch ein kleines Gericht im Angebot ist, welches ich bislang in Leipzig nur vereinzelt angetroffen habe: gefüllte Klebreisbällchen. Die mussten natürlich gleich probiert werden. Die „Sauergemüse-Pizza“ war leider aus, sodass wir stattdessen die mit Schweinefleisch gefüllten Teigtaschen (Baozi) wählten. Während die Klebreisbällchen wirklich ein Genuss waren (die tolle mochi-artige Konsistenz und die knusprige Erdnussfüllung bilden ein sehr empfehlenswertes gegensätzliches Geschmackserlebnis), haben mich die Baozi aufgrund der faden Würzung nicht überzeugen können. Auch die Wartezeit enttäuscht: Die Zubereitung der Vorspeisen hat – obwohl nur wenige Tische besetzt waren – ungewöhnlich lange gedauert.

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Klebreisbällchen mit Erdnussfüllung

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Teigtaschen mit Schweinefleisch gefüllt

Neben diesen Häppchen haben wir noch zwei größere Gerichte probiert: das traditionelle Mapo Tofu und trocken gebratenen Tofu mit Bohnen. Auf den ersten Blick waren die Portionsgrößen nicht sehr üppig, aber dieser Eindruck täuschte. Zusammen mit dem Reis sättigten die Gerichte durchaus. Das Mapo Tofu war zwar nicht so scharf, wie es authentisch gewesen wäre, aber durchaus geschmacklich gut und ausgewogen. Leider gab es hier keinen Seidentofu, sondern die festere Variante.

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Mapo Tofu (Tofu und Hackfleisch in scharfer Soße)

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Trocken gebratener Tofu mit Bohnen

Bei den Bohnen des zweiten Gerichts handelte es sich nicht um grüne Bohnen, sondern um Sojabohnen. Dazu gab es fermentiertes Gemüse (allein dafür lohnt sich das Probieren schon!) und gebratenen Räuchertofu. Geschmacklich hat dieser gut zu den restlichen Zutaten gepasst, allerdings hatte ich doch eher eine „asiatischere“ Tofuvariante erwartet. Dieses Gericht wurde ohne Soße serviert, allerdings war eine solche für mein Empfinden auch nicht unbedingt nötig. Auf diese Weise kamen die einzelnen Komponenten der Speise geschmacklich besser zur Geltung.

Zum Abschluss gab es noch die typischen Glückskekse und ein Gläschen Pflaumenwein aufs Haus. Insgesamt hat das Restaurant einen überraschend positiven Eindruck auf mich gemacht.

Fazit:
Im Restaurant Asia Küche gibt es sowohl die asiatischen Standards, als auch sehr schmackhafte authentisch chinesische Gerichte. Das Lokal bietet viel Platz und ist barrierefrei erreichbar. Für Vegetarier ist es aufgrund des sehr beschränkten Angebots an fleischlosen Gerichten jedoch eher ungeeignet.

Fakten:

Name Restaurant Asia Küche
Adresse Löbauer Straße 68, 04347 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 5,90-7,90€ (Mittagskarte), 5,90-14,90€ (Abendkarte), 7,90-15,90€ (chinesische Karte)
Barrierefreiheit ja; Restaurant im 1. Stock, Aufzug vorhanden (links hinter Glastür unter der Treppe)
Sauberkeit gut

Dr. Wok

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich das letzte Mal im Paunsdort-Center war und dort ein asiatisches Restaurant (das Lung Phung) testete. Diesmal habe ich die Gelegenheit genutzt, um einen Imbiss zu testen, der sich am gegenüberliegenden Ende des Einkaufszentrums befindet, nämlich Dr. Wok.1 Um die Mittagszeit war der Imbiss sehr gut besucht.

Das Angebot zeigt bereits, dass es sich bei Dr. Wok nicht nur um einen typischen Asia-Imbiss-um-die-Ecke handelt. Es gibt zwar auch hier gebratene Nudeln (die wohl augenscheinlich auch zu den Favoriten der Kundschaft zählen), aber der Großteil der angebotenen Gerichte lässt ahnen, zunächst dem Namen nach, dass die Rezepte von asiatischen Vorbildern inspiriert sind. Die einzelnen Speisen zeigen dann doch eine bunte Mischung aus thailändischen, vietnamesischen und chinesischen Einflüssen (es gibt wenige vegetarische Gerichte sowie Angebote mit Huhn, Rind, Ente und Fisch).  Das muss aber für den Geschmack noch nichts Negatives bedeuten und so probieren wir Huhn Sichuan (mit Gemüse in scharfer Soße, 6,75€) und Huhn Guangdong (doppelt gebackenes Hühnerfleisch mit Limettenblättern in einer speziellen Soße, 6,95€). Sichuan und Guangdong sind chinesische Provinzen, sodass ich mir vor allem bei letzterem einen kleinen Einblick in die dortige Würzung der Speisen erhoffte.

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Huhn Sichuan (in scharfer Soße)

Das Huhn Guangdong hat mich dann sowohl positiv als auch negativ überrascht. Geschmacklich sehr gut und vor allem für mich ungewohnt war das Fleisch. In der Panade waren Limettenblätterstreifen eingebacken, die den manchmal an Chicken Nuggets erinnernden Hühnchenstücken das gewisse Extra verliehen. Das Gemüse bei beiden Gerichten war ohne Ausnahme frisch und wies einen genau passenden Gargrad auf. Mit dem Ausprobieren der sogenannten „speziellen Soße“ jedoch hatte ich mich vielleicht etwas zu sehr auf mein Glück verlassen. Etwas spezielles konnte ich jedenfalls nicht feststellen, denn abgesehen von den gelegentlichen Limettenblätterstreifen handelte es sich um eine normale süß-sauer-scharfe Soße (mit eindeutigem Hang zu den beiden erstgenannten Komponenten). Ich könnte mir vorstellen, dass die Erwähnung davon auch dem Verkauf dienlich wäre, da diese Art von Soße ja recht beliebt zu sein scheint.

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Huhn Guangdong (mit Gemüse und Limettenblättern in spezieller Soße)

Man könnte der Meinung sein, dass die Preise der einzelnen Gerichte für einen Imbiss doch etwas hochgegriffen sind (und auch ungewöhnlich „unrunde“ Cent-Beträge aufweisen). Das liegt zwar im individuellen Ermessen, jedoch muss erwähnt werden, dass die Portionen wirklich sehr groß sind. Schon beim Anblick des Bergs gebratener Nudeln auf einigen Tellern weiß man, dass Dr. Wok vor allem für sehr hungrige Besucher die ideale Mahlzeit bietet. Auch unsere beiden Test-Gerichte standen dem in nichts nach.

Fazit:
Dr. Wok bietet eine schnelle Mahlzeit für Besucher des Paunsdorf-Centers zu einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Gerichte sind schmackhaft und vor allem frisch in großen Portionen. Der Imbiss verkauft sogar noch frisch zubereiteten Bubble Tea (der ja zu großen Teilen aus den Innenstädten verschwunden ist).

Fakten:

Name Dr. Wok
Adresse Paunsdorf Center, Paunsdorfer Allee 1, 04329 Leipzig
Stadtteil Paunsdorf
Preisspanne Hauptgerichte 4,75€ – 8,75€
Barrierefreiheit Theke barrierefrei erreichbar, ein Teil der Tische auch
Sauberkeit gut
  1. Es gibt in der Mitte am zentralen Eingang zwei weitere asiatische Imbisse. Dabei handelt es sich um dieselben Ketten, die auch im Hauptbahnhof bzw. in den Höfen am Brühl vertreten sind. Daher werde ich dazu auch in Zukunft keinen erneuten Blogeintrag verfassen.

Glücksboot

Einem weiteren (und vorerst letzten) asiatischen Buffetrestaurant in Leipzig hatte ich noch keinen Besuch abgestattet: dem Glücksboot im Sachsenpark in Seehausen. An einem freien Tag habe ich nun aber doch die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und den Weg in Leipzigs Norden angetreten. Dabei wurde ich nicht enttäuscht! Im Gegenteil – das Glücksboot profitiert nicht nur von seiner Lage inmitten eines Einkaufszentrums, sondern hat auch kulinarisch viel zu bieten.

Das Restaurant kann man als reines Buffetrestaurant verstehen, es bietet sowohl mittags (8,50€ Mo-Sa, 14,90€ So) als auch abends (13,90€ Mo-Do, 14,90 Fr-So) Buffet mit mongolischem Grill und Sushi. Obwohl das Restaurant sehr groß ist und über eine Vielzahl von Tischen verfügt (es eignet sich somit auch für Feierlichkeiten), sollte man vor allem abends und am Wochenende vorbestellen.

Das Buffet sieht schon auf den ersten Blick sehr schmackhaft aus. Vor allem die rohen Zutaten für den mongolischen Grill sind ansehnlich arrangiert, wobei Fisch und Fleisch teilweise auf Eiswürfeln kühl und frisch gehalten werden. Für den Grill werden vergleichsweise viele unterschiedliche Soßen geboten, die man in einem kleinen Schälchen auch mischen kann und dem Koch für die Zubereitung übergibt.

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Buffetauswahl mit gebackenem Fleisch und Gemüse, Champignons und Hühner-Saté-Spieß

Aber auch die bereits fertigen Gerichte auf dem Buffet können sich sehen lassen. Es gibt viele gebackene Speisen: Gemüse, Fleisch, Fisch, Bananen, Ananas, sogar Kokosmilch wird in Teig gehüllt angeboten. Das mag in der Gesamtheit etwas fettlastig erscheinen, aber die Teighülle ist vor allem beim Fleisch und Gemüse eher dünn gehalten, sodass auch das Innenleben geschmacklich gut zur Geltung kommt. Besonders positiv sind mir einige Gerichte aufgefallen, die durchaus als regionale Spezialitäten bekannt sind. Dazu zählt beispielsweise Aubergine mit Fischgeschmack – eine chinesische Speise –, die ich so als Teil eines typischen Asia-Buffets noch nicht erlebt hatte. Insgesamt könnte das Angebot zwar für meinen Geschmack etwas mehr dieser fertigen Zusammenstellungen und dafür weniger pures Fleisch enthalten, aber vielfältig ist es auf jeden Fall.

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Buffetauswahl mit Pekingsuppe, gebackenem Gemüse, Obst und Banane mit Schokoladenkuvertüre

Das gilt auch für die Dessertmöglichkeiten. Der obligatorische Wackelpudding ist hier nicht die einzige Option, es gibt auch Tiramisu, Krabbenchips, Salat, Schoko- und Vanillepudding, verschiedene Obstsorten und gebackenes Obst. Sogar Bananen mit Schokoladenkuvertüre stehen für den süßen Abschluss der Mahlzeit bereit.

Fazit:
Das Glücksboot ist preislich und qualitativ eine gute Alternative zu den asiatischen Buffets im Leipziger Zentrum. Die Speisen und Zutaten sind frisch, vielfältig und haben für viele kulinarische Vorlieben etwas Passendes in petto.

Fakten:

Name Glücksboot
Adresse Handelsstr. 4-8, 04356 Leipzig
Stadtteil Seehausen
Preisspanne Hauptgerichte 8,50€-14,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja, über Extraeingang rechts vom Haupteingang
Sauberkeit sehr gut

China-Restaurant Zhang

Es sind tolle Zeiten für Leipziger Liebhaber der asiatischen Küche! Schon wieder begrüßt ein neu eröffnetes Restaurant potentielle Kunden und wie schon bei Chinas Welt, welches ich vor zwei Monaten besuchte, handelt es sich um ein authentisch chinesisches. Das China-Restaurant Zhang befindet sich am Bayrischen Platz. Einige werden sich vielleicht noch an das bis vor Kurzem dort ansässige griechische Restaurant erinnern. Der Inhaber ist geblieben, doch statt griechischer wird dort jetzt chinesische Szechuan-Küche serviert. Das freut mich sehr, denn bisher gab es nur ein dezidiertes Szechuan-Restaurant in Leipzig (den Chinabrenner).

Die Szechuan-Küche wird als eine der acht (oder mehr oder weniger, die Literatur ist sich da nicht einig) chinesischen Regionalküchen beschrieben. Sie ist vor allem für den Gebrauch von scharfen Gewürzen (Szechuanpfeffer, Chili) bekannt und ist die international am meisten verbreitete chinesische Regionalküche. Vor allem einige typische Gerichte kennzeichnen dabei das Angebot von Szechuan-Restaurants, wie etwa Mapo Doufu („Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“), Kung-Pao-Hühnchen oder der bekannte Feuertopf (ein chinesisches Fondue, bei dem das rohe Gargut in stark und/oder mild gewürzter Brühe am Tisch zubereitet wird). Neben der vorhandenen Schärfe sind Szechuan-Gerichte jedoch auch sehr aromatisch und haben wenig mit vietnamesischem oder „pan-asiatischem“ Essen gemein.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf betrete ich also das Zhang. Das Restaurant wirkt zunächst sehr aufgeräumt und fast ein wenig zu „steril“, aber die anwesenden Besucher, vor allem Chinesen, geben dem Raum eine lebendige Atmosphäre. Die Karte ist übersichtlich und enthält ausschließlich „echte“ chinesische Angebote. Diese mögen zwar zunächst seltsam anmuten, jedoch war die Bedienung gern bereit, Empfehlungen auszusprechen. Obwohl auch Gerichte angeboten werden, die keine oder nur eine geringe Schärfe aufweisen, liegt das Augenmerk doch auf mit Chili bzw. Pepperoni gewürzten Zutaten.

Wir bestellen als Vorspeise Jiaozi (12 gebratene Teigtaschen mit einer Füllung aus Schweinefleisch und Kohl), außerdem zwei weitere Gerichte: Mapo Doufu und Tofu nach Art des Hauses. Alle drei Gerichte bewegen sich preislich bei ca. 10€.

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Jiaozi (gebratene Teigtaschen gefüllt mit Schweinefleisch und Kohl)

Wer den Blog verfolgt, weiß, dass ich chinesische Teigtaschen schon in diversen Restaurants und Imbissen getestet habe, z.B. im Nin Hao, in der Hanoi Cuisine und zuletzt in Chinas Welt. So begeistert wie im Zhang war ich davon allerdings noch nie: eine krosse Kruste und die weiche, schmackhafte Füllung werden eigentlich nur noch von dem dazu bereitgestellten Dip übertroffen. Neben dem typischen schwarzen Essig gibt es hier nämlich auch eine scharfe Soße aus Chilipaste, schwarzen Bohnen und weiteren Gewürzen, die ich leider nicht alle identifizieren konnte. Klar ist jedoch: Diesen Dip sollte man probieren! Er ist zwar scharf, aber dennoch eine Geschmackskomposition, die sehr vollmundig daherkommt.

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Mapo Doufu (Tofu nach Art der pockennarbigen Alten)

Auch die beiden anderen Gerichte kann ich nur lobend hervorheben. Das Mapo Doufu besteht tatsächlich aus Seidentofu und enthält viel Szechuanpfeffer, der typischerweise ein leicht betäubendes Gefühl im Mund zurücklässt. Lecker! Das andere Tofugericht ähnelt auf dem ersten Blick jenem, welches ich in Chinas Welt probierte. Allerdings muss ich dem Zhang das bessere Angebot bescheinigen: Die fruchtige Soße mit einer leicht scharfen Note enthält sehr viele, große Tofustücke. Das Gemüse besteht jedoch auch hier nur aus Paprika und Zwiebeln. Aufgrund der Vielfalt ist es also eher ratsam, dieses Gericht zu teilen und gemeinsam verschiedene Dinge zu probieren.

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Tofu nach Art des Hauses

Neben den Gerichten à la carte wecken noch zwei weitere Angebote mein Interesse: Von Montag bis Freitag gibt es ein Mittagsmenü, bei dem man aus vier Gerichten wählen (und kombinieren) kann für 5,90€ inkl. Suppe. Außerdem wird offenbar auch ein Feuertopfmenü angeboten. „Offenbar“, weil der entsprechende Teil in der Karte leider nur auf chinesisch verfügbar war. Allerdings kann man auch der Webseite des Restaurants entnehmen, dass es den Feuertopf inkl. Getränke für 22,80€ gibt. Wenn man telefonisch vorbestellt, erhält man sogar noch Rabatt. Einen solchen durften wir überraschenderweise auch in Anspruch nehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Zhang einmal auszuprobieren!

Fazit:
Das China-Restaurant Zhang bietet authentische Küche aus der chinesischen Provinz Szechuan. Einige Gerichte muten auf den ersten Blick vielleicht seltsam an, doch es lohnt sich. Der Geschmack des Essens weiß zu überzeugen und auch für Leute, die es nicht scharf mögen, finden sich Angebote. Unbedingt probieren sollte man die Teigtaschen!

Fakten:

Name China-Restaurant Zhang
Adresse Windmühlenstr. 22, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte ca. 9€-16€
Barrierefreiheit einige Stufen vor dem Eingang, stufenloses Betreten über zwei Metallschienen auf der Treppe möglich
Sauberkeit sehr gut

Hanoi Cuisine

Und wieder gibt es ein neues vietnamesisches Restaurant in der Innenstadt. Langsam sollte das ja nicht mehr verwundern, immerhin haben die Anbieter die Zeichen der Zeit erkannt und präsentieren sich immer vielfältiger. Das Restaurant Hanoi Cuisine, über das ich in diesem Beitrag berichte, wagt einen weiteren Schritt in Richtung authentische vietnamesische Küche, indem es nicht nur die traditionellen westeuropäischen Gänge (Vor-, Haupt- und Nachspeise) offeriert, sondern auch die Möglichkeit bietet, aus mehreren kleinen Gerichten ein individuelles Menü zusammenzustellen. Diese Essgewohnheiten kannte ich bisher vor allem aus chinesischen Restaurants und war daher sehr gespannt, was das Hanoi Cuisine zu bieten hat.

Zunächst eine Warnung: Wer sich im Vorfeld des Restaurantbesuchs auf der entsprechenden Webseite erkundigt, findet neben (verdächtig vielen und einförmig guten) Bewertungen der Speisen auch die eigentliche Speisekarte. Diese weicht leider in vielen Punkten von der im Restaurant angebotenen ab, sodass eine derartige Vorbereitung wohl keinen Nutzen hat. Das Positive: Die Karte im Lokal ist nochmals um einiges vielfältiger als die online zu findende. Das Negative: Auch die Preise sind vielfältiger und in den meisten Fällen höher als auf der Webseite angepriesen. Das erstaunt angesichts der Tatsache, dass das Hanoi Cuisine ja erst vor einigen Wochen eröffnet wurde.

Nun aber zu dem eigentlichen Restaurantbesuch: Die Einrichtung des Lokals besticht durch viele Blickfänge. Alles ist sehr sauber und frische Blumen schmücken die einzelnen Tische. Es gibt mehrere Etagen; im Obergeschoss befindet sich ein großer Tisch, der aus einem langen Baumstamm gefertigt zu sein scheint. Im Untergeschoss gibt es eine Bar, die auch für Veranstaltungen zur Verfügung steht.

In einigen Rezensionen ist zu lesen, dass die Zubereitung der Speisen recht lange dauert. Diesen Eindruck kann ich nicht bestätigen. Meine Begleitung und ich wählen verschiedene kleine Speisen, die alle vergleichsweise schnell zubereitet werden und bei uns ankommen. Es gibt verschiedene Teigtaschen, Frühlings- und Sommerrollen, sowie einen vietnamesischen Pfannkuchen aus Kokosmilch mit Gemüse und Kimchi gefüllt.

Vegetarische Sommerrollen

Vegetarische Sommerrollen

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Gebratene Teigtaschen mit Gemüsefüllung

Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Speisen alle liebevoll angerichtet. Die Teigtaschen werden in Bambusdämpfkörben serviert, der dazugehörige Dip findet sich wahlweise auf muschel- oder blattförmigen Tellerchen dabei. Dieser Anblick weckt die Neugier und den Appetit! Tatsächlich scheint alles frisch zubereitet zu sein, das Gemüse ist knackig und zeugt von relativ geringer Gardauer.

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Gedämpfte Teigtaschen mit Hähnchenfleischfüllung

Bei einem solchen Augenschmaus erwartet man natürlich eine ebenso überraschende Geschmacksexplosion, aber diese bleibt leider aus. Insgesamt sind die meisten Speisen sehr zurückhaltend gewürzt, sodass die Verwendung des Dips obligatorisch scheint, obwohl dieser selbst eine eher milde Würzung aufweist. Selbst das Kimchi in der Pfannkuchenfüllung gibt dem Gericht – vollkommen Kimchi-untypisch – kaum Schärfe. Einzig die gebratenen Teigtaschen mit Gemüsefüllung bilden hier eine Ausnahme, die wirklich zu überzeugen weiß: der intensive Gemüsemix im Inneren mit knusprigem Teigmantel darum lässt keine Wünsche offen. Davon hätte man sich glatt viel mehr gewünscht!

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Vietnamesischer Pfannkuchen mit Sojabohnen, Sojasprossen, Gemüse und Kimchi

Frittierte Frühlingsrollen

Frittierte Frühlingsrollen

Insgesamt sind wir mit den kleinen Speisen für insgesamt ca. 10€ pro Person gut satt geworden. Das Angebot ist vielfältig und lädt zu kleinen kulinarischen Experimenten ein.

Fazit: Mit seinem besonderen Flair und der umfangreichen Speisekarte bereichert das Hanoi Cuisine die Restaurantlandschaft der Leipziger Innenstadt. Wer gern neue Dinge probiert, kommt hier für einen guten Preis auf seine Kosten, auch wenn die lasche Würzung der Speisen doch keinen komplett positiven Eindruck hinterlässt.

Fakten:

Name Hanoi Cuisine
Adresse Brühl/Ecke Nikolaistr. 40, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 13,90€
Barrierefreiheit ja, bei Benutzung des Seiteneingangs auf der Nikolaistraße
Sauberkeit sehr gut

Kokospalme

Da ich erst vor Kurzem ein Ein-Teller-Buffetrestaurant besucht habe (das Long Food in den Höfen am Brühl), ergriff ich sofort die Gelegenheit, auch im neu eröffneten Kokospalme in den Promenaden Hauptbahnhof vorbeizuschauen und dort das Buffet zu probieren. Dieses bildet neben einigen bereits als Zusammenstellung angebotenen Gerichten und diversen To-Go-Boxen die Hauptkomponente des Angebots. Das Restaurant befindet sich im Untergeschoss und bildet die Nachfolge für das bis vor einigen Monaten dort ansässige Thai-Chi-Viet (für einen Bericht darüber bin ich also leider zu spät gekommen).

Das Restaurant Kokospalme beeindruckt schon auf den ersten Blick mit der stilvollen Einrichtung. Alles ist in Brauntönen gehalten und die Dekoration wirkt nicht überladen, sondern bewusst eingesetzt. Dadurch entsteht zwar auf dem Boden die ein oder andere Stolperfalle, aber über einen Gang an der Seite sind die meisten Plätze zu erreichen, auch ohne dass der Weg über die kleinen Absätze in der Mitte des Raumes führt.

Bei dem Buffet handelt es sich um ein Ein-Teller-Buffet, d.h. für 4,90€ (kleiner Teller) bzw. 6,90€ (großer Teller) darf man einen Teller einmal befüllen. Ich nutzte auch das Angebot, für 6,90€ eine Suppe bzw. einen Salat zu erhalten, offenbar sind diese Speisen sonst nicht im Buffetpreis inbegriffen. Zum Vergleich: Im Long Food ist eine Suppe dabei, Salat bietet das Buffet dort jedoch gar nicht an.

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Würzige Hähnchensuppe mit Pilzen, Ei und Mais

Aber auch sonst macht das Buffet der Kokospalme einen sehr guten Eindruck: Die Vielfalt (Gemüse- und Tofugerichte, Hähnchen, Schweinefleisch, Fisch, Currygerichte, Salat, Kimchi, 2 verschiedene Suppen, Krabbenchips, …) lässt staunen und ich bin vor allem davon angetan, dass es nicht nur die 08/15-asiatisch-typischen Sachen gibt, sondern auch der vietnamesische Hintergrund der Lokalität nicht zu kurz kommt: Neben den typischen (und sehr, sehr leckeren) Schweinefleischspießen gibt es weiterhin geschmorten Schweinebauch und Ei – eine Spezialität, die man sonst nur in entsprechenden vietnamesischen Restaurants finden kann (wie etwa im Pho Viet). Super!

Buffetauswahl mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Buffetauswahl, u.a. mit Schweinefleischspießen, geschmortem Schweinebauch und Ei, vietnamesischer Frühlingsrolle und gebratenen Nudeln

Für die Suppe stehen zwei Optionen zur Wahl, und keine davon war die süß-sauer-scharfe Suppe, die bei den meisten vergleichbaren Buffets angeboten wird. Stattdessen konnte man sich für eine Hähnchensuppe mit vietnamesischen Kräutern oder eine Kokosmilchsuppe entscheiden. Das ist eine erfrischende Abwechslung und hat auch geschmacklich meine Erwartungen übertroffen. Besonders hervorzuheben sind auch hier nochmal die vietnamesischen Spezialitäten. Der Schweinefleischspieß ist zu unserem Buffetfavoriten gekrönt worden, aber auch der Schweinebauch musste sich dahinter nicht verstecken und überzeugte durch samtig weiches Fleisch.

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Buffetauswahl, u.a. mit Gemüsepfanne, gebackenem Gemüse, gebackenem Hähnchen und gebratenem Reis

Das Gemüse war frisch und gut zusammengestellt, nur die zugehörigen Soßen hätte ich mir etwas geschmacksintensiver gewünscht, vor allem gab es kaum ernstzunehmende scharfe Varianten. Dies tut dem Genuss jedoch kaum Abbruch, und so kann man von einem vollen großen Teller durchaus auch sehr hungrige Mägen gut füllen und bekommt gleichzeitig noch einen Einblick in die authentische vietnamesische Küche.

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Buffetauswahl, u.a. mit Frühlingsrolle, Tofu, gebackenem Fisch und Krabbenchip

Fazit:
Dieses neu eröffnete Buffetrestaurant ist einen Besuch wert! Für einen fairen Preis wird hier eine Vielfalt an asiatischen Speisen von größtenteils überdurchschnittlicher Qualität geboten. Ein besonderer Leckerbissen sind die vietnamesischen Schweinefleischspieße, die man unbedingt probieren sollte. Da man sich selbst bedient, eignet sich das Lokal auch gut für die Mittagspause.

Fakten:

Name Kokospalme
Adresse Willy-Brandt-Platz 7, 04109 Leipzig (Promenaden Hauptbahnhof, Untergeschoss)
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 6,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut