Com Nieu Viet Cuisine

Schon wieder ein neues vietnamesisches Restaurant auf der Karli! Und auch, wenn ich das immer wieder erwähne – vietnamesische Gerichte haben in den vergangenen Jahren so an Beliebtheit gewonnen, dass auch dieses Lokal wenige Wochen nach der Eröffnung gut gefüllt ist.

Auch der Stil der Inneneinrichtung erscheint nicht unbekannt: traditionelle vietnamesische Kopfbedeckungen an den Wänden und das Mobiliar fast durchgehend im Holzstil. Zum Sitzen gibt es an einigen Tischen Stühle mit Lehnen, an anderen kleine Schemel. Für größere Menschen mögen die Tische und Stühle zu klein geraten, aber das Flair erscheint mir noch etwas harmonischer und ausgefallener als in vergleichbaren Lokalen.

Die Speisekarte beinhaltet zunächst nichts Überraschendes. Es gibt die üblichen traditionellen Gerichte mit Reisnudeln (Bun Cha, Bun Nem, Bun Bo usw.), außerdem natürlich verschiedene Currys, andere Fleischgerichte mit Reis und die berühmten Phos. Wir wählen ein Curry mit Rind und ein Reisnudelgericht mit Tofu.

Der erste Blick auf die Speisen überzeugt schonmal: hübsch arrangierte Zutaten und Reis im Tontopf wecken die Vorfreude. Das Curry ist nicht sehr scharf und das Fleisch ist an einigen Stellen eher durchwachsen, aber das frische Gemüse und der gute Geschmack sind positiv zu erwähnen.

Com Nieu 2

Curry mit Rind und Reis im Tontopf

Die angekündigte Soße des Tofu-Gerichts hatte ich als typische hausgemachte Soße erwartet, aber stattdessen gibt es einen Ableger meiner geschätzten Erdnuss-Curry-Soße, die ich bisher in Leipzig lediglich aus dem Yasumi in den Höfen am Brühl kenne. Sie hat eine dicke Konsistenz und ist für mich eine der leckersten vietnamesischen Soßen. Da die Soße offenbar sowohl als Dip für den Tofu als auch als Nudelsoße gedacht ist, hätte es davon ruhig noch etwas mehr sein dürfen ;-). Der Tofu ist kross frittiert und innen fast fließend weich – super! Auf dem Salat befindet sich ein teilweise scharfes Dressing, wie es der ein oder andere vielleicht noch von den Salaten im Chinco (einem leider inzwischen geschlossenen Restaurant im Petersbogen) kennt. Insgesamt also ein sehr leckeres Gericht; ich hätte vermutlich die doppelte Menge essen können. Aber so bleibt zum Glück noch Platz für ein Dessert.

Com Nieu 1

Reisnudeln mit Tofu und Salat

Und das hat sich wirklich gelohnt! Es gibt neben den bekannten und beliebten Dessert-Optionen mit gebackener Banane auch zwei Desserts auf Klebreisbasis. Ich entscheide mich für Klebreisbällchen mit Sesam und werde nicht enttäuscht. Die mochi-ähnliche Konsistenz im Inneren der Bällchen kontrastiert mit der frittierten Hülle und den knusprigen Sesamkörnern. Die Bällchen haben nur einen Hauch von Süße und bilden einen tollen Abschluss für das Essen.

Com Nieu 3

Klebreisbällchen mit Sesam

Auch wenn ich diese nicht probiert habe: Viele andere Gäste bestellten die verschiedenen hausgemachten Limonaden, die zumindest optisch schon beeindruckten.

Fazit:
Leckeres Essen zu einem guten Preis. Im Com Nieu findet man vietnamesisches Essen mit dem i-Tüpfelchen in ansprechender Atmosphäre. Die Portionen könnten noch etwas größer sein, aber so bleibt Platz für eines der köstlichen Desserts.

Fakten:

Name Com Nieu Viet Cuisine
Adresse Karl-Liebknecht-Straße 102, 04275 Leipzig
Stadtteil Südvorstadt
Preisspanne Hauptgerichte 6,50€ – 11,50€
Barrierefreiheit nur Freisitz, mehrere Stufen vor dem Restaurant
Sauberkeit sehr gut
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Zchảcá

Dieses Mal war ich im Zchảcá, einem Restaurant, das es in der Leipziger Innenstadt schon ein paar Jahre gibt. Trotzdem bin ich erst spät darauf aufmerksam geworden, denn es liegt etwas abseits der üblichen Shopping-Wege, und zwar in der Markgrafenstraße in der Nähe der Thomaskirche.

Im Zchảcá wird vietnamesische Küche und Sushi angeboten. Im Außenbereich des Restaurants findet sich ein hübsch dekorierter Freisitz, aber auch der Innenraum kann sich sehen lassen, hier wird zum Beispiel das Sushi an einer langen, gut einsehbaren Theke zubereitet. Alles ist sehr sauber und macht einen professionellen Eindruck.

Da ich mit mehreren Leuten unterwegs bin, können wir viele verschiedene Gerichte probieren. Los geht es mit einem Gericht, welches als Vorspeise deklariert ist: Banh Tom, das sind Süßkartoffelpuffer mit Garnelen (5,50€), ein eher selten zu findendes Angebot in vietnamesischen Restaurants. Auf den ersten Blick überrascht mich vor allem, dass die Puffer für eine Vorspeise sehr groß und reichhaltig sind. Das ist aber keine Beschwerde ;-).

Zchaca Suesskartoffel

Süßkartoffelpuffer

Außerdem bestellen wir Bo Luc Lac (mariniertes Roastbeef in Soja-Chili-Sauce), Bun Nam Bo mit gegrilltem Kabeljau, Ente Spicy Curry und Tofu in rotem Curry. Preislich liegen die Gerichte bei 10-12€. Besonders hervorzuheben ist die Frische aller Zutaten, das ist vor allem im Vergleich zu ähnlichen Restaurants beeindruckend. Auch geschmacklich können sich die einzelnen Angebote überzeugen. Lediglich die Indikatoren „Spicy“ oder „Chili“ sollten nicht zu ernst genommen werden: es gibt hier maximal eine leichte Schärfe. Nur das rote Curry konnte hier etwas mehr punkten.

Zchaca Bo Luc Lac

Bo Luc Lac (Reisnudeln mit mariniertem Roastbeef in Soja-Chilisauce)

Zchaca Ente Spicy Curry

Ente Spicy Curry

Zcacha Kabeljau

Bun Nam Bo mit Kabeljau

Zchaca Tofu in rotem Curry

Tofu in rotem Curry

Für die Lage des Restaurants und die Qualität der Zutaten bin ich positiv überrascht, dass die Preise nicht höher sind. Außerdem verfolgt das Restaurant einen kreativen Umgang mit vietnamesischen Gerichten, was einerseits erfrischend ist und andererseits auch für Asia-Muffel neue Erfahrungen bereithalten kann.

Fazit:
Das Zchảcá Restaurant bietet Abwechslung im Dschungel vietnamesischer Restaurants und liegt gut erreichbar in der Leipziger Innenstadt. Die Preise sind angemessen, das ist Personal sehr freundlich und die Speisen schmecken – was will man mehr!

Fakten:

Name Zchảcá Restaurant
Adresse Markgrafenstr. 7, 04109 Leipzig
Stadtteil Zentrum
Preisspanne Hauptgerichte 7€ – 20€
Barrierefreiheit ebenerdiger Eingang
Sauberkeit sehr gut

Pho Binh

Ich wage mich ja ab und an auch ein bisschen weiter weg vom Leipziger Zentrum. Diesmal ging es tief nach Connewitz, zum vietnamesischen Imbiss Pho Binh in der Bornaischen Straße. Dort gibt es vor allem typische vietnamesische Gerichte, die Hälfte der Karte ist vegan. Außerdem werden auch Getränke und Eis verkauft: ein Mix aus Späti, Asia-Imbiss und Eisdiele, der viele Gäste anzieht.

Es gibt wenige Tische vor dem Lokal und drei große Tische im Innenraum. Alles ist etwas improvisiert, aber einem Imbiss ist das durchaus zu verzeihen. Etwas ungewohnt erscheint mir der Umstand, dass es keinen Aushang der Speisekarte gibt. Um das Angebot zu studieren, muss man auf die herumliegenden Flyer zurückgreifen.

Die Preise sind im typischen Imbissbereich. Die Wahl fällt nicht leicht, denn es gibt einerseits alle vietnamesischen Klassiker-Gerichte, andererseits jedes davon auch in einer veganen Variante. Dabei kann man meist zwischen Tofu und Tempeh, teilweise auch veganem Hühner- und Entenfleisch wählen. Wir entscheiden uns für Sommerrollen mit Hühnchen, rotes Curry mit Rindfleisch und die in Rezensionen hochgelobte Reisbandnudelsuppe mit Tofu.

Pho Binh 1

Rotes Curry mit Rindfleisch

Vor allem die Suppe hat natürlich harte Konkurrenz, denn fast jedes vietnamesische Restaurant bietet derzeit diese Spezialität an. Deswegen kann ich die Enttäuschung auch nicht ganz verdrängen, denn die Tofustückchen sind eher dünn, die vietnamesischen Kräuter, die sonst oft dabei sind (ich denke da vor allem an Koriander), fehlen vollkommen (die grünen Bestandteile auf dem Bild sind Frühlingszwiebeln) und die Brühe ist für meinen Geschmack etwas zu sauer. Auf der anderen Seite handelt es sich jedoch wirklich um eine große Portion, die für diesen Preis sehr üppig ausfällt und satt macht.  Auch die Konsistenz der Nudeln ist gut gelungen.

Pho Binh 2

Pho (Reisbandnudelsuppe) mit Tofu

Die Sommerrollen überzeugen mich schließlich viel mehr. Sie werden zusammen mit einer leicht scharfen Erdnusssoße serviert, die die Sommerrollen sehr gut ergänzt. Die Rollen sind frisch, prall gefüllt und sehr lecker. Super! Offenbar werden die Sommerrollen vor allem zum Mitnehmen angeboten, da sie im Dreierpack in einer Plastikbox serviert werden.

Pho Binh 3

Sommerrollen mit Hühnchen

Fazit:
Der Imbiss Pho Binh hat sehr viele vegane Gerichte und bietet neben klassischen Imbissgerichten auch Eis und Getränke an. Gerade für Veganer ist das Lokal durchaus einen Besuch wert.

Fakten:

Name Pho Binh
Adresse Bornaische Str. 32, 04277 Leipzig
Stadtteil Connewitz
Preisspanne Hauptgerichte 4€ – 7,50€
Barrierefreiheit ja
Sauberkeit gut

Quan Xanh vietnamese vegan food

Es ist gut, vegan lebende Freunde zu haben! So habe ich von einer neuen Perle auf der Zschocherschen Straße erfahren: dem Quan Xanh, einem rein veganen vietnamesischen Restaurant, das im Dezember 2018 neu eröffnet hat. Das kann ich mir nicht entgehen lassen!

Das Restaurant ist nur klein und alle Plätze waren kurz nach unserer Ankunft schon besetzt. Es lohnt sich also, einen Tisch zu reservieren! Die Karte wirkt zunächst etwas überfordernd, denn jedes Gericht ist genau beschrieben, aber die Auswahl ist groß und reichhaltig. Neben Vorspeisen, Suppen und Salaten gibt es Gerichte mit Reis oder Nudeln. Statt Fleisch kommt in den meisten Speisen Tofu, Seitan oder veganes Hühnchen/Ente zum Einsatz. Ansonsten findet man viel, was auch in anderen authentischen vietnamesischen Restaurants angeboten wird, z.B. Sommerrollen, Saté-Spieße und Pho. Das alles bleibt finanziell im Rahmen: Alle Hauptgerichte kosten zwischen 7 und 9€.

Wie die für die kurze Zeit des Bestehens bereits zahlreich vorhandenen Rezensionen des Restaurants warnen, muss man Zeit mitbringen. Es ist jedenfalls kein Schnellrestaurant, sondern alles wird offenbar frisch zubereitet. In unserem Fall war trotzdem zumindest das Curry mit veganem Hühnchenfleisch nicht mehr sehr warm, als es serviert wurde. Außerdem probieren wir noch das Kho Ram (traditionell geschmorter Tofu, Auberginen und Champignons im Tontopf).

Quan Xanh Curry

Curry mit veganem Hünchenfleisch

Geschmacklich gesehen hat sich das Warten auf jeden Fall gelohnt! Die Würzung ist klar erkennbar, aber auch das Aroma der einzelnen Zutaten geht nicht verloren. Der Tofu im Schmortopf ist wunderbar weich und saftig. Neben den angekündigten Zutaten sind auch noch karamellisierter Seitan (genauso weich und saftig, mit einem leicht süßen Geschmack) und andere Pilze vorhanden. Dazu gibt es einen Beilagenteller mit Reis, Tomaten, Gurken und Minzblättern. Gerade für dieses Gericht hätte ich mir etwas mehr vom Reis gewünscht, den man zum Schluss zur Soße essen könnte. Die Minzblätter waren meiner Meinung nach nicht ganz passend, aber frisch und schmackhaft.

Quan Xanh Tontopf

Geschmorter Tofu, Auberginen und Pilze im Tontopf

Quan Xanh Dessert

Banane im Klebreismantel mit Kokosmilch

Als Abschluss gönnen wir uns noch – u.a. aufgrund der vielen Empfehlungen – gedämpfte Banane im Klebreismantel (3,50€). Darauf müssen wir nicht lange warten und das Ergebnis ist optisch sehr ansprechend angerichtet. Der Klebreismantel ist von grünlicher Farbe und beinhaltet ein Stück Banane. Wem gebackene Banane sonst zu süß ist, findet darin sicher Gefallen. Das Dessert hat eine milde Süße. Die Kombination mit Klebreis ist auf jeden Fall ein ungewohntes, aber lohnenswertes Erlebnis.

Fazi
Das Konzept des Quan Xanh, nur vegane Gerichte anzubieten, ist spannend und eine tolle Ergänzung der doch etwas überlaufenen Landschaft vietnamesischer Restaurants. Das Essen ist lecker und preiswert. Bei so vielen guten Argumenten kann man ja kaum widerstehen. Also, Tisch buchen und auf nach Plagwitz!

Fakten:

Name Quan Xanh vietnamese vegan food
Adresse Zschochersche Str. 48, 04229 Leipzig
Stadtteil Plagwitz
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€ – 8,90€
Barrierefreiheit ja, aber Innenraum sehr eng
Sauberkeit okay

5 Jahre Asiatisch essen in Leipzig

Wow, 5 Jahre schon! Heute feiert der Blog also ein kleines Jubiläum :-). Und im Jahr 2018 gab es tatsächlich einige Neuerungen in der Statistik.

Zunächst gab es leider etwas weniger Aufrufe als im Jahr 2017. Das ist zwar schade, aber auch okay, da ich den Blog komplett ohne SEO oder SEM betreibe. Und immerhin ist auch die Zielgruppe nicht so groß. Dafür habe ich wieder mehr Lokale getestet (8 im Jahr 2017, 10 im Jahr 2018).

Aber die größte Überraschung kommt noch: Fam. Tran Phat wurde abgelöst als beliebtester Beitrag! Während ich in den letzten Jahren oft berichtet habe, warum dieser Beitrag besonders beliebt ist (Restaurantkette ohne eigene Webseite), haben sich 2018 die Bedingungen etwas geändert. Die Restaurants bestehen zwar alle noch, haben aber inzwischen meist andere Namen, die eine unmittelbare Zusammengehörigkeit nicht mehr auf den ersten Blick erkennen lassen. Die Frage ist nun jedoch: Wer ist neuer Spitzenreiter? Hier die Statistik:

Einträge insgesamt 79
Einträge 2018 11
Aufrufe 2018 (bis 23.12.18) 23.983
Getestete Restaurants bzw. Imbisse 71
Beliebtester Eintrag TonKin Restaurant

Das TonKin Restaurant gewinnt diesmal mit 953 Aufrufen. Das ist zwar im Vergleich zu den über 2.000 Aufrufen, die Fam. Tran Phat im Jahr 2017 erreicht hat, nicht viel, aber immerhin mehr als der zweitplatzierte von 2017. Nun aber die traurige Nachricht: Obwohl das TonKin Restaurant so viele Aufrufe erzielen konnte, gibt es das Lokal gar nicht mehr. Die Räumlichkeiten werden aber weiterhin für asiatisches Essen genutzt, und zwar vom Viet Village, welches ich bereits besucht und getestet habe. Mal sehen, ob der zugehörige Beitrag im nächsten Jahr neuer (statistischer) Sieger wird.

An dieser Stelle berichte ich auch immer über Neuerungen im Blog. In diesem Jahr habe ich die Karte überarbeitet. Dort kann man nun nicht nur sehen, wo sich die Restaurants, die ich getestet habe, befinden, sondern auch, ob diese in der Form noch existieren. Vor einem Jahr hatte ich darauf hingewiesen, dass inzwischen einige von mir besuchte Lokale dauerhaft geschlossen sind. Sofern mir diese Information vorliegt, findet man sie nun nicht nur im Update-Bereich des entsprechenden Beitrags, sondern kann sie auch auf einen Blick auf der Karte finden. Die Pins haben nun zwei verschiedene Farben: grün für noch existierende Lokale, rot für dauerhaft geschlossene.

Da ich leider nicht immer sofort wissen kann, wann ein Lokal für immer schließt (oder neueröffnet!), ist die Information u.U. nicht 100%ig verlässlich. Aber erfreulicherweise gibt es immer wieder Leser, die mich auf neue oder geschlossene Restaurants hinweisen. Danke für die Kommentare! Ich freue mich über jeden einzelnen!

Auch in diesem Jahr habe ich wieder meine persönliche Bestenliste aufgestellt. Im Vergleich zu den Vorjahren (Rückblicke auf 2014, 2015, 2016 und 2017) hat sich hier einiges getan:

  1. Funke (Inzwischen ist die Testphase beendet und es ist immer noch toll. Danke für all die Jaozi und Dessert-Überraschungen!)
  2. KungFood Tee Kultur & Restaurant (Authentisch chinesisch und dann auch noch in Buffetform, außerdem günstige Mittagsgerichte und weitere Veranstaltungen – einfach super!)
  3. Besuto Sushi & More (Obwohl ich diesen Imbiss beim ersten Test eher durchschnittlich fand, habe ich dort dieses Jahr sehr lecker vietnamesisch gegessen.)

Nun noch ein paar lobende Erwähnungen: Besonders gut fand ich dieses Jahr das Orici und das Da Lat, beides vietnamesische Lokale. Positiv überrascht war ich vom Vegan Express. Außerdem noch ein paar Klassiker der vergangenen Jahre: das Glücksboot, Cáo Bar & Street Food (hat es in diesem Jahr leider nicht mehr in die Top 3 geschafft) und die beiden chinesischen Restaurants Zhang und Chinas Welt.

Natürlich werde ich weiterhin asiatische Restaurants und Imbisse in Leipzig testen und darüber berichten. Man kann alle neuen Beiträge auch bequem per Mail abonnieren, dazu einfach in der rechten Seitenleiste anmelden.

Ich wünsche allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Außerdem danke ich meinen Co-Testern, deren Urteil ein wichtiger Bestandteil der Beiträge ist. Auf ein Neues!

Viet Village

Wo einst Winkekatzen residierten, befindet sich nun ein neues beliebtes (natürlich!) vietnamesisches Restaurant: das Viet Village. Die Innenräume dieses Lokals sind ansprechend(er) gestaltet, alles ist in Holzfarben gehalten und mit kleinen asiatischen Symbolen, Früchten und Werkzeugen dekoriert.

Ich hatte dem Viet Village bereits im Sommer einen Besuch abgestattet und war damals vor allem wegen der Wespenplage nicht wirklich zum Genießen gekommen. Die Betreiber versuchten den Wespen und Fliegen mit elektrischen Fliegenklatschen auf den Leib zu rücken. Dass das die Atmosphäre eines Restaurantbesuchs etwas stört, ist wohl verständlich. Leider hatte diese Aktion auch den unangenehmen Nebeneffekt, dass die Insekten durch die Fliegenklatsche „nur“ angeschlagen waren und dadurch umso wilder durch die Lüfte flogen. Tja, im Winter kann das nicht passieren, also habe ich noch einen Besuch gewagt. Zum Glück!

Die Karte ist auf dickem Papier gedruckt und lässt sich (wie ein Flipchart) nach oben umblättern. Es gibt viele Vorspeisen, einen gesonderten Teil für vegetarische Gerichte (nicht nur die Hauptspeisen sind so sortiert, auch vegetarische Vorspeisen sind extra ausgezeichnet), vietnamesische Spezialitäten mit Reisnudeln und Currys. Insgesamt erscheint mir die Auswahl sehr groß, aber vielleicht liegt das auch am speziellen Format der Karte. Wir entscheiden uns für Wan-Tan-Suppe und Sommerrollen als Vorspeise.

Viet Village 1

Sommerrollen mit Tofu

Viet Village 2

Wan-Tan-Suppe

Obwohl das Restaurant bis auf den letzten Platz gefüllt ist (einige Besucher nehmen sogar längere Wartezeiten im Eingangsbereich in Kauf), ist das Essen schnell bestellt und serviert. Leider ist dem Kellner nicht mehr klar, welche der beiden bestellten Suppen nun die vegetarische Variante ist. Auch wir können das von außen nicht sehen, beides sind gefüllte Teigtaschen. Das hätte man noch etwas professioneller gestalten können. Geschmacklich sind die Vorspeisen jedoch super. Besonders möchte ich dabei den Dip für die Sommerrollen hervorheben, der eine ausgewogene Ergänzung zur Reisnudel- und Gemüsefüllung ist.

Auch die Hauptspeisen können überzeugen. Wir entscheiden uns u.a. für gebratene Reisbandnudeln und ein Curry-Gericht, jeweils mit Rind. Die Speisen sehen lecker aus und bestehen auch den Geschmackstest. Selbst das häufig als „gebratene Nudeln“ verhöhnte Asia-Standard-Gericht weiß mit viel Gemüse und Koriander zu überzeugen.

Viet Village 6

Gebratene Reisbandnudeln mit Rind

Viet Village 3

Curry mit Rind und Gemüse

Das Viet Village eignet sich sehr gut für eine Mahlzeit nach Feierabend. In der angenehmen Atmosphäre bleibt man auch gern ein wenig länger. Aufgrund der Beliebtheit sollte man aber lieber im Voraus einen Tisch bestellen.

Fazit:
Leckeres vietnamesisches Essen in einem stilvoll-rustikal eingerichteten Restaurant zu annehmbaren Preisen – was will man mehr. Hier und da läuft nicht alles ganz rund, aber insgesamt kann man das Viet Village durchaus empfehlen, auch für Vegetarier. Aufgrund der umfangreichen Karte steht mehrmaligen Besuchen nichts im Weg.

Fakten:

Name Viet Village
Adresse Grassistr. 12, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 7,50€ – 15,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

Pho Co

An vietnamesischen Imbissen und Restaurants mangelt es in Leipzig ja nun wirklich nicht. So habe ich mal wieder ein neues vietnamesisches Restaurant gestestet: das Pho Co in Eutritzsch.

Das Restaurant hat erst vor wenigen Wochen Neueröffnung gefeiert, ist jedoch offenbar schon sehr beliebt. An einem Donnerstag Abend kann das Pho Co viel mehr Besucher begrüßen, als ich erwartet hätte. Ausreichend Platz ist zum Glück für alle vorhanden. Obwohl das Restaurant von außen einen eher kleinen Eindruck macht, hat man innen das Gefühl, dass die Tischreihen gar kein Ende nehmen. Zunächst fällt vor allem der künstliche Koiteich ins Auge. Sobald man jedoch um die Ecke biegt, zeigt sich ein L-förmiger Raum, der Platz für viele Gäste bietet.

Die Speisekarte hält keine größeren Überraschungen bereit. Es gibt jedoch eine ganze Seite vegetarischer Gerichte und alle üblichen authentisch-vietnamesischen Gerichte (Reisnudeln mit wahlweise Rindfleisch, Schweinefleisch oder Frühlingsrollen, Glasnudelsalat usw.) stehen zur Wahl. Preislich bewegen sich die Speisen auf eher unterem Restaurant-Niveau, die meisten Gerichte sind für weniger als 10€ zu haben. Optisch hingegen gibt es bei der Speisekarte wirklich noch Verbesserungspotential. Die Schrift ist sehr klein, sodass man schonmal die Lesebrille auspacken muss. Der Getränketeil der Karte ist in bester Word-Tabellen-Manier mit schwarzen Tabellenlinien umgesetzt. Das könnte man noch etwas ansprechender gestalten.

Dafür ist die Getränkeauswahl wirklich groß, es gibt z.B. viele ungewöhnliche Teesorten, die mit frischen Zutaten statt Aufgussbeuteln zubereitet werden. Allerdings kann die große Auswahl auch zur Herausforderung werden. Ich versuche, einen frisch gepressten Orangensaft zu bestellen, scheitere aber, da die Bedienung das Getränk nicht in der Liste auf ihrem Tablet findet. Nach einigen unangenehmen Minuten des Suchens und Fragens erbarme ich mich dann und bestelle etwas anderes. Nunja, immerhin hat man danach etwas zu erzählen ;-).

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Glasnudelsalat mit Hühnchen

Wir entscheiden uns für einen Glasnudelsalat mit Hähnchen und Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch und Salat. Beide Speisen sind sehr hübsch angerichtet und wecken die Vorfreude. Und da gibt es dann wirklich keinen Grund mehr zur Beschwerde: Die Gerichte sind geschmacklich ausgewogen und haben bei allem noch das kleine Extra. Die Reisnudeln werden beispielsweise mit einem Sesamtopping verziert und in der Soße sind noch die sehr aromatischen Gewürzzutaten auszumachen. Interessanterweise wird das Fleisch in diesem Fall in der Soßenschüssel serviert. Das stellt sich als gute Entscheidung heraus, denn so nimmt es den Geschmack noch besser an, als wenn man die doch sehr dünne Soße nur darüberschüttet, wie es normalerweise empfohlen wird.

Pho Co 3

Gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln und Salat

Insgesamt wirkt die Bedienung freundlich und angenehm unaufdringlich. Trotz des gut besuchten Lokals mussten wir nicht lange auf das Essen warten. Das Restaurant macht also – abgesehen von einigen Kleinigkeiten – schon kurz nach der Eröffnung einen guten Eindruck.

Fazit:
Im Pho Co kann man gutes vietnamesisches Essen in angenehmer Atmosphäre genießen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut und auch geschmacklich und qualitativ ist das Restaurant einen Besuch wert.

Fakten:

Name Pho Co
Adresse Delitzscher Str. 80 B, 04129 Leipzig
Stadtteil Eutritzsch
Preisspanne Hauptgerichte 3,50€ – 13,90€
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit gut