5 Jahre Asiatisch essen in Leipzig

Wow, 5 Jahre schon! Heute feiert der Blog also ein kleines Jubiläum :-). Und im Jahr 2018 gab es tatsächlich einige Neuerungen in der Statistik.

Zunächst gab es leider etwas weniger Aufrufe als im Jahr 2017. Das ist zwar schade, aber auch okay, da ich den Blog komplett ohne SEO oder SEM betreibe. Und immerhin ist auch die Zielgruppe nicht so groß. Dafür habe ich wieder mehr Lokale getestet (8 im Jahr 2017, 10 im Jahr 2018).

Aber die größte Überraschung kommt noch: Fam. Tran Phat wurde abgelöst als beliebtester Beitrag! Während ich in den letzten Jahren oft berichtet habe, warum dieser Beitrag besonders beliebt ist (Restaurantkette ohne eigene Webseite), haben sich 2018 die Bedingungen etwas geändert. Die Restaurants bestehen zwar alle noch, haben aber inzwischen meist andere Namen, die eine unmittelbare Zusammengehörigkeit nicht mehr auf den ersten Blick erkennen lassen. Die Frage ist nun jedoch: Wer ist neuer Spitzenreiter? Hier die Statistik:

Einträge insgesamt 79
Einträge 2018 11
Aufrufe 2018 (bis 23.12.18) 23.983
Getestete Restaurants bzw. Imbisse 71
Beliebtester Eintrag TonKin Restaurant

Das TonKin Restaurant gewinnt diesmal mit 953 Aufrufen. Das ist zwar im Vergleich zu den über 2.000 Aufrufen, die Fam. Tran Phat im Jahr 2017 erreicht hat, nicht viel, aber immerhin mehr als der zweitplatzierte von 2017. Nun aber die traurige Nachricht: Obwohl das TonKin Restaurant so viele Aufrufe erzielen konnte, gibt es das Lokal gar nicht mehr. Die Räumlichkeiten werden aber weiterhin für asiatisches Essen genutzt, und zwar vom Viet Village, welches ich bereits besucht und getestet habe. Mal sehen, ob der zugehörige Beitrag im nächsten Jahr neuer (statistischer) Sieger wird.

An dieser Stelle berichte ich auch immer über Neuerungen im Blog. In diesem Jahr habe ich die Karte überarbeitet. Dort kann man nun nicht nur sehen, wo sich die Restaurants, die ich getestet habe, befinden, sondern auch, ob diese in der Form noch existieren. Vor einem Jahr hatte ich darauf hingewiesen, dass inzwischen einige von mir besuchte Lokale dauerhaft geschlossen sind. Sofern mir diese Information vorliegt, findet man sie nun nicht nur im Update-Bereich des entsprechenden Beitrags, sondern kann sie auch auf einen Blick auf der Karte finden. Die Pins haben nun zwei verschiedene Farben: grün für noch existierende Lokale, rot für dauerhaft geschlossene.

Da ich leider nicht immer sofort wissen kann, wann ein Lokal für immer schließt (oder neueröffnet!), ist die Information u.U. nicht 100%ig verlässlich. Aber erfreulicherweise gibt es immer wieder Leser, die mich auf neue oder geschlossene Restaurants hinweisen. Danke für die Kommentare! Ich freue mich über jeden einzelnen!

Auch in diesem Jahr habe ich wieder meine persönliche Bestenliste aufgestellt. Im Vergleich zu den Vorjahren (Rückblicke auf 2014, 2015, 2016 und 2017) hat sich hier

  1. Funke (Inzwischen ist die Testphase beendet und es ist immer noch toll. Danke für all die Jaozi und Dessert-Überraschungen!)
  2. KungFood Tee Kultur & Restaurant (Authentisch chinesisch und dann auch noch in Buffetform, außerdem günstige Mittagsgerichte und weitere Veranstaltungen – einfach super!)
  3. Besuto Sushi & More (Obwohl ich diesen Imbiss beim ersten Test eher durchschnittlich fand, habe ich dort dieses Jahr sehr lecker vietnamesisch gegessen.)

Nun noch ein paar lobende Erwähnungen: Besonders gut fand ich dieses Jahr das Orici und das Da Lat, beides vietnamesische Lokale. Positiv überrascht war ich vom Vegan Express. Außerdem noch ein paar Klassiker der vergangenen Jahre: das Glücksboot, Cáo Bar & Street Food (hat es in diesem Jahr leider nicht mehr in die Top 3 geschafft) und die beiden chinesischen Restaurants Zhang und Chinas Welt.

Natürlich werde ich weiterhin asiatische Restaurants und Imbisse in Leipzig testen und darüber berichten. Man kann alle neuen Beiträge auch bequem per Mail abonnieren, dazu einfach in der rechten Seitenleiste anmelden.

Ich wünsche allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Außerdem danke ich meinen Co-Testern, deren Urteil ein wichtiger Bestandteil der Beiträge ist. Auf ein Neues!

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Viet Village

Wo einst Winkekatzen residierten, befindet sich nun ein neues beliebtes (natürlich!) vietnamesisches Restaurant: das Viet Village. Die Innenräume dieses Lokals sind ansprechend(er) gestaltet, alles ist in Holzfarben gehalten und mit kleinen asiatischen Symbolen, Früchten und Werkzeugen dekoriert.

Ich hatte dem Viet Village bereits im Sommer einen Besuch abgestattet und war damals vor allem wegen der Wespenplage nicht wirklich zum Genießen gekommen. Die Betreiber versuchten den Wespen und Fliegen mit elektrischen Fliegenklatschen auf den Leib zu rücken. Dass das die Atmosphäre eines Restaurantbesuchs etwas stört, ist wohl verständlich. Leider hatte diese Aktion auch den unangenehmen Nebeneffekt, dass die Insekten durch die Fliegenklatsche „nur“ angeschlagen waren und dadurch umso wilder durch die Lüfte flogen. Tja, im Winter kann das nicht passieren, also habe ich noch einen Besuch gewagt. Zum Glück!

Die Karte ist auf dickem Papier gedruckt und lässt sich (wie ein Flipchart) nach oben umblättern. Es gibt viele Vorspeisen, einen gesonderten Teil für vegetarische Gerichte (nicht nur die Hauptspeisen sind so sortiert, auch vegetarische Vorspeisen sind extra ausgezeichnet), vietnamesische Spezialitäten mit Reisnudeln und Currys. Insgesamt erscheint mir die Auswahl sehr groß, aber vielleicht liegt das auch am speziellen Format der Karte. Wir entscheiden uns für Wan-Tan-Suppe und Sommerrollen als Vorspeise.

Viet Village 1

Sommerrollen mit Tofu

Viet Village 2

Wan-Tan-Suppe

Obwohl das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt ist (einige Besucher nehmen sogar längere Wartezeiten im Eingangsbereich in Kauf), ist das Essen schnell bestellt und serviert. Leider ist dem Kellner nicht mehr klar, welche der beiden bestellten Suppen nun die vegetarische Variante ist. Auch wir können das von außen nicht sehen, beides sind gefüllte Teigtaschen. Das hätte man noch etwas professioneller gestalten können. Geschmacklich sind die Vorspeisen jedoch super. Besonders möchte ich dabei den Dip für die Sommerrollen hervorheben, der eine ausgewogene Ergänzung zur Reisnudel- und Gemüsefüllung ist.

Auch die Hauptspeisen können überzeugen. Wir entscheiden uns u.a. für gebratene Reisbandnudeln und ein Curry-Gericht, jeweils mit Rind. Die Speisen sehen lecker aus und bestehen auch den Geschmackstest. Selbst das häufig als „gebratene Nudeln“ verhöhnte Asia-Standard-Gericht weiß mit viel Gemüse und Koriander zu überzeugen.

Viet Village 6

Gebratene Reisbandnudeln mit Rind

Viet Village 3

Curry mit Rind und Gemüse

Das Viet Village eignet sich sehr gut für eine Mahlzeit nach Feierabend. In der angenehmen Atmosphäre bleibt man auch gern ein wenig länger. Aufgrund der Beliebtheit sollte man aber lieber im Voraus einen Tisch bestellen.

Fazit:
Leckeres vietnamesisches Essen in einem stilvoll-rustikal eingerichteten Restaurant zu annehmbaren Preisen – was will man mehr. Hier und da läuft nicht alles ganz rund, aber insgesamt kann man das Viet Village durchaus empfehlen, auch für Vegetarier. Aufgrund der umfangreichen Karte steht mehrmaligen Besuchen nichts im Weg.

Fakten:

Name Viet Village
Adresse Grassistr. 12, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€ – 15,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Pho Co

An vietnamesischen Imbissen und Restaurants mangelt es in Leipzig ja nun wirklich nicht. So habe ich mal wieder ein neues vietnamesisches Restaurant gestestet: das Pho Co in Eutritzsch.

Das Restaurant hat erst vor wenigen Wochen Neueröffnung gefeiert, ist jedoch offenbar schon sehr beliebt. An einem Donnerstag Abend kann das Pho Co viel mehr Besucher begrüßen, als ich erwartet hätte. Ausreichend Platz ist zum Glück für alle vorhanden. Obwohl das Restaurant von außen einen eher kleinen Eindruck macht, hat man innen das Gefühl, dass die Tischreihen gar kein Ende nehmen. Zunächst fällt vor allem der künstliche Koiteich ins Auge. Sobald man jedoch um die Ecke biegt, zeigt sich ein L-förmiger Raum, der Platz für viele Gäste bietet.

Die Speisekarte hält keine größeren Überraschungen bereit. Es gibt jedoch eine ganze Seite vegetarischer Gerichte und alle üblichen authentisch-vietnamesischen Gerichte (Reisnudeln mit wahlweise Rindfleisch, Schweinefleisch oder Frühlingsrollen, Glasnudelsalat usw.) stehen zur Wahl. Preislich bewegen sich die Speisen auf eher unterem Restaurant-Niveau, die meisten Gerichte sind für weniger als 10€ zu haben. Optisch hingegen gibt es bei der Speisekarte wirklich noch Verbesserungspotential. Die Schrift ist sehr klein, sodass man schonmal die Lesebrille auspacken muss. Der Getränketeil der Karte ist in bester Word-Tabellen-Manier mit schwarzen Tabellenlinien umgesetzt. Das könnte man noch etwas ansprechender gestalten.

Dafür ist die Getränkeauswahl wirklich groß, es gibt z.B. viele ungewöhnliche Teesorten, die mit frischen Zutaten statt Aufgussbeuteln zubereitet werden. Allerdings kann die große Auswahl auch zur Herausforderung werden. Ich versuche, einen frisch gepressten Orangensaft zu bestellen, scheitere aber, da die Bedienung das Getränk nicht in der Liste auf ihrem Tablet findet. Nach einigen unangenehmen Minuten des Suchens und Fragens erbarme ich mich dann und bestelle etwas anderes. Nunja, immerhin hat man danach etwas zu erzählen ;-).

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Wir entscheiden uns für einen Glasnudelsalat mit Hähnchen und Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Salat. Beide Speisen sind sehr hübsch angerichtet und wecken die Vorfreude. Und da gibt es dann wirklich keinen Grund mehr zur Beschwerde: Die Gerichte sind geschmacklich ausgewogen und haben bei allem noch das kleine Extra. Die Reisnudeln werden beispielsweise mit einem Sesamtopping verziert und in der Soße sind noch die sehr aromatischen Gewürzzutaten auszumachen. Interessanterweise wird das Fleisch in diesem Fall in der Soßenschüssel serviert. Das stellt sich als gute Entscheidung heraus, denn so nimmt es den Geschmack noch besser an, als wenn man die doch sehr dünne Soße nur darüberschüttet, wie es normalerweise empfohlen wird.

Pho Co 3

Gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln und Salat

Insgesamt wirkt die Bedienung freundlich und angenehm unaufdringlich. Trotz des gut besuchten Lokals mussten wir nicht lange auf das Essen warten. Das Restaurant macht also – abgesehen von einigen Kleinigkeiten – schon kurz nach der Eröffnung einen guten Eindruck.

Fazit:
Im Pho Co kann man gutes vietnamesisches Essen in angenehmer Atmosphäre genießen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut und auch geschmacklich und qualitativ ist das Restaurant einen Besuch wert.

Fakten:

Name Pho Co
Adresse Delitzscher Str. 80 B, 04129 Leipzig
Stadtteil Eutritzsch
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 13,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut

Ca Phao

Neue Restaurants haben es ja manchmal schwer, sich bei der Kundschaft zu etablieren. Auf das Ca Phao trifft dieser Umstand offenbar überhaupt nicht zu. Schon wenige Wochen nach der Eröffnung ist am Abend in dem kleinen Lokal auf der Karli kaum ein Tisch frei.

Im Ca Phao gibt es vietnamesisches Street Food. Das scheint ein im Moment beliebtes Konzept zu sein, was sicher nicht zuletzt daran liegt, dass sich Begriffe wie Pho, Sommerrollen und Reisnudeln in den letzten Jahren im allgemeinen Verständnis von vietnamesischer Küche festgesetzt haben. Und Street Food gewinnt sowieso stetig an Beliebtheit.

Das Ca Phao hat mehr Tische auf der Freisitzfläche als im Inneren. Die Karte liest sich interessant und ich finde tatsächlich ein paar Gerichte, die nicht in jedem vietnamesischen Imbiss zu haben sind. Als Vorspeise gibt es trotzdem erstmal Sommerrollen. Außerdem entscheiden wir uns für Salat mit Tofu und eingelegten (Thai-)Auberginen (6,50€) und von Betelblättern ummantelte Fleischspieße mit Reisnudeln (7,50€).

Ca Phao 2

Sommerrollen mit Hähnchen

Die Sommerrollen überzeugen mich sofort! Zwar ist der Bastkorb mit einem einzelnen Papier dazwischen etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Geschmack ist wirklich sehr gut und ich beginne schon zu überlegen, ob ich schonmal bessere Sommerrollen gegessen habe. Die dazu gereichte Soße ist vollmundig und ergänzt die Frische der Rollen hervorragend.

Ca Phao 4

Salat mit Tofu und eingelegten Auberginen

Nachdem solch hohe Erwartungen geweckt wurden, kann der Hauptgang doch nicht ganz mithalten. Der Salat ist frisch, aber es fehlen die versprochenen Reisteile und der Tofu schmeckt eher nach Frittierfett als nach etwas anderem. Dafür ist das Fleisch in Betelblättern schon optisch eine interessante Erfahrung! Auch dieses Gericht wird in einem Bastkörbchen serviert und ich stelle fest, dass die sonst übliche Vorgehensweise, die Soße über die Nudeln zu kippen, hier nicht funktioniert.

Ca Phao 3

Fleischspieße mit Betelblättern umwickelt, Salat und Reisnudeln

Die Bedienung erschien noch ein kleines bisschen überfordert mit der Menge an Gästen, aber das wird sich sicher im Laufe der Zeit noch ändern.

Fazit:
Im Ca Phao gibt es vietnamesisches Street Food zu guten Preisen. Besonders die Sommerrollen sollte man probieren! Die Karte ist recht umfangreich und bietet noch viele andere interessante Gerichte, auch wenn sie der Beschreibung nicht immer ganz entsprechen.

Fakten:

Name Ca Phao
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 114, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 5€ – 8,50€
Barrierefreiheit Freisitz ebenerdig, eine Stufe am Eingang
Sauberkeit gut

INSIDE ASIA

In der Gottschedstraße gibt es ja einige gute asiatische Restaurants (z.B. das An Nam und das Chang). Eines fehlte allerdings noch in der Testreihe, und zwar das Inside Asia, ein vietnamesischer Imbiss.

Die zahlreichen Sitzgelegenheiten vor dem Lokal laden besonders im Sommer zu einem Besuch ein. Der Gastraum hingegen erscheint schon etwas älter und abgenutzt. Die freundliche und zuvorkommende Bedienung bringt jedoch Leben und Charme in den Imbiss. Es gibt eine kleine Karte mit vietnamesischen Spezialitäten und eine Sushi-Karte. Wir entscheiden uns für gebratenes Rinderfilet mit Reisnudeln (Bun Bo Nam Bo) und für das Tagesangebot gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln (Bun Cha).

Inside Asia 1

Bun Bo Nam Bo (Rindfleisch mit Reisnudeln)

Beide gehören zu den Standards der authentisch vietnamesischen Gerichte und so haben wir eine gute Vergleichsgrundlage. Und davor braucht sich das Inside Asia nicht zu scheuen! Das zarte Rindfleisch war eine besonders positive Überraschung. Geschmacklich überzeugte zwar auch das Schweinefleisch, allerdings waren einige Stellen offenbar doch etwas zu lange gegrillt und dadurch schon beinahe schwarz. Zu beiden Gerichten gibt es vietnamesische Kräuter, die nicht mehr wie frisch gepflückt erscheinen, aber dennoch viel zum Geschmack beisteuern. Und gerade im Sommer ist die Aufbewahrung von Kräutern ja nicht unproblematisch.

Inside Asia 2

Bun Cha (Gegrilltes Schweinefleisch und Reisnudeln)

Zusammen mit der Soße geben beide Gerichte ein rundes Bild ab. Und die Portionsgröße reicht auch für den größeren Hunger. Da kann man die kleineren Mängel doch gut verschmerzen.

Fazit:
Im Inside Asia gibt es Sushi und bodenständige, schmackhafte vietnamesische Küche. Dasselbe ist zwar andernorts vielleicht etwas günstiger zu haben, aber auch die Lage in der Gottschedstraße schlägt hier wohl zu Buche.

Fakten:

Name INSIDE ASIA
Adresse Gottschedstraße 6, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum-West
Preisspanne Hauptgerichte 6,90€ – 9,50€
Barrierefreiheit Tische außerhalb barrierefrei, zum Lokal eine (breite) Stufe
Sauberkeit okay

Vietnamesische Küche Da Lat

Manchmal bekomme ich Tipps, welche Restaurants oder Imbisse ich unbedingt mal testen soll. Da ich nicht überall in Leipzig gleich oft unterwegs bin, freue ich mich immer, solche „Lokalspezialisten“ zu finden (und noch mehr, wenn sie sich gleich als Co-Tester zur Verfügung stellen – danke!).
Diesmal geht es auf Empfehlung und in Begleitung in die Könneritzstraße. Die Gegend hat kulinarisch einiges zu bieten; höchste Zeit also, dass ich dort mal vorbeischaue.

Die vietnamesische Küche Da Lat ist offenbar ein ziemlich bekannter Geheimtipp. Am Freitag Abend ist der Imbiss gut besucht; sowohl an den Tischen davor, als auch im Gastraum tummeln sich viele Leute. Die Atmosphäre ist eher von Familiarität und Freundlichkeit als von gestochener Professionalität geprägt. Das lässt sich nicht nur an den in Klarsichthüllen angebotenen Speisekarten und der etwas zusammengewürfelt erscheinenden Inneneinrichtung erkennen, sondern vor allem an der Herzlichkeit der Bedienung. Das Da Lat versteht sich offenbar als Ort zum gemütlichen Verweilen und Genießen. Und das Konzept kommt gut an.

Die Aufteilung der Speisekarte folgt keiner sofort ersichtlichen Logik, bei einem Umfang von zwei A4-Seiten ist das aber auch nicht unbedingt erforderlich. Außerdem kommt man so nicht umhin, das ganze Angebot zu studieren. Es gibt mehrere Speisen, die sich entweder als Vorspeisen, zum Teilen oder für den kleinen Hunger gut eignen, u.a. Sommerrollen und gefüllte Knödel (à la Baozi). Neben den Klassikern wie gebratene Nudeln oder knusprige Ente sind vor allem die typisch vietnamesischen Gerichte interessant, die inzwischen ja immer häufiger auch in Imbissen zu finden sind.

Wir entscheiden uns für einen gedämpften Knödel mit Hackfleisch, Glasnudeln und Pilzen, eine Schüssel Reisfadennudeln mit Tofu, Gemüse und vietnamesischen Kräutern (Bun), sowie gebratenen Tofu mit Reis und Gemüse in Currysoße. Außerdem gibt es hausgemachten Ingwer-Tee. Dieser wird in Gläsern serviert, die den Genuss auch optisch-ästhetisch unterstreichen.

Da Lat Tee

Ingwer-Tee mit Zitrone bzw. Minze

Der Knödel ist ziemlich groß und selbstgemacht. Leider ist der Inhalt geschmacklich nicht besonders auffällig, allerdings sind alle in der Karte angekündigten Zutaten auch wirklich vorhanden (das ist ja auch oft nicht selbstverständlich).

Da Lat Bao

Gedämpfter Knödel mit Glasnudeln, Hackfleisch und Gemüse

Da überzeugen mich die beiden Hauptgerichte schon viel mehr. Die Schüssel Reisfadennudeln ist bis zum Rand im Stile einer Buddha Bowl gefüllt. Besonders auffällig sind da vor allem die vietnamesischen Kräuter, allen voran der Koriander. Aber auch Gemüse und Tofu sind vorhanden. Die Soße dazu gibt es, wie üblich, in einer extra Schüssel. Besonders zu erwähnen ist, dass diese sogenannte „hausgemachte vietnamesische Soße“ normalerweise sehr knoblauchlastig ist. Das ist im Da Lat nicht der Fall. Allerdings wird sie hier auch als „Limettensoße“ bezeichnet. Ich konnte nicht abschließend feststellen, ob es da wirklich einen Unterschied gibt, aber mit dieser Soße kamen die Zutaten des Gerichts noch besser zur Geltung. Super! Auch der gebratene Tofu in Currysoße ist lecker. Die Soße hat eine zwar deutliche, aber angenehme Schärfe. Das Gericht gibt es übrigens wahlweise auch mit Erdnuss- oder Mangosoße.

Da Lat Bun

Reisnudeln mit Tofu, Gemüse, Kräutern und Limettensoße

Da Lat Curry

Gebratener Tofu und Gemüse in Currysoße

Wer das wohnzimmerartige Imbissambiente des Da Lat mag, wird hier mit leckeren Speisen und Getränken belohnt. Das wird sicher nicht mein letzter Besuch in diesem Lokal gewesen sein.

Fazit:
Im Da Lat gibt es schmackhafte Gerichte zu günstigen Preisen. Die Portionen sind groß und vor allem die typisch vietnamesischen Speisen lassen kaum Wünsche offen.

Fakten:

Name Vietnamesische Küche Da Lat
Adresse Könneritzstraße 105, 04229 Leipzig
Stadtteil Schleußig
Preisspanne Hauptgerichte 4,50€ – 7,90€
Barrierefreiheit Tische außerhalb barrierefrei
Sauberkeit okay

Restaurant Ginseng

Nach längerer Zeit war ich mal wieder im Norden Leipzigs unterwegs und habe dort ein Restaurant besucht, das schon länger auf der Blog-To-Do-Liste stand. Das Restaurant Ginseng liegt etwas nördlich des Coppiplatzes und bietet Speisen aus verschiedenen asiatischen Landesküchen. Passend zum Namen gibt es hier den eher selten zu findenden, süßlich-herb schmeckenden Tee aus der Ginseng-Wurzel.

Die Räumlichkeiten des Restaurants erscheinen zwar verwinkelt, boten aber während meines Besuchs auch Platz für eine größere Gruppe. Die Speisekarte ist asiatypisch groß, allerdings etwas unübersichtlich geordnet (beispielsweise findet sich ein Teil des Getränkeangebots bei den Desserts, wo es leicht übersehen wird). Bei den meisten Speisen wird darauf hingewiesen, aus welchem Land das Gericht stammt. Da findet man von China über Thailand, Vietnam und Malaysia die meisten beliebten Klassiker. Die Preise sind in der Mittelklasse angesiedelt, die meisten Fleischgerichte kosten über 10€. Neben der Mittags- und Abendkarte gibt es auch Gerichte für Kinder.

Eine Besonderheit stellt das extra ausgewiesene Angebot von Dim Sum dar. Dim Sum sind kleine Speisen oder Snacks, zu den bekanntesten darunter gehören hierzulande Teigtaschen in Form von Frühlingsrollen oder gefüllten Hefeteigklößchen (Baozi). Leider ist die Auswahl im Ginseng nicht besonders groß, fast alle Angebote enthalten Meeresfrüchte.
Weitere Besonderheiten sind das Peking-Enten-Menü (99€ für 4 Personen) und die vegane Ente. Die Speisekarte ist übrigens (inkl. Preise) auf der Homepage des Restaurants abrufbar. Das ist bei Leipziger asiatischen Restaurants eine Seltenheit.

Ginseng Suppe

Peking-Suppe

Wir entscheiden uns für Peking-Suppe, einen Glasnudelsalat mit Hühnchen und gebratenen Brokkoli mit Tongku-Pilzen (das ist ein anderer Name für die gebräuchlichere Bezeichnung Shiitake). Zum Dessert gibt es gebackenes Eis mit Obst.

Ginseng Glasnudelsalat

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Wie leider in Restaurants mit „Misch-Küche“ häufig üblich, sind die Gerichte geschmacklich eher Mittelmaß. Die Peking-Suppe liegt auf der süß-sauren statt auf der scharfen Seite; hat jedoch recht viel Einlage. Der Glasnudelsalat ist mit einer vietnamesischen Soße gewürzt und hübsch angerichtet, allerdings sind die Nudeln noch etwas hart, was zumindest das Geschmackserlebnis etwas schmälert. Zum Brokkoli-Gericht gibt es eine dunkle Soße, die zwar Sojasoße enthält, aber dennoch nicht viel Geschmack bietet. Das ist schade, da Brokkoli eigentlich ein toller Geschmacksträger ist, der Soßen aufsaugt und somit eine schöne Kombination aus Gemüse und Würzung schaffen kann. Die Pilze sind gut, allerdings hätten es davon durchaus noch ein paar mehr sein dürfen.

Ginseng Brokkoli

Brokkoli und Tongku-Pilze in dunkler Soße

Auf das Dessert mussten wir leider ziemlich lange warten. Kurz bevor wir zahlen und das Restaurant verlassen wollten, erhielten wir es dann doch noch. Optisch kann sich diese Zusammenstellung wirklich sehen lassen! In der Mitte befindet sich eine Kugel Eis im Teigmantel. Um das gebackene Eis sind verschiedene Obststücke und Schokosoße angerichtet. Das Obst ist leider nicht alles frisch, die Himbeeren sind teilweise noch gefroren. Geschmacklich lohnt sich dieses Dessert dennoch.

Ginseng Dessert

Gebackenes Eis mit Obst, Sahne und Schokosoße

Ein Fazit für das Restaurant Ginseng fällt mir gar nicht so leicht, schließlich gibt es einige positive und ein paar negative Aspekte zu bedenken. Sicher ist jedenfalls, dass aufgrund des großen Angebots und der Konformität der Gerichte mit europäischen Geschmacksgewohnheiten verschiedene Zielgruppen angesprochen werden.

Fazit:
Das Restaurant Ginseng bietet viele Gerichte aus verschiedenen asiatischen Ländern in einer gemütlichen Atmosphäre. Für die restauranttypischen Preise könnte man etwas differenziertere Geschmackserlebnisse erwarten. Aufgrund des vielfältigen Angebots ist das Restaurant am besten geeignet für Gruppen mit unterschiedlichen Wünschen an asiatisches Essen.

Fakten:

Name Restaurant Ginseng
Adresse Stauffenbergstr. 1, 04157 Leipzig
Stadtteil Gohlis-Mitte
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€-17,50€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut