4 Jahre Asiatisch essen in Leipzig

Vor 4 Jahren habe ich begonnen, meine Ausflüge in die asiatische Restaurant- und Imbisslandschaft von Leipzig zu dokumentieren. Anlässlich dieses Jahrestages habe ich wieder einen kleinen Blick auf die Blog-Statistiken des vergangenen Jahres geworfen. Die Aufrufzahlen sind fast identisch mit dem Wert vom Vorjahr. Es kamen neun neue Beiträge dazu, für acht davon testete ich asiatische Lokale.

Einträge insgesamt 68
Einträge 2017 9
Aufrufe 2017 (bis 22.12.17) 27.864
Getestete Restaurants bzw. Imbisse 61
Stadtteile 17
Beliebtester Eintrag Fam. Tran Phat

Erneut ist der Eintrag zu Fam. Tran Phat mit 2.272 Aufrufen unangefochtener Spitzenreiter. Der nächstbeste Eintrag (Chinco, leider inzwischen dauerhaft geschlossen) kommt nur auf gut 800 Aufrufe.

In diesem Jahr gab es eine größere Neuerung. Ich habe zum ersten Mal seit Erstellung des Blogs eine umfangreiche Bestandsaufnahme durchgeführt und für viele ältere Tests aktuelle Informationen hinzugefügt (zu erkennen am Hinweis „UPDATE“ am Beginn des ersten Absatzes). In den vergangenen Jahren habe ich über 60 asiatische Restaurants und Imbisse in Leipzig getestet. Einige davon bestehen leider nicht mehr, sind umgezogen oder haben einen neuen Namen gewählt. Sofern mir diese Informationen zur Verfügung stehen, veröffentliche ich sie in dem jeweiligen Beitrag.

Bei diesen Aktualisierungen haben mir auch Blogleser geholfen, die hilfreiche Kommentare hinterlassen haben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle den fleißigen Lesern besonders herzlich danken. Jeder Kommentar trägt dazu bei, den Blog noch informativer zu gestalten.

Auch in diesem Jahr habe ich wieder meine persönliche Bestenliste aufgestellt. Im Vergleich zu den Vorjahren (Rückblicke auf 2014, 2015 und 2016) hat sich hier einiges getan. Es gab einige neue bzw. wiedereröffnete Restaurants, die sich 2017 gleich einen Platz in der Liste sichern konnten.

  1. Funke (Eigentlich befindet sich das Restaurant noch in der Testphase, aber das Essen, vor allem die unglaublich leckeren Teigtaschen, und die Freundlichkeit des Personals haben mich überzeugt.)
  2. Cáo Bar & Street Food (eine weitere Neuheit von 2017 mit einem tollen Ambiente und günstigem, leckerem vietnamesischen Essen)
  3.  KungFood Tee Kultur & Restaurant (der neu eröffnete Konfuzius Tee Kultur Garten mit noch reichhaltigerem Sonntagsbuffet und authentischer chinesischer Atmosphäre)

Während die Plätze 1 und 2 recht schnell klar waren, gab es für Platz 3 einige Bewerber. Zum Schluss habe ich mich für den Kandidaten mit dem meiner Ansicht nach größten Potenzial entschieden. Zur Auswahl standen außerdem: Glücksboot (gutes und günstiges Buffet), China-Restaurant Zhang (war letztes Jahr auf Platz 1, hat seitdem aber leider etwas an Qualität eingebüßt), Chinas Welt (vor allem aufgrund der Authentizität) und Bambus Frisch (Imbiss mit leckeren und günstigen Speisen am Zoo). Restaurants und Imbisse, die dauerhaft geschlossen sind, wurden nicht berücksichtigt.

Anhand der Bestenliste kann man beobachten, dass sich häufig neue Restaurants weit oben befinden. Gerade diese „Listen-Lokale“ besuche ich meist nicht nur einmal. Manchmal entsteht dabei der Eindruck, dass gerade kurz nach einer Neueröffnung besonders viel Wert auf Kundenzufriedenheit gelegt wird. Leider werden diese hohen Standards nicht immer dauerhaft eingehalten. Allerdings wird diese Beobachtung sicher auch durch eine gewisse Erwartungshaltung, mit der man ein gutes Restaurant zum wiederholten Mal besucht, beeinflusst.

Auch 2018 wird es neue Berichte über asiatische Restaurants und Imbisse in Leipzig geben. Ich wünsche allen Lesern ein erfolgreiches und genussvolles neues Jahr!

Advertisements

KungFood Tee Kultur & Restaurant

Vor etwa einem Jahr habe ich hier berichtet, dass eines meiner Leipziger Lieblingsrestaurants leider schließen musste, der Konfuzius Tee Kultur Garten. Dort gab es den bis dahin authentischsten chinesischen Brunch der Stadt. Nach einigen nicht gerade ermutigenden Erfahrungen hatte ich die Hoffnung auf eine Neueröffnung dieses Lokals schon fast aufgegeben. Doch plötzlich flatterte die Meldung herein, dass das Restaurant unter leicht verändertem Namen eine neue Bleibe gefunden hat, und zwar in der Grassistraße, unweit des Geisteswissenschaftlichen Zentrums und der Universitätsbibliothek Albertina. Und auch den beliebten Sonntagsbrunch sollte es wieder geben! Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und habe mir die neuen Räume und das neue Konzept bei der ersten Gelegenheit persönlich angesehen.

Wer die vorherigen Räumlichkeiten in der Dresdner Straße kannte, dem fällt sofort ein Unterschied ins Auge: Das KungFood hat sich vergrößert! Es gibt nun viel mehr Tische und Sitzgelegenheiten und das Restaurant besteht aus mehreren Bereichen, die teilweise sogar durch einen kleinen Höhenunterschied abgegrenzt sind. Dabei wurde die reizvolle Einrichtung des alten Lokals nicht ersetzt, sondern liebevoll in die neue Umgebung eingebunden. Die Atmosphäre erinnert so zwar nicht mehr ganz an das Wohnzimmer einer chinesischen Familie, hat aber nicht viel von der dazugehörigen Gemütlichlichkeit eingebüßt. Jetzt kann man auch mit vielen Freunden kommen und findet dennoch genügend Platz für alle. Leider befinden sich die neuen Räume im Souterrain, welches man nur über eine Treppe erreichen kann, und sind somit im Gegensatz zum Restaurant in der Dresdner Straße nicht mehr barrierefrei erreichbar.

Die Erinnerung an die Brunchs im Konfuzius Tee Kultur Garten wecken hohe Erwartungen an das neue Konzept. Neben einer Preiserhöhung (das Buffet kostet jetzt 19,90€ p.P. , hat dafür allerdings auch etwas länger geöffnet) hat sich auch das Angebot verändert. Als Highlight bietet das KungFood einen sogenannten Malatang. Darunter kann man eine Zubereitungsart ähnlich der des Feuertopfs verstehen. Es gibt rohe Zutaten, die auf dünnen Holzspießen aufgereiht sind. Diese kann man dann gebündelt und mit der eigenen Tischnummer versehen in einen großen Topf mit kochendem, gewürzten Wasser geben, wo sie fertiggaren. Eine weitere Besonderheit sind die kleinen Pfannkuchen, welche man nach Art einer Peking-Ente mit Gurken, Fleisch und weiteren Zutaten befüllen kann. Außerdem gibt es wie bereits zuvor einen großen Bambusdämpfer-Turm, gefüllt mit Dim Sum, dazu gebratene Jiaozi und natürlich viele weitere Speisen (beispielsweise Tee-Eier, verschiedene ausgebackene Teigwaren, die zu den chinesischen Frühstücksspeisen zählen, und eine sehr schmackhafte Glasnudelpfanne). Die folgenden Bilder zeigen einige Impressionen des Brunchs.

Pfannkuchen

DimSumTurm

Speisen

Glasnudelpfanne

Jiaozi

Dazu gibt es zwei Sorten Tee, wobei mir einer davon viel zu süß war. Der andere ist ein guter, geschmacklich ausgewogener schwarzer Tee – wie man ihn vom Tee Kultur Garten kennt. Die Gäste an diesem Tag sind übrigens fast ausschließlich Asiaten. Da scheint die einzige nicht-asiatische Familie, die einige Zeit nach uns ankommt, fast aus dem Rahmen zu fallen. Interessanterweise mache ich in Situationen wie dieser oft folgende Beobachtung: Obwohl das Klischee ja besagt, dass Asiaten viel Reis verzehren, kann ich das bei solchen Gelegenheiten nicht bestätigen. Der Reis im Reiskocher bleibt größtenteils unbeachtet – außer von den Europäern ;-).

Fazit:
Wie schon beim Konfuzius Tee Kultur Garten gilt für das KungFood: Wer authentisches und schmackhaftes chinesisches All-you-can-eat-Buffet in Leipzig sucht, wird hier fündig. Auch der Tee ist im Preis inbegriffen. Außerdem gibt es von Montag bis Freitag preiswerte Mittagsangebote. Gerade für die Studenten der umliegenden Hochschulen ist dies sicher eine gute Gelegenheit, chinesisches Essen zu genießen.

Fakten:

Name KungFood Tee Kultur & Restaurant
Adresse Grassistr. 20, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 19,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Funke – moderne chinesische Küche

Viele Leute verbinden ja mit asiatischer Küche vor allem gebratene Nudeln mit Hähnchen. Obwohl die Beliebtheit dieses Gerichts natürlich für sich spricht, entstehen doch immer wieder Initiativen von Restaurantbesitzern, authentische asiatische Küche anzubieten und diese somit auch bekannter zu machen. Seit einigen Tagen gibt es in Leipzig nun auch die Möglichkeit, authentische chinesische Gerichte in einer etwas legereren Atmosphäre im Imbissstil zu genießen. Das Funke bietet in der Südvorstadt Tee und chinesisches Essen (bei Interesse auch in Buffetform) an.

Dass das Lokal erst vor wenigen Tagen geöffnet hat, kann man vielleicht noch an den sogenannten Probeöffnungszeiten und der etwas improvisiert wirkenden Angebotsliste über dem Tresen erkennen. Die Einrichtung ist zwar stimmig, vermittelt jedoch den Eindruck, dass da mit den Bartischen etwas Platz verschwendet wurde. Dennoch ist es gemütlich und die hübsche Tischdekoration lässt die restliche Imbissatmosphäre etwas in den Hintergrund treten.

Wir bestellen drei Gerichte: Gekochte Teigtaschen mit Schweinefleischfüllung, gedünstete Schweinerippchen und Tofu in scharfer Soße (Mapo Tofu). Die Teigtaschen kommen schon nach kurzer Zeit und offenbaren ein wirklich wunderbares Geschmackserlebnis. Ich habe schon in einigen Restaurants Jiaozi und andere chinesische Teigtaschen probiert, doch das Gericht im Funke übertrifft fast alles: Saftiges Fleisch mit einer angenehmen Würzung, die weder zu intensiv noch zu bescheiden auftritt, befindet sich in kleinen Nudelteigtaschen, die offenbar genau die richtige Zeit gekocht wurden, um nicht zu zerfallen und dennoch gar zu sein. Die dazu angeboteten Dips (Essig und/oder scharfe Soße) passen wunderbar. Trotz der geäußerten Warnung über den Schärfegrad des Dips ist dieser für europäische Gaumen noch gut genießbar und wartet nicht nur mit Schärfe, sondern auch mit Geschmack auf.

Jiaozi

Gekochte Teigtaschen mit Schweinefleischfüllung

Nach einer solch überzeugenden Vorspeise sind wir natürlich auf die beiden folgenden Gerichte gespannt. Die Schweinerippchen bieten, wie erhofft, zartes Fleisch. Die gesamte Speise ist offenbar mit der beliebten chinesischen Fünf-Gewürze-Mischung (traditionell bestehend aus Sternanis, Szechuanpfeffer, Zimtkassie, Fenchel und Gewürznelke) aromatisiert. Dazu gibt es auch etwas Gemüse: Karotten und Kartoffeln, die augenscheinlich kurz frittiert wurden. Das schmeckt zwar lecker und passt sehr gut zur Würzung, lässt das gesamte Gericht jedoch noch etwas fettlastiger werden, also es ohnehin schon ist.

Rippchen

Gedünstete Schweinerippchen in dunkler Soße mit Reis

Schließlich kommen wir zu unserem ultimativen Vergleichsgericht: Mapo Tofu. Ähnlich wie die Teigtaschen habe ich dieses traditionelle Gericht aus der chinesischen Provinz Szechuan schon in verschiedenen Lokalen probiert, zuletzt unter anderem im China-Restaurant Zhang. Es besteht aus Seidentofu und Gehacktem in einer scharfen Soße, die neben Chili auch Szechuanpfeffer und fermentierte (Soja-)Bohnen enthält. Diese Mischung sorgt dafür, dass das Gericht zwar normalerweise sehr scharf, aber dennoch aromatisch schmeckt. Genau diesen Eindruck hinterlässt auch das Mapo Tofu im Funke. Der Tofu ist wunderbar zart und das Fleisch muss man, im Vergleich zu demselben Angebot in anderen Lokalen, nicht lange suchen. Allein eine Prise mehr Szechuanpfeffer hätte das Gericht noch perfektionieren können. Der Schärfegrad war für mich sehr gut aushaltbar, vielleicht sollte man bei einer Abneigung gegen Chili dennoch vorsichtig sein.

MapoTofu

Tofu-Würfel und Gehacktes in scharfer Soße (Mapo Tofu)

Das Restaurant steht noch in den Startlöchern und man darf sicher gespannt sein, welche Angebote es in Zukunft geben wird. Die Inhaberin hat bei ausreichender Nachfrage auch ein authentisches Buffet und neue Gerichte in Aussicht gestellt.

Fazit:
Im Funke gibt es keinen Asia-Mischmasch, sondern authentische chinesische Gerichte zu angemessenen Preisen. Das ist lecker und erweitert den kulinarischen Horizont – daher eine uneingeschränkte Empfehlung!

Fakten:

Name Restaurant Funke – moderne chinesische Küche
Adresse , 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 5,50€-14,50€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut

Huong Duc

Leider bleiben ja nicht alle Imbisse und Restaurants, die man mag, für immer geöffnet. So ist es mir auch mit dem Vitha-B in der Karli ergangen, von welchem ich bei meinem ersten Besuch wirklich begeistert war. Inzwischen hat sich dort aber ein neuer vietnamesischer Imbiss niedergelassen, das Huong Duc. Nichts wie hin zum Testen!

Im Inneren des Lokals hat sich nicht viel verändert. Die Wandbemalungen und die Raumaufteilung erscheinen identisch. Neben den Sitzgelegenheiten vor und in dem Imbiss gibt es auch einen Hinterhof, in dem einige Tische in angenehmer Atmosphäre aufgestellt sind. Durch die vielen großen Schirme bleibt man dort auch vor kleineren Schauern gut geschützt.

Die Karte erinnert inzwischen mehr an einen typischen Asia-Imbiss. Verschiedene Soßen, kombiniert mit Fleisch, Fisch oder Tofu und gebratener Reis bzw. gebratene Nudeln machen den Hauptteil des Angebots aus. Es gibt auch einige vietnamesische Spezialitäten, vor allem Pho-Suppen. Ich habe diesmal ein paar Leute zum Testen mitgebracht, sodass wir verschiedene Gerichte ausprobieren können. Wir entscheiden uns für gebratenen Reis mit knuspriger Ente, Chinapfanne mit Tofu, Glasnudelsalat (der übrigens als Sonderangebot angepriesen wird und nicht auf der regulären Karte zu finden ist) und eine Schale Glasnudeln mit Hähnchen, Zwiebeln und Shiitake-Pilzen.

Die Gerichte entsprechen optisch den Erwartungen an einen asiatischen Imbiss. Geschmacklich allerdings leider auch, da bis auf den Glasnudelsalat die Würzung eher zurückhaltend bleibt. Das Gemüse im gebratenen Reis könnte etwas mehr vorhanden sein, allerdings ist der Reis von vergleichsweise vielen Entenstücken bedeckt.

Ente

Gebratener Reis mit knuspriger Ente

Tofu

Reis mit Tofu und Gemüse in dunkler Soße

Das Gemüse in der Chinapfanne ist frisch und der Tofu reichlich vorhanden. Auch der Glasnudelsalat kann durch die Zutaten und Würzung überzeugen und ist wohl das schmackhafteste Gericht unserer Auswahl. Die Schale Glasnudeln enttäuscht. Es handelt sich um eine Suppe (das war aus der Beschreibung nicht zu erkennen) und die versprochenen Shiitake-Pilze sind nicht auffindbar. Stattdessen gibt es Mu-Err-Pilze. Die bekannten vietnamesischen Gewürze, die sonst für den typischen Pho-Geschmack sorgen, sind zwar vorhanden, ihr Aroma ist aber in der Suppe kaum auszumachen. Dafür schmeckt das Hähnchen lecker und das Gemüse wurde auch für dieses Gericht frisch zubereitet.

Glasnudelsalat

Glasnudelsalat mit Hähnchen

Suppe

Glasnudelsuppe mit Hähnchen

Zu erwähnen ist noch die äußerst sympathische Begrüßung und Bedienung der Gäste. Obwohl keine Flyer mit der Speisekarte mehr vorrätig waren, durfte ich ganz unkompliziet die Karte fotografieren (das ist längst nicht in jedem Imbiss der Fall). Damit fallen für mich auch die genannten Kritikpunkte etwas weniger ins Gewicht.

Fazit:
Das Huong Duc lockt mit einem großen Angebot zu bezahlbaren Preisen und sehr freundlichen Mitarbeitern. Geschmacklich gibt es in der näheren Umgebung jedoch bessere Imbiss-Alternativen (beispielsweise die Filialen von Fam. Tran Phat).

Fakten:

Name Huong Duc
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 13, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 3,90€ – 7,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut

Besuto Sushi & More

Huch, Sushi? Keine Angst, ich bin meiner Philosophie treu geblieben und habe nicht plötzlich meine Liebe zu rohem Fisch auf kaltem Reis mit Algen entdeckt. Daher habe ich den Imbiss in der Prager Straße am Ostplatz auch recht lange ignoriert. Als ich dann aber doch einen Blick auf den Flyer geworfen habe, war schnell klar, dass das Besuto trotzdem ein guter Kandidat für einen kleinen Imbisstest ist. Gedacht, getan.

Im Besuto Sushi & More darf man nämlich das „Mehr“ nicht unterschätzen: Etwa die Hälfte des Angebots besteht aus Sushi, die andere Hälfte sind vietnamesische und andere asiatische Gerichte. Besonders groß ist die Auswahl an kleinen Speisen, wie Suppen und Salaten. Es gibt einige vietnamesische Hauptgerichte (die üblichen Verdächtigen, wie Reisbandnudelsuppen oder gebratene Reisnudeln), Currys, sowie einige vegetarische Angebote.

Die Räumlichkeiten sind stilvoll und sauber. Es stehen sowohl vor als auch im Imbiss einige Tische und Stühle bereit, sodass man das Essen gleich vor Ort genießen kann. Das lohnt sich vor allem optisch. Die Speisen sind schon in der Schüssel ein Augenschmaus und zeugen von einem liebevollen Blick fürs Detail und die Gesamtkomposition. Wir entscheiden uns für zwei Klassiker: Bun Bo Nam Bo (Reisnudeln mit Rindfleisch, 6,50€) und Bun Nem (Reisnudeln mit Frühlingsrollen, 5,90€).

Bun Nem

Bun Nem (Reisnudeln und Frühlingsrollen mit Salat, Erdnüssen, asiatischen Kräutern und Limettendressing)

Die Frühlingsrollen sind selbstgemacht und die geschmacklich herausragendste Komponente des Gerichts. Der Salat ist noch okay, aber leider nicht mehr taufrisch. Die Reisnudeln haben eine gute Konsistenz, allerdings muss man einen Teil davon „trocken“ verzehren, da leider nicht genügend Limettendressing für alle vorhanden ist. Beim zweiten Gericht (Reisnudeln mit Rindfleisch) befindet sich zwar ausreichend Flüssigkeit in der ovalen Schüssel, da es neben dem Limettendressing auch noch eine Soße zum Fleisch gibt, allerdings hat letztere keinen klar definierten Geschmack und ist somit eher schmückendes Beiwerk. Das Fleisch ist größtenteils zart, hat aber hier und da einige durchwachsene Stellen. Das frische Gemüse gibt dem Gericht einen zusätzlichen Farbtupfer.

Besuto1

Bun Bo Nam Bo (Reisnudeln mit Rindfleisch, Salat, Zitronengras, Erdnüssen, asiatischen Kräutern und Limettendressing)

Das Sushi habe ich nicht probiert und keiner der Gäste, die in der Zeit meiner Anwesenheit etwas bestellt haben, haben sich für Sushi entschieden. Vielleicht hat ja ein Leser Erfahrungen gemacht und kann in den Kommentaren davon berichten. Ich würde mich freuen!

Fazit:
Das Besuto Sushi & More bietet in stilvoller Atmosphäre Gerichte zu Imbisspreisen. Auch wenn es qualitativ noch etwas Spielraum zur Verbesserung gibt, sind die authentischen vietnamesischen Speisen dennoch einen Besuch wert.

Fakten:

Name Besuto Sushi & More
Adresse Prager Straße 35, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 5€ – 7,50€
Barrierefreiheit teilweise (Tische vor der Tür, eine Stufe am Eingang)
Sauberkeit sehr gut

Dr. Wok

Es ist nun schon einige Zeit her, dass ich das letzte Mal im Paunsdort-Center war und dort ein asiatisches Restaurant (das Lung Phung) testete. Diesmal habe ich die Gelegenheit genutzt, um einen Imbiss zu testen, der sich am gegenüberliegenden Ende des Einkaufszentrums befindet, nämlich Dr. Wok.1 Um die Mittagszeit war der Imbiss sehr gut besucht.

Das Angebot zeigt bereits, dass es sich bei Dr. Wok nicht nur um einen typischen Asia-Imbiss-um-die-Ecke handelt. Es gibt zwar auch hier gebratene Nudeln (die wohl augenscheinlich auch zu den Favoriten der Kundschaft zählen), aber der Großteil der angebotenen Gerichte lässt ahnen, zunächst dem Namen nach, dass die Rezepte von asiatischen Vorbildern inspiriert sind. Die einzelnen Speisen zeigen dann doch eine bunte Mischung aus thailändischen, vietnamesischen und chinesischen Einflüssen (es gibt wenige vegetarische Gerichte sowie Angebote mit Huhn, Rind, Ente und Fisch).  Das muss aber für den Geschmack noch nichts Negatives bedeuten und so probieren wir Huhn Sichuan (mit Gemüse in scharfer Soße, 6,75€) und Huhn Guangdong (doppelt gebackenes Hühnerfleisch mit Limettenblättern in einer speziellen Soße, 6,95€). Sichuan und Guangdong sind chinesische Provinzen, sodass ich mir vor allem bei letzterem einen kleinen Einblick in die dortige Würzung der Speisen erhoffte.

DrWok1

Huhn Sichuan (in scharfer Soße)

Das Huhn Guangdong hat mich dann sowohl positiv als auch negativ überrascht. Geschmacklich sehr gut und vor allem für mich ungewohnt war das Fleisch. In der Panade waren Limettenblätterstreifen eingebacken, die den manchmal an Chicken Nuggets erinnernden Hühnchenstücken das gewisse Extra verliehen. Das Gemüse bei beiden Gerichten war ohne Ausnahme frisch und wies einen genau passenden Gargrad auf. Mit dem Ausprobieren der sogenannten „speziellen Soße“ jedoch hatte ich mich vielleicht etwas zu sehr auf mein Glück verlassen. Etwas spezielles konnte ich jedenfalls nicht feststellen, denn abgesehen von den gelegentlichen Limettenblätterstreifen handelte es sich um eine normale süß-sauer-scharfe Soße (mit eindeutigem Hang zu den beiden erstgenannten Komponenten). Ich könnte mir vorstellen, dass die Erwähnung davon auch dem Verkauf dienlich wäre, da diese Art von Soße ja recht beliebt zu sein scheint.

DrWok2

Huhn Guangdong (mit Gemüse und Limettenblättern in spezieller Soße)

Man könnte der Meinung sein, dass die Preise der einzelnen Gerichte für einen Imbiss doch etwas hochgegriffen sind (und auch ungewöhnlich „unrunde“ Cent-Beträge aufweisen). Das liegt zwar im individuellen Ermessen, jedoch muss erwähnt werden, dass die Portionen wirklich sehr groß sind. Schon beim Anblick des Bergs gebratener Nudeln auf einigen Tellern weiß man, dass Dr. Wok vor allem für sehr hungrige Besucher die ideale Mahlzeit bietet. Auch unsere beiden Test-Gerichte standen dem in nichts nach.

Fazit:
Dr. Wok bietet eine schnelle Mahlzeit für Besucher des Paunsdorf-Centers zu einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Gerichte sind schmackhaft und vor allem frisch in großen Portionen. Der Imbiss verkauft sogar noch frisch zubereiteten Bubble Tea (der ja zu großen Teilen aus den Innenstädten verschwunden ist).

Fakten:

Name Dr. Wok
Adresse Paunsdorf Center, Paunsdorfer Allee 1, 04329 Leipzig
Stadtteil Paunsdorf
Preisspanne Hauptgerichte 4,75€ – 8,75€
Barrierefreiheit Theke barrierefrei erreichbar, ein Teil der Tische auch
Sauberkeit gut
  1. Es gibt in der Mitte am zentralen Eingang zwei weitere asiatische Imbisse. Dabei handelt es sich um dieselben Ketten, die auch im Hauptbahnhof bzw. in den Höfen am Brühl vertreten sind. Daher werde ich dazu auch in Zukunft keinen erneuten Blogeintrag verfassen.

Glücksboot

Einem weiteren (und vorerst letzten) asiatischen Buffetrestaurant in Leipzig hatte ich noch keinen Besuch abgestattet: dem Glücksboot im Sachsenpark in Seehausen. An einem freien Tag habe ich nun aber doch die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und den Weg in Leipzigs Norden angetreten. Dabei wurde ich nicht enttäuscht! Im Gegenteil – das Glücksboot profitiert nicht nur von seiner Lage inmitten eines Einkaufszentrums, sondern hat auch kulinarisch viel zu bieten.

Das Restaurant kann man als reines Buffetrestaurant verstehen, es bietet sowohl mittags (8,50€ Mo-Sa, 14,90€ So) als auch abends (13,90€ Mo-Do, 14,90 Fr-So) Buffet mit mongolischem Grill und Sushi. Obwohl das Restaurant sehr groß ist und über eine Vielzahl von Tischen verfügt (es eignet sich somit auch für Feierlichkeiten), sollte man vor allem abends und am Wochenende vorbestellen.

Das Buffet sieht schon auf den ersten Blick sehr schmackhaft aus. Vor allem die rohen Zutaten für den mongolischen Grill sind ansehnlich arrangiert, wobei Fisch und Fleisch teilweise auf Eiswürfeln kühl und frisch gehalten werden. Für den Grill werden vergleichsweise viele unterschiedliche Soßen geboten, die man in einem kleinen Schälchen auch mischen kann und dem Koch für die Zubereitung übergibt.

Buffet1

Buffetauswahl mit gebackenem Fleisch und Gemüse, Champignons und Hühner-Saté-Spieß

Aber auch die bereits fertigen Gerichte auf dem Buffet können sich sehen lassen. Es gibt viele gebackene Speisen: Gemüse, Fleisch, Fisch, Bananen, Ananas, sogar Kokosmilch wird in Teig gehüllt angeboten. Das mag in der Gesamtheit etwas fettlastig erscheinen, aber die Teighülle ist vor allem beim Fleisch und Gemüse eher dünn gehalten, sodass auch das Innenleben geschmacklich gut zur Geltung kommt. Besonders positiv sind mir einige Gerichte aufgefallen, die durchaus als regionale Spezialitäten bekannt sind. Dazu zählt beispielsweise Aubergine mit Fischgeschmack – eine chinesische Speise –, die ich so als Teil eines typischen Asia-Buffets noch nicht erlebt hatte. Insgesamt könnte das Angebot zwar für meinen Geschmack etwas mehr dieser fertigen Zusammenstellungen und dafür weniger pures Fleisch enthalten, aber vielfältig ist es auf jeden Fall.

Buffet2

Buffetauswahl mit Pekingsuppe, gebackenem Gemüse, Obst und Banane mit Schokoladenkuvertüre

Das gilt auch für die Dessertmöglichkeiten. Der obligatorische Wackelpudding ist hier nicht die einzige Option, es gibt auch Tiramisu, Krabbenchips, Salat, Schoko- und Vanillepudding, verschiedene Obstsorten und gebackenes Obst. Sogar Bananen mit Schokoladenkuvertüre stehen für den süßen Abschluss der Mahlzeit bereit.

Fazit:
Das Glücksboot ist preislich und qualitativ eine gute Alternative zu den asiatischen Buffets im Leipziger Zentrum. Die Speisen und Zutaten sind frisch, vielfältig und haben für viele kulinarische Vorlieben etwas Passendes in petto.

Fakten:

Name Glücksboot
Adresse Handelsstr. 4-8, 04356 Leipzig
Stadtteil Seehausen
Preisspanne Hauptgerichte 8,50€-14,90€ (Buffet)
Barrierefreiheit ja, über Extraeingang rechts vom Haupteingang
Sauberkeit sehr gut