Vietnamesische Küche Da Lat

Manchmal bekomme ich Tipps, welche Restaurants oder Imbisse ich unbedingt mal testen soll. Da ich nicht überall in Leipzig gleich oft unterwegs bin, freue ich mich immer, solche „Lokalspezialisten“ zu finden (und noch mehr, wenn sie sich gleich als Co-Tester zur Verfügung stellen – danke!).
Diesmal geht es auf Empfehlung und in Begleitung in die Könneritzstraße. Die Gegend hat kulinarisch einiges zu bieten; höchste Zeit also, dass ich dort mal vorbeischaue.

Die vietnamesische Küche Da Lat ist offenbar ein ziemlich bekannter Geheimtipp. Am Freitag Abend ist der Imbiss gut besucht; sowohl an den Tischen davor, als auch im Gastraum tummeln sich viele Leute. Die Atmosphäre ist eher von Familiarität und Freundlichkeit als von gestochener Professionalität geprägt. Das lässt sich nicht nur an den in Klarsichthüllen angebotenen Speisekarten und der etwas zusammengewürfelt erscheinenden Inneneinrichtung erkennen, sondern vor allem an der Herzlichkeit der Bedienung. Das Da Lat versteht sich offenbar als Ort zum gemütlichen Verweilen und Genießen. Und das Konzept kommt gut an.

Die Aufteilung der Speisekarte folgt keiner sofort ersichtlichen Logik, bei einem Umfang von zwei A4-Seiten ist das aber auch nicht unbedingt erforderlich. Außerdem kommt man so nicht umhin, das ganze Angebot zu studieren. Es gibt mehrere Speisen, die sich entweder als Vorspeisen, zum Teilen oder für den kleinen Hunger gut eignen, u.a. Sommerrollen und gefüllte Knödel (à la Baozi). Neben den Klassikern wie gebratene Nudeln oder knusprige Ente sind vor allem die typisch vietnamesischen Gerichte interessant, die inzwischen ja immer häufiger auch in Imbissen zu finden sind.

Wir entscheiden uns für einen gedämpften Knödel mit Hackfleisch, Glasnudeln und Pilzen, eine Schüssel Reisfadennudeln mit Tofu, Gemüse und vietnamesischen Kräutern (Bun), sowie gebratenen Tofu mit Reis und Gemüse in Currysoße. Außerdem gibt es hausgemachten Ingwer-Tee. Dieser wird in Gläsern serviert, die den Genuss auch optisch-ästhetisch unterstreichen.

Da Lat Tee

Ingwer-Tee mit Zitrone bzw. Minze

Der Knödel ist ziemlich groß und selbstgemacht. Leider ist der Inhalt geschmacklich nicht besonders auffällig, allerdings sind alle in der Karte angekündigten Zutaten auch wirklich vorhanden (das ist ja auch oft nicht selbstverständlich).

Da Lat Bao

Gedämpfter Knödel mit Glasnudeln, Hackfleisch und Gemüse

Da überzeugen mich die beiden Hauptgerichte schon viel mehr. Die Schüssel Reisfadennudeln ist bis zum Rand im Stile einer Buddha Bowl gefüllt. Besonders auffällig sind da vor allem die vietnamesischen Kräuter, allen voran der Koriander. Aber auch Gemüse und Tofu sind vorhanden. Die Soße dazu gibt es, wie üblich, in einer extra Schüssel. Besonders zu erwähnen ist, dass diese sogenannte „hausgemachte vietnamesische Soße“ normalerweise sehr knoblauchlastig ist. Das ist im Da Lat nicht der Fall. Allerdings wird sie hier auch als „Limettensoße“ bezeichnet. Ich konnte nicht abschließend feststellen, ob es da wirklich einen Unterschied gibt, aber mit dieser Soße kamen die Zutaten des Gerichts noch besser zur Geltung. Super! Auch der gebratene Tofu in Currysoße ist lecker. Die Soße hat eine zwar deutliche, aber angenehme Schärfe. Das Gericht gibt es übrigens wahlweise auch mit Erdnuss- oder Mangosoße.

Da Lat Bun

Reisnudeln mit Tofu, Gemüse, Kräutern und Limettensoße

Da Lat Curry

Gebratener Tofu und Gemüse in Currysoße

Wer das wohnzimmerartige Imbissambiente des Da Lat mag, wird hier mit leckeren Speisen und Getränken belohnt. Das wird sicher nicht mein letzter Besuch in diesem Lokal gewesen sein.

Fazit:
Im Da Lat gibt es schmackhafte Gerichte zu günstigen Preisen. Die Portionen sind groß und vor allem die typisch vietnamesischen Speisen lassen kaum Wünsche offen.

Fakten:

Name Vietnamesische Küche Da Lat
Adresse Könneritzstraße 105, 04229 Leipzig
Stadtteil Schleußig
Preisspanne Hauptgerichte 4,50€ – 7,90€
Barrierefreiheit Tische außerhalb barrierefrei
Sauberkeit okay
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Restaurant Ginseng

Nach längerer Zeit war ich mal wieder im Norden Leipzigs unterwegs und habe dort ein Restaurant besucht, das schon länger auf der Blog-To-Do-Liste stand. Das Restaurant Ginseng liegt etwas nördlich des Coppiplatzes und bietet Speisen aus verschiedenen asiatischen Landesküchen. Passend zum Namen gibt es hier den eher selten zu findenden, süßlich-herb schmeckenden Tee aus der Ginseng-Wurzel.

Die Räumlichkeiten des Restaurants erscheinen zwar verwinkelt, boten aber während meines Besuchs auch Platz für eine größere Gruppe. Die Speisekarte ist asiatypisch groß, allerdings etwas unübersichtlich geordnet (beispielsweise findet sich ein Teil des Getränkeangebots bei den Desserts, wo es leicht übersehen wird). Bei den meisten Speisen wird darauf hingewiesen, aus welchem Land das Gericht stammt. Da findet man von China über Thailand, Vietnam und Malaysia die meisten beliebten Klassiker. Die Preise sind in der Mittelklasse angesiedelt, die meisten Fleischgerichte kosten über 10€. Neben der Mittags- und Abendkarte gibt es auch Gerichte für Kinder.

Eine Besonderheit stellt das extra ausgewiesene Angebot von Dim Sum dar. Dim Sum sind kleine Speisen oder Snacks, zu den bekanntesten darunter gehören hierzulande Teigtaschen in Form von Frühlingsrollen oder gefüllten Hefeteigklößchen (Baozi). Leider ist die Auswahl im Ginseng nicht besonders groß, fast alle Angebote enthalten Meeresfrüchte.
Weitere Besonderheiten sind das Peking-Enten-Menü (99€ für 4 Personen) und die vegane Ente. Die Speisekarte ist übrigens (inkl. Preise) auf der Homepage des Restaurants abrufbar. Das ist bei Leipziger asiatischen Restaurants eine Seltenheit.

Ginseng Suppe

Peking-Suppe

Wir entscheiden uns für Peking-Suppe, einen Glasnudelsalat mit Hühnchen und gebratenen Brokkoli mit Tongku-Pilzen (das ist ein anderer Name für die gebräuchlichere Bezeichnung Shiitake). Zum Dessert gibt es gebackenes Eis mit Obst.

Ginseng Glasnudelsalat

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Wie leider in Restaurants mit „Misch-Küche“ häufig üblich, sind die Gerichte geschmacklich eher Mittelmaß. Die Peking-Suppe liegt auf der süß-sauren statt auf der scharfen Seite; hat jedoch recht viel Einlage. Der Glasnudelsalat ist mit einer vietnamesischen Soße gewürzt und hübsch angerichtet, allerdings sind die Nudeln noch etwas hart, was zumindest das Geschmackserlebnis etwas schmälert. Zum Brokkoli-Gericht gibt es eine dunkle Soße, die zwar Sojasoße enthält, aber dennoch nicht viel Geschmack bietet. Das ist schade, da Brokkoli eigentlich ein toller Geschmacksträger ist, der Soßen aufsaugt und somit eine schöne Kombination aus Gemüse und Würzung schaffen kann. Die Pilze sind gut, allerdings hätten es davon durchaus noch ein paar mehr sein dürfen.

Ginseng Brokkoli

Brokkoli und Tongku-Pilze in dunkler Soße

Auf das Dessert mussten wir leider ziemlich lange warten. Kurz bevor wir zahlen und das Restaurant verlassen wollten, erhielten wir es dann doch noch. Optisch kann sich diese Zusammenstellung wirklich sehen lassen! In der Mitte befindet sich eine Kugel Eis im Teigmantel. Um das gebackene Eis sind verschiedene Obststücke und Schokosoße angerichtet. Das Obst ist leider nicht alles frisch, die Himbeeren sind teilweise noch gefroren. Geschmacklich lohnt sich dieses Dessert dennoch.

Ginseng Dessert

Gebackenes Eis mit Obst, Sahne und Schokosoße

Ein Fazit für das Restaurant Ginseng fällt mir gar nicht so leicht, schließlich gibt es einige positive und ein paar negative Aspekte zu bedenken. Sicher ist jedenfalls, dass aufgrund des großen Angebots und der Konformität der Gerichte mit europäischen Geschmacksgewohnheiten verschiedene Zielgruppen angesprochen werden.

Fazit:
Das Restaurant Ginseng bietet viele Gerichte aus verschiedenen asiatischen Ländern in einer gemütlichen Atmosphäre. Für die restauranttypischen Preise könnte man etwas differenziertere Geschmackserlebnisse erwarten. Aufgrund des vielfältigen Angebots ist das Restaurant am besten geeignet für Gruppen mit unterschiedlichen Wünschen an asiatisches Essen.

Fakten:

Name Restaurant Ginseng
Adresse Stauffenbergstr. 1, 04157 Leipzig
Stadtteil Gohlis-Mitte
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€-17,50€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar

Offenbar ist asiatische Küche in Reudnitz sehr beliebt, denn die Nachricht, dass es ein neues vietnamesisches Restaurant im Viertel gibt, verbreitete sich rasant. Nur bis zu mir ist sie nicht vorgedrungen, ich brauchte erst einen persönlichen Weckruf. Der kam von Martin, dem Verfasser des bekannten Blogs Dunkel. Dreckig. Reudnitz., höchstpersönlich. Er wurde nämlich mehrfach gebeten, diesem Restaurant namens Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar einen Besuch abzustatten. Gemeinsam testeten wir also das hochgelobte Lokal.

Martin1

Essen mit der Reudnitzer Prominenz ;-)

Normalerweise lese ich im Vorfeld keine Rezensionen, diesmal habe ich es aber doch getan. Und war sehr überrascht, dass sie fast ausschließlich sehr positiv ausfielen! Da gab es nicht die kleinste Kritik, bei Google spiegelt sich das in 4,9 von 5 Sternen wider. Nur der Wunsch, dass noch mehr Leute dieses Restaurant besuchen, wurde hier und da geäußert. Das ist schon etwas merkwürdig, umso mehr war ich auf das Essen und Ambiente gespannt.

Auf den ersten Blick erweckt das Innere des Lokals, das vorwiegend in schwarz und weiß gehalten ist, einen einladenden Eindruck. Neben diversen kleineren Tischen gibt es einen großen in der Mitte des Raums, an dem auch Gruppen mit vielen Personen Platz finden. Die Speisekarte hat ein hübsches Deckblatt aus Holz mit dem Maskottchen des Hauses, einem Panda.

Der Inhalt der Karte zeigt deutlich, was der Name des Lokals schon erahnen lässt: Es handelt sich nicht um ein rein vietnamesisches Restaurant; der japanische Teil ist ebenso stark vertreten. Dafür sorgt nicht nur die große Sushi-Karte, es werden auch diverse japanische Vorspeisen wie Gyoza oder Miso-Suppe angeboten. Der vietnamesische Teil bietet die bekannten Pho-Suppen, verschiedene Gerichte mit Glas- und Reisnudeln, sowie die für asiatische Restaurants typischen Kombinationen von Fleisch, Gemüse und Soße (allerdings in teilweise ungewöhnlichen Zusammenstellungen, wie etwa Ente in Avocado-Soße). Wir entscheiden uns für eine gemischte Vorspeisenplatte, Pho mit Rindfleisch und Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und hausgemachter Soße). Martin wagt sich auch noch an Sushi mit flambierten Jakobsmuscheln.

Vorspeisenplatte

Vorspeisenplatte

Auf der Vorspeisenplatte gibt es einige der angebotenen Speisen zum Probieren: Frühlings- und Sommerrollen, Teigtaschen im Bambusdämpfkorb (vegetarisch und mit Shrimps), einen Salat und Krabbenchips. Dazu werden drei Dips gereicht: süß-saure Soße, hausgemachte Soße und Sojasoße. Unser Favorit ist eindeutig die hausgemachte Soße. Die Gyoza (das ist die japanische Variante der chinesischen Jiaozi, in diesem Fall vegetarische Teigtaschen) waren besonders aromatisch, aber auch die anderen Kostproben waren lecker. Nur von den Frühlingsrollen hätte ich, abgesehen vom Teig, geschmacklich etwas mehr erwartet.

Pho Rindfleisch

Pho mit Rindfleisch

Auch die beiden Hauptgerichte konnten sich sehen lassen: Die Pho schmeckt nach den vielen enthaltenen vietnamesischen Kräutern (u.a. Koriander), so muss es sein! Das Rindfleisch war als medium in der Karte gekennzeichnet, davon konnten wir allerdings nicht (mehr) viel erkennen, das Fleisch war gut durchgegart.
Die Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch sind ein weiterer vietnamesischer Klassiker. Auch hier überrascht vor allem das Fleisch, welches u.a. mit Zitronengras gewürzt wurde. Teilweise handelt es sich auch um gut gegrilltes Bauchfleisch. Neben den Reisnudeln und dem frischen Salat, der auch mit Kräutern bestückt ist, gibt es eine hausgemachte Soße. Diese hat einen deutlichen Knoblauchanteil und ergänzt das Gericht geschmacklich und optisch wunderbar.  Beide Portionen sind überdurchschnittlich groß, sodass man davon gut satt wird.

Reisnudeln Schweinefleisch

Bun Cha (Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Salat)

Hausgemachte Soße

Hausgemachte Soße

Zum Abschluss befragt uns der Kellner noch eingehend, woher wir das Restaurant kennen und warum wir denn die Gemütlichkeit des Lokals schon verlassen wollen ;-). Man kann durchaus sagen, dass die vielen positiven Bewertungen des Orici ihre Berechtigung haben. Es ist nicht das einzige entsprechende vietnamesische Restaurant in Leipzig (ich denke hier beispielsweise an das vergleichbare Pho Viet in der Innenstadt), aber dennoch ist das Lokal eine überzeugende und schmackhafte Ergänzung der Reudnitzer Gastrolandschaft.

Fazit:
Im Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar gibt es sowohl vietnamesische als auch japanische Küche. Die Gerichte sind schmackhaft, reichhaltig und werden zu angemessenen Preisen angeboten. Wer einen Abend mit exotischen Geschmäckern in ansprechendem Ambiente verbringen will, ist im Orici gut aufgehoben.

Fakten:

Name Orici Vietnamese Cuisine & Sushi Bar
Adresse Kurt-Günther-Str. 3, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 8,50€ – 16,90€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit sehr gut

Mr. Thong Sushi & more

Ein Spaziergang über die Karli fördert ja immer interessante Entdeckungen zutage. Diesmal habe ich gleich zwei neue asiatische Lokale erspäht. Eines davon ist das kleine Restaurant Mr. Thong Sushi & more. Der Name lässt zwar eindeutig vor allem Sushi vermuten, allerdings findet man dort auch eine beinahe ebenso große Auswahl an warmen asiatischen Speisen. (Das Sushi habe ich wie üblich nicht getestet.)

Obwohl Mr. Thong von außen wie ein Imbiss anmutet, erinnert die Atmosphäre im Inneren doch eher an ein Restaurant. Es gibt einige kleine Tische, an denen man auch bedient wird. Alles ist sauber und lässt erkennen, dass das Lokal noch nicht lange besteht. Die Preise sind auf Imbissniveau gehalten, was den Laden perfekt für ungezwungene Feierabend-Treffen macht. An einem Abend unter der Woche waren jedenfalls alle Tisch besetzt.

Wir entscheiden uns für Frühlingsrollen und Tom Kha Gai (thailändische Suppe mit Hühnchen, Gemüse und roter Currypaste) als Vorspeise. Diese Gerichte sind auf passenden Tellern bzw. Schüsseln sehr hübsch angerichtet; teilweise ergänzt durch einen kleinen Salat mit Senfdressing. Offenbar ist auch alles selbstgemacht (gerade bei Frühlingsrollen ist das ja keine Selbstverständlichkeit).

Thong Tom Kha Gai

Tom Kha Gai (Suppe mit Gemüse, Hühnchen und rotem Curry)

Thong Frühlingsrolle

Frühlingsrollen mit Dip und Salat

Als Hauptspeisen probieren wir Hühnchen bzw. Ente in Mangosoße, sowie Rind in Thai-Curry. Das Fleisch ist größtenteils zart (das ist besonders bei Rindfleisch durchaus erwähnenswert) und reichlich vorhanden. Etwas enttäuscht bin ich jedoch von der Mangosoße. Letztere ist vor allem süß, der Mangogeschmack ist höchstens ab und an zu erahnen. Fruchtstücke, die eigentlich in der Karte versprochen werden, fehlen vollkommen. Das Gemüse ist frisch, jedoch hätte es davon ruhig noch etwas mehr sein dürfen. Das Reis-Soßen-Verhältnis ist dafür ausgewogen.

Thong Ente

Knusprige Ente in Mangosoße

Thong Huhn

Knuspriges Hühnchen in Mangosoße (das Gemüse versteckt sich unter dem Fleisch)

Thong Rind

Rindfleisch in Thai-Curry

Insgesamt dürften die Gerichte also vor allem bei Fleischliebhabern auf Gefallen stoßen, da das Fleisch bei allen drei Speisen den Hauptanteil ausmachte. Daher sind die Portionsgrößen auch für den durchschnittlichen Hunger ausreichend. Zum Abschluss gab es für uns und einige andere Besucher ein Dessert aufs Haus: Götterspeise in einer kleinen Teetasse. Solche Aufmerksamkeiten sind auf jeden Fall ein Lob wert und lassen die Mahlzeit mit positiven Eindrücken enden.

Am Abend meines Besuchs bestellten die meisten Leute übrigens gar kein Sushi. Ob das Zufall war oder nicht, bleibt der weiteren Forschung überlassen ;-).

Fazit:
Mr. Thong Sushi & more ist ein kleines Restaurant mit Preisen auf Imbissniveau direkt auf der belebten Karli. Die Speisen sind liebevoll angerichtet und frisch, allerdings teilweise geschmacklich nicht vollkommen zufriedenstellend. Für einen entspannten Feierabend eignet sich das Lokal jedoch allemal.

Fakten:

Name Mr. Thong Sushi & more
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 101, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte ca. 5€ – 10€ (ohne Sushi)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Restaurant Asia Küche

Dieses Restaurant hat mich wirklich überrascht! Das sind die schönen Momente bei Gastrotests: Ich habe eine bestimmte Erwartung, weil ich ja vermeintlich schon in vielen vergleichbaren Restaurants war. Manchmal schafft es ein Lokal dann aber doch, die eingefahrenen Wege zu verlassen und mich in Staunen zu versetzen. Genau das ist bei der Asia Küche passiert.

Aber schön der Reihe nach: Die Räumlichkeiten des Restaurants waren mir schon bekannt, da sich dort vor einiger Zeit noch das Neun Drachen befand, über das ich damals berichtet hatte. Insgesamt erschien mir die Ausstattung jetzt farblich etwas stimmiger. Alles ist in warmen braun-goldenen Tönen gehalten. Es gibt sehr viele Tische, sodass man dort auch in der Gruppe bequem einen Platz findet. Außerdem ist das Restaurant nach wie vor über einen Aufzug barrierefrei zu erreichen.

Mein erster Blick in die Karte offenbarte zunächst nichts Außergewöhnliches. Die übliche Aufteilung der Gerichte nach Fleischarten mit den bekannten Soßen (süß-sauer, Curry, scharf) entsprach meinen Erwartungen. Allerdings gab es nur zwei fleischlose Gerichte, was für ein Restaurant dieser Größenordnung schon etwas enttäuschend ist. Am Ende der Speisekarte kam dann die Überraschung zum Vorschein: drei Seiten mit authentisch chinesischen Gerichten! Das hätte ich einem Asia-Restaurant in Schönefeld wirklich nicht zugetraut. Aber offenbar sind die Inhaber Chinesen und bieten dem interessierten Publikum auch einige authentische Speisen an. Super! Bei der Aussicht auf solch ein Essen mussten wir den ersten Teil der Karte leider ignorieren ;-).

Besonders gefreut habe ich mich, dass auch ein kleines Gericht im Angebot ist, welches ich bislang in Leipzig nur vereinzelt angetroffen habe: gefüllte Klebreisbällchen. Die mussten natürlich gleich probiert werden. Die „Sauergemüse-Pizza“ war leider aus, sodass wir stattdessen die mit Schweinefleisch gefüllten Teigtaschen (Baozi) wählten. Während die Klebreisbällchen wirklich ein Genuss waren (die tolle mochi-artige Konsistenz und die knusprige Erdnussfüllung bilden ein sehr empfehlenswertes gegensätzliches Geschmackserlebnis), haben mich die Baozi aufgrund der faden Würzung nicht überzeugen können. Auch die Wartezeit enttäuscht: Die Zubereitung der Vorspeisen hat – obwohl nur wenige Tische besetzt waren – ungewöhnlich lange gedauert.

Asia Küche 1

Klebreisbällchen mit Erdnussfüllung

Asia Küche 0

Teigtaschen mit Schweinefleisch gefüllt

Neben diesen Häppchen haben wir noch zwei größere Gerichte probiert: das traditionelle Mapo Tofu und trocken gebratenen Tofu mit Bohnen. Auf den ersten Blick waren die Portionsgrößen nicht sehr üppig, aber dieser Eindruck täuschte. Zusammen mit dem Reis sättigten die Gerichte durchaus. Das Mapo Tofu war zwar nicht so scharf, wie es authentisch gewesen wäre, aber durchaus geschmacklich gut und ausgewogen. Leider gab es hier keinen Seidentofu, sondern die festere Variante.

Asia Küche 3

Mapo Tofu (Tofu und Hackfleisch in scharfer Soße)

Asia Küche 2

Trocken gebratener Tofu mit Bohnen

Bei den Bohnen des zweiten Gerichts handelte es sich nicht um grüne Bohnen, sondern um Sojabohnen. Dazu gab es fermentiertes Gemüse (allein dafür lohnt sich das Probieren schon!) und gebratenen Räuchertofu. Geschmacklich hat dieser gut zu den restlichen Zutaten gepasst, allerdings hatte ich doch eher eine „asiatischere“ Tofuvariante erwartet. Dieses Gericht wurde ohne Soße serviert, allerdings war eine solche für mein Empfinden auch nicht unbedingt nötig. Auf diese Weise kamen die einzelnen Komponenten der Speise geschmacklich besser zur Geltung.

Zum Abschluss gab es noch die typischen Glückskekse und ein Gläschen Pflaumenwein aufs Haus. Insgesamt hat das Restaurant einen überraschend positiven Eindruck auf mich gemacht.

Fazit:
Im Restaurant Asia Küche gibt es sowohl die asiatischen Standards, als auch sehr schmackhafte authentisch chinesische Gerichte. Das Lokal bietet viel Platz und ist barrierefrei erreichbar. Für Vegetarier ist es aufgrund des sehr beschränkten Angebots an fleischlosen Gerichten jedoch eher ungeeignet.

Fakten:

Name Restaurant Asia Küche
Adresse Löbauer Straße 68, 04347 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 5,90-7,90€ (Mittagskarte), 5,90-14,90€ (Abendkarte), 7,90-15,90€ (chinesische Karte)
Barrierefreiheit ja; Restaurant im 1. Stock, Aufzug vorhanden (links hinter Glastür unter der Treppe)
Sauberkeit gut

Vegan Express

Obwohl es in Connewitz doch einige asiatische Lokale gibt, ist die Gegend von mir bisher eher vernachlässigt worden. Das ändert sich nun etwas mit meinem Besuch im Vegan Express. Von diesem Imbiss hatte ich zuerst von vegan lebenden Freunden erfahren und so haben wir (nach einem – ich muss das an dieser Stelle einfach mal erwähnen – wunderbaren Silvesterurlaub) ein gemeinsames Mittagessen gleich mal zum Anlass für den ersten Test des Jahres genommen.

Zunächst als Vorwarnung: Auch wenn dieser Imbiss „Vegan Express“ heißt, gibt es hier nicht nur vegane Speisen. Das ist vielleicht etwas verwirrend, kann aber sicher hin und wieder nützlich sein, wenn die Essensbegleitung auf Fleisch besteht ;-). Dennoch ist der vegane Teil der Karte recht groß und bietet eine gute Auswahl. Man sollte sich nicht von den Bildern über der Theke verwirren lassen, die nur einen kleinen Ausschnitt der Karte wiedergeben und anhand deren Bezeichnungen sich teilweise auch nicht ableiten lässt, ob das entsprechende Gericht vegan ist oder nicht. (Der Begriff „Hühnerfleisch“ wird hier auch für das vegane Äquivalent benutzt.) Der Imbiss bietet im nicht-veganen Teil der Karte neben typischen Nudel- und Reisgerichten auch vietnamesische Spezialitäten an.

Im hinteren Raum des Lokals gibt es einige Tische, sodass man die Gerichte auch gleich vor Ort verspeisen kann. Wir entscheiden uns für gebratene Udon-Nudeln mit Gemüse und Sesamtofu-Seitan (5€) und gebratene Nudeln mit Gemüse und gebackenem (veganen) Hühnerfleisch (8€). Dazu gab es frisch gepressten Orangensaft (lecker!). Die Portionen sind wirklich sehr groß, ich habe diesmal tatsächlich aufgeben müssen, bevor der Teller leer war. Der Rest wurde aber ohne Probleme vom Personal eingepackt.

Vegan Express 2

Gebratene Udon-Nudeln mit Gemüse und Sesamtofu-Seitan

Während Nudeln und Gemüse keine großen Besonderheiten aufwiesen, haben mich besonders der Tofu-Seitan und das Hühnerfleisch überzeugt. Der Tofu war innen weich und außen knusprig. Die Sesamkörner haben dem Gericht einen charakteristischen Geschmack verliehen. Dazu gab es einen Dip, der den Einheitsgeschmack der Nudeln gut aufgewertet hat. Auch das Hühnerfleisch war eine Überraschung: Die Konsistenz war mit der von tierischem Fleisch vergleichbar. Leider war die süß-saure Soße bei diesem Gericht wirklich nicht aufregend, da hätte man sicher eine bessere Alternative finden können.

Vegan Express 1

Gebratene Nudeln mit Gemüse und veganem Hühnerfleisch

Wie auf den Bildern erkennbar ist, wurden die Speisen auch optisch ansprechend angerichtet. Das steigert gleich noch die Vorfreude.

Fazit:
Nicht nur für Veganer ist der Vegan Express einen Besuch wert. Die Größe der Gerichte und die günstigen Preise sprechen für sich. Auch ohne kulinarische Höhenflüge machen die Speisen einen soliden Eindruck.

Fakten:

Name Vegan Express
Adresse Bornaische Straße 7, 04277 Leipzig
Stadtteil Connewitz
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 8€
Barrierefreiheit eingeschränkt: eine Stufe am Eingang
Sauberkeit gut

4 Jahre Asiatisch essen in Leipzig

Vor 4 Jahren habe ich begonnen, meine Ausflüge in die asiatische Restaurant- und Imbisslandschaft von Leipzig zu dokumentieren. Anlässlich dieses Jahrestages habe ich wieder einen kleinen Blick auf die Blog-Statistiken des vergangenen Jahres geworfen. Die Aufrufzahlen sind fast identisch mit dem Wert vom Vorjahr. Es kamen neun neue Beiträge dazu, für acht davon testete ich asiatische Lokale.

Einträge insgesamt 68
Einträge 2017 9
Aufrufe 2017 (bis 22.12.17) 27.864
Getestete Restaurants bzw. Imbisse 61
Stadtteile 17
Beliebtester Eintrag Fam. Tran Phat

Erneut ist der Eintrag zu Fam. Tran Phat mit 2.272 Aufrufen unangefochtener Spitzenreiter. Der nächstbeste Eintrag (Chinco, leider inzwischen dauerhaft geschlossen) kommt nur auf gut 800 Aufrufe.

In diesem Jahr gab es eine größere Neuerung. Ich habe zum ersten Mal seit Erstellung des Blogs eine umfangreiche Bestandsaufnahme durchgeführt und für viele ältere Tests aktuelle Informationen hinzugefügt (zu erkennen am Hinweis „UPDATE“ am Beginn des ersten Absatzes). In den vergangenen Jahren habe ich über 60 asiatische Restaurants und Imbisse in Leipzig getestet. Einige davon bestehen leider nicht mehr, sind umgezogen oder haben einen neuen Namen gewählt. Sofern mir diese Informationen zur Verfügung stehen, veröffentliche ich sie in dem jeweiligen Beitrag.

Bei diesen Aktualisierungen haben mir auch Blogleser geholfen, die hilfreiche Kommentare hinterlassen haben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle den fleißigen Lesern besonders herzlich danken. Jeder Kommentar trägt dazu bei, den Blog noch informativer zu gestalten.

Auch in diesem Jahr habe ich wieder meine persönliche Bestenliste aufgestellt. Im Vergleich zu den Vorjahren (Rückblicke auf 2014, 2015 und 2016) hat sich hier einiges getan. Es gab einige neue bzw. wiedereröffnete Restaurants, die sich 2017 gleich einen Platz in der Liste sichern konnten.

  1. Funke (Eigentlich befindet sich das Restaurant noch in der Testphase, aber das Essen, vor allem die unglaublich leckeren Teigtaschen, und die Freundlichkeit des Personals haben mich überzeugt.)
  2. Cáo Bar & Street Food (eine weitere Neuheit von 2017 mit einem tollen Ambiente und günstigem, leckerem vietnamesischen Essen)
  3.  KungFood Tee Kultur & Restaurant (der neu eröffnete Konfuzius Tee Kultur Garten mit noch reichhaltigerem Sonntagsbuffet und authentischer chinesischer Atmosphäre)

Während die Plätze 1 und 2 recht schnell klar waren, gab es für Platz 3 einige Bewerber. Zum Schluss habe ich mich für den Kandidaten mit dem meiner Ansicht nach größten Potenzial entschieden. Zur Auswahl standen außerdem: Glücksboot (gutes und günstiges Buffet), China-Restaurant Zhang (war letztes Jahr auf Platz 1, hat seitdem aber leider etwas an Qualität eingebüßt), Chinas Welt (vor allem aufgrund der Authentizität) und Bambus Frisch (Imbiss mit leckeren und günstigen Speisen am Zoo). Restaurants und Imbisse, die dauerhaft geschlossen sind, wurden nicht berücksichtigt.

Anhand der Bestenliste kann man beobachten, dass sich häufig neue Restaurants weit oben befinden. Gerade diese „Listen-Lokale“ besuche ich meist nicht nur einmal. Manchmal entsteht dabei der Eindruck, dass gerade kurz nach einer Neueröffnung besonders viel Wert auf Kundenzufriedenheit gelegt wird. Leider werden diese hohen Standards nicht immer dauerhaft eingehalten. Allerdings wird diese Beobachtung sicher auch durch eine gewisse Erwartungshaltung, mit der man ein gutes Restaurant zum wiederholten Mal besucht, beeinflusst.

Auch 2018 wird es neue Berichte über asiatische Restaurants und Imbisse in Leipzig geben. Ich wünsche allen Lesern ein erfolgreiches und genussvolles neues Jahr!