Cáo Bar & Street Food

In Reudnitz gibt es eine neue Möglichkeit, vietnamesisches Street Food zu genießen: Das Cáo befindet sich in der Dresdner Straße, schräg gegenüber vom Regina-Palast. Allerdings sieht sich dieses Lokal nicht (nur) als vietnamesisches Restaurant, sondern bietet als Bar auch eine umfangreiche Cocktailkarte. Das Ambiente ist gemütlich, im hinteren Teil gibt es auch einige Tische, die extra zum Auf-dem-Boden-Sitzen angelegt wurden.

Die Speisekarte ist im Gegensatz zur Getränkekarte recht kurz gehalten und wird als „Wochenkarte“ bezeichnet. Vielleicht gibt es da also in Zukunft immer mal wieder etwas Neues. Aber schon jetzt findet man einiges Ungewöhnliches. Beispielsweise werden Bento-Boxen mit verschiedenen Inhalten angeboten und es gibt Bao (Weizenbrötchen mit verschiedenen Füllungen). Außerdem stehen mochi-artige, gefüllte Klebreisbällchen, die berühmten Pho-Suppen, selbstgemachte Frühlings- und Sommerrollen und verschiedene gebratene Reisgerichte zur Wahl. Und das alles ist recht günstig: Nicht mal 10€ kostet das teuerste Gericht. Bei einigen der Gerichte kann man zwischen verschiedenen Größen wählen. Ein weiterer großer Pluspunkt: Auf der Karte sind alle in den Speisen enthaltenen Allergene einzeln aufgeführt. Außerdem bietet das Cáo verschiedene vegane Gerichte an, die auch als solche gekennzeichnet sind.

Wir entscheiden uns für Bao, jeweils mit vegetarischer (3€) und Schweinefleischfüllung (3,50€). Obwohl in der Karte von Weizenmehlklößen die Rede ist, gibt es jeweils einen großen gefüllten „Kloß“. Der Teig ist leicht süßlich, was bei der herzhaften Füllung zwar zunächst etwas irritierend wirkt, aber dennoch gut schmeckt. Außerdem gibt es ein Klebreisbällchen, gefüllt mit Schweinefleisch und gelben Mungbohnen (3,90€). Wer die japanischen Reisküchlein aus Klebreismehl (Mochi) kennt, wird davon einiges in diesem Gericht wiedererkennen. Das Bällchen ist ringsrum mit Reiskörnern bedeckt und sieht grünlich aus. Die Füllung ist leider nicht sehr geschmacksintensiv, aber was für’s Auge ist der Snack allemal.

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Bao (links) und Klebreisbällchen (rechts) mit Schweinefleischfüllung

Außerdem bestellen wir noch ein typisch vietnamesisches Gericht: Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße. Die auf dem Foto abgebildete Portion ist eine normale Größe für 6,90€, es gibt auch die Möglichkeit, davon eine große Portion zu bestellen. Die Frühlingsrollen sind frisch und lecker, die Soße passt gut zu den Nudeln und Rollen. Das Highlight des Gerichts ist aber die Salatbeilage. Dabei handelt es sich auf den ersten Blick um einen gewöhnlichen Karotten-Kohlrabisalat, der allerdings durch das verwendete Dressing bzw. die Würzung zu einem echten Erlebnis wird. (Den Salat kann man auch separat als Vorspeise bestellen.)

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Frühlingsrollen, Reisnudeln und hausgemachte Soße

Das Cáo ist wirklich einen Besuch wert. Und falls die eigenen Freunde kein vietnamesisches Essen mögen, kann man sie vielleicht mit den Cocktails überzeugen?

Fazit:
Cáo Bar & Street Food bietet eine kleine Auswahl an sehr schmackhaften vietnamesischen Speisen. Darunter finden sich auch einige exotische Gerichte, die man recht günstig probieren kann. Die gute Kennzeichnung der Speisekarte und das vergleichsweise reichhaltige vegane Angebot garantieren für jeden das passende Essen. Guten Appetit!

Fakten:

Name Cáo Bar & Street Food
Adresse Dresdner Str. 51, 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 4,90€ – 9,50€
Barrierefreiheit schmale Stufe und Schwelle am Eingang, mehrere Stufen zum oberen Teil der Bar
Sauberkeit sehr gut

TonKin Restaurant

Im Musikviertel gibt es seit Kurzem ein neues vietnamesisches Restaurant. Da ließ ich mich natürlich nicht zweimal bitten und habe dem TonKin an der Ecke Beethoven-/Grassistraße gleich einen Besuch abgestattet.

Im Inneren finden sich verschiedene Ecken, die durch Wände und Raumtrenner ein Gefühl von Gemütlichkeit erzeugen. Alles ist sehr sauber und liebevoll eingerichtet. Ein beliebtes Symbol des Restaurants scheint die goldene Winkekatze (Maneki-neko) zu sein. Eine komplette Wand im hinteren Bereich ist von Regalen überzogen, in denen sich Dutzende dieser Figuren befinden. Auch im Eingangsbereich sind die Katzen zu finden, die unablässig mit der Pfote winken und somit wohl nach asiatischer Tradition wahlweise viele Besucher oder Reichtum anziehen sollen.

Ich habe jedoch nicht nur die Katzen betrachtet, sondern auch die Speisekarte. Diese ist zweigeteilt, es gibt neben der normalen Karte auch eine Mittagskarte mit Gerichten zwischen 6,90€ und 7,90€. Dabei handelt sich nicht um „Mittagsvarianten“ der normalen Speisekarte, sondern tatsächlich um eigene Gerichte. Es lohnt sich also, das Restaurant zu verschiedenen Tageszeiten zu besuchen, um einen Überblick über das gesamte Angebot zu bekommen. Tatsächlich hatte ich den Eindruck, dass die typisch vietnamesischen Speisen, wie etwa Bun Bo Nam Bo, eher auf der Mittagskarte anzutreffen sind. Aber auch die reguläre Speisekarte wartet mit vielen Köstlichkeiten auf. Da gibt es beispielsweise Pho (vietnamesische Nudelsuppen), vietnamesisches Steak oder Gerichte mit Reis- oder Udonnudeln. Letztere kannte ich bisher eigentlich nur aus der japanischen Küche.

Eine schwierige Entscheidung erwartete uns also. Die Wahl fiel schließlich auf gebratene Hühnerbrust mit Gemüse, Zitronengras und Ingwer auf einer heißen Platte für 10€. Außerdem bestellten wir Udonnudeln mit Rind für 10,90€. Zunächst kann man sagen, dass die Portionen (auch wenn das auf den Bildern vielleicht etwas anders erscheint) wirklich vollkommen ausreichend waren, um auch einen größeren Hunger zu stillen. Sehr positiv aufgefallen ist mir auch, dass es nicht nur die Asia-Standard-Gemüsemischung gab, sondern beispielsweise bei beiden Gerichten Pak Choi (chinesischer Senfkohl) dabei war, der eine interessante Geschmackskomponente beisteuerte.

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Hühnchen mit Ingwer, Zitronengras und Gemüse auf einer heißen Platte

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Udon-Nudeln mit Rind und Gemüse

Das Rind hätte vielleicht noch etwas zarter sein dürfen und insgesamt war der Geschmack des Hühnchengerichts dann nicht so aufregend, wie ich es mir erhofft hatte. Aber das schmälert den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Die Auswahl an vegetarischen Speisen hingegen ist mit drei Gerichten (alle mit Tofu als Hauptkomponente) dann tatsächlich etwas beschränkt. Da gibt es noch Verbesserungspotenzial. Trotzdem ist das TonKin einen Besuch wert und das professionell zurückhaltende und umsichtige Servicepersonal gibt dem Lokal einen weiteren freundlichen Anstrich.

Fazit:
Das TonKin Restaurant bietet schmackhafte vietnamesische Speisen und bleibt vor allem wegen seiner Katzen-Dekoration in Erinnerung. Auch für Gourmets findet sich mit Störfisch oder Entrecôte nach vietnamesischer Art der ein oder andere Leckerbissen.

Fakten:

Name TonKin Restaurant
Adresse Grassistr. 12, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte 6,50€ – 7,90€ (Mittagskarte), 7,90€-17,40€ (Abendkarte)
Barrierefreiheit nein
Sauberkeit sehr gut

3 Jahre Asiatisch essen in Leipzig

Schon wieder ist ein Jahr vergangen und der Blog darf bereits den dritten Geburtstag feiern! Ich freue mich sehr, dass ich es auch im vergangenen Jahr geschafft habe, einige neue asiatische Lokale in Leipzig vorzustellen und meine Eindrücke zu schildern. Ein herzlicher Dank sei an dieser Stelle auch an meine „Mit-Tester“ gerichtet, durch deren Hilfe die Restaurant- und Imbissbesuche geselliger und die in den Berichten zu lesenden Meinungen vielfältiger werden.

2016 konnte ich zwar erneut nicht so viele Einträge verfassen wie im Jahr zuvor, dennoch stieg die Zahl der getesteten Restaurants und Imbisse auf 53 an. Im Folgenden wird die Entwicklung mit einigen Zahlen verdeutlicht.

Einträge insgesamt 59
Einträge 2016 11
Aufrufe 2016 28.028
Getestete Restaurants bzw. Imbisse 53
Stadtteile 16
Beliebtester Eintrag Fam. Tran Phat

Auch in diesem Jahr sind die Klickzahlen für den Beitrag über die Imbisse Fam. Tran Phat allen anderen Beiträgen weit überlegen. Insgesamt gab es 2016 nochmal gut 8.000 Aufrufe mehr als im Jahr 2015 und auch ganz ohne SEO landet der Blog bei Suchmaschinen häufig in den Suchergebnissen auf der ersten Seite. Vielen Dank an alle, die den Blog verfolgen und die Einträge mit Interesse lesen und kommentieren!

Für meine persönliche Bestenliste musste ich dieses Jahr eine neue Regel einführen: Die Restaurants bzw. Imbisse müssen zum Zeitpunkt dieser Zusammenfassung noch existieren. Damit wird nämlich meine Nummer 1 aus der Liste vom letzten Jahr leider disqualifiziert: Der Konfuzius Tee Kultur Garten hat im Moment geschlossen und ist seit einigen Monaten auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Da kann man nur hoffen, dass es noch zu einem Happy End kommt. Aber es gibt natürlich auch viele andere gute Lokale in Leipzig, sodass ich mich diesmal für folgende Plätze entschieden habe:

  1. China Restaurant Zhang (ganz neu in Leipzig und gleich auf dem ersten Platz gelandet, hier kann man sogar den chinesischen Feuertopf bekommen!)
  2. Pho Viet (die vorherige und neue Nummer 2)
  3. Tuk Tuk (die vorherige und neue Nummer 3)

In der näheren Auswahl befanden sich diesmal Chinas Welt (ein weiteres neues authentisches chinesisches Restaurant), das An Nam, das Bistro Bambus Frisch und – wie bereits beim letzten Mal – das Restaurant Aufgehende Sonne (dabei vor allem das günstige und leckere Buffet). Erfreulich ist vor allem, dass im vergangenen Jahr viele neue Restaurants und Imbisse eröffneten, die Wert auf Authentizität und Qualität der Speisen legen.

Natürlich werde ich auch weiterhin neue und alte asiatische Lokale in Leipzig testen und darüber berichten. Ich freue mich über Kommentare, Vorschläge und andere Anliegen und wünsche allen Lesern ein frohes und gesundes neues Jahr!

Asia Bistro Bambus Frisch

Der vietnamesische Imbiss Bambus Frisch befindet sich nördlich des Zentrums, nur einen Katzensprung vom Zoo entfernt. Ich bin durch die Chefin selbst darauf aufmerksam gemacht worden, die dem „alten“ Imbiss China Pfanne eine neue Karte und insgesamt einen neuen Anstrich verliehen hat. Wer die Leipziger Street-Food-Märkte besucht, kann das Team vom Bambus Frisch häufig auch dort erleben.

Im Gastraum des Imbisses stehen einige Tische zur Verfügung, die sich gut in das Gesamtbild des Raumes einfinden. Man muss die Speisen also nicht mitnehmen, sondern kann sie gleich vor Ort verzehren. Es gibt sogar frische Blumen auf den Tischen und unter anderem eine Bambuspflanze, die für die thematisch passende Dekoration sorgt. Einige Stufen führen zur Theke, wo die Bestellung angenommen wird. Die Karte besteht aus zwei Teilen. Ein Teil enthält die inzwischen typischen Angebote vietnamesischer Imbisse: verschiedene Gerichte, zu denen jeweils die Fleischart (oder Tofu) frei gewählt werden kann. Dazu zählen im Bambus Frisch unter anderem Chop Suey, Mangosoße, Curry und eine Zwiebli-Pfanne (mit sautierten Zwiebeln), die ich so noch nicht kannte. Der zweite Teil der Karte beinhaltet vietnamesische Spezialitäten, die wohl auch einem höheren Authentizitätsanspruch genügen können. Allerdings ist dieser Teil vergleichsweise klein, lediglich vier Gerichte stehen hier zur Auswahl. Was mir gefehlt hat, sind zum Beispiel die auf Street-Food-Märkten sehr beliebten Sommerrollen.

Wir entscheiden uns für je ein Gericht von beiden Kartenteilen. Es gibt Chop Suey mit Tofu und Bun bo nam bo (in Knoblauch mariniertes Rindfleisch mit Reisnudeln, Salat und süß-saurer Soße).

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Chop Suey mit Tofu

Sehr positiv fällt mir sofort das Gemüse auf: Alles ist sehr frisch, knackig und äußerst schmackhaft! Auch der Tofu macht einen hervorragenden Eindruck, sowohl bezogen auf den Geschmack als auch auf die Konsistenz. Die Soße hält zwar keine besonderen Überraschungen bereit, passt jedoch gut zum Gesamtbild des Gerichts. Nur vom Reis hätte es ein bisschen mehr sein dürfen.

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Bun bo nam bo (in Knoblauch mariniertes Rindfleisch mit Reisnudeln, Salat und Erdnüssen)

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Vietnamesische süß-saure Soße

Auch die vietnamesische Spezialität übertrifft unsere Erwartungen – da hat sich die im Vergleich zum anderen Gericht etwas längere Zubereitungszeit gelohnt. Das Fleisch ist sehr zart, der Knoblauchgeschmack nicht zu vordergründig und die Soße hat nichts mit der typisch asiatischen süß-sauren Soße gemeinsam, die man eventuell erwartet hatte: Stattdessen gibt es eine fruchtige, ausgewogen gewürzte Soße, die sehr gut zu den Reisnudeln passt und in vietnamesischen Restaurants gern als „hauseigene Soße“ bezeichnet wird. Die sich darin befindlichen Würzzutaten geben dem Ganzen auch noch ein tolles Aussehen.

Fazit:
Das Asia Bistro Bambus Frisch liegt nicht weit vom Stadtzentrum entfernt und ist definitiv einen Besuch wert, wenn man qualitativ hochwertige vietnamesische Speisen mag und dennoch nicht auf Imbisspreise verzichten möchte. Geschmacklich sind die Gerichte sehr gut und vielleicht wird ja in Zukunft auch das Angebot der vietnamesischen Spezialitäten weiter ausgebaut.

Fakten:

Name Asia Bistro Bambus Frisch
Adresse Nordstr. 50, 04105 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Nord
Preisspanne Hauptgerichte 3€ – 7€
Barrierefreiheit nein (2 Stufen am Eingang, mehrere Stufen zur Theke)
Sauberkeit sehr gut

China-Restaurant Zhang

Es sind tolle Zeiten für Leipziger Liebhaber der asiatischen Küche! Schon wieder begrüßt ein neu eröffnetes Restaurant potentielle Kunden und wie schon bei Chinas Welt, welches ich vor zwei Monaten besuchte, handelt es sich um ein authentisch chinesisches. Das China-Restaurant Zhang befindet sich am Bayrischen Platz. Einige werden sich vielleicht noch an das bis vor Kurzem dort ansässige griechische Restaurant erinnern. Der Inhaber ist geblieben, doch statt griechischer wird dort jetzt chinesische Szechuan-Küche serviert. Das freut mich sehr, denn bisher gab es nur ein dezidiertes Szechuan-Restaurant in Leipzig (den Chinabrenner).

Die Szechuan-Küche wird als eine der acht (oder mehr oder weniger, die Literatur ist sich da nicht einig) chinesischen Regionalküchen beschrieben. Sie ist vor allem für den Gebrauch von scharfen Gewürzen (Szechuanpfeffer, Chili) bekannt und ist die international am meisten verbreitete chinesische Regionalküche. Vor allem einige typische Gerichte kennzeichnen dabei das Angebot von Szechuan-Restaurants, wie etwa Mapo Doufu („Tofu nach Art der pockennarbigen Alten“), Kung-Pao-Hühnchen oder der bekannte Feuertopf (ein chinesisches Fondue, bei dem das rohe Gargut in stark und/oder mild gewürzter Brühe am Tisch zubereitet wird). Neben der vorhandenen Schärfe sind Szechuan-Gerichte jedoch auch sehr aromatisch und haben wenig mit vietnamesischem oder „pan-asiatischem“ Essen gemein.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf betrete ich also das Zhang. Das Restaurant wirkt zunächst sehr aufgeräumt und fast ein wenig zu „steril“, aber die anwesenden Besucher, vor allem Chinesen, geben dem Raum eine lebendige Atmosphäre. Die Karte ist übersichtlich und enthält ausschließlich „echte“ chinesische Angebote. Diese mögen zwar zunächst seltsam anmuten, jedoch war die Bedienung gern bereit, Empfehlungen auszusprechen. Obwohl auch Gerichte angeboten werden, die keine oder nur eine geringe Schärfe aufweisen, liegt das Augenmerk doch auf mit Chili bzw. Pepperoni gewürzten Zutaten.

Wir bestellen als Vorspeise Jiaozi (12 gebratene Teigtaschen mit einer Füllung aus Schweinefleisch und Kohl), außerdem zwei weitere Gerichte: Mapo Doufu und Tofu nach Art des Hauses. Alle drei Gerichte bewegen sich preislich bei ca. 10€.

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Jiaozi (gebratene Teigtaschen gefüllt mit Schweinefleisch und Kohl)

Wer den Blog verfolgt, weiß, dass ich chinesische Teigtaschen schon in diversen Restaurants und Imbissen getestet habe, z.B. im Nin Hao, in der Hanoi Cuisine und zuletzt in Chinas Welt. So begeistert wie im Zhang war ich davon allerdings noch nie: eine krosse Kruste und die weiche, schmackhafte Füllung werden eigentlich nur noch von dem dazu bereitgestellten Dip übertroffen. Neben dem typischen schwarzen Essig gibt es hier nämlich auch eine scharfe Soße aus Chilipaste, schwarzen Bohnen und weiteren Gewürzen, die ich leider nicht alle identifizieren konnte. Klar ist jedoch: Diesen Dip sollte man probieren! Er ist zwar scharf, aber dennoch eine Geschmackskomposition, die sehr vollmundig daherkommt.

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Mapo Doufu (Tofu nach Art der pockennarbigen Alten)

Auch die beiden anderen Gerichte kann ich nur lobend hervorheben. Das Mapo Doufu besteht tatsächlich aus Seidentofu und enthält viel Szechuanpfeffer, der typischerweise ein leicht betäubendes Gefühl im Mund zurücklässt. Lecker! Das andere Tofugericht ähnelt auf dem ersten Blick jenem, welches ich in Chinas Welt probierte. Allerdings muss ich dem Zhang das bessere Angebot bescheinigen: Die fruchtige Soße mit einer leicht scharfen Note enthält sehr viele, große Tofustücke. Das Gemüse besteht jedoch auch hier nur aus Paprika und Zwiebeln. Aufgrund der Vielfalt ist es also eher ratsam, dieses Gericht zu teilen und gemeinsam verschiedene Dinge zu probieren.

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Tofu nach Art des Hauses

Neben den Gerichten à la carte wecken noch zwei weitere Angebote mein Interesse: Von Montag bis Freitag gibt es ein Mittagsmenü, bei dem man aus vier Gerichten wählen (und kombinieren) kann für 5,90€ inkl. Suppe. Außerdem wird offenbar auch ein Feuertopfmenü angeboten. „Offenbar“, weil der entsprechende Teil in der Karte leider nur auf chinesisch verfügbar war. Allerdings kann man auch der Webseite des Restaurants entnehmen, dass es den Feuertopf inkl. Getränke für 22,80€ gibt. Wenn man telefonisch vorbestellt, erhält man sogar noch Rabatt. Einen solchen durften wir überraschenderweise auch in Anspruch nehmen. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Zhang einmal auszuprobieren!

Fazit:
Das China-Restaurant Zhang bietet authentische Küche aus der chinesischen Provinz Szechuan. Einige Gerichte muten auf den ersten Blick vielleicht seltsam an, doch es lohnt sich. Der Geschmack des Essens weiß zu überzeugen und auch für Leute, die es nicht scharf mögen, finden sich Angebote. Unbedingt probieren sollte man die Teigtaschen!

Fakten:

Name China-Restaurant Zhang
Adresse Windmühlenstr. 22, 04107 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Süd
Preisspanne Hauptgerichte ca. 9€-16€
Barrierefreiheit einige Stufen vor dem Eingang, stufenloses Betreten über zwei Metallschienen auf der Treppe möglich
Sauberkeit sehr gut

Le Asia Restaurant

Schon vor einiger Zeit eröffnete auf der Dresdner Straße (direkt bei der Haltestelle Gerichtsweg) ein neues vietnamesisches Restaurant. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen ;-).

Der erste Eindruck des Restaurants ist sehr positiv: Eine freundliche, zurückhaltende Kellnerin begrüßt uns. Das Restaurant ist fast leer und wir haben die freie Sitzplatzwahl. Das Mobilar ist aus verschiedenen Kollektionen zusammengestellt, passt sich jedoch gut in den Raum ein. Es gibt auch einige Sofas und recht stilvoll eingesetzte Dekorationen.

Die Speisekarte ist überschaubar. Neben einigen Mittagsangeboten (die ich jedoch nicht getestet habe) besteht die Karte aus vietnamesischen Spezialitäten, wie etwa Gerichten mit Reisnudeln, und aus Reisgerichten mit verschiedenen Fleischsorten, bei denen jeweils die Möglichkeit besteht, sich für eine von fünf Soßen (u.a. Thai-, Erdnuss- und Pfeffersoße) zu entscheiden. Hervorzuheben ist außerdem die vergleichsweise große Auswahl an Fischgerichten.

Wir entscheiden uns für eine halbe Ente in Pfeffersoße und vietnamesische Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch. Das Entengericht kommt als typisches Asia-Restaurant-Gericht daher: Panierte Entenscheiben, Reis, Gemüse und Soße. Die Soße schmeckt tatsächlich sehr pfeffrig und trifft damit leider nicht ganz meinen Geschmack, aber ist für Pfefferliebhaber dennoch zu empfehlen. Das Gemüse ist frisch, jedoch teilweise etwas zu lange gekocht. Nur die Sojasprossen sind sehr knackig und für mich daher der Höhepunkt der Gemüseauswahl. Das Fleisch ist zart, ohne größere Fettstücke und geschmacklich solide.

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Halbe Ente mit Gemüse in Pfeffersoße

Das Reisnudelgericht überzeugt durch eine große Fleischmenge und vietnamesische Kräuter. Gemüse gibt es dazu allerdings nicht, nur eine kleine Portion Salat und das entsprechende Limettendressing stehen zur Verfügung. Letzteres ist geschmacklich jedoch sehr passend. Erdnüsse als Topping komplettieren die Mahlzeit. Dieses Gericht ist tatsächlich eine vietnamesische Spezialität, ähnliche Angebote gibt es auch in anderen vietnamesischen Restaurants in Leipzig (zum Beispiel im Pho Viet).

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Reisnudeln mit gegrilltem Schweinefleisch

Für Vegetarier ist das Restaurant nicht unbedingt zu empfehlen, da die Auswahl an vegetarischen Gerichten recht eingeschränkt ist. Auch Gourmets mit höheren Ansprüchen werden hier sicher nicht fündig.

Fazit:
Das Le Asia Restaurant befindet sich in Innenstadtnähe und überzeugt durch ein dafür angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Meine klare Empfehlung liegt hier bei den vietnamesischen Spezialitäten, die man in einer angenehmen Atmosphäre genießen kann. Wer jedoch auf eine große Auswahl an Speisen Wert legt, sollte besser ein anderes Lokal wählen.

Fakten:

Name Le Asia Restaurant
Adresse Dresdner Str. 24 (Ecke Gerichtsweg), 04317 Leipzig
Stadtteil Reudnitz
Preisspanne Hauptgerichte 6,90€ – ca. 13€
Barrierefreiheit Stufe am Eingang, schmale Tür
Sauberkeit sehr gut

Chinas Welt

Viele der bisher vorgestellten Restaurants und Imbisse bieten vor allem vietnamesische Speisen an. Chinas Welt hingegen ist ein vor Kurzem neu eröffnetes Restaurant, das sich der authentischen chinesischen Küche verschrieben hat. Aus Leipzig kenne ich einen solchen Schwerpunkt bisher nur vom Konfuzius Tee Kultur Garten, das voraussichtlich ab Oktober in einer neuen Bleibe zu finden ist.

Chinas Welt befindet sich im Zentrum-Ost in der Nähe des Hauptbahnhofs und wird am Abend meines Tests vor allem von Chinesen besucht. Zusammen mit den durchgehend sehr guten Bewertungen auf einschlägigen Portalen im Internet verspricht das, eine sehr interessante Mahlzeit zu werden. Im Inneren des Restaurants und auf der (überdachten) Innen-Terrasse finden sich genügend Sitzmöglichkeiten. Alles ist sehr geschmackvoll eingerichtet, beispielsweise wird jeder Tisch von einer kleinen Topfpflanze verziert.

Die Speisekarte ist wie von europäischer Küche gewohnt in Vorspeisen, Hauptgänge und Desserts untergliedert. Wir wollen das Essen aber dennoch ein wenig im chinesischen Stil genießen und bestellen mehrere Speisen zum Probieren. Leider ist eine der gewählten Optionen (Tofu mit fermentiertem Gemüse) nicht mehr erhältlich, wurde jedoch noch nicht von der Karte gestrichen. Einige andere Gerichte wurden hingegen bereits überklebt. Schade, aber anfängliche Schwierigkeiten bleiben wohl nicht aus. Ich entscheide mich stattdessen für ein anderes Tofu-Gericht. Außerdem gibt es noch eine Spezialitäten-Karte, auf der sich unter anderem Fischgerichte befinden, die auf einer heißen Platte serviert werden. Der bekannte chinesische Feuertopf ist nicht im Angebot, dafür findet der Kenner einige andere chinesische Spezialitäten, wie etwa Mapo Doufu.

Als Vorspeisen gab es für uns Seealgensalat und Teigtaschen, letztere je einmal gekocht mit Gemüse- und einmal gebraten mit Fleisch-Kohl-Füllung. Geschmacklich interessant ist vor allem die Gemüsefüllung, da diese aus vielen verschiedenen Komponenten (u.a. Glasnudeln, Pilze, Tofu) besteht und eine sehr charakteristische Note aufweist. Als Dip steht lediglich schwarzer Essig zur Verfügung, allerdings wird zu den gebratenen Teigtaschen auch eine extrem scharfe Soße serviert. Insgesamt hätte ich mir bei den Teigtaschen noch eine etwas größere Auswahl gewünscht, aber das ist schon eine Beschwerde auf hohem Niveau.

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Seealgensalat

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Gebratene (vorn) und gekochte Teigtaschen (hinten)

Sowohl für die Vorspeisen als auch die Hauptgerichte gilt: Alle von uns bestellten Speisen  enthalten Knoblauch. Das ist für asiatische Gerichte nicht unbedingt ungewöhnlich, aber die Menge ist doch eine Erwähnung wert. Wer Knoblauch nicht mag, sollte das also zumindest explizit erwähnen. Zu den Hauptgerichten gab es eine große Schüssel Reis, sehr hübsch angerichtet in einem Behälter mit Holzrahmen. Die Menge war großzügig bemessen.

Geschmacklich fand ich vor allem den Tofu mit scharfem Gemüse nach Art des Hauses sehr ansprechend. Allerdings muss man sich hier von den gewohnten Asia-Restaurant-Anblicken verabschieden. „Gemüse“ heißt in diesem Fall zwei verschiedene Sorten (schwarze Pilze und Paprika), dafür besteht die Portion tatsächlich hauptsächlich aus dem, was ihr den Namen gibt: Tofu. Die Schärfe war nicht übertrieben und unter Umständen an den deutschen Geschmack angepasst.

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Tofu mit scharfem Gemüse nach Art des Hauses

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Auberginen und Kartoffeln

Auch die Auberginen und Kartoffeln machten ihrem Namen alle Ehre, hier wurden als auf der Karte nicht erwähnter Bestandteil lediglich Paprikastücke hinzugefügt. Die Verwendung von für hiesige Gewohnheiten übermäßig viel Öl stört möglicherweise etwas. Dafür fungiert dieses als sehr guter Geschmacksträger und unterstreicht die Geschmacksnoten der Zutaten perfekt.

Preislich liegen die Gerichte auf mittlerem Niveau, was wohl allein angesichts ihrer Authentizität angemessen erscheint. Um viele verschiedene (kleinere) Speisen zu probieren, ist das Restaurant trotzdem nicht unbedingt geeignet, da zumindest die Hauptgang-Portionen eine entsprechende Größe haben.

Fazit:
Chinas Welt ist in Leipzig eine gute Wahl für alle, die einen ersten Einblick in authentische chinesische Küche gewinnen wollen, ohne gleich zu viel Exotik zu erleben. Geschmacklich überzeugende Gerichte treffen auf eine stilvolle Atmosphäre. Ab und an kann es jedoch auch mal lauter werden, wie in einem chinesischen Straßenimbiss.

Fakten:

Name Chinas Welt
Adresse Dohnanyistraße 11-15, 04103 Leipzig
Stadtteil Zentrum-Ost
Preisspanne Hauptgerichte 9€ – 19€
Barrierefreiheit nein (zwei breite Stufen vor dem Eingang)
Sauberkeit sehr gut