Peking Palast

Der Peking Palast ist ein Restaurant am Torgauer Platz, welches dort recht eindrucksvoll erscheint, da es zwischen den hohen Bauten herum den einzigen Farbtupfer darstellt. Auch nach Betreten des Lokals wirkt der Asiakitsch zunächst allgegenwärtig, allerdings gibt es beim näheren Hinsehen doch einige Unterscheidungsmerkmale. Große Teile der Dekoration sind offenbar selbsthergestellte Origami-Figuren. Frische Blumen sucht man auf den Tischen zwar vergebens, jedoch stellen die blumenförmigen Kunstwerke aus Papier eine erfrischende Abwechslung dar. Nur der sich darauf ansammelnde Staub lässt die schöne Idee etwas verblassen.

Das Restaurant erstreckt sich über zwei Etagen und verfügt auch über einen Freisitz, letzterer ist mit einem Brunnen, ersteres mit einem großen Aquarium ausgestattet. Offenbar nutzt die Betreiberfamilie die Räumlichkeiten auch als Wohnzimmerersatz, zumindest lassen einige Einrichtungsgegenstände dies vermuten ;-).

Auf der Karte stehen die typischen Gerichte, verschiedene Fleischsorten mit Soße nach Wahl. Die Preise sind für ein Restaurant zwar im unteren Bereich, die Speisen haben jedoch bezüglich Zusammenstellung und generellem Angebot leider eher Imbisscharakter. Wir entscheiden uns für Ente, jeweils einmal in Hoisinsoße und einmal in Szechuan(„Zschuan“)soße. Die Hoisinsoße, welche ich sonst eher als süßliche, dunkle Soße kenne, ist auf der Karte als „scharf“ deklariert. Tatsächlich bringt sie eine gute Mischung süßer und pikanter Geschmäcker mit, allerdings ist es wohl doch etwas übertrieben, hier von Schärfe zu sprechen. Ähnlich verhält es sich mit der Szechuansoße, welche als „sehr scharf“ angekündigt wird. Die Süße der Hoisinsoße fehlt hier, die Schärfe erhöht sich jedoch nicht wesentlich. Insgesamt entstand der Eindruck, dass einer fertigen Grundsoße nach Bedarf noch wenige Zutaten hinzugefügt wurden.

Ente in Hoisinsoße

Ente in Hoisinsoße

Das Fleisch hingegen war der Höhepunkt der Gerichte. Sehr dünn geschnittene, weder fettige noch zu feste Ente, die fast den gesamten Teller bedeckte, ließ die mittelmäßigen Soßen im Handumdrehen vergessen. Auch das auf den ersten Blick nicht zu erkennende Gemüse war reichlich vorhanden, allerdings auch bei beiden Gerichten aus den gleichen Zutaten zusammengestellt. Reis hätte ich mir noch mehr gewünscht, die Portion war angesichts der Menge der restlichen Bestandteile des Gerichts eher mager.

Ente in Szechuansoße

Ente in Szechuansoße

Die Rechnung gab es als handgeschriebenen Zettel, für ein repräsentatives Geschäftsessen ist das Lokal also eher nicht zu empfehlen ;-).


Fazit
:
Der Peking Palast bietet alles, was das Asiaklischees liebende Herz begehrt: Einen mit Deko überladenen Gästeraum, typische mischasiatische Gerichte, ein obligatorisches Aquarium und ein halbes Familienleben am Nachbartisch. Geschmacklich im Mittelfeld ist das Restaurant kein Gourmettempel und auch sonst keine Besonderheit, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Fakten:

Name Peking Palast
Adresse Torgauer Platz 2, 04315 Leipzig
Stadtteil Schönefeld
Preisspanne Hauptgerichte 4€ – 9,50€
Barrierefreiheit ja, zumindest das Erdgeschoss
Sauberkeit geht so
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